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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2023

skurrile Island-Geschichte

60 Kilo Kinnhaken
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"60 Kilo Kinnhaken" von Hallgrimur Helgarson ist sicherlich ein interessantes Buch, das einem das isländische Flair auf besondere Weise näherbringt. Die Beschreibungen der Landschaft und die Atmosphäre ...

"60 Kilo Kinnhaken" von Hallgrimur Helgarson ist sicherlich ein interessantes Buch, das einem das isländische Flair auf besondere Weise näherbringt. Die Beschreibungen der Landschaft und die Atmosphäre sind wirklich beeindruckend und lassen einen regelrecht nach Island reisen - das verdient auf jeden Fall Lob.

Was mir jedoch etwas weniger gefallen hat, war die Geschichte selbst. Mit über 600 Seiten ist der Roman wirklich lang geraten, und ich fand ihn manchmal ein bisschen zu skurril für meinen Geschmack. Das machte es manchmal schwer, der Geschichte zu folgen und sich damit zu identifizieren.

Dennoch muss ich sagen, dass der Schreibstil des Autors wirklich herausragend ist. Helgarson versteht es, Worte geschickt einzusetzen und eine angenehme Balance zwischen Humor und Tiefgang zu finden. Seine Wortwahl hat mir sehr gut gefallen, und ich habe die Art, wie er die Charaktere und die Umgebung beschrieben hat, wirklich genossen.

Trotz meiner Kritikpunkte konnte mich die Geschichte von Getsur nicht komplett überzeugen. Dennoch hat das Buch in mir die Lust geweckt, Island einmal selbst zu besuchen und die wunderbare Natur und Kultur dieses faszinierenden Landes zu erleben.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Leider konnte Brynhild mich nicht überzeugen

Meine Männer
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"Meine Männer" von Victoria Kielland war für mich eine enttäuschende Leseerfahrung. Der Klappentext hatte meine Neugier geweckt, da ich gespannt war, die Geschichte aus der Sicht einer Mörderin zu erleben. ...

"Meine Männer" von Victoria Kielland war für mich eine enttäuschende Leseerfahrung. Der Klappentext hatte meine Neugier geweckt, da ich gespannt war, die Geschichte aus der Sicht einer Mörderin zu erleben. Leider konnte ich jedoch keine Verbindung zu der Protagonistin Brynhild bzw. Belle herstellen. Dies war für mich besonders frustrierend, da ich gehofft hatte, die Motive und Gedanken hinter den Morden aus ihrer Perspektive zu verstehen. Leider war das nicht der Fall.

Ein weiterer Grund für meine Enttäuschung war der Schreibstil des Buches. Die Geschichte wurde aus einer auktorialen Erzählperspektive präsentiert, was dazu führte, dass ich keine tiefe emotionale Bindung zu der Protagonistin aufbauen konnte. Die Erzählweise wirkte distanziert und machte es schwierig, sich in die Handlung hineinzuversetzen.

Darüber hinaus war der Roman nicht besonders spannend geschrieben, was für ein Buch mit einem potenziell aufregenden Thema wie Mord unglücklich war. Die Spannung und der Thrill, den ich erwartet hatte, blieben aus, und ich hatte Schwierigkeiten, mich für die Geschichte zu begeistern.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Kürze des Romans, der mit seinen knapp 200 Seiten recht schnell zu Ende war. Bevor ich überhaupt das Gefühl bekam, dass ich Brynhild besser verstehen könnte, war die Geschichte vorbei. Dies trug dazu bei, dass ich mich bis zum Ende des Buches nicht wirklich gepackt fühlte.

Insgesamt war "Meine Männer" leider nicht das Buch, das ich erwartet hatte. Die fehlende Verbindung zur Hauptfigur und der nicht überzeugende Schreibstil trübten meine Leseerfahrung. Trotzdem gebe ich dem Buch drei Sterne, da es möglicherweise Leserinnen und Leser gibt, die sich von der Erzählperspektive weniger gestört fühlen und die Geschichte interessant finden könnten. Leider konnte es mich jedoch nicht vollständig überzeugen.

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Veröffentlicht am 26.08.2023

eine unsympathische Protagonistin

Die Einladung
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Von bobbember
"Die Einladung" von Emma Cline ist ein Roman, der zweifellos eine interessante soziale Kluft zwischen Arm und Reich beleuchtet. Leider hat dieser Ansatz nicht ausgereicht, um meine Unzufriedenheit ...

Von bobbember
"Die Einladung" von Emma Cline ist ein Roman, der zweifellos eine interessante soziale Kluft zwischen Arm und Reich beleuchtet. Leider hat dieser Ansatz nicht ausgereicht, um meine Unzufriedenheit mit der Protagonistin und der Geschichte insgesamt zu überwinden. Mit nur drei Sternen bewerte ich dieses Buch, da es einige wichtige Aspekte gibt, die mir nicht zusagten.

Die Hauptfigur des Romans war für mich äußerst schwer zu mögen. Ihr Verhalten, sich ständig durchzuschnorren und auf Kosten anderer zu leben, war frustrierend und wenig sympathisch. Es fiel mir schwer, mich mit einer Protagonistin zu identifizieren, die so wenig moralische Verantwortung zeigt und sich scheinbar keinerlei Gedanken über die Konsequenzen ihres Handelns macht. Dieser Aspekt der Geschichte trug erheblich dazu bei, dass meine Leseerfahrung getrübt wurde.

Obwohl der Roman die soziale Ungleichheit zwischen Arm und Reich thematisiert, schafft er es nicht, die Armen auf eine Weise darzustellen, die Mitgefühl oder Verständnis weckt. Stattdessen wird der Fokus darauf gelegt, wie die Protagonistin von ihrer Umgebung profitiert und sich auf Kosten anderer bereichert. Dies trägt dazu bei, die Kluft zwischen den sozialen Schichten zu verdeutlichen, hinterlässt jedoch einen bitteren Nachgeschmack.

Ein weiterer Punkt, der meine Bewertung beeinflusst hat, ist das offene Ende des Romans. Persönlich mag ich es, wenn Geschichten einen gewissen Abschluss haben und offene Fragen beantwortet werden. Leider blieb "Die Einladung" in dieser Hinsicht unbefriedigend, da wichtige Handlungsstränge und Charakterentwicklungen nicht zu einem zufriedenstellenden Abschluss geführt wurden.

Insgesamt ist "Die Einladung" ein Buch, das wichtige soziale Themen anspricht, jedoch durch die unangenehme Protagonistin, die negative Darstellung der Armen und das enttäuschende offene Ende beeinträchtigt wird. Die soziale Botschaft des Romans wird durch diese Aspekte abgeschwächt, und die Leser könnten Schwierigkeiten haben, sich mit der Geschichte zu verbinden und sie wirklich zu genießen.

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Veröffentlicht am 14.08.2023

Nicht ganz, was ich erwartet hatte

Prophet
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Ich hätte von der Covergestaltung her wohl nicht zu "Prophet" gegriffen. Die Gelbtöne finde ich eher weniger anziehend. Den Klappentext fand ich aber spannend und auch die Leseprobe fand ich interessant. ...

Ich hätte von der Covergestaltung her wohl nicht zu "Prophet" gegriffen. Die Gelbtöne finde ich eher weniger anziehend. Den Klappentext fand ich aber spannend und auch die Leseprobe fand ich interessant. Leider konnte mich "Prophet" von Sin Blaché und Helen Macdonald dann aber doch nicht ganz abholen.

Die Idee, dass ein Diner mitten im Nirgendwo auftaucht und irgendwie ohne Strom ganz mysteriös erscheint, fand ich wirklich gut. Der Beginn des Thrillers war auch durchaus sehr spannend geschrieben. Ab da wurde es jedoch immer schwächer. Zeitweise fand ich die Dialoge schon sehr langatmig und die Protagonisten auch nicht so interessant, was schade ist, da ich eigentlich Charaktere aus der LGBTQ-Community als sinnvoll und zeitgemäß erachte. Man hätte viele Passagen wirklich meiner Meinung nach kürzen können. Ich musste mir wirklich zum Ende hin immer mehr Mühe geben, dass ich "Prophet" auch zu Ende lese. Leider konnte "Prophet" mich deshalb nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Leider nicht meins

Böser, böser Wolf
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Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict hatte für mich eine richtig starke Grundidee – leider konnte die Umsetzung da nicht mithalten.

Die Ausgangssituation klingt großartig: Eine gefeierte Krimiautorin ...

Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict hatte für mich eine richtig starke Grundidee – leider konnte die Umsetzung da nicht mithalten.

Die Ausgangssituation klingt großartig: Eine gefeierte Krimiautorin wird entführt und in einem Dachzimmer gefangen gehalten. Ihr Entführer nennt sich „der Wolf“ und zwingt sie, moderne Märchen zu schreiben – grausame Geschichten, in denen reale Menschen sterben. Was sie zu Papier bringt, wird tatsächlich umgesetzt. Weigert sie sich, droht ihr selbst der Tod. Parallel dazu ermittelt Detective Inspector Lyla Rondell in einer Mordserie, die deutlich an Grimms Märchen angelehnt ist: Eine Tote wird wie Cinderella inszeniert, ein Geschwisterpaar erinnert fatal an Hänsel und Gretel. Nach und nach wird klar, dass die aktuellen Verbrechen mit einem lange zurückliegenden Verschwinden zusammenhängen – und dass Lyla selbst tiefer in die Geschichte verstrickt ist, als sie ahnt.

Das Konzept – Märchenmotive, Metaebene, eine Autorin, die gezwungen wird, ihre eigenen Albträume zu schreiben – ist wirklich cool. Auch der Gedanke, dass die Ermittlerin vielleicht selbst nur eine Figur in einem größeren Spiel ist, verspricht psychologische Tiefe und Raffinesse.

Leider blieb es für mich beim Versprechen. Die Handlung wirkte stellenweise konstruiert und überladen, die Wendungen nicht immer glaubwürdig. Statt subtiler Spannung gab es oft plakative Effekte. Gerade bei einem Thriller mit einer so starken Prämisse hätte ich mir mehr Feingefühl und weniger Überinszenierung gewünscht.

Auch emotional konnte mich das Buch nicht wirklich packen. Die Figuren blieben für mich etwas blass, ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar. Dadurch verlor die Geschichte an Intensität, obwohl sie eigentlich düster und verstörend sein wollte.

Insgesamt eine spannende Idee mit viel Potenzial – aber für mich leider nicht überzeugend umgesetzt. Zwei Sterne für das starke Konzept, das in meinen Augen mehr verdient gehabt hätte.

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