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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2023

Nicht ganz, was ich erwartet hatte

Prophet
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Ich hätte von der Covergestaltung her wohl nicht zu "Prophet" gegriffen. Die Gelbtöne finde ich eher weniger anziehend. Den Klappentext fand ich aber spannend und auch die Leseprobe fand ich interessant. ...

Ich hätte von der Covergestaltung her wohl nicht zu "Prophet" gegriffen. Die Gelbtöne finde ich eher weniger anziehend. Den Klappentext fand ich aber spannend und auch die Leseprobe fand ich interessant. Leider konnte mich "Prophet" von Sin Blaché und Helen Macdonald dann aber doch nicht ganz abholen.

Die Idee, dass ein Diner mitten im Nirgendwo auftaucht und irgendwie ohne Strom ganz mysteriös erscheint, fand ich wirklich gut. Der Beginn des Thrillers war auch durchaus sehr spannend geschrieben. Ab da wurde es jedoch immer schwächer. Zeitweise fand ich die Dialoge schon sehr langatmig und die Protagonisten auch nicht so interessant, was schade ist, da ich eigentlich Charaktere aus der LGBTQ-Community als sinnvoll und zeitgemäß erachte. Man hätte viele Passagen wirklich meiner Meinung nach kürzen können. Ich musste mir wirklich zum Ende hin immer mehr Mühe geben, dass ich "Prophet" auch zu Ende lese. Leider konnte "Prophet" mich deshalb nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Leider nicht meins

Böser, böser Wolf
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Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict hatte für mich eine richtig starke Grundidee – leider konnte die Umsetzung da nicht mithalten.

Die Ausgangssituation klingt großartig: Eine gefeierte Krimiautorin ...

Böser, böser Wolf von Alexandra Benedict hatte für mich eine richtig starke Grundidee – leider konnte die Umsetzung da nicht mithalten.

Die Ausgangssituation klingt großartig: Eine gefeierte Krimiautorin wird entführt und in einem Dachzimmer gefangen gehalten. Ihr Entführer nennt sich „der Wolf“ und zwingt sie, moderne Märchen zu schreiben – grausame Geschichten, in denen reale Menschen sterben. Was sie zu Papier bringt, wird tatsächlich umgesetzt. Weigert sie sich, droht ihr selbst der Tod. Parallel dazu ermittelt Detective Inspector Lyla Rondell in einer Mordserie, die deutlich an Grimms Märchen angelehnt ist: Eine Tote wird wie Cinderella inszeniert, ein Geschwisterpaar erinnert fatal an Hänsel und Gretel. Nach und nach wird klar, dass die aktuellen Verbrechen mit einem lange zurückliegenden Verschwinden zusammenhängen – und dass Lyla selbst tiefer in die Geschichte verstrickt ist, als sie ahnt.

Das Konzept – Märchenmotive, Metaebene, eine Autorin, die gezwungen wird, ihre eigenen Albträume zu schreiben – ist wirklich cool. Auch der Gedanke, dass die Ermittlerin vielleicht selbst nur eine Figur in einem größeren Spiel ist, verspricht psychologische Tiefe und Raffinesse.

Leider blieb es für mich beim Versprechen. Die Handlung wirkte stellenweise konstruiert und überladen, die Wendungen nicht immer glaubwürdig. Statt subtiler Spannung gab es oft plakative Effekte. Gerade bei einem Thriller mit einer so starken Prämisse hätte ich mir mehr Feingefühl und weniger Überinszenierung gewünscht.

Auch emotional konnte mich das Buch nicht wirklich packen. Die Figuren blieben für mich etwas blass, ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar. Dadurch verlor die Geschichte an Intensität, obwohl sie eigentlich düster und verstörend sein wollte.

Insgesamt eine spannende Idee mit viel Potenzial – aber für mich leider nicht überzeugend umgesetzt. Zwei Sterne für das starke Konzept, das in meinen Augen mehr verdient gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

gute Idee, weniger gute Umsetzung

Death in Brachstedt
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Die Idee hinter Death in Brachstedt klang vielversprechend: Zwei Jungs drehen einen Film, während einer von ihnen mit dem Verschwinden seines kranken Vaters konfrontiert wird. Doch genau hier liegt mein ...

Die Idee hinter Death in Brachstedt klang vielversprechend: Zwei Jungs drehen einen Film, während einer von ihnen mit dem Verschwinden seines kranken Vaters konfrontiert wird. Doch genau hier liegt mein größtes Problem mit dem Buch – das Verschwinden des Vaters wird kaum thematisiert. Selbst als pubertierender Jugendlicher würde man sich doch mehr Sorgen machen, wenn der eigene Vater, noch dazu mit einer schweren alzheimerähnlichen Erkrankung, einfach weg ist. Stattdessen stehen Filmprojekte und eine Party im Mittelpunkt, als wäre das alles nicht weiter schlimm.

Durch die geringe Seitenanzahl bleiben viele Fragen offen, und gerade die wichtigen Themen werden nur oberflächlich behandelt. Die Geschichte wirkt oft unglaubwürdig, weil sie Elemente aus verschiedenen Jugendgenerationen vermischt – man merkt, dass der Autor seine eigene Jugend in einer anderen Zeit verbracht hat. Dadurch fühlte es sich für mich nicht authentisch an.

Das Ende kommt dann auch viel zu plötzlich und lässt die Charaktere ohne echte Reflexion zurück. Eine Einsicht nach dem Motto „Das war vielleicht nicht unser bestes Verhalten“ hätte dem Roman gutgetan. Leider kann ich Death in Brachstedt daher nicht für die jugendliche Zielgruppe empfehlen – zu viele ernste Themen bleiben auf der Strecke, und anstatt mitfühlend mit der Situation umzugehen, feiern die Jungs lieber ihr „Sturmfrei“. Wirklich schade!

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Erwartungen leider nicht erfüllt

52 wilde Fermente
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Ich hatte mich auf ein inspirierendes Buch mit alltagstauglichen Rezepten zum Fermentieren gefreut, doch 52 Wilde Fermente hat mich leider enttäuscht. Der Fokus liegt hier stark auf Theorie und wilden ...

Ich hatte mich auf ein inspirierendes Buch mit alltagstauglichen Rezepten zum Fermentieren gefreut, doch 52 Wilde Fermente hat mich leider enttäuscht. Der Fokus liegt hier stark auf Theorie und wilden Kräutern – was grundsätzlich interessant ist, aber kaum praxistauglich für den Alltag.

Wer bitte legt freiwillig Tannennadeln ein? Die Auswahl der Pflanzen wirkte auf mich sehr speziell und wenig lebensnah. Selbst nach der Lektüre würde ich mich nicht trauen, die wilden Kräuter sicher zu erkennen oder zu verarbeiten. Der Theorie-Teil ist durchaus spannend und gut recherchiert, aber der Rezept-Teil hat mich als Hobbykoch überhaupt nicht überzeugt.

Positiv hervorzuheben ist die hochwertige Verarbeitung des Buches, aber empfehlen kann ich es nur absoluten Wildkräuter-Profis – für den normalen Küchenalltag ist es leider wenig hilfreich.

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Der Titel ist leider Programm

Zeiten der Langeweile
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Leider hat "Zeiten der Langeweile" mich auch über die meiste Zeit hin eher gelangweilt als mir neue Erkenntnisse zu liefern. Dabei hätte man aus dem Thema deutlich mehr machen können. Social Detoxing ist ...

Leider hat "Zeiten der Langeweile" mich auch über die meiste Zeit hin eher gelangweilt als mir neue Erkenntnisse zu liefern. Dabei hätte man aus dem Thema deutlich mehr machen können. Social Detoxing ist sicherlich etwas, worüber wir alle einmal nachgedacht haben. Welchen Einfluss haben soziale Medien und das Internet generell auf uns? Was passiert, wenn wir es weglassen?

Jennifer Becker entwickelt eine Protagonistin, die vehement versucht, sich aus dem Internet zu "löschen" und jegliche Spur, die sie oder andere einmal über sie dort hinterlassen haben, zu vernichten. Anfangs kann man sich noch ansatzweise mit ihr identifizieren, aber im Laufe des Romans wird es immer schlimmer und man fragt sich langsam, ob sie zur Querdenkerin mutiert. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie viel autobiographische Elemente Mila in sich trägt.

Mila als Protagonistin fand ich irgendwann einfach nur noch unerträglich und einen Mehrwert haben ihre Ansichten mir auch nicht erbracht. Irgendwann lebt sie einfach nur noch fernab jeglicher Realität und ist lieber arbeitslos, als sich der Gefahr des Internets auszusetzen. Sie entwickelt sich auch überhaupt nicht. Ich habe trotzdem wacker bis zum Ende des Romans durchgehalten, was ich mir im Nachhinein besser gespart hätte. Denn auch das Ende liefert keine Erkenntnisse.

Ich hatte auf eine literarische Perle gehofft und habe leider im wahrsten Sinne nur "Zeiten der Langeweile" bekommen. Schade!

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