Spannende Lektüre über Handel, Politik und tödliche Feinde
Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen„Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“ ist ein historischer Roman aus der Feder von Peter Dempf. Es handelt sich hierbei um Band 2 nach „Im Auftrag der Fugger – Der Burgunderschatz“. Es handelt sich um ...
„Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“ ist ein historischer Roman aus der Feder von Peter Dempf. Es handelt sich hierbei um Band 2 nach „Im Auftrag der Fugger – Der Burgunderschatz“. Es handelt sich um 2 unabhängig voneinander lesbare Romane. Die Vorkenntnisse aus Band 1 sind jedoch hilfreich.
Jakob Fugger ist ein sehr erfolgreicher Kaufmann und Finanzberater des Königs. Doch 1505 sieht er sich Anschlägen auf seine Warentransporte sowie seine Warenhäuser gegenüber; seine Boten werden getötet und auch er muss um sein Leben fürchten. Er beauftragt Afra und Herwart damit, den Ursprung der Anschläge herauszufinden. Die Spur führt die beiden über Venedig und Füssen wieder zurück nach Augsburg und sie müssen erkennen, dass nicht nur das Leben von Jakob Fugger, sondern auch ihr eigenes auf dem Spiel steht.
Das Cover des Romans passt zu Band 1 und zeigt die Stadtsilhouette von Augsburg.
Der Schreibstil von Peter Dempf ist von Beginn an fesselnd. Man taucht direkt in die Geschichte ein und begleitet Afra und Herwart auf der Suche nach der Verschwörung hinter den Geschehnissen.
Auf gefühlt jeder Seite passiert etwas Unvorhergesehenes, sodass der Spannungsbogen stetig aufrecht gehalten wird und man kaum durchatmen kann. Dadurch kann man das Buch auch kaum aus der Hand legen. In meinen Augen kann man diesen Roman daher auch als historischen Krimi bezeichnen.
Leider kamen mir mit der Zeit viele Situationen, in denen sich Afra und Herwart befinden, sehr konstruiert vor und aufgrund des immer wieder unbeschädigten Auflösens der Geschehnisse auch wenig glaubwürdig. Aufgrund der schnellen Erzählweise fällt einem das zu Beginn nicht auf, doch je mehr der Roman voranschreitet, desto offensichtlicher wird es.
Afra und Herwart sind zwei Boten, die ihre Aufgabe ernst nehmen und diese auch zielorientiert verfolgen. Oft habe ich jedoch an ihrem Verstand gezweifelt, da sie sich wiederholt sehr naiv in Situationen begeben, die gefährlich werden könnten und dies, obwohl sie mittlerweile wissen mussten, dass auch ihr eigenes Leben in Gefahr ist.
Der Albino Zeno ist ein eher undurchsichtiger Charakter. Immer wieder habe ich mich gefragt, auf welcher Seite er nun steht und mit welcher Aufgabe er bedacht ist. Grundsätzlich mag ich solche Charaktere sehr gern, aber Zeno ist hier zu oft aufgetaucht und wieder verschwunden, sodass mir das beim Lesen irgendwann auf die Nerven ging.
Der Schluss war für mich leider etwas verwirrend und die gesamte Gefahrensituation wird mir zu schnell abgearbeitet.
Das Nachwort des Autors fand ich wie sehr oft in historischen Romanen sehr interessant und aufschlussreich. Tatsache und Fiktion wird hier nochmal sehr gut erläutert.
Fazit:
Ein rasanter historischer Roman mit spannender Grundstruktur, die ich sehr gern gelesen habe. Aufgrund der genannten Schwächen kann ich jedoch nur 3,5 Sterne vergeben.