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Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein ungewöhnliches Hotel ...

Das White Octopus Hotel
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Eve Shaw lebt zurückgezogen und einsam. Als sie bei ihrem Job als Kunstgutachterin einem potenziellen Kunden die Hand schüttelt, glaubt sie, diese schon einmal gehalten zu haben. Doch an den Kunden kann ...

Eve Shaw lebt zurückgezogen und einsam. Als sie bei ihrem Job als Kunstgutachterin einem potenziellen Kunden die Hand schüttelt, glaubt sie, diese schon einmal gehalten zu haben. Doch an den Kunden kann sie sich beim besten Willen nicht erinnern. Als dieser sie dann auch noch auffordert, wieder zurück in das White Octopus Hotel zu kommen, ist sich Eve sicher, das alles ein Irrtum ist. Der Kunde stirbt jedoch vor der Kunstgalerie und Eve ist sich gar nicht mehr sicher, ob nicht doch sie mit allem gemeint ist. Und so macht sie sich auf in dieses geheimnisvolle Hotel, welches in der Abgeschiedenheit der Schweizer Alpen nur mehr als halbe Ruine bezeichnet werden kann. Aber es ranken sich auch mysteriöse Legenden um das Hotel. Magische Gegenstände und Zeitreisezimmer sind nur einige der Geschichten, die Eve hört. Und als Eve das Hotel betritt, weiß sie genau, dass es ihr Schicksal war, hierherzukommen.

Hier hat mich diesmal der wunderschöne Titel gecatcht. "Das White Octopus Hotel" - diese Worte an sich sind schon sehr geheimnisvoll, und als ich anfing zu lesen, wusste ich, dass dies genau meine Geschichte sein wird.
Wir treffen am Anfang auf Eve, die zurückgezogen lebt. Sie hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und hat Probleme, Vertrauen zu fassen. So macht sie lieber ihr eigenes Ding und schert sich nicht, was andere von ihr halten.

Bis sie auf Max Everly trifft, der zu ihr kommt, sich verrückt verhält und sie letztendlich auffordert, zurück ins White Octopus Hotel zu kommen.

Und damit fängt die Geschichte richtig an, Fahrt aufzunehmen. Die Autorin erzählt ihre Story mit sehr einfühlsamen Worten. Fast meint man, es würde so gar keine Emotionen aufkommen, doch dann erfährt man Eves Schicksalsschlag und warum sie so geworden ist, wie sie ist. Je näher man Eve kennenlernt, umso vertrauter wird sie einem und ich konnte mir letztendlich sogar sehr gut vorstellen, mit ihr befreundet zu sein. Sie hat eine unverwechselbare Art an sich, wenn sie es schafft, aus sich herauszugehen.

Das Hotel an sich ist ein Ort, den ich gerne besuchen würde. An jeder Ecke finden sich neue geheimnisvolle und mysteriöse Dinge. Und Eve nimmt sich die Zeit, alles zu entdecken.

Das wiederkehrende Element ist der Oktopus, der dem Hotel seinen Namen verleiht. Er ist immer wieder vertreten. Sei es als Bild, Figur, Skulptur oder Relief. Aber auch auf andere Art und Weise begegnet er Eve ständig und wird zu einem treuen Begleiter. Wie genau, kann ich natürlich nicht verraten.

Auch die weiteren Charaktere wie Max Everly wachsen einem ans Herz. Fand ich ihn zu Anfang etwas ruppig und hart, wandelte er sich bald und wurde Eve ein sehr guter Freund.

Das Geheimnis hinter dem Hotel ist wunderbar mystisch. Ich hatte wirklich Mühe, das Buch zu beenden, nicht, weil es zu schwer oder langweilig war, sondern weil ich nicht loslassen wollte. Die Story hat mich sehr berührt und mir eine wunderschöne Lesezeit geschenkt. Hierfür danke ich der Autorin. Sie hat mir mit ihrer fantasiereichen Geschichte eine schöne Zeit bereitet.

Meggies Fussnote:
Das Hotel ist eine Reise wert ...

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Veröffentlicht am 22.02.2026

cozy und lustig

The Morrisey Mysteries 2. Die geheime Treppe
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Kaum hat Meg ihren ersten Mordfall aufgeklärt und ihre Liebe zur Kunst wiederentdeckt, als auch schon ein zweiter unerklärlicher Mord begangen wird. Eigentlich war Meg nur auf der Suche nach Holzbrettern, ...

Kaum hat Meg ihren ersten Mordfall aufgeklärt und ihre Liebe zur Kunst wiederentdeckt, als auch schon ein zweiter unerklärlicher Mord begangen wird. Eigentlich war Meg nur auf der Suche nach Holzbrettern, als sie hinter einem Stapel ebendieser einen Durchgang zu einer Treppe findet, die tief in den Keller führt. Neugierig verfolgt sie diese Spur und stößt auf ein altes Skelett sowie eine neue Leiche. Natürlich lässt Meg es sich nicht nehmen und beginnt zu ermitteln. Mithilfe ihrer besten Geisterfreundin Ripley und ihren neuen Freundinnen Zoe und Addy kommt sie einer Familienfehde a la Romeo und Julia auf die Spur. Doch ganz so romantisch wird es nicht, denn plötzlich sind auch Meg und Zoe in Gefahr.

Beim ersten Fall „Ein Mord in 3 B“ habe ich mich schon köstlich amüsieren können. Meg und ihre Geisterfreundin Ripley sind einfach ein herrliches Team, die sich zwar – weil eben beste Freundinnen – innig lieben und respektieren, aber wenn es hart auf hart kommt, auch mal ihre Meinung sagen und so den jeweils anderen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Dies geht natürlich im neuen Fall genauso weiter und führt zu etlichen herrlichen Szenen, aber auch mal zu Momenten, in denen es für den jeweiligen Betroffenen gerade nicht so schön ist. Aber die beiden raufen sich immer wieder zusammen.

Diesmal findet Meg ein altes Skelett tief im Keller des Morrisey, dem Gebäude mit etlichen Wohnungen. Doch nicht nur das, auch eine weitere Leiche, erst vor Kurzem verstorben, wird von ihr entdeckt. Zu dem Skelett gibt es auch einen Geist namens Addy. Sie weiß nicht, wie sie gestorben ist und warum. Also hat Meg eigentlich zwei Fälle zu lösen. Doch bald merkt sie, dass die beiden Toten miteinander in Verbindung stehen.

Und dann ist da noch Zoe, die Meg in einer Flüsterkneipe kennen- und schätzen lernt. Aber Zoe ist auch irgendwie in den Mordfall verwickelt.
Eigentlich hört sich alles total kompliziert an, liest man aber die Geschichte, ergibt eins das andere und es macht alles Sinn.

Dies war auch schon beim Vorgänger so und hat mir dort schon gut gefallen.

Diesmal kenne ich ja auch die Protagonisten schon und weiß, wie sie ticken. Deshalb ist das chaotisch Wirkende eigentlich schon ordentlich und logisch.

Auch toll fand ich, dass Bezug genommen wird auf die 1920er Jahre. Eine Zeit, die ich sehr spannend finde. Flüsterkneipen, die Mode, Prohibition, Frisuren und vieles mehr.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig und ohne viel Schnickschnack. So hat man das Gefühl, das alles unheimlich schnell vorangetrieben wird. Aber in dieser kurzen Zeit wird sehr viel verarbeitet und es kommt kaum zu Ruhemomenten. Dies ist aber nicht störend, spiegelt dies nur Megs Charakterzüge.

Die spärlich vorhandenen Ruhezeiten sind die, während Meg mit Laurie telefoniert oder schreibt. Er weilt gerade in Japan auf Geschäftsreise. Beide sind ineinander verliebt, gestehen dies dem anderen aber nicht so richtig ein. Die kurzen Momente, die die beiden telefonisch teilen, sind jedoch so liebe- und respektvoll, dass es dem Leser sehr warm ums Herz wird. Die beiden gehören zusammen und hoffentlich wird diese so romantische Nicht-Beziehung endlich zu einer vollen Beziehung, damit die beiden ihr Glück finden. Doch Meg hätte Laurie erst einmal so einiges zu erklären, da er nicht weiß, dass sie Geister sehen und mit ihnen reden kann.

Wieder hatte ich das Gefühl, bei einer Mischung aus „Only Murders in the Building“ und „Ghosts“ zu sein, zwei TV-Serien, die bei Streaming-Diensten laufen. In der vierten Staffel von „Only Murders in the Building“ ging es nämlich auch um Glücksspiel und geheime Machenschaften, die unter dem Gebäude stattfinden und in „Ghosts“ kann die Protagonistin Geister sehen und mit ihnen sprechen.

Trotz der Parallelen hat es einfach Spaß gemacht, die Geschichte der Autorin zu lesen und ich freue mich auf weitere interessante, lustige und gefühlvolle Storys.

Meggies Fussnote:
Back to the 20s.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

geheimnisvoll, spannend, mythisch

Die Gesichter des Mithras
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Der Sklave Lucius lebt im Jahr 190 n. Chr. und verliebt sich in die Livia, die Tochter eines Adelsgeschlechts. Allen Widrigkeiten trotzend, schaffen die beiden es, sich ein Leben aufzubauen. Doch als das ...

Der Sklave Lucius lebt im Jahr 190 n. Chr. und verliebt sich in die Livia, die Tochter eines Adelsgeschlechts. Allen Widrigkeiten trotzend, schaffen die beiden es, sich ein Leben aufzubauen. Doch als das gemeinsame Kind blind zur Welt kommt, wird alles zu viel, und die beiden fangen ein neues Leben weitab von der Heimat an. Aber auch im neuen Zuhause lauert die Gefahr für die junge Familie.
Knapp 2000 Jahre später macht die Archäologin Nora während Ausgrabungen eine sensationelle Entdeckung. Ein uraltes Mithras-Heiligtum wird enthüllt. Während Nora nicht nur mit ihrer vor kurzem erst bekannt gewordenen Schwangerschaft kämpft, sondern auch mit den Widrigkeiten, die ihr bei der Entdeckung der Ausgrabung entstehen, merkt sie, dass sie mit der Vergangenheit vielleicht mehr gemein hat, als es den Anschein hegt.

Der Klappentext hat mich gleich in den Bann gezogen, da hier historische Tatsachen mit Fiktion verbunden werden. Der Autor hat mich dann aber auch mit der Geschichte fesseln können, denn die Story ist wirklich spannend, ausgeklügelt und lässt der Fantasie viel Spielraum.

Die Charaktere waren mir gleich sympathisch. Allen voran Lucius, der als Sklave nicht das beste Los gezogen hat. Zwar ist sein Leben geordnet und er hat einen guten Herrn, der ihm Vertrauen schenkt und ihn sogar teilweise wie einen Sohn behandelt. Doch liegt dieser im Sterben und Lucius weiß nicht, wie sein Leben dann weitergeht. Vor allem, da er als Sklave auch noch eine Affäre mit einer Adelstochter hat.

Durch eine glückliche Fügung jedoch ist den beiden ein gemeinsames Leben möglich, aber im Laufe der Geschichte passieren Dinge, die das junge Paar nicht im Traum für möglich gehalten hätte.

In der Gegenwart treffen wir auf Nora, die an Ausgrabungen auf der Balkanhalbinsel teilnimmt und ein vielversprechendes Talent besitzt. Aber es ist der "Zufall", der dazu verhilft, dass sie auf ein Heiligtum des Mithras stößt. Kaum ist dieses enthüllt, kommt es zu komischen Vorfällen, in die immer wieder Nora verwickelt ist. Dies führt natürlich zu Unstimmigkeiten im Team und Nora muss Entscheidungen treffen, die ihre Zukunft und die ihres ungeborenen Kindes betrifft.

Lucius und Nora haben viel gemeinsam. Beide sind eher still, fressen die Dinge in sich hinein und werden deswegen ausgenutzt oder falsch verstanden. Sie begreifen nicht, was außerhalb ihrer kleinen Bubble alles passiert, und wenn der Groschen fällt, ist es zu spät.

Und dann ist da noch der geheimnisvolle Mithras-Kult, der in der Zeit vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. besonders bei Soldaten, Beamten und Kaufleuten beliebt war. Die zentrale Kulthandlung war die Tötung eines Stiers durch Mithras, was symbolisch für die Weltschöpfung und die Erneuerung stand. Im späten 4. Jahrhundert wurde der Kult durch das Christentum und durch Verbote verdrängt.

Der Autor hat sich eingehend mit diesem Kult befasst und eine mythische Story daraus geschaffen, in der Lucius in der Vergangenheit und Nora in der Gegenwart im Mittelpunkt stehen. Die beiden trennt die Zeit, doch haben sie sehr vieles gemeinsam.

Die geschickte Verbindung von Mythen und Legenden mit wissenschaftlichen Hinweisen und der fiktiven Story rund um Lucius und Nora hat mir sehr gut gefallen.

Das Ende war abrupt und lässt sehr viel Raum für Fantasie. Eigentlich ein Hinweis auf einen zweiten Teil, weil doch viele Fragen offen bleiben. Sollte dem so sein, würde ich mich freuen, denn ich würde sehr gerne wissen, wie es denn weitergehen könnte.

Meggies Fussnote:
Ein spannender und vor allem gut recherchierter Mix aus Historie und Fantasy.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

100 berühmte Zitate und ihre überraschenden Geschichten
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„Früher war mehr Lametta“ – ein Zitat des allseits bekannten Loriot, welches auch ich in meinem Alltag einbaue. Aber woher stammt dieses Zitat eigentlich? Und wer hat „Carpe diem“ in Umlauf gebracht? (Horaz)

Das ...

„Früher war mehr Lametta“ – ein Zitat des allseits bekannten Loriot, welches auch ich in meinem Alltag einbaue. Aber woher stammt dieses Zitat eigentlich? Und wer hat „Carpe diem“ in Umlauf gebracht? (Horaz)

Das im Dudenverlag erschienene Buch nimmt sich dieser berühmten Zitate an und erklärt, wie es zu den Aussagen kam, wer sie gesagt hat und warum diese in unsere Sprache miteingeflochten werden.

Aber nicht nur dies wird unter die Lupe genommen, sondern auch, was die Zitate ursprünglich einmal bedeutet haben. Denn nicht jedes Zitat wird heute so verstanden, wie es einst gemeint war.

Der Historiker Christoph Marx nimmt sich diesen Zitaten an und erklärt in interessanter und informativer Weise, wie es zu der heutigen Bedeutung kam. Und es gibt zu jedem Zitat sehr viel zu erzählen.

Knapp 90 % der Zitate waren mir bekannt, auch welche Bedeutung ihnen heutzutage zugesprochen wird. Die anderen 10 % kannte ich leider nicht, aber es war trotzdem mehr als informativ, darüber etwas zu erfahren.

So z. B. der Ausspruch „Geh mir ein wenig aus der Sonne“. Dieses Zitat wird Diogenes zugeschrieben, der dies zu Alexander dem Großen gesagt haben soll. Hintergrund war ein Besuch Alexanders in Korinth, wo er auf Diogenes traf, der in einem Fass lebend als Bettel-Philosoph sein Leben genießt. Alexander wollte diesen „kuriosen Zeitgenossen“ kennenlernen und suchte ihn auf. Diogenes lag jedoch gerade dösend in der Sonne, als sich Alexander vor ihn stellte und fragte, ob er etwas für ihn tun könne. Doch Alexander warf einen Schatten auf Diogenes, so dass dieser wünschend entgegnete: „Geh mir ein wenig aus der Sonne“ und machte damit deutlich, was er von Alexander hielt. Dieser gab sich jedoch beeindruckt, gewährte Diogenes den Wunsch und zog sich zurück, ließ sich jedoch nicht davon abbringen, dennoch später weitere Gebiete zu erobern. Seinen Respekt zollte Alexander jedoch mit dem angeblichen Ausspruch: „Wahrhaftig, wäre ich nicht Alexander, dann möchte ich gerne Diogenes sein“. Und hier zitiere ich den Autoren: „Auch das wohl ein Zitat, das zu schön ist, um wahr zu sein“.

Diogenes Satz wird heute dazu gebraucht, jemandem zu signalisieren, dass er stört und sich entfernen soll.

Der Autor arbeitet sich dabei durch die verschiedenen Jahrhunderte. Wir beginnen in der Antike und im Mittelalter, gehen über den Humanismus, die Aufklärung und Klassik sowie die Moderne bis über die Idealogien hin in die Neuzeit.

Dabei lernen wir etwas über „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ (Lenin) oder „Wenn sie kein Brot haben, sollen sich Kuchen essen“ (Marie Antoinette) und „Mach mal Pause“ (Coca Cola) sowie „Ich habe fertig“ (Trapattoni).

„Möge die Macht mit dir sein“ lehrte uns Star Wars, während Jesus uns predigte „Es ist vollbracht“. Dante warnte uns „Lass alle Hoffnung fahren“ und wir sangen mit Monty Python „Always look on the bright side of life“. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ wurde von Gorbatschow in Umlauf gebracht, aber Obama gab Hoffnung mit „Yes, we can“.

Diese und noch sehr viel mehr bekannte Zitate werden abgehandelt.

Ich hatte viel Spaß beim Lesen, habe mich mehr als einmal gewundert, wieso es zu dem Zitat kam und war auch überrascht, dass ich manche Zitate jemand anderem zugeordnet habe, als es letztendlich der Fall war. Also wieder was gelernt, und dies mag ich bei den Büchern im Dudenverlag sehr.

Meggies Fussnote:
Ich weiß, dass ich nichts weiß (Sokrates/Platon)

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Veröffentlicht am 06.02.2026

gefühlvoll

Das Lied des Wolfes
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Nachdem Ox Vater ihn und seine Mutter verlassen hat, müssen die beiden alleine zurechtkommen. Dies klappt auch sehr gut, bis am Ende des Weges in das verlassene Haus die Familie Bennett einzieht. Ox wird ...

Nachdem Ox Vater ihn und seine Mutter verlassen hat, müssen die beiden alleine zurechtkommen. Dies klappt auch sehr gut, bis am Ende des Weges in das verlassene Haus die Familie Bennett einzieht. Ox wird in diese Familie sofort aufgenommen und fühlt sich wohl. Als er kurz darauf herausfindet, dass es sich um Werwölfe handelt, ist er nicht geschockt, sondern passt sich an und wird Mitglied ihres Rudels. Aber als Mensch. Doch die Vergangenheit lässt die Familie Bennett nicht los. Ein Mord geschieht, das Rudel wird entzweigerissen und Ox muss sich entscheiden. Denn da ist noch Joe, ein Alpha und verdammt sexy …

Der Autor steht für ungewöhnliche Romane, die tief unter die Haut gehen. Mit seinem einzigartigen Schreibstil gibt er Einblicke in das Leben von Charakteren, die es nicht leicht im Leben haben, aber dies nur, weil sie nicht so sind, wie es der Norm entspricht.

Hier haben wir nun Ox, einen jungen Mann, der mit wenigen Worten auskommt. Dies eckt auch ein bisschen bei seinem Vater an. Er verlässt die Familie und hinterlässt Ox nichts als negative Worte. Fortan müssen Ox und seine Mutter alleine zurechtkommen, was auch sehr gut gelingt. Denn Ox hat, was er nicht richtig wahrhaben will, mehr Freunde als gedacht.

Allen voran Gordo, der eine Werkstatt leitet, in der auch Ox Vater gearbeitet hat. Ox erhält dessen Stelle und arbeitet neben der Schule dort, um Geld zu verdienen. Gordo und Ox werden Freunde. Kurz darauf zieht die Familie Benett nach Green Creek und Ox trifft auf Joe, der ihn wie selbstverständlich mit zu sich nach Hause nimmt und der Familie vorstellt. Joe ist zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind, aber sofort merken Joe und Ox die Verbindung, die zwischen ihnen herrscht.

Im Laufe der Geschichte wird diese Verbindung tiefer und Ox erfährt, dass die Bennetts eigentlich Werwölfe sind. Aber auf gute, freundschaftliche und familiäre Art. Ox und seine Mutter werden Teil einer liebevollen Familie.

Doch – wie es immer in guten Geschichten ist – liegt ein Schatten auf allem. Die Vergangenheit holt die Bennetts ein und unweigerlich werden auch Ox und seine Mutter da mit hineingerissen. Doch Ox denkt nicht lange nach. Er ist für seine neue Familie da. Und es kommt auch von anderer Seite unerwartete Hilfe.

Der Autor erzählt die Geschichte mit einer Leichtigkeit, die mir sehr gut gefallen hat. Es ist tiefgründig, liebevoll, kämpferisch und abenteuerlich. Und doch hat man zu keiner Zeit das Gefühl, dass alles negativ ist und am Ende das erhoffte Happy End stattfindet.

Ox ist sehr ungewöhnlich. Er ist eigentlich ein Mensch, aber er hat tief in sich drin etwas, was ihn mehr zum Werwolf macht. Seine Anpassungsfähigkeit ist vorteilhaft und so fühlt er sich bald sehr stark mit dem Rudel verbunden.

Der Autor steht dafür, dass er seine Romane mit viel Liebe ausfüllt. Diese steht immer im Vordergrund, auch wenn viele Hindernisse im Weg sind. Da es sich hier um Wölfe handelt und in einem Rudel auch andere Regeln herrschen, werden diese automatisch auch auf die Menschen übertragen. So wirkt alles erst einmal befremdlich, aber im Laufe der Geschichte wird einem klar, dass es genau so sein muss, wie es der Autor beschrieben hat.

Die Geschichte wird aus Ox Sicht erzählt. Es kommt zu vielen Wiederholungen, was mich aber komischerweise nicht gestört hat, weil es einfach zu dem Zeitpunkt sehr passend war. Die Entwicklung, die Ox durchmacht, ist spannend zu lesen. Vor allem, da er ja auch damit zu kämpfen hat, was genau er ist und will.

Die Kämpfe werden detailliert beschrieben, ebenso auch die erotischen Szenen zwischen Männern. Es wird jedoch nie vulgär oder übertrieben ausschweifend.

Ich freue mich auf den nächsten Band der vierteiligen Reihe.

Meggies Fussnote:
Ein gefühlvoller Roman mit Tiefgang.

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