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Veröffentlicht am 18.02.2024

Abschied von den Boomern: Eine Generation im Rückblick – Zwischen Klischee und Realität

Abschied von den Boomern
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xxholidayxxvor 5 Tagen
Heinz Bude wirft in "Abschied von den Boomern" einen faszinierenden Blick auf die Generation der Babyboomer (zwischen 1955 und 1970 Geborene) und ihre inneren ...

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xxholidayxxvor 5 Tagen
Heinz Bude wirft in "Abschied von den Boomern" einen faszinierenden Blick auf die Generation der Babyboomer (zwischen 1955 und 1970 Geborene) und ihre inneren Widersprüche. Als Angehöriger dieser Generation beschreibt Bude einfühlsam, wie sich die Boomers von ihren Überzeugungen, Träumen und Lebensgefühlen verabschieden.

Die Darstellung der Boomer-Erfahrungen und -Gefühle ist treffend und durchdringend. Als Leserin konnte ich an vielen Stellen meine eigenen Eltern, die Teil dieser Generation sind, wiedererkennen. Heinz Bude gelingt es, die verschiedenen Aspekte dieser vielschichtigen Generation einzufangen und separat zu beleuchten, was die Bedeutung der einzelnen Themenbereiche für mich als Leserin verdeutlicht.
Besonders hervorzuheben ist die Stärke des Autors, die Unterschiede zwischen den Boomern in West- und Ostdeutschland herauszuarbeiten. Die Betrachtung beider Perspektiven verleiht der Darstellung eine zusätzliche Tiefe und Vielfalt.
Die Auseinandersetzung mit dem schlechten Image der Boomers, insbesondere aus der Perspektive der nachfolgenden Generationen, ist ehrlich und reflektiert. Bude zeigt die Ambivalenz dieser Generation auf – zwischen den Freiheiten, die sie genossen, und den Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert war.
Die Anwendung von Quellen, Literatur, Film und Gesellschaftstheorie zur Unterfütterung seiner Thesen gibt dem Buch eine fundierte Basis. Besonders interessant fand ich Budes Gedanken zu Fassbinders "Lilli Marleen". Die Mischung aus persönlicher Erfahrung und wissenschaftlicher Fundierung verleiht dem Buch eine ausgewogene Perspektive.

Die Darstellung ist deutschlandzentriert, was nicht klar aus dem Klappentext hervorgeht. Als Leserin aus Österreich konnte ich nicht immer den gleichen Bezug zu den geschilderten Verhältnissen in Deutschland herstellen. Eine klarere Kennzeichnung des Deutschlandbezugs hätte meine Erwartungen im Vorfeld besser abgeglichen.
Die Verallgemeinerungen, die in Teilen des Buches auftreten, könnten zu kurz greifen. Eine differenziertere Betrachtung verschiedener sozialer Gruppen innerhalb der Generation wäre wünschenswert gewesen.

Dennoch bietet "Abschied von den Boomern" eine fesselnde Betrachtung der Boomer-Generation, die lebendig und ehrlich ist. Heinz Bude liefert eine gelungene Mischung aus persönlichen Erfahrungen, fundierter Recherche und kritischer Reflexion. Die Tatsache, dass das Buch stark auf deutsche Verhältnisse fokussiert ist, sollte jedoch im Vorfeld berücksichtigt werden. Insgesamt eine lesenswerte Reise durch die Erinnerungen und Entwicklung einer Generation. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Dies hat die Bewertung/Rezension jedoch in keiner Weise beeinflusst

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Zwischen Erinnerung und Abgrund

Himmelerdenblau
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Mit "Himmelerdenblau" legt Romy Hausmann nach einer Pause ihren vierten Thriller vor. Das Hörbuch erschien bei "Der Hörverlag" und wird von einem hochkarätigen Ensemble gesprochen: neben der Autorin selbst ...

Mit "Himmelerdenblau" legt Romy Hausmann nach einer Pause ihren vierten Thriller vor. Das Hörbuch erschien bei "Der Hörverlag" und wird von einem hochkarätigen Ensemble gesprochen: neben der Autorin selbst u. a. Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe und Uve Teschner. Fast 14 Stunden, die eher Hörspiel-Atmosphäre als klassische Lesung bieten (was mir sehr zugesagt hat).
Im Zentrum der Geschichte steht das Verschwinden von Julie Novak im Jahr 2003. Zwanzig Jahre später kämpft ihr Vater Theo – inzwischen an Demenz erkrankt – noch immer um Antworten. Als die True-Crime-Podcasterin Liv eine neue Spur wittert, flammt Hoffnung auf. Doch die Zeit arbeitet gegen Theo, dessen Erinnerungen brüchig werden.

Meine Meinung

Was mich am meisten begeistern konnte, ist die Darstellung von Theo. Seine Kapitel sind wirr, sprunghaft, sprachlich fragmentiert und genau darin liegt ihre Stärke. Hausmann findet eine Form für das Vergessen, das unweigerlich mit einer Demenzerkrankung einhergeht. Man spürt die Verzweiflung, wenn Worte nicht mehr gefunden werden, wenn Zeitachsen verschwimmen und durcheinander geraten.

Gleichzeitig liegt hier für mich auch die Schwäche des Romans. Der Thriller verliert im Mittelteil deutlich an Tempo. Der Fokus verschiebt sich vom eigentlichen Fall hin zu Theos Innenwelt und zu Nebensträngen, die atmosphärisch zwar dicht, für den Plot aber nicht immer notwendig sind. Einige Wendungen im letzten Drittel wirkten auf mich überfrachtet oder zu konstruiert, als würde man merken, dass man langsam jetzt mal in die Gänge kommen muss und als Resultat zu viele Geheimnisse gleichzeitig aufgelöst werden müssen.

Spannend ist an dem Buch auch die Auseinandersetzung mit True Crime: Wer erzählt hier wessen Geschichte und mit welchem Interesse? Während Liv um Sensibilität bemüht ist, erscheint ihr Kollege zunehmend kalkulierend. Diese Meta-Ebene mochte ich sehr, weil sie Fragen nach Verantwortung und medialer Verwertung von Leid stellt.

Fazit

Insgesamt ist "Himmelerdenblau" für mich kein atemloser Pageturner, sondern eher ein düsteres Familiendrama mit Thriller-Elementen. Literarisch ambitioniert, thematisch stark, aber eben auch mit Längen. Als Hörbuch durch das Sprecherensemble jedoch besonders intensiv. Für alle, die psychologische Thriller mit gesellschaftlicher Ebene mögen und sich auf ein ruhigeres, vielschichtiges Erzähltempo einlassen können. Wer reinen Nervenkitzel erwartet, könnte enttäuscht sein. Danke an netgalley.de und "der Hörverlag" für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Wie weit würdest du für dein Traumhaus gehen?

Tödliches Angebot
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Mit "Tödliches Angebot" legt Marisa Kashino (lange Journalistin u. a. für die Washington Post) einen Psychothriller vor, der moralisch definitiv auf der dunklen Seite steht. Danke an netgalley.de und den ...

Mit "Tödliches Angebot" legt Marisa Kashino (lange Journalistin u. a. für die Washington Post) einen Psychothriller vor, der moralisch definitiv auf der dunklen Seite steht. Danke an netgalley.de und den Hörbuch Hamburg Verlag für das Rezensionsexemplar! Die deutsche Hörbuchfassung erschien bei Hörbuch Hamburg, übersetzt von Sybille Uplegger und gesprochen von Rebecca Veil. Im Zentrum steht Margo, die für ihre Familie unbedingt ein größeres Haus will. Koste es, was es wolle. Was als ehrgeizige Immobiliensuche beginnt, kippt zunehmend in Manipulation, Stalking und skrupellose Grenzüberschreitungen.

Meine Meinung
Schon der erste Satz „Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.“ setzt den Ton. Dieses kompromisslose Wollen zieht sich durch das gesamte Hörbuch. Besonders das erste Drittel hat mich richtig gepackt: Die Spannung baut sich kontinuierlich auf, Margos Obsession wirkt verstörend nachvollziehbar, fast erschreckend plausibel. Zumindest für alle, die selbst grad auf Wohnungs-/Haussuche sind... ähm ja, das wäre dann ich :D

Diese Verschiebung von Margos moralischer Maßstäbe passiert schleichend und genau das macht den Reiz aus. Man ertappt sich dabei, wie man Margo versteht, obwohl man ihr Verhalten ablehnt. Und obwohl man schon ahnt, was die Geschichte noch alles bereit hält. Zumindest im Groben. Denn die Handlung an sich ist nicht wirklich überraschend, wenn man den Klappentext gelesen hat.

Der viel zitierte Vergleich mit "Gone Girl" passt durchaus: Auch hier haben wir eine hochintelligente, unzuverlässige Protagonistin, die uns bewusst manipuliert. Gleichzeitig musste ich stellenweise an das Buch "Das Beste sind die Augen" von Monika Kim denken.

Nach dem starken Beginn hat sich die Geschichte für mich allerdings im Mittelteil etwas verloren. Manche Entwicklungen wirkten konstruiert, der Schluss war mir persönlich „too much“. Der Thriller überschreitet bewusst moralische Grenzen (was spannend ist), aber die finale Zuspitzung war selbst für mich zu viel des Guten.

Großer Pluspunkt: das Hörbuch selbst. Rebecca Veil liest mit genau der richtigen Mischung aus kontrollierter Freundlichkeit und unterschwelliger Härte. Ihrer Stimme habe ich sehr gerne zugehört; sie passt hervorragend zu Margo. Für mich hätten sich die einzelnen anderen Figuren stimmlich noch etwas klarer unterscheiden dürfen, dennoch funktioniert die Geschichte im Audioformat insgesamt sehr gut.

Fazit
"Tödliches Angebot" ist ein unterhaltsamer, temporeicher Psychothriller mit einer faszinierend unsympathischen Hauptfigur. Für alle, die moralisch ambivalente Frauenfiguren und Immobilien-Obsessionen mit Abgrund lieben. Weniger geeignet für Leser:innen, die sich ein subtileres oder psychologisch feiner ausbalanciertes Finale wünschen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Meal Prep ohne Schnickschnack

Vegan Meal Prep
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Mit "Vegan Meal Prep – Meine 50 liebsten Rezepte für immer und überall" legt Oliver Petszokat (Oli.P) sein erstes Kochbuch vor, erschienen im ZS Verlag – ein Verlag der Edel Verlagsgruppe. Auf 176 Seiten ...

Mit "Vegan Meal Prep – Meine 50 liebsten Rezepte für immer und überall" legt Oliver Petszokat (Oli.P) sein erstes Kochbuch vor, erschienen im ZS Verlag – ein Verlag der Edel Verlagsgruppe. Auf 176 Seiten zeigt der Entertainer, wie vegane Ernährung trotz vollem Terminkalender funktionieren kann. Mit Gerichten zum Vorbereiten, Mitnehmen und Wiederaufwärmen.

Meine Meinung
Was sofort positiv auffällt, ist die klare Struktur des Buches. Das Inhaltsverzeichnis (inklusive Vorbereitung, Kategorien und doppeltem Rezeptregister jeweils nach Zutaten und von A-Z) ist durchdacht und benutzer:innenfreundlich. Das stringente türkis-grüne Design zieht sich konsequent durch das Buch und gibt einen angenehmen roten Faden vor.

Die persönliche Du-Ansprache schafft Nähe, und Oli.P macht früh transparent, warum er vegan lebt. Vor allem aus Tierliebe, aber auch aus gesundheitlichen Gründen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Portionsangaben und Prep-Zeiten sind sehr hilfreich und machen die Rezepte auch für Kochanfänger:innen gut umsetzbar.

Gleichzeitig gab es für mich ein paar Punkte, die nicht ganz gezündet haben. Die ersten rund 30 Seiten widmen sich fast ausschließlich Theorie und Vorbereitung. Das mag für Einsteiger:innen sinnvoll sein, für mich persönlich aber zu ausführlich. Auch die vielen Autor:innenfotos hätte ich nicht gebraucht, zumal die eigentlichen Rezeptfotos ohne ihn auskommen und wirklich gelungen sind.

Was mir gefehlt hat, ist eine Kennzeichnung von Allergenen wie Gluten oder Soja. Auch im veganen Bereich gibt es viele Menschen mit zusätzlichen Unverträglichkeiten, für sie ist das Buch eher weniger geeignet. Zudem hätte ich mir statt der langen Einführung lieber mehr Rezepte gewünscht, vor allem im Bereich Sweets & Desserts, der mit nur vier Rezepten recht knapp ausfällt.

Inhaltlich überzeugt das Buch aber mit unkomplizierten Gerichten ohne Zutatenlisten-Marathon, genau das macht es so alltagstauglich. Meine Favoriten waren das Safranrisotto, die Lauch-Muffins, der Reisnudel-Gurken-Salat und die Tarte Tatin.

Fazit
"Vegan Meal Prep" ist ein solides, gut strukturiertes Kochbuch für alle, die vegane Küche praktisch und ohne viel Aufwand in ihren Alltag integrieren möchten. Besonders geeignet für Einsteiger:innen, Vielbeschäftigte und Meal-Prep-Fans; weniger für Menschen mit Unverträglichkeiten oder Lust auf ausgefallene Dessertideen. Danke an lovelybooks.de und den ZS Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Deftig, vegan, alltagstauglich – wenn es schnell gehen soll

Deftig vegan für jeden Tag
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"Deftig vegan für jeden Tag" von Anne-Katrin Weber (erschienen im Becker Joest Volk Verlag, Fotos von Wolfgang Schardt) ist ein 192 Seiten starkes Hardcover, das sich ganz der schnellen, pflanzenbasierten ...

"Deftig vegan für jeden Tag" von Anne-Katrin Weber (erschienen im Becker Joest Volk Verlag, Fotos von Wolfgang Schardt) ist ein 192 Seiten starkes Hardcover, das sich ganz der schnellen, pflanzenbasierten Küche verschreibt. In maximal 30 Minuten sollen hier Gerichte entstehen, die satt machen, gesund sind und vor allem schmecken.

Meine Meinung
Was mich an Anne-Katrin Webers Kochbüchern immer wieder überzeugt, ist ihr klares Motto: „Schmecken soll’s! Und gesund sein.“ Auch hier merkt man sofort, dass die Rezepte erprobt sind und aus einer Küche kommen, in der wirklich gekocht wird. Besonders positiv fand ich die vielen Hinweise zu Zubereitungszeit, Nährwerten pro Portion, Portionsgröße sowie Verträglichkeiten wie glutenfrei, sojafrei oder ohne raffinierten Zucker.

Die Foodfotografie ist ein echtes Highlight: stimmungsvoll, appetitanregend und genau das, was man braucht, wenn man nach einem langen Tag Inspiration sucht. Auch die persönliche Ansprache in der Du-Form macht das Buch angenehm nahbar.

Kritisch sehe ich das Layout: funktional, aber stellenweise etwas unruhig. Die Zubereitungsschritte sind im Fließtext gehalten, was das schnelle Erfassen erschwert, und die Zutatenlisten sind mir fast etwas zu klein gesetzt. Inhaltlich hätte ich mir stellenweise noch mehr „klassische“ Gerichte gewünscht, die bewusst veganisiert werden. Das ist aber eher eine Frage meiner Erwartungshaltung als ein echter Mangel.

Sehr gelungen fand ich wiederum die Basics wie vegane Mayonnaise & Co. und den Blick über den Tellerrand, etwa bei Gerichten wie Gemüse-Biryani oder Palak mit Tofu-Paneer. Meine persönlichen Favoriten waren u. a. das cremige Kartoffel-Kichererbsen-Curry, die Maiscremesuppe mit Tofu-Cashew-Topping und der Flammkuchen mit Pilzen und Weintrauben.

Fazit
"Deftig vegan für jeden Tag" ist ein verlässlicher Begleiter für alle, die unkompliziert, pflanzlich und mit Genuss kochen wollen. Kein perfektes Design-Kochbuch, aber eines mit ehrlicher Küche und viel Alltagstauglichkeit. Besonders geeignet für Neugierige, Umsteiger:innen und alle, die mehr Pflanzliches integrieren möchten. Weniger für Perfektionist:innen oder Fans klassischer Hausmannskost-„Veganisierungen“.

Danke an den Becker Joest Volk Verlag und an netgalley.de für das Rezensionsexemplar.

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