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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Spannend und rätselhaft

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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"Nordlicht – Das fremde Gesicht" ist bereits der siebte Band aus Anette Hinrichs Reihe, in dem im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermittelt wird. Dabei ermitteln auf deutscher Seite Vibeke Boisen und auf ...

"Nordlicht – Das fremde Gesicht" ist bereits der siebte Band aus Anette Hinrichs Reihe, in dem im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermittelt wird. Dabei ermitteln auf deutscher Seite Vibeke Boisen und auf dänischer Rasmus Nyborg. Obwohl es sich um eine Krimireihe handelt, lässt sich dieser Band auch ohne Kenntnisse der vorhergehenden Bücher gut lesen, da auf wichtige Punkte der vorherigen Bände eingegangen wird. Die Printausgabe wartet außerdem in der Klappe mit Kurzporträts der beiden Hauptfiguren auf. Ich selbst habe die Reihe bisher lose gelesen, je nachdem, ob mich der jeweilige Fall gereizt hat, und konnte dem Verlauf von "Das fremde Gesicht" sehr gut folgen.

Anette Hinrichs hat mit dem siebten Band der Reihe einen sehr spannenden Krimi vorgelegt, der an realen Schauplätzen spielt und dadurch sehr authentisch wirkt. Hinzu kommt das Ermittlerpaar, das Ecken und Kanten aufweist und somit für mich auch nicht so "glatt" oder "perfekt" wirkt, sondern nahbar. Zudem hat die Autorin einen flüssigen Schreibstil, der ein schnelles Lesen und einen guten Einstieg in die Handlung ermöglicht. Anette Hinrichs schaffte es überdies mühelos, Orts- und Zeitwechsel zu vollziehen, ohne dass ich den roten Faden beim Lesen verloren habe.

Der Fall im Krimi wirkt zudem nicht konstruiert, sondern die Geschehnisse sind für mich schlüssig, sodass ich auch hier mit gespannter Freude weitergelesen habe. Ein insgesamt sehr gelungener Kriminalroman, der nicht nur Fans der Reihe, sondern auch Neulinge für "Nordlicht" begeistern dürfte.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Selbstreflexion während einer Autofahrt

Grüne Welle
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Esther Schüttpelz kannte ich bisher nicht, somit war "Grüne Welle" diesbezüglich eine Premiere für mich.

Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben; einerseits distanziert, indem keine Namen genannt ...

Esther Schüttpelz kannte ich bisher nicht, somit war "Grüne Welle" diesbezüglich eine Premiere für mich.

Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben; einerseits distanziert, indem keine Namen genannt werden und relativ unpersönlich von den handelnden Personen erzählt wird: "die Frau", "die Freundin der Frau", "der Mann" usw. Andererseits werden Gedankengänge teilweise detailliert beschrieben. Auf dieses, ich nenne es mal "Lesespiel", muss man bereit sein, sich einzulassen. Tut man das, kann man sich auf ein kurzweiliges Lesevergnügen einstellen, das sich nach und nach entfaltet. So nähert man sich mit jedem gefahrenen Kilometer der zunächst unpersönlich erscheinenden Hauptfigur an und beginnt, ihre Beweggründe nachzuvollziehen. Mir gefiel dieser Ansatz sehr gut, und mich hat die Autorin damit abgeholt. Von Vorteil war dabei sicherlich, dass nach einem für mich etwas schleppenden Beginn die Geschichte buchstäblich Fahrt aufnimmt und mit einigen Überraschungen aufwartet.

Insgesamt kann ich "Grüne Welle" allen ans Herz legen, die mal etwas Neues bzw. Anderes beim Lesen ausprobieren möchten. Esther Schüttpelz forderte meine Lesegewohnheiten heraus, aber die Lektüre hat sich definitiv gelohnt.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Gewohnt spannend bis zum Schluss

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Der sechste Grenzfall-Krimi von Anna Schneider trägt den sehr passenden Titel "Ihr Grab in den Fluten" und weiß, wie gewohnt, mit viel Spannung zu überzeugen.

Dank einer flüssigen Sprache und einer guten ...

Der sechste Grenzfall-Krimi von Anna Schneider trägt den sehr passenden Titel "Ihr Grab in den Fluten" und weiß, wie gewohnt, mit viel Spannung zu überzeugen.

Dank einer flüssigen Sprache und einer guten Kapitellänge gelingt es der Autorin erneut, mich in den Bann eines Kriminalfalls zu ziehen, der während einer Flutkatastrophe spielt. Sie schafft es dabei gekonnt, sowohl die Auswirkungen der Naturkatastrophe als auch den Fall so zu beschreiben, dass ich mir alles vor meinem inneren Auge vorstellen konnte.

Hinzu kommen zwei für mich tolle Ermittlerduos, dies- und jenseits der Grenze. Und ein interessantes Vater-Tochter-Gespann, das sehr harmonisch agiert. Somit bleibt die Reihe stark, obwohl dies bereits das sechste Buch der Serie ist. Nur einen Stern muss ich bei der Bewertung abziehen, weil es mir zum Schluss hin etwas zu schnell ging und ich nicht alle Stränge der einzelnen Handlungen sinnvoll abschließend zusammenbringen konnte.

Es insgesamt gelungener Kriminalroman, der meiner Meinung nach die meisten Krimifans und Fans der Reihe zufriedenstellen sollte.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Ergreifende Geschichte

Lebensbande
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"Lebensbande" ist der erste Roman von Mechtild Borrmann, den ich gelesen habe. Das Cover sagte mir nicht so zu und trifft auch nicht so recht den Kern der Geschichte. Den Inhalt wiederum fand ich ergreifend ...

"Lebensbande" ist der erste Roman von Mechtild Borrmann, den ich gelesen habe. Das Cover sagte mir nicht so zu und trifft auch nicht so recht den Kern der Geschichte. Den Inhalt wiederum fand ich ergreifend und berührend.

Der Roman ist sehr gut geschrieben, sodass ich der Handlung schnell folgen konnte und das Buch sehr schnell gelesen hatte. Die Hauptfiguren sind der Autorin sehr authentisch gelungen und ihr Schicksal ließ mich beim Lesen nicht kalt. Borrmann ordnet die Schicksale der drei Frauen gut in den historischen Kontext ein, wobei es mir an manchen Stellen, angesichts der politischen und kriegerischen Umstände, etwas zu "glatt" lief. Was mir ebenfalls nicht ganz so gut gefiel, war, dass manche Geschehnisse im folgenden Kapitel noch mal aus anderer Sicht beschrieben wurden, was für meinen Geschmack unnötige Längen erzeugte. Dennoch ist der Inhalt des Romans wichtig, weil er die Schicksale von Frauen zur damaligen Zeit in den Mittelpunkt rückt und den Wert von Freundschaft und Moral hervorhebt.

Insgesamt ein solider Roman mit wichtigen Themen für Fans von historischen Romanen mit weiblichen Hauptfiguren.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Berührender Abschluss der Jahrhundertgeschichten

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von Alena Schröder hat ein schönes Cover und passt sehr gut zum Inhalt des Buchs. Ich habe bereits die beiden vorhergehenden Werke der Autorin gelesen, ...

"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von Alena Schröder hat ein schönes Cover und passt sehr gut zum Inhalt des Buchs. Ich habe bereits die beiden vorhergehenden Werke der Autorin gelesen, in denen einige der Hauptfiguren ebenfalls vorkommen.

Alena Schröder ist eine sehr begabte Autorin, die es schafft, Emotionen durch Sprache darzustellen und greifbar zu machen. Im vorliegenden Buch erzählt sie in zwei Zeitebenen, die kaum Berührungspunkte miteinander haben, aber beide ihre eigenen, innewohnenden Gefühlswelten aufweisen. Die Nachkriegszeit setzte dabei andere Zwischentöne als die Geschichte, die in Berlin im Jahr 2023 spielt. Mich haben beide daher auch unterschiedlich berührt. Marlen und Wilma waren mir von Beginn an sympathischer als Hannah, die ich beim Lesen nicht selten schütteln wollte, um sie dazu zu bringen, für sich einzustehen. Letztlich konnte ich mich aber dank des gekonnten Sprachstils der Autorin in alle Figuren, ihre Emotionen, Konflikte und Zerrissenheit einfühlen. Der Roman ist berührend, regt zum Nachdenken an und verhandelt, wie bei Alena Schröder üblich, die Rolle der Frau zu unterschiedlichen Zeiten. Das gelingt ihr insgesamt sehr gut, wobei die Nachkriegsgeschichte stärker ist als die von 2023. Ich konnte in beide Erzählstränge sehr gut abtauchen und die Welt um mich her kurzzeitig vergessen. Dank dieser Sogwirkung hatte ich das Buch binnen weniger Tage fertig gelesen.

Insgesamt hat mir "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" gut gefallen, auch wenn mir die beiden Vorgänger noch ein bisschen mehr zusagten. Empfehlenswert für alle, die gerne berührende Romane lesen, in deren Mittelpunkt Frauenfiguren stehen.

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