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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Einblicke in die Arbeit des rasenden Reporters

Berliner Bohème
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In dem kleinen Büchlein mit dem Titel „Berliner Bohème“ versammeln sich kurze Geschichten und Anekdoten des bekannten Prager Journalisten, Reporters und Schriftstellers Egon Erwin Kisch, die sich allesamt ...

In dem kleinen Büchlein mit dem Titel „Berliner Bohème“ versammeln sich kurze Geschichten und Anekdoten des bekannten Prager Journalisten, Reporters und Schriftstellers Egon Erwin Kisch, die sich allesamt mit dem Berliner Leben beschäftigen. Man erkennt beim Lesen sofort, schon damals war Berlin eine spannende Stadt und etwas Besonderes. Egal ob man die Polizei begleitet, skurrile Museen, Cafés oder Theater besucht, bekommt man den Eindruck von Besonderheiten, Kultur, Kunst und Innovationen. Kisch schwört den Zeitgeist der Weimarer Republik herauf und zeigt ein Berlin der golden Twenties, das schon damals ein Schmelztiegel für Menschen aus aller Welt war, offen und innovativ, bevor es in eine dunkle Zeit abtauchen musste!

In zeitkritischer ironischer, spritziger und damals gebräuchlicher Ausdrucksweise, weckten seine Berichterstattungen bei mir Sehnsüchte nach ausgefeilten, ansprechenden und anspruchsvollen Zeitungsartikeln, nach denen man heutzutage lange suchen muss.
Ein sehr schönes Nachwort zu seiner beeindruckenden Lebens- und Berufsgeschichte hat am Ende die Herausgeberin Gabi Wuttke eingefügt, fand ich sehr informativ. Sehr gelungen auch die Aufmachung und Gestaltung des Buches mit dem schlichten grauen Karton und dem auffallend violetten Kontrast der Titelschrift und seitlichem Bindung.

Mein Fazit:
Immer was los in Berlin, damals vor hundert Jahren war der rasende Reporter Kisch auf der Suche nach Geschichten und Geschichte, mit kritischen Blicken verfolgte er das Geschehen. Eine schöne Zeitreise in eine Stadt, die schon immer energiegeladen, jung, provokant und arm war. Aber extravagant, eben unverkennbar Berlin ;).

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Sympathisch vertraute Ansichten

Alt genug
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Während wir uns mit Autorin Ildikò Kürthy für eine Party vorbereiten und sie dorthin begleiten dürfen, erzählt sie uns Amüsantes und Tragisches aus ihren letzten Jahren, berichtet von Erkenntnissen und ...

Während wir uns mit Autorin Ildikò Kürthy für eine Party vorbereiten und sie dorthin begleiten dürfen, erzählt sie uns Amüsantes und Tragisches aus ihren letzten Jahren, berichtet von Erkenntnissen und Ihrem neuen Ich. Von einer Zeit als sie loszog sich ihren Ängsten zu stellen, die sie schon ihr Leben lang begleiten. Sie ist nun alt genug!

„Alt genug“ ein Buch geschrieben von Erfolgsautorin Ildikó von Kürthy entpuppt sich als ein sehr persönlich Abenteuer durch ihr Leben, in dem sie viel von sich preisgibt. Dabei geht es sehr sympathisch, emphatisch, humorvoll und unterhaltsam zu. Geschrieben in einem erfrischend ehrlichen Ton, mag ich besonders ihre Art von Humor, der sarkastisch und bitterböse sein kann. Die Welt da draußen ist ernst genug und es ist immer gut, wenn Menschen nicht alles auf die Goldwaage legen. Um ihre Angststörung tut es mir sehr leid, es muss die Hölle sein, durch für viele Menschen ganz normale Dinge wie Aufzüge, Tunnel Brücken oder Höhe ausgebremst zu werden.
Mit Ildikó verbindet mich einiges, wir sind anscheinend der gleiche Jahrgang und auch ich habe zwei Söhne. In dem Jahr als wir relativ spontan unser Hundebaby adoptieren, kam mir zufällig, wie genial ihr Buch „Hilde“ in die Finger. Und natürlich habe ich auch schon einmal ihren Bestseller „Mondscheintarif“ gelesen, gefühlt in einem anderen Leben. Denn auch ich bin alt genug :).

Mein Fazit:
Das Buch fühlt sich an, als hätte es eine gute Freundin für mich geschrieben, so nahe und vertraut hat sich vieles angefühlt. Manch ein vertrauter Gedanke, ein Schmunzeln ein Verstehen. Natürlich folge ich auf Insta, Ehrensache unter Best-Agerinnen. Danke für die schönen und amüsanten Lesestunden!

Was für ein grandioses Zitat, das mir gerade nicht aus dem Kopf will:
„Den Tod stelle ich mir herrlich vor, so wie wenn man nach einem wunderbaren Fest angenehm müde ist und beschließt, das es Zeit ist, zu gehen.“

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Unterhaltsame Mallorca-Auszeit mit Krimi und Katze

Mallekatz
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Die Katze Frau Merkel ist begeistert, sie nimmt eine Auszeit mit Herrchen Kommissar Steinböck auf der Sonneninsel Mallorca. Das Wichtigste für die Katz, auf ihr Kommando gibt es dort überall Garnelen satt. ...

Die Katze Frau Merkel ist begeistert, sie nimmt eine Auszeit mit Herrchen Kommissar Steinböck auf der Sonneninsel Mallorca. Das Wichtigste für die Katz, auf ihr Kommando gibt es dort überall Garnelen satt. Dummerweise findet die Katze in einer Finca der Nachbarschaft einen Toten mit einem Loch im Kopf. Der Fund beendet Steinböcks „Dulce Vida“, denn der zuständige Comisario vor Ort, leidet unter Personalmangel. Nachdem in kurzer Zeit weitere Tote auftauchen, die zudem einen Bezug nach München haben, fühlt sich Steinböck aber sowieso zuständig.

Dieses Mal lässt Autor Kaspar Panizza seine prominente Münchner Polizeikatze Frau Merkel nach Mallorca fahren. Der Titel „Mallekatz“ beschreibt wohl auch den Geburtsort der Katze, denn sie scheint von dort zu stammen und freut sich besonders über die edle Garnelenkost. Wo die Beiden auftauchen, ist auch immer das Verbrechen nicht weit und diesmal stolpert gar die Katze über die erste Leiche. Eine Verstrickung nach München lässt der Kommissar letztlich sogar noch zwei seiner Kolleginnen einfliegen. Daher tauchen altbekannte Figuren auf, aber auch neue interessante Protagonisten, wie Katzenversteherin, Gerichtsmedizinerin, sowie Mädchen für alles (Spusi) Peggy Trendler die mit ihrem Roller über die Insel braust. Froh um jede Unterstützung ist die spanische Inselpolizei allemal, denn es ist mordsmäßig gerade viel los in Malle, nachdem sich weitere Tote hinzugesellen. Highlight dieses Krimis ist natürlich immer der Humor und die großartigen Wortduelle zwischen Katz, Herrchen und den mittlerweile zwei Frauen die sich mit Frau Merkel unterhalten können.


Mein Fazit:
Ein weiterer interessanter spannender neuer Fall für Katz und Kommissar. Diese amüsante Serie mag ich sehr gerne, gelungene cosy Krimi-Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Eine Hommage an den Porridge (für Breigerichte)

Zeit für Porridge
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Das Kochbuch „Zeit für Porridge“ zeigt die leidenschaftliche Beziehung der Autorin Hedvig Billengren Lindenbaum zum Haferbrei oder anderen alternativen Breigerichten. Ihr Buch beginnt mit geeigneten Getreidearten ...

Das Kochbuch „Zeit für Porridge“ zeigt die leidenschaftliche Beziehung der Autorin Hedvig Billengren Lindenbaum zum Haferbrei oder anderen alternativen Breigerichten. Ihr Buch beginnt mit geeigneten Getreidearten und deren Kochweisen mit einfachen Grundrezepten, wie Haferbrei, Milchreis, Polenta usw.
Auf diese Grundrezepte wird dann aufgestockt, mit Variationen von Früchten, Crumble, oder auch deftigen Beilagen. Das Buch ist ein kreatives und inspirierendes Potpourri um sich mehr mit Breigerichten zu befassen.
Ob Frühstück, Herzhaft oder Süßes, es gibt Breie und Porridge in jedmöglicher Form zu entdecken. Die Rezepte selbst sind gut erklärt, was Zubereitung und Zutaten anbelangt. Dabei gibt es Angaben für eine Portion oder auch vier Portionen. Ansprechende Fotos und Bilder sorgen für eine schöne Optik, bestmögliche visuelle Auswahl und als Vorschlag zum optimalen Anrichten. Bilder helfen mir immer sehr bei der Auswahl, ein Kochbuch ohne gute optische Illustration inspiriert wenig.

Mein Fazit:
Der Weg ins Schlaraffenland führt ja bekanntlich durch den Hirsebrei, auch diesem begegnen wir hier in mehreren Varianten. Es wird hier im Buch zwar der Brei nicht neu erfunden, aber es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten an Zubereitung und Modifikationen was ich äußerst anregend finde.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Wunderbare historische Cosy-Crime-Story in prominenter Besetzung

Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders
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Paris in den 20er Jahren -

Ein hysterischer Aufruhr in Coco Chanels Pariser Boutique, erregt die Aufmerksamkeit der bekannten Modeschöpferin. Eine Kundin begegnet beim Hereinkommen einem Kunden und behauptet ...

Paris in den 20er Jahren -

Ein hysterischer Aufruhr in Coco Chanels Pariser Boutique, erregt die Aufmerksamkeit der bekannten Modeschöpferin. Eine Kundin begegnet beim Hereinkommen einem Kunden und behauptet der Mann wäre der Mörder ihrer Schwester, sie hätte ihn am Duft erkannt und die würde nun sofort die Polizei einschalten. Ihr Kunde ein Mörder, das kann doch nicht wahr sein! Der Fall lässt Coco keine Ruhe und sie beginnt die Sache selbst in die Hand zu nehmen und entdeckt Erstaunliches. Was Düfte anbelangt ist sie doch sozusagen Profi und von der Polizei doch sowieso nichts zu erwarten!

Der Cosy-Crime-Roman von Autorin Michelle Marly mit dem Titel “Mademoiselle Coco und der Duft des Mörders” ist eine äußerst ungewöhnliche und unterhaltsame Lektüre, die ihre Leser in die eine elegante Welt der 20er Jahre der Pariser Haute Voile entführt. Dieser Krimi ist Teil einer Serie mit Couturière Coco Chanel, als Ermittlerin wieder Willens. Denn Cocos Neugierde und die Sensationslust ihres intellektuellen Pariser Freundeskreises bringt so einiges an Aufregung und Spannung in die Handlung, sehr zum Unmut des Pariser Kommissars. Die Story ist zwar fiktiv aber mit vielen prominenten Figuren besetzt und teilweise von damals aktuellen Fällen inspiriert. Es ist eine Freude diese unkonventionelle Geschichte zu lesen, sehr atmosphärisch und herrlich französisch. Man würde sich dazu am liebsten stilgerecht ins kleine Schwarze schmeißen.
Das Cover zum Kriminalroman ist sehr hübsch gestaltet und hat einen großen Wiedererkennungswert für die Reihe, das gefällt mir sehr gut.

Mein Fazit:
Diese historische Kriminalserie mit ihren prominenten Darstellern ist eine absolut tolle Idee und hat mich komplett abgeholt. Die Fälle sind hervorragend unabhängig voneinander zu lesen und man bekommt sofort Lust in weiteren Folgen zu schmökern.

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