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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Guter Schreibstil, aber Handlung extrem konstruiert

Fünf Fremde
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Thriller mit einem abgelegenen Setting, begrenzter Personenanzahl und einem alten Geheimnis sind gerade in Mode und dieser hebt sich zu Beginn angenehm von der Masse ab, da er das bekannte Schema durchbricht. ...

Thriller mit einem abgelegenen Setting, begrenzter Personenanzahl und einem alten Geheimnis sind gerade in Mode und dieser hebt sich zu Beginn angenehm von der Masse ab, da er das bekannte Schema durchbricht. Die Titel gebenden fünf Fremden sind nicht von Anfang an klar, sondern werden im Laufe der Handlung erst aufgedeckt. Es gibt Rückblenden und Handlungsstränge außerhalb der Insel und es ist nicht absehbar, wie sich die Handlung entwickeln wird. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass die Menge an Perspektivwechseln das Ganze anfangs etwas unübersichtlich machte. Die Charaktere fand ich größtenteils gut gezeichnet, sie sind fundiert, aber nicht alle glaubwürdig, vor allem bei der Auflösung war für mich so manches Verhalten nicht nachvollziehbar. Das Buch hatte ab der Mitte einige Längen, da es streckenweise langatmig und an unwichtigen Stellen zu detailliert war. Mit der Bedrohung durch den Orkan wird die Handlung leider beliebig und ich fand es sehr konstruiert und unglaubwürdig, wie die Personen im Sturm über die Insel irrten und sich abwechselnd in Gefahr begaben. Die Auflösung konnte mich auch nicht überzeugen, sie wirkte sehr forciert und trotz des guten Schreibstils kann ich nicht mehr als drei Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Oberflächlich mit wenig Witz

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Nach der Kurzbeschreibung habe ich einen witzigen Spionage Roman erwartet und obwohl sie inhaltlich nicht falsch ist, war der Roman weniger lustig als erwartet. Selbst als Persiflage fehlt mir die Substanz, ...

Nach der Kurzbeschreibung habe ich einen witzigen Spionage Roman erwartet und obwohl sie inhaltlich nicht falsch ist, war der Roman weniger lustig als erwartet. Selbst als Persiflage fehlt mir die Substanz, um wirklich unterhaltsam zu sein. Die Charaktere sind alle ein bisschen skurril, aber trotz ausufernder Beschreibungen nicht so richtig zu greifen. Das Leben der Botschaftsangehörigen und Expats in Rom wird ausführlich geschildert und es gibt in vielen Bereichen lange Beschreibungen, die das Buch unnötig in die Länge ziehen. Es lässt sich trotzdem gut lesen, weil man weiter auf die angekündigten turbulenten Abenteuer hofft, die sich für meinen Geschmack dann leider eher als abstrus entpuppen. Ab Kasachstan war ich aus der Handlung raus, auch wenn es den damaligen Zeitgeist gut trifft. Alles schien möglich und viel Seltsames ist wirklich passiert. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass der Autor Hintergründe oder Details recherchiert hat. Jeder, der die 1990er erlebt hat, hätte sich diese Handlung ausdenken können. Vielleicht erschien mir der Plot deshalb so oberflächlich und naiv.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Sehr cosy, wenig Krimi, Potenzial nicht ausgeschöpft

Schwarze Schuld
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Die Figur der ermittelnden Schornsteinfegerin Lena fand ich eine charmante Idee, deren Potenzial leider nicht ausgenutzt wurde. Anfangs vergeht viel Zeit damit, die Personen vorzustellen, wobei ihre Relevanz ...

Die Figur der ermittelnden Schornsteinfegerin Lena fand ich eine charmante Idee, deren Potenzial leider nicht ausgenutzt wurde. Anfangs vergeht viel Zeit damit, die Personen vorzustellen, wobei ihre Relevanz unklar bleibt. Details zu Lenas Arbeitseinsätzen fand ich in der Menge unnötig und es werden auch einige Klischees bedient, das wirkt manchmal platt mit einer Tendenz zum Klamauk. Die Handlung dreht sich lange im Kreis, obwohl doch einiges passiert. Der Plot ist überfrachtet und plätschert so dahin. Bei mir kam keine Spannung auf, mögliche falsche Fährten wurden nicht richtig ausgearbeitet und ich habe einen roten Faden vermisst. Das Ende ist überraschend schlüssig und bringt alle Handlungsfäden zusammen. Das ist zwar schön, hätte aber vielleicht schon vorher so angelegt werden können, dass man als Leser oder Hörer besser miträtseln kann. Alles in allem war mir vieles zu cosy und zu langwierig, selbst die Auflösung am Ende dauert lange. Die Charaktere fand ich ganz gut, aber der schwache Plot hat mich nicht mitgerissen.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Nicht so gut wie die ersten beiden Bücher

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Die ersten beiden Bücher von Alena Schröder habe ich mit Begeisterung gelesen und dieses hat mich leider ein bisschen enttäuscht. Die Autorin bleibt mit vielen Frauenfiguren und ihren Beziehungen ihrem ...

Die ersten beiden Bücher von Alena Schröder habe ich mit Begeisterung gelesen und dieses hat mich leider ein bisschen enttäuscht. Die Autorin bleibt mit vielen Frauenfiguren und ihren Beziehungen ihrem Thema treu, allerdings fühlt es sich wie eine Wiederholung an, es liest sich nicht wie etwas Neues. Das Buch teilt sich in zwei Zeitebenen auf, zum einen die Nachkriegszeit und dann die Gegenwart. In beiden Ebenen gibt es wechselnde Perspektiven, was das Lesen abwechslungsreich macht. Die Nachkriegszeit fand ich allerdings schwächer, die Charaktere nicht so greifbar und streckenweise etwas langatmig. Die Gegenwart mit dem Hauptmotiv Familie und Wahlfamilie hat mir dagegen gut gefallen. Die beiden Erzählstränge werden erst am Ende zusammengefügt, sie sind nur durch eine Leinwand miteinander verbunden, was etwas dürftig und willkürlich wirkt. Da habe ich mehr Substanz erwartet, weshalb die Spannungskurve dann abrupt abfällt. Auch der Prolog lässt einiges angedeutet, das hätte klarer und intensiver ausgearbeitet werden können. Insgesamt kein schlechtes Buch, aber im Vergleich zu den Vorgängern fällt es deutlich ab.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Ein Kuriositätenkabinett und Plädoyer für Literatur - Kein normaler Krimi

Kommissar Jennerwein und der tintendunkle Verdacht
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Diesen 16. Band der Jennerwein Reihe habe ich als Hörbuch gehört. Anfangs dachte ich, dass es das falsche Hörbuch ist, da es ausführlich und langatmig um Goethe und Schiller und andere Literaten ging. ...

Diesen 16. Band der Jennerwein Reihe habe ich als Hörbuch gehört. Anfangs dachte ich, dass es das falsche Hörbuch ist, da es ausführlich und langatmig um Goethe und Schiller und andere Literaten ging. Das Vorgeplänkel bis zum virtuellen Literaturzirkel der Salome hat sich lange hingezogen. Jennerwein tauchte erst nach einem Sechstel auf und dann auch nur sporadisch. Er befindet sich gerade nicht im aktiven Dienst, sondern auf einer kriminalpädagogischen Vortragsreihe rund um die Welt. Ab und zu wechselt die Perspektive, ich habe etwas gebraucht, bis ich den Roten Faden in der Handlung erkannt habe. Es gibt Protestaktionen und Attentate an verschiedenen internationalen Orten, der virtuelle Literaturzirkel entpuppt sich als eine Gruppe von Literatur-Aktivisten gegen den Verfall der Lesekultur, ja sogar Terroristen. Das Ganze ist ein wilder Mix, im virtuellen Weimar treffen Literaten und ihre Figuren aufeinander, die eigentlich durch Raum, Zeit und Fiktion getrennt sind. Die Beschreibung der virtuellen Welt mit ihren Möglichkeiten und Gefahren hat mir gut gefallen.
Die Neckereien zwischen den Literaten waren mir aber zu viel, ebenso wie die vielen literarischen Anspielungen. Es gab auch unterhaltsame Details, aber die schiere Menge der Figuren hat mich erschlagen und das alles hat nichts mit den bisherigen Bändern der Jennerwein Reihe zu tun. Erwartet man einen Krimi im bisherigen Stil der Reihe, so wird man unweigerlich enttäuscht. Das Buch ist nicht schlecht, aber für mich hätte es nicht als Teil der Krimi-Reihe angekündigt werden dürfen. Wir haben zu zweit gehört und ich hätte nach dem schleppenden Anfang aufgehört, da ich einen Jennerwein-Krimi hören wollte. Mein Mithörer, der die Krimireihe nicht kennt, fand das Hörbuch sehr speziell, aber gerade deshalb auch sehr interessant.
Mich hat dagegen der Autor als Hörbuchsprecher angenehm überrascht. Er hat die verschiedenen Rollen aller Geschlechter sehr gut gesprochen. Manche konnte sie gut unterscheiden und die Stimm-Varianz war groß und dadurch sehr abwechslungsreich.

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