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Raoulchagny

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2021

Erkenntnisse über das Menschsein an sich

Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?
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Yelp für Phänomene unserer Gegenwart so lässt sich die Grundidee von "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen" beschreiben. Auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet John Green die unterschiedlichsten ...

Yelp für Phänomene unserer Gegenwart so lässt sich die Grundidee von "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen" beschreiben. Auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet John Green die unterschiedlichsten Dinge: von Kanadagänsen bis zu der Notizen-App. Dabei sind die Bewertungen jedoch lediglich die Ausgangslage, vielmehr geht es um das menschliche Leben selbst. Mit Anekdoten und anhand der überraschendsten Themen geht John Green den Fragen auf den Grund, was das menschliche Leben wirklich ausmacht und was es bedeutet ein Mensch in unserer Gegenwart zu sein. Dabei schafft er es immer wieder den banalsten Dingen tiefgreifende Erkenntnisse über das Menschsein abzuringen. Mit vielen Geschichten aus seinem Leben bringt seine Überzeugung zum Ausdruck, dass es bei guten Rezensionen nicht nur auf die eigene Meinung und Bewertung drauf ankommt, sondern die persönliche Verbindung aufgezeigt wird und das rezensierte im menschlichen Leben eingeordnet wird.
Mich hat trotz der unterschiedlichen Prämisse das Buch an vielen Stellen an die vorherigen Bücher von John Green mit seinem unverkennbaren, vielschichtigen Schreibstil erinnert. In seinen bisherigen Büchern ist es John Green stets gelungen, das Außergewöhnliche an eigentlich gewöhnlichen Geschichten zu finden und so aufzuzeigen, dass wir uns nur umschauen müssen, wenn wir auf der Suche nach dem Besonderen sind. Auch in "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?" gelingt es ihm zu zeigen, wie faszinierend und vielschichtig die menschliche Existenz ist. Mich hat das Buch berührt und fröhlich gemacht. Es hat dafür gesorgt, dass ich in mich gegangen bin und nachgedacht habe und dafür dass ich mich umgesehen und die Welt um mich herum betrachtet habe.
Ich gebe "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?" fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 24.04.2021

Der Tod als Entdeckungsreise

Abschied von Hermine
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Der Tod ist ein Thema, das in unserer Alltag meistens keinen Platz hat und von uns zumeist ignoriert wird. Genau aus diesem Grund, weil wir uns im Alltag so wenig mit dem Tod beschäftigen, hatte mich das ...

Der Tod ist ein Thema, das in unserer Alltag meistens keinen Platz hat und von uns zumeist ignoriert wird. Genau aus diesem Grund, weil wir uns im Alltag so wenig mit dem Tod beschäftigen, hatte mich das Buch "Abschied von Hermine" von Jasmin Schreiber gleich interessiert. Kurz vorweg: Das Buch hat sich viel stärker mit den naturwissenschaftlichen Vorgängen rund um den Tod befasst, als ich es vom Klappentext erwartet hatte. Da ich mich aber auch für naturwissenschaftliche Themen interessiere, hat dies meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.
In dem Buch von Jasmin Schreiber geht es nicht nur um den Tod, sondern auch um das Leben und vor allem geht es auch um viele faszinierende Aspekte Phänomene von Lebewesen auf der Erde, von denen ich bisher noch nicht wusste. Besonders spannend fand ich dabei den Abschnitt über die unsterblichen Quallen. Die dahintersteckenden biologischen Prozesse wurden bei diesem sowie allen anderen Themen sehr gut und verständlich interessiert. Selbst das Thema "Zellen" war anders als im Biologieunterricht damals gut verständlich und vor allem auch interessant erklärt. Die große Stärke dieses Buches ist es, dass alles auch ohne Vorwissen leicht zu verstehen ist und dass das Buch trotz des schweren Themas immer unterhaltsam bleibt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich kann es allen empfehlen, die sich für naturwissenschaftliche Themen interessieren und mehr darüber erfahren wollen, was es eigentlich heißt zu leben - und zu sterben. Das Thema "Tod" sollte dabei niemanden abschrecken, denn - und das zeigt das Buch gut - das ist letztendlich kein Thema, vor dem wir Angst haben sollten.

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Veröffentlicht am 04.10.2024

Leckere Rezepte und vielschichtige Einblicke in die japanische Kultur

Gohan
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"Gohan" von Emiko Davies verspricht "Japanische Rezepte für jeden Tag - Geschichten und Erinnerungen aus der Küche meiner Familie". Dieses Kochbuch von Davies bietet genau dies und noch mehr: Wie der Titel ...

"Gohan" von Emiko Davies verspricht "Japanische Rezepte für jeden Tag - Geschichten und Erinnerungen aus der Küche meiner Familie". Dieses Kochbuch von Davies bietet genau dies und noch mehr: Wie der Titel nahelegt, enthält dieses Kochbuch vor allem einfach gehaltene Rezepte, die in Japan Alltagsrezepte sind und sich dementsprechend auch gut unter der Woche nachkochen lassen. Die gebotene Auswahl ist groß und vielseitig und geht weit über die typischen, bekannten japanischen Klassiker hinaus. Die Rezepte benötigen zumeist nur wenige Zutaten und nicht allzu viel Zeit und sind auch für Anfänger:innen gut geeignet. Begleitet werden die Rezepten von ansprechenden Fotografien der Gerichte sowie der Kochschritte bei schwierigeren Rezepten. Ergänzt werden die Rezepte mit den im Titel erwähnten "Geschichten und Erinnerungen". Diese geben dem Kochbuch eine starke persönliche und authentische Note. Hinzukommen noch viele interessante Hintergrundinformationen zur japanischen (Essens-)Kultur und den verwendeten Lebensmitteln. Alles in allem ist "Gohan" von Emiko Davies so viel mehr als eine bloße Sammlung von Rezepten und Geschichten. Dieses liebevoll gestaltete Kochbuch verbindet kulinarische und kulturelle Hintergründe mit persönlichen Erinnerungen und leckeren Rezepten. Davies bietet über diese Präsentation der japanischen Küche einen spannenden und vielschichtigen Einblick in die japanische Kultur.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Erster Einstieg in das Thema mentale Gesundheit

The Mind Manual
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Mit "The Mind Manual. In 4 Schritten zu mentaler Stärke: Dein Toolkit für mehr Klarheit und Lebensfreude" legt der aus dem Fernsehen und von Social Media bekannte Arzt Alex George einen leicht zugänglichen ...

Mit "The Mind Manual. In 4 Schritten zu mentaler Stärke: Dein Toolkit für mehr Klarheit und Lebensfreude" legt der aus dem Fernsehen und von Social Media bekannte Arzt Alex George einen leicht zugänglichen und ansprechend gestalteten Ratgeber zum Thema der mentalen Gesundheit. Dass George diesem Thema zu einer größeren Aufmerksamkeit verhelfen möchte, ist sehr begrüßenswert. Mit einem Bericht seiner persönlichen Erlebnisse tritt er den Stigmata entgegen, die dem Thema der mentalen Gesundheit immer noch anhaften. Mit seiner übersichtlichen Strukturierung und seiner leicht zugänglichen Gestaltung bietet dieses Buch einen guten ersten Einstieg in das Thema. Dieser Ratgeber ist thematisch breit aufgestellt und bietet zu vielen wichtigen Aspekten einen kurzen Überblick und kleine Empfehlungen und Ratschläge für den Alltag. Zuweilen hätte diesem Ratgeber jedoch ein stärkerer Fokus auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Erkenntnisse besser getan als Vermutungen oder Anekdoten des Autors. Insgesamt ist dieses Buch zumindest für den ersten Einstieg gut geeignet - es wäre erfreulich, wenn dieses Buch einigen Menschen diesen ersten Einstieg ermöglicht.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Nostalgische Zeitreise in die 2000er

Restsommer
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In ihrem ersten Roman "Restsommer" nimmt die Autorin Kea von Garnier die Leserinnen und Leser mit auf eine nostalgische Reise in die 2000er und lässt viele ikonische Details dieser Zeit erneut aufleben. ...


In ihrem ersten Roman "Restsommer" nimmt die Autorin Kea von Garnier die Leserinnen und Leser mit auf eine nostalgische Reise in die 2000er und lässt viele ikonische Details dieser Zeit erneut aufleben. Dieser Roman besticht vor allem dadurch, dass er gekonnt Erinnerungen an diese Zeit hervorruft und ein stimmiges Portrait des Jahrzehnts zeichnet. Damit verbindet von Garnier gekonnt klassische Szenen und Themen eines Coming-of-age-Romanes. Die Romanhandlung baut die Autorin sehr klassisch auf und bietet eine wohl konstruierte, aber nur selten überraschende Handlung. Die Erzählung erfolgt in einem langsamen und gemächlichen Tempo mit einer genauen und intensiven Beobachtung wie unter einem Brennglas. Überzeugend und nachvollziehbar gerät auch die Zeichnung der einzelnen Figuren. Nicht immer passend erscheint hingegen die gewählte Erzählstimme, die für einen 16-Jährigen nicht durchgehend authentisch wirkt, insbesondere da der Roman im Präsens erzählt wird, also nicht als späterer, reflektierender Rückblick gestaltet ist. "Restsommer" ist ein kurzweiliger und unterhaltsamer Roman, der all denjenigen wärmstens empfohlen werden kann, die sich auf eine Reise in die 2000er begeben wollen und noch einmal das Lebensgefühl dieser Zeit spüren wollen.