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Veröffentlicht am 11.03.2026

Rasant, düster und erschreckend nah an unserer Zeit.

Dorn. Ruf der Toten
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Darum geht es:
Ein Hilferuf aus dem Internet führt Simon Dorn in ein perfides Spiel, das ihn an die Grenzen seiner Wahrnehmung bringt. Eine Frau ist längst tot, verdurstet, und dennoch kommuniziert eine ...

Darum geht es:
Ein Hilferuf aus dem Internet führt Simon Dorn in ein perfides Spiel, das ihn an die Grenzen seiner Wahrnehmung bringt. Eine Frau ist längst tot, verdurstet, und dennoch kommuniziert eine KI in ihrem Namen mit ihm. Alte ungelöste Fälle, die Dorn tief erschüttert haben, scheinen sich zu wiederholen. Zusammen mit der hartnäckigen Kriminalpolizistin Lea Wagner muss er seinen Verstand und seine Intuition einsetzen, um den Täter aufzuspüren. Dorn lebt immer noch zurückgezogen in dem leerstehenden Hotel Dornwald in Bad Gastein und verwandelt es Zimmer für Zimmer in eine Art Schaukasten ungelöster Mordfälle.

Mein Leseeindruck:
Manche Reihen werden mit jedem Band besser. Genau so ist es hier.

„Zimmer 203: Ruf der Toten“ ist der zweite Fall für Simon Dorn und Lea Wagner und ich muss sagen: Ich habe den ersten Band schon sehr geliebt, aber dieser hier hat mich fast noch mehr gepackt.

Jan Beck greift ein Thema auf, das aktueller kaum sein könnte: Künstliche Intelligenz. Daraus entwickelt er einen Thriller, der beunruhigend nah an unserer Realität ist. Rund um dieses Thema spinnt er ein perfides Spiel eines Serienmörders. Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch und lässt einen kaum Luft holen.

Was ich besonders mag, sind die Figuren. Simon Dorn ist für mich eine ganz besondere Buchfigur. Ein ehemaliger Kriminalpsychologe, verschroben, ein wenig skurril, manchmal schwer greifbar und gerade deshalb so faszinierend. Auch Lea Wagner ist keine klassische Ermittlerin. Sie hat Ecken und Kanten und genau das macht sie so interessant.

Beide Figuren entwickeln sich weiter. Ihre Dynamik verändert sich. Man spürt, dass ihre Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist.

Der Thriller selbst ist rasant erzählt, voller Wendungen und geprägt von diesem dunklen, perfiden Spiel, das sich immer weiter zuspitzt. Und das Ende ist für mich absolut schlüssig. Ein Schluss, der zufrieden zurücklässt und gleichzeitig neugierig auf mehr macht.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall. Denn eine Frage bleibt: Was passiert in Zimmer 777?

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Rasant, düster und erschreckend nah an unserer Zeit.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein emotionaler und mitreißender Roman!

Die Frauen von Ballymore
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Darum geht es:
Sorcha O’Donovan glaubt an Ordnung, Herkunft und Versprechen. Bis sie Con Daly begegnet. Ein Musiker. Frei. Unangepasst. Gefährlich für alles, was sie kennt.

Ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt. ...

Darum geht es:
Sorcha O’Donovan glaubt an Ordnung, Herkunft und Versprechen. Bis sie Con Daly begegnet. Ein Musiker. Frei. Unangepasst. Gefährlich für alles, was sie kennt.

Ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt. Neid und Macht zerstören, was gerade erst begonnen hat. Sorcha verliert ihr Zuhause und muss sich entscheiden.

London wird zum Neuanfang. Die Stadt lebt laut. Die 1960er Jahre dulden keine Halbheiten. Con steigt auf. Ruhm verändert alles. Auch die Liebe.

Doch Vergangenheit vergeht nicht. Sie folgt. Und wenn alte Schuld zurückkehrt, zeigt sich, was wirklich zählt.

Ein Roman über Aufbruch und Verrat. Über Musik, Macht und Sehnsucht. Und über eine Frau, die lernen muss, für sich selbst einzustehen.

Mein Leseeindruck:
Ich liebe die Romane von Lucinda Riley und bin sehr dankbar, dass ihr Sohn ihr literarisches Erbe mit so viel Feingefühl weiterführt und diesen Roman behutsam überarbeitet hat. Man spürt auf jeder Seite den Respekt vor ihrer Stimme.

Anfangs war ich ehrlich gesagt skeptisch. Eine Geschichte rund um eine Musikband. Ich hatte kurz Sorge, dass mich das Thema nicht abholt. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich wurde positiv überrascht und vollkommen hineingezogen. Die Geschichte ist ergreifend, voller tragischer Verstrickungen und bis zur letzten Seite spannend.

Der Roman wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, mit einem Abstand von zwanzig Jahren. Ein Stilmittel, das ich sehr liebe und das ich auch diesmal besonders genossen habe. Liebe und Verlust ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Ich habe jede Seite förmlich inhaliert, das Buch in einem Rutsch gelesen, und ja, das ein oder andere Tränchen ist geflossen. Lucinda Rileys Schreibstil ist einzigartig. Man liest ihre Geschichten so, wie man sein Lieblingsessen genießt. Mit Hingabe. Ohne Eile. Und mit dem Wunsch, dass es niemals endet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein emotionaler, mitreißender Roman, der lange nachhallt und mich von der ersten bis zur letzten Seite berührt hat.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Geschichte, Spannung und Historie perfekt kombiniert.

Die weiße Nacht
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Darum geht es:
Der Roman spielt im Berlin des Hungerwinters 1946/47 und verbindet eine Mordermittlung mit der Auseinandersetzung über Erinnerung und Schuld in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen ...

Darum geht es:
Der Roman spielt im Berlin des Hungerwinters 1946/47 und verbindet eine Mordermittlung mit der Auseinandersetzung über Erinnerung und Schuld in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen die junge Fotografin Lou Faber, deren Bilder unbeabsichtigt Teil polizeilicher Ermittlungen werden, und Kriminalkommissar König, der in einem zunehmend komplexen Fall unter starkem zeitlichem und moralischem Druck steht. Die Handlung verknüpft private Wahrnehmung und professionelle Ermittlungsarbeit und führt von einem einzelnen Todesfall zu einer Serie von Verbrechen. Dabei rückt eine Vergangenheit in den Fokus, die von Verdrängung und Schweigen geprägt ist und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Mein Leseeindruck:
Zuallererst ein großes Lob für das Cover. Es passt perfekt zur Geschichte und zeigt, als würde man durch eine Kamera blicken, ein Kettenkarussell als Symbol für den Wiederaufbau und die Rückkehr zur Normalität in der Nachkriegszeit. Das ist einfach wunderschön gestaltet und weckt die Neugier auf die Geschichte.

Anne Sterns Schreibstil ist wie gewohnt einfach großartig: präzise, einfühlsam und mit einer erzählerischen Leichtigkeit, die selbst schwere Themen zugänglich macht. Mit Lou Faber und Kriminalkommissar König schafft sie ein neues Ermittlerduo, das sofort lebendig wirkt. Beide Protagonisten haben die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Zeit überlebt, und ihre Erfahrungen prägen ihr Handeln und ihre Wahrnehmung der Welt.

Die Leiche, die den Ausgangspunkt der Geschichte bildet, hat auch bei mir viele Fragen aufgeworfen. Ich habe mit großer Spannung die Ermittlungsarbeiten von Lou und König verfolgt, mitgerätselt und dabei eine echte Gänsehaut bekommen, angesichts dessen, was sich nach und nach aufgetan hat. Die Auflösung des Falls hat mir sehr gefallen, und obwohl er abgeschlossen ist, bleiben am Ende viele Fragen offen. Ich freue mich riesig auf den nächsten Fall für Lou und König.

Anne Stern verbindet ihr fundiertes historisches Wissen gekonnt mit einem packenden Kriminalfall. Das Ergebnis ist ein spannender, emotional dichter Roman, der Geschichte und Krimi auf außergewöhnliche Weise vereint.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Geschichte, Spannung und Historie perfekt kombiniert. Ich kann den nächsten Fall kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ein atmosphärisch dichter, hervorragend konstruierter Krimi.

Lügennebel
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Darum geht es:
Eine Gruppe von Studenten verbringt ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre. Was als unbeschwerte Zeit voller Feiern und waghalsiger Pistenabenteuer beginnt, bekommt eine düstere Wendung, ...

Darum geht es:
Eine Gruppe von Studenten verbringt ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre. Was als unbeschwerte Zeit voller Feiern und waghalsiger Pistenabenteuer beginnt, bekommt eine düstere Wendung, als eine junge Frau aus der Runde tot im Schnee gefunden wird. Ob es ein Unfall war oder mehr dahintersteckt, bleibt zunächst ungewiss. In der Clique breitet sich rasch Unsicherheit aus, und die Stimmung kippt. Misstrauen, versteckte Spannungen und alte Konflikte kommen ans Licht, während sich die Freunde zunehmend gegenseitig verdächtigen. Auch einige Bewohner des Dorfes geraten in den Fokus, denn die ausgelassenen Studenten waren ihnen schon länger ein Dorn im Auge. Für die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog entwickelt sich der Fall zu einer heiklen Aufgabe, bei der jedes Detail zählt.

Mein Leseeindruck:
Mit ihrem neuen Kriminalfall entfaltet die Autorin eine Atmosphäre, die von der ersten Seite an fesselt. Die Beschreibung der schwedischen Winterlandschaft ist schlicht grandios: Schneebedeckte Berge, eisige Stille und die schneidend klare Luft werden so lebendig gezeichnet, dass man die Kälte förmlich am eigenen Körper spürt. Åre wird zu einem Schauplatz, der nicht nur Kulisse, sondern ein zentraler Stimmungsträger der Handlung ist. Der Kriminalfall verbindet sich meisterhaft mit dem privaten Leben der Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog. Diese stimmige Balance gelingt nur wenigen Autorinnen und Autoren. Die persönlichen Facetten der Ermittler ergänzen den Fall, ohne ihn je zu überlagern, und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Besonders hervorzuheben ist der Aufbau des Romans. Die kurzen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven sorgen für ein hohes Erzähltempo. Jede Figur bringt neue Facetten ein, jedes Kapitel öffnet weitere Blickwinkel und dennoch bleibt genügend Raum, um selbst mitzurätseln. Alle Charaktere, ob Mitglieder der Studentenklicke, Dorfbewohner oder die Ermittler, sind glaubwürdig gezeichnet und bewegen sich mit nachvollziehbaren Motiven und Emotionen durch die Geschichte. Dadurch entfaltet sich das Misstrauen in der Gruppe ebenso greifbar wie die unterschwelligen Spannungen, die sich von Seite zu Seite steigern.

Fazit:
4,5 / 5 ⭐️
Ein atmosphärisch dichter, hervorragend konstruierter Krimi. Perfekt für alle, die skandinavische Spannung lieben und beim Lesen den Schnee knirschen hören wollen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Debütroman, der ins Herz trifft, unvergessliche Charaktere schenkt

Was du siehst
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Darum geht es:
1967, Ost-Berlin: Ruths große Liebe Tom verschwindet spurlos, und sie glaubt, dass er nach West-Berlin geflohen ist. Kurz darauf entdeckt sie, dass sie schwanger ist.
Mutig verlässt sie ...

Darum geht es:
1967, Ost-Berlin: Ruths große Liebe Tom verschwindet spurlos, und sie glaubt, dass er nach West-Berlin geflohen ist. Kurz darauf entdeckt sie, dass sie schwanger ist.
Mutig verlässt sie Ost-Berlin und findet in einem kleinen Dorf in Mecklenburg bei ihrem Onkel ein neues Zuhause. Dort fühlt sie sich schnell geborgen und angekommen und findet in Hannah eine enge Freundin. Ihre Kinder, Jule und Andi, wachsen Seite an Seite auf, werden unzertrennlich und entdecken schließlich die Liebe zueinander. Alles scheint perfekt, bis ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt. Nach dem Mauerfall zieht es Jule hinaus in die weite Welt, während Andi geduldig auf seine Jule wartet.

Mein Leseeindruck:
Der Einstieg in das Buch ist mir zunächst etwas schwergefallen. Warum genau, kann ich gar nicht sagen. Doch kaum hatte ich mich darauf eingelassen, war ich vollkommen gefesselt. Laura Maaß kreiert ihre Figuren auf unglaublich bunte und vielschichtige Weise. Nicht nur Jule und Andi sind mir sofort ans Herz gewachsen, auch Oma Frieda, Arthur und die anderen Dorfbewohner sind so lebendig und einzigartig gezeichnet. Jeder Charakter ist auf seine eigene Art greifbar und doch voller Geheimnisse. Besonders fasziniert hat mich, wie authentisch die Autorin das Leben in einem kleinen Dorf in der DDR beschreibt, mit allen Einschränkungen, kleinen Freuden und dem Gemeinschaftsgefühl. Ebenso überzeugend ist die Darstellung der Veränderung nach dem Mauerfall, die die Geschichte auf besondere Weise abrundet und die Figuren noch greifbarer macht. Mit leisen Tönen erzählt Laura Maaß diese bewegende Geschichte, aber wer aufmerksam liest, erkennt die große Tiefe und Wärme, die hinter jedem Kapitel steckt. Am Ende habe ich wirklich Tränen vergossen, so sehr hat mich das Schicksal der Figuren berührt. Mit einem tiefen Seufzer, aber einem Gefühl von Zufriedenheit habe ich das Buch beendet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein Debütroman, der ins Herz trifft, unvergessliche Charaktere schenkt und noch lange nachklingt. Absolute Leseempfehlung ❤️

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