Ein starker achter Teil
Fräulein Gold: Der Preis der FreiheitAuch für die Hebamme Hulda Gold mehren sich die Anzeichen, daß ihr Leben in Berlin im Jahr 1932 nicht mehr sicher ist. Ihr Ehemann liebäugelt mit einer Anstellung in Schweden, ihr Vater redet offen über ...
Auch für die Hebamme Hulda Gold mehren sich die Anzeichen, daß ihr Leben in Berlin im Jahr 1932 nicht mehr sicher ist. Ihr Ehemann liebäugelt mit einer Anstellung in Schweden, ihr Vater redet offen über eine Ausreise nach Palästina und ihre Tochter Meta wird in der Schule von der neuen Lehrerin drangsaliert. Dann wird auch noch ihr Freund Bert auf offener Straße verprügelt. Aber Hulda verdrängt eine Entscheidung immer wieder in den Hintergrund. Sie will in Berlin bleiben, obwohl sie weiß, daß ihre Stelle im Frauengefängnis am seidenen Faden hängt. Erst einmal muß sie sich um die schwangere Giftmörderin Anna Marwitz kümmern. Hulda glaubt nämlich nicht, daß diese schüchterne Frau eine Mörderin ist. Sie kann Kommissarin Irma Siegel davon überzeugen, den Fall wieder aufzurollen. Hat Huldas Spürsinn wieder einmal recht?
Mit dem Titel "Der Preis der Freiheit" liegt bereits der achte Fall um die Hebamme "Fräulein Gold", geschrieben von Anne Stern, in den Bücherregalen, und auch dieses Buch hat mich wieder begeistert. Wenn man die Bücher von Anfang an verfolgt hat, merkt man genau den Wandel der Zeit. Anne Stern bringt den Lesern diesen Wandel sehr genau nahe, indem sie Einzelschicksale, wie das von Bert, in den Vordergrund stellt. Sie beschreibt einfühlsam, wie die Menschen um den Winterfeldtplatz in dieser Zeit zusammenrücken. Aber der Gegenwind bläst ihnen immer stärker ins Gesicht. Anne Sterns Buchreihe ist ein gutes Beispiel dafür, wie Menschen fehlgeleitet werden können. Obwohl es in diesem Roman ein wenig nach Abschied riecht, hoffe ich, daß diese Serie noch lange nicht beendet sein wird. Mir würde sie fehlen.