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Veröffentlicht am 24.03.2026

von Güstrow nach Berlin

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Die 14-jährige Marlen versteckt sich Ende des zweiten Weltkrieges vor den Russen in einer Schublade in einem Forsthaus in Güstrow. Dort findet sie ein kleines beschädigtes Gemälde und steckt dieses ein. ...

Die 14-jährige Marlen versteckt sich Ende des zweiten Weltkrieges vor den Russen in einer Schublade in einem Forsthaus in Güstrow. Dort findet sie ein kleines beschädigtes Gemälde und steckt dieses ein. Im Forsthaus trifft sie auf die Malerin Wilma, die dem Mädchen helfen möchte. Sie adoptiert die Waise und unterrichtet sie in der Malerei. Das Talent von Marlen wird später zu Wilmas Augen bis Marlen Theo kennen und lieben lernt und sie diesen in den Westen begleiten will.
Die zweite Geschichte handelt von der 34-jährigen Hannah in Berlin im Jahr 2023. Nach dem Tod ihrer Mutter wohnt sie in dem Haus ihrer verstorbenen Großmutter Evelyn, die ursprünglich aus Güstrow stammt. Rubi, ihre Freundin und Mitbewohnerin will ausziehen und Hannah fühlt sich allein gelassen. Bis plötzlich Martin, ihr Erzeuger, den sie nicht kennt, ein Vater für sie sein möchte. Warum taucht er jetzt auf und stellt ihr seine Frau und Kinder vor? Bekommt sie nun doch noch eine Familie?
Beide Geschichten eint eine schwierige Familiengeschichte und auch die Möglichkeit, sich eine Familie auszusuchen. Durch Evelyn, die zeitlebens auf der Suche nach einem verschwundenen Gemälde war und Marlen, die sich selbst künstlerisch ausleben möchte, gibt es einen Zusammenhang zwischen den sehr unterschiedlichen Handlungen. Allen eint, dass Männern nur Nebenrollen zugedacht wurden, die Frauen zeigen Stärke. Die Charaktere hätten noch besser ausgearbeitet werden können, vieles ist zu vorhersehbar.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

im Kopf der Frau

Grüne Welle
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Eine, zuerst namenlose, Frau, eine Künstlerin, verlässt das Kino, in dem sie regelmäßig mit ihrer Freundin aus Studienzeiten trifft. Dies ist ihre einzige Auszeit von ihrem bestimmenden Mann, einem erfolgreichen ...

Eine, zuerst namenlose, Frau, eine Künstlerin, verlässt das Kino, in dem sie regelmäßig mit ihrer Freundin aus Studienzeiten trifft. Dies ist ihre einzige Auszeit von ihrem bestimmenden Mann, einem erfolgreichen Anwalt. Sie steigt in ihr Auto und will nach Hause fahren, bis sie zuerst in einer Umleitung gerät und dann, im Dunkeln, einen falschen Weg gewählt hat. Sie beschließt weiterzufahren und an der nächsten roten Ampel zu wenden. Doch jede Ampel leuchtet grün. So fährt sie und fährt, übermüdet und unterzuckert, bis sie einen kleinen Unfall hat.
Was diese Frau bewegt hat, sich immer weiter von ihrem Zuhause zu entfernen, wird uns während der langen Fahrt nahegebracht. Die Gedanken und Gefühle der Frau, ihre Wünsche und Sehnsüchte, die sie sich jetzt erst eingesteht, könnten viele Frauen so oder so ähnlich erlebt haben. Als sie auf zwei junge Anhalterinnen trifft werden die Reflektionen mit ihrem bisherigem Leben intensiver.
Eine weitere Sichtweise erleben wir durch die Freundin der Frau, die sich erst Sorgen um die verschwundene Frau macht, dann jedoch merkt, dass sie nicht zu ihrem Mann fahren möchte.
Der Roman ist in einer ganz besonderen Sprache geschrieben, teilweise mit sehr langen Sätzen und einem Inhalt, der nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Geschichte Siebenbürgens

Halber Stein
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Friedesine, genannt Sine, ist vor 20 Jahren als Kind mit ihren Eltern von Siebenbürgen in Rumänien nach Deutschland ausgewandert. Sie beschreibt aus ihrer Sicht ihre Anfänge in einem fremden Land, die ...

Friedesine, genannt Sine, ist vor 20 Jahren als Kind mit ihren Eltern von Siebenbürgen in Rumänien nach Deutschland ausgewandert. Sie beschreibt aus ihrer Sicht ihre Anfänge in einem fremden Land, die Probleme mit der Sprache und der Andersartigkeit. Inzwischen ist sie angekommen und sieht Deutschland als ihre Heimat an. Doch nun ist ganz überraschend ihre Großmutter Agneta verstorben und sie fährt mit ihrem Vater nach Michelstadt. Sie trifft dort auf alte Erinnerungen, auf Menschen, die ihr etwas bedeuteten. Die Beerdigung muss organisiert werden und was passiert mit dem Haus in dem alle Erinnerungen aufbewahrt wurden. Auch die Begegnung mit ihrem Jugendfreund Julian lässt sie nicht kalt, aus der alten Vertrautheit entwickelt sich eine vorsichtige Liebe. Julian, der an den elterlichen Hof gefesselt ist, möchte viel lieber als Historiker arbeiten. Er unternimmt Ausflüge mit Sine und zeigt und erzählt ihr von der reichen Geschichte des Landes, über die Zeit des zweiten Weltkrieges und die Probleme der Sachsen, die diesen Landstrich bevölkerten.
Sehr geschickt erfahren wir durch diese Erzählungen viel über Siebenbürgen. Der Roman ist poetisch und emotional geschrieben, manchmal jedoch zu ausschweifend und langatmig.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Glaube, Liebe, Hoffnung

In den Scherben das Licht
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Der Winter 1946 in Hamburg ist extrem kalt, die Häuser zerbombt und der Wiederaufbau gestaltet sich schwierig. Wer wenigstens ein Dach über dem Kopf hat kann sich glücklich schätzen. So wie die ehemalige ...

Der Winter 1946 in Hamburg ist extrem kalt, die Häuser zerbombt und der Wiederaufbau gestaltet sich schwierig. Wer wenigstens ein Dach über dem Kopf hat kann sich glücklich schätzen. So wie die ehemalige Volksschauspielerin Friede Wahrlich, die in ihren Keller den Teenager Gert aufgenommen hat. Seine Eltern leben nicht mehr, doch er hofft noch auf ein Wiedersehen mit seiner kleinen Schwester Barbara. Kurz danach wird auch die junge elternlose Gisela in diese Wohngemeinschaft aufgenommen. Friede beschließt, ihr Haus auszubauen und eine Pension zu eröffnen. Lulu zieht ein, Ludwig, der als Schwuler den Hass von Vater und Brüdern auf sich zog und Robert, der beim Aufbau half. Nicht nur ihre Untermieter schleppen Probleme und Sorgen mit sich, auch sie selbst denkt immer noch an Viktor, den sie einst liebte und nicht half als er als Jude deportiert wurde. Sie alle hoffen auf das Wiedersehen mit Angehörigen von den sie hoffen, dass sie den Krieg überlebt haben und dabei entwickeln sich neue Freundschaften und Liebesbeziehungen.
Der Roman schildert den Wiederaufbau in einer zerstörten Stadt. Gut recherchiert und interessant geschrieben, für meinen Geschmack nur zu sehr weichgespült und zu viel Happy End, die wirklichen Gräuel der Kriegszeit werden nur am Rande erwähnt.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

britische Agentinnen in Frankreich

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Gwen erhält als Mitarbeiterin der BBC den Auftrag, ein Buch über die SOE Agentinnen zu schreiben. Diese britische Spezialeinheit schickte französisch sprechende Agenten zur Zeit des zweiten Weltkrieges ...

Gwen erhält als Mitarbeiterin der BBC den Auftrag, ein Buch über die SOE Agentinnen zu schreiben. Diese britische Spezialeinheit schickte französisch sprechende Agenten zur Zeit des zweiten Weltkrieges an Paris, darunter auch einige Frauen. Sie waren Funkerinnen, spionierten und sabotierten gegen die deutsche Besatzungsmacht, teils auch mit eigenem Engagement. Gwen reist zu Recherchen nach Paris, auch, weil ihre vor 3 Jahren verstorbene Großmutter, eine österreichische Adelige, in dieser Zeit dort gelebt hat und ein Geheimnis hatte.
Eine dieser Agentinnen war Pat, die nun, im Jahr 1998, durch einen Anruf Gwens wieder an diese Zeit erinnert wird und versucht, sie zurück zu versetzen.
Wir erleben das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln aus der Jetztzeit 1998 und aus der Sicht Pats aus den 1940er Jahren.
Diese Agentinnen haben damals einen wichtigen Beitrag geleistet, doch nach Kriegsende hat man sich noch für die Heldentaten der Männer interessiert.
Der Roman erzählt von vergessenen Frauen, gut recherchiert und geschrieben. Leider werden besonders im Umfeld Gwens sehr viele Personen kurz vorgestellt, über die man nichts weiter erfährt. Die ganzen Freundinnen und Familienangehörigen bis hin zu nur einmal auftretenden Nebenpersonen hätte man besser verzichtet. Das erschwert das Verständnis und auf Grund der Vielzahl an Namen verwirrt es nur.

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