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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Eine meisterhaft arrangierte Reise in die Welt der Kunst

The Artist
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Dieses Buch ist ein Schatz, der den Leser in die wunderbare Landschaft Südfrankreichs in das Jahr 1920 führt. Der Kunst-Journalist Joseph begibt sich in einen kleinen, verschlafenen Ort in der Provence, ...

Dieses Buch ist ein Schatz, der den Leser in die wunderbare Landschaft Südfrankreichs in das Jahr 1920 führt. Der Kunst-Journalist Joseph begibt sich in einen kleinen, verschlafenen Ort in der Provence, um ein Interview mit dem zurückgezogen lebenden Künstler Tartuffe zu führen. Der abweisende Maler lässt Joseph widerstrebend bei sich wohnen, allerdings nur, weil dieser ihm Modell für sein nächstes Bild sitzen soll. Joseph ist überwältigt, dem mysteriösen Meister, der sich vor vielen Jahren aus der Kunstwelt zurückgezogen hat, näher zu kommen. Doch Tartuffe ist unberechenbar. Mal herrisch, mal in sich gekehrt, mal überraschend zugänglich und dann wieder egozentrisch, gelangweilt und verschlossen wie eine Auster. Der Maler teilt sich das Haus mit seiner Nichte Ettie. Die junge Frau ist ebenso verschlossen, beinahe abweisend und doch sehr sensibel. Wie ein Geist bewegt sie sich durch das Haus, beschafft Pinsel, arrangiert die Motive, bestellt die Farben, liest Briefe vor, ist das Mädchen für alles. Die Beziehung zwischen Onkel und Nichte ist besonders. Nähe, Wut, Liebe und Abhängigkeit auf beiden Seiten prägen das Zusammenleben. Joseph fühlt sich anfangs wie ein Eindringling in diesem eingespielten Beziehungsgeflecht, in dem jeder Schritt, jeder Handgriff zu einer festgelegten Choreografie zu gehören scheint. Erst nach und nach kommt er Ettie näher. Zwischen den beiden entwickelt sich ein zartes Band. Vertrautheit, so etwas wie Freundschaft und letztlich sogar eine erotische Anziehung. Das kommt für den Leser nicht wirklich überraschend, beinah scheint es so, als würde die Handlung unausweichlich darauf zu steuern. Es passiert nicht viel in dem alten Haus in diesem heißen Sommer. Joseph sitzt Modell, schreibt fleißig Artikel für die Kunstzeitung und beobachtet den Maler und seine Nichte. Dabei offenbart Ettie nach und nach ihr Geheimnis. Dieses kommt für mich nicht wirklich überraschend, was aber nicht schlimm ist, da es in diesem wundervoll berührenden Roman um viel mehr geht. In ständigen Perspektivwechseln erlebt man aus Josephs und aus Etties Sicht, wie sich die Ereignisse in diesem heißen Sommer unwiederbringlich zuspitzen. Lediglich der große Meister Tartuffe scheint von dem, was um ihn herum passiert, nichts zu bemerken. Das mag daran liegen, dass er sich nur für sich selbst interessiert. Besonders berührt haben mich die Rückblicke in Josephs und Etties Vergangenheit. Das, was sie in den Kriegsjahren erlebt haben, Etties erste Liebe, Josephs Verlust von Mutter und Bruder, das alles ist so wunderbar einfühlsam geschildert, dass man sich beinah als stiller Beobachter der jeweiligen Szenen fühlt. Man spürt die flirrende Hitze, das Summen der Zikaden, den Geruch von Lavendel. Der Schreibstil ist äußerst bildhaft, satt und voll. Man sieht die üppigen Kulissen der Bilder, Zitronen, Auberginen, Pfirsiche. Am meisten begeistert mich aber die Hauptfigur, Ettie. Nicht etwa der große Maler oder Joseph, der auch äußerst liebenswert gezeichnet ist, sondern die verschlossene mysteriöse, aber unglaublich starke Ettie. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt von einer so tollen Frauenfigur gelesen habe. Ihr Schicksal, ihre innere Zerrissenheit, ihre Angst, aber auch ihr Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Leidenschaft zur Kunst beeindrucken mich sehr. Ettie schleicht sich in mein Herz. Besonders passend finde ich, dass der Titel des Romans The Artist auch für die deutsche Fassung übernommen wurde. Das wunderbar farbenfroh gestaltete Cover, die zu erahnenden Pinselstriche und die üppige Farbgebung des Lavendels passen wunderbar zur Handlung. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Leseerlebnis, das sich langsam aufbaut, aber umso mehr berührt.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Von Heimat, Verlust und Familie

Elbland
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Ein sehr berührender Roman über eine verloren gegangene Familie, eine verlassene Heimat und eine tragische Vergangenheit. Als Ninas Mutter stirbt, kommt die Familie wieder zusammen. Katja, die kleine Tochter, ...

Ein sehr berührender Roman über eine verloren gegangene Familie, eine verlassene Heimat und eine tragische Vergangenheit. Als Ninas Mutter stirbt, kommt die Familie wieder zusammen. Katja, die kleine Tochter, der Liebling, die aber kurz vor der Wende aus der DDR geflohen ist. Der Vater, der die Traurigkeit und Stille in der Familie nicht mehr aushält und diese verlässt. Und Nina, der letztlich die Aufgabe zufällt für die Mutter da zu sein und die darüber ihre eigenen Ansprüche und Wünsche zurückstellt. Das Verhältnis zwischen den Schwestern ist eng, aber aufgrund der schwierigen Gefühle und Vorwürfe sehr angespannt. Dennoch spürt man sehr viel Liebe und Zugewandheit zwischen den Schwestern. Nach und nach offenbart sich in Rückblenden in den letzten glücklichen Familienurlaub, der tragisch endet, was im Sommer 1987 die Familie auseinander brechen lässt. Die Autorin nimmt uns aber noch weiter zurück. In kurzen Kapiteln erfährt man mehr über die Kindheit von Irma, der Mutter. Das einst behütete Leben in Böhmen endete jäh. Die deutsche Bevölkerung wurde aus der Region vertrieben, in Lager geschickt. Der geliebte Vater ist verschwunden, die Mutter zerbricht. Kaum vorstellbar, was die kleine Irma aushalten musste. Die Geschichte des kleinen Lutz berührt mich sehr. Irma wird hart, versteinert. Diese Wandlung vom lebensfrohen Kind zur zerstörten Frau ist erschütternd. Der Autorin gelingt es, diese Entwicklung und das ambivalente Verhältnis zu ihren eigenen Töchtern sehr eindringlich und greifbar darzustellen. Schreibstil und Sprache sind klar und ohne Firlefanz. Das unterstreicht die Eindringlichkeit zusätzlich. Ich hatte mich auf das Buch gefreut und eine mehrere Generationen umspannende Familiengeschichte erwartet. Dieses Buch birgt aber viel mehr. Für mich eines der Highlights in dem bisherigen Lesejahr.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Absoluter Volltreffer

Der Kuckucksjunge
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Wie schon der erste Thriller des Autors hat mich auch dieser total gepackt. Spannung pur, Adrenalin und verworrene Enden eines schrecklichen Verbrechens. Schon der Prolog, der ähnlich wie beim Vorgänger ...

Wie schon der erste Thriller des Autors hat mich auch dieser total gepackt. Spannung pur, Adrenalin und verworrene Enden eines schrecklichen Verbrechens. Schon der Prolog, der ähnlich wie beim Vorgänger in die 90er Jahre führt, lässt mich Gänsehaut bekommen. Kinder, die in einem Schilf verstecken spielen und auf eine Leiche stoßen. 30 Jahre später geschehen wieder schreckliche Taten nach dem gleichen Muster. Hängen die Fälle zusammen? Werden Hess und Naia den Täter rechtzeitig finden? Ja, dieser Thriller ähnelt von der Konstruktion dem Vorgänger. Der Spannungsbogen, die Art der Ermittlung, der Blick in die Vergangenheit. Dennoch wird es zu keiner Zeit langweilig. Atemlos verfolge ich die Ermittlungen. Auch die private Beziehung der Hauptfiguren nimmt etwas mehr Raum ein, als im ersten Teil. Man kommt beiden näher. Ich bin wieder begeistert und freue mich auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Erschreckend und hochaktuell

Die Praktikantin
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Mein erster Thriller von Horst Eckert und gleich ein Volltreffer. Spionage- und auch Politthriller fand ich bisher oft etwas verworren und für mich am Ende oft etwas unbefriedigend, weil die großen Probleme ...

Mein erster Thriller von Horst Eckert und gleich ein Volltreffer. Spionage- und auch Politthriller fand ich bisher oft etwas verworren und für mich am Ende oft etwas unbefriedigend, weil die großen Probleme und Intrigen zwar benannt, aber selten gelöst werden. Hier wird die düstere Aussicht eines Hyper War zwar auch nicht verhindert, aber das Buch lässt mich mit der Hoffnung zurück, dass guter, mutiger Journalismus aufmerksam beobachtet und aufmerksam macht. Die noch unerfahrene, mutige und sehr selbstbewusste Praktikantin Carla stößt auf eine spannende Geschichte, um einen russischen Journalisten. Es gelingt ihr den renommierten Reporter Jan ins Boot zu holen und gemeinsam decken sie nach und nach ein Geflecht von Geheimdiensten, Waffendeals und Lügen auf. Auch die kleineren Nebengeschichten sind gut und packend eingebunden. Die sehr interessanten Einblicke in die Welt der Redaktionen und Verlagshäuser großer Zeitungen geben zu denken. Was ist echter Journalismus noch wert, wenn es nur um Klicks, Reichweite und automatisierte Recherche und Texten durch KI geht? Durch die Perspektivwechsel zwischen den Kapiteln bleibt die Spannung hoch. Die kurzen Kapitel gefallen mir und passen zum rasanten Stil. Das Ende lässt für mich die Möglichkeit einer Fortsetzung offen, zumindest einem weiteren Thriller mit den sympathischen Journalisten. Carlas Vergangenheit bietet sicher noch einiges an Erzählstoff. Ein sehr packender, gut zu lesendes Politthriller, bei dem mich die Aktualität und wahrscheinlich auch Nähe zur Realität durchaus noch lange beschäftigen wird. Das einzige kleine Manko ist der Titel, der mir etwas zu beliebig daherkommt zwischen all den ähnlich klingenden Thrillern, die in den letzten Monaten auf den Markt gekommen sind. Das wird dem sehr starken Inhalt nicht wirklich gerecht. Es lohnt sich aber zuzugreifen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Absolut packend von der ersten bis zur letzten Seite

Der Kastanienmann
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Dieser Thriller ist wohl einer der besten, den ich in den letzten Monaten, wenn nicht im letzten Jahr gelesen habe. Ein absolut spannender Fall, vielschichtige, facettenreiche Ermittler, Wendungen, die ...

Dieser Thriller ist wohl einer der besten, den ich in den letzten Monaten, wenn nicht im letzten Jahr gelesen habe. Ein absolut spannender Fall, vielschichtige, facettenreiche Ermittler, Wendungen, die nicht an den Haaren herbeigezogen sind, sondern absolut logisch erscheinen und damit umso erschütternder sind. Im Mittelpunkt stehen mehrere Morde an Müttern, die ihre Kinder vernachlässigen oder sogar misshandeln. An jedem Tatort findet sich eine kleine Kastanienfigur. Die Frauen sind fürchterlich entstellt und wurden gequält. Das Buch ist hart, die Schilderung der Taten sehr brutal. Doch das Buch driftet an keiner Stelle, ins Voyeuristische ab. Der Schreibstil ist vielseitig und niveauvoll, durch die kurzen Kapitel äußerst spannend und kurzweilig. Schnell stoßen die Ermittler auf Parallelen zu einem Fall von Kindesentführung an einer Politikertochter. Der Fall scheint aufgeklärt, doch nach und nach verdichten sich die Indizien, dass die Lösung wohl doch nicht so einfach war wie gedacht. Das Thriller ist wirklich bis zum Ende spannend und hält die ein oder andere Überraschung bereit. Ich hoffe, dass es noch weitere Fälle, der etwas eigenwilligen und doch sehr menschlichen und sympathischen Ermittler geben wird. Ich bin Fan und freue mich schon auf den nächsten Teil. Eine absolute Leseempfehlung für Fans von Spannungsliteratur.

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