Familie, Mord und ein Capitano der lieber seine Ruhe gehabt hätte
Die Familie sehen und sterbenCapitano Rossi steht plötzlich mitten in einem Mordfall und eigentlich merkt man sofort: Der Mann hat damit ungefähr so viel gerechnet wie mit Schnee im Hochsommer. Zwei Tote innerhalb weniger Stunden ...
Capitano Rossi steht plötzlich mitten in einem Mordfall und eigentlich merkt man sofort: Der Mann hat damit ungefähr so viel gerechnet wie mit Schnee im Hochsommer. Zwei Tote innerhalb weniger Stunden im beschaulichen Tessin? Klingt erst mal nach Zufall. Aber schnell wird klar, hier brodelt mehr unter der Oberfläche als ein Espresso in einer italienischen Bar.
Capitano Enzo Rossi ist dabei ein herrlich unperfekter Ermittler. Ein bisschen eingerostet, ein bisschen stur und mit einer ordentlichen Portion Improvisation unterwegs. Genau das macht ihn aber so sympathisch. Während seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli schon längst im Ermittlungsmodus ist, stolpert Rossi eher in die Sache hinein und merkt dabei langsam, dass der Fall ihm näher kommt als ihm lieb ist.
Besonders stark ist die Atmosphäre. Toni Rivera schafft es mühelos, dieses sonnige Tessin mit all seinen engen Gassen, alten Familiengeschichten und unterschwelligen Spannungen lebendig werden zu lassen. Man spürt förmlich, dass hinter vielen Fassaden mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht.
Und dann kommt der Moment, in dem Rossi merkt, dass seine eigene Familie in den Fall verwickelt sein könnte. Spätestens da zieht die Geschichte richtig an. Loyalität, alte Rechnungen und dunkle Geheimnisse mischen sich zu einem Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch richtig persönlich wird.
Die Mischung aus trockenem Humor, starken Figuren und einer Geschichte voller Familienbande macht diesen Auftakt unglaublich unterhaltsam. Capitano Rossi hat definitiv das Zeug dazu, ein Ermittler zu werden, mit dem man noch viele Fälle verbringen möchte. Und ganz ehrlich: Wenn der zweite Band kommt, steht er bei mir schneller im Regal als der Espresso auf dem Tisch.