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Veröffentlicht am 12.03.2026

Familie, Mord und ein Capitano der lieber seine Ruhe gehabt hätte

Die Familie sehen und sterben
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Capitano Rossi steht plötzlich mitten in einem Mordfall und eigentlich merkt man sofort: Der Mann hat damit ungefähr so viel gerechnet wie mit Schnee im Hochsommer. Zwei Tote innerhalb weniger Stunden ...

Capitano Rossi steht plötzlich mitten in einem Mordfall und eigentlich merkt man sofort: Der Mann hat damit ungefähr so viel gerechnet wie mit Schnee im Hochsommer. Zwei Tote innerhalb weniger Stunden im beschaulichen Tessin? Klingt erst mal nach Zufall. Aber schnell wird klar, hier brodelt mehr unter der Oberfläche als ein Espresso in einer italienischen Bar.

Capitano Enzo Rossi ist dabei ein herrlich unperfekter Ermittler. Ein bisschen eingerostet, ein bisschen stur und mit einer ordentlichen Portion Improvisation unterwegs. Genau das macht ihn aber so sympathisch. Während seine ehrgeizige Assistentin Gemma Crivelli schon längst im Ermittlungsmodus ist, stolpert Rossi eher in die Sache hinein und merkt dabei langsam, dass der Fall ihm näher kommt als ihm lieb ist.

Besonders stark ist die Atmosphäre. Toni Rivera schafft es mühelos, dieses sonnige Tessin mit all seinen engen Gassen, alten Familiengeschichten und unterschwelligen Spannungen lebendig werden zu lassen. Man spürt förmlich, dass hinter vielen Fassaden mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht.

Und dann kommt der Moment, in dem Rossi merkt, dass seine eigene Familie in den Fall verwickelt sein könnte. Spätestens da zieht die Geschichte richtig an. Loyalität, alte Rechnungen und dunkle Geheimnisse mischen sich zu einem Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch richtig persönlich wird.

Die Mischung aus trockenem Humor, starken Figuren und einer Geschichte voller Familienbande macht diesen Auftakt unglaublich unterhaltsam. Capitano Rossi hat definitiv das Zeug dazu, ein Ermittler zu werden, mit dem man noch viele Fälle verbringen möchte. Und ganz ehrlich: Wenn der zweite Band kommt, steht er bei mir schneller im Regal als der Espresso auf dem Tisch.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Deutschland wie man es garantiert noch nie gehört hat

DUMONTs Unnützes Reisewissen Deutschland
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Manchmal stolpert man über ein Buch und denkt sich nach drei Seiten: Warum zum Teufel wusste ich das alles noch nicht? Genau dieses Gefühl hatte ich bei DUMONTs Unnützes Reisewissen Deutschland. Eigentlich ...

Manchmal stolpert man über ein Buch und denkt sich nach drei Seiten: Warum zum Teufel wusste ich das alles noch nicht? Genau dieses Gefühl hatte ich bei DUMONTs Unnützes Reisewissen Deutschland. Eigentlich wollte ich nur kurz reinblättern. Ein, zwei Fakten lesen, bisschen schmunzeln und das Buch wieder weglegen. Tja. Aus kurz wurde plötzlich eine ziemlich lange, sehr unterhaltsame Reise quer durch die kuriosesten Ecken Deutschlands.

Zwischen DIN-Normen für Handzahnbürsten, überraschenden Geschichten über Helmut Kohl und kleinen historischen Absurditäten merkt man schnell: Deutschland ist offenbar viel verrückter, als man im Alltag denkt. Während man sonst eher über Politik, Staus oder das Wetter redet, liefert dieses Buch genau die Fakten, die man bei der nächsten Runde am Tisch einfach so raushauen kann. Und plötzlich hört jeder zu.

Besonders stark ist, wie locker und pointiert die Infos präsentiert werden. Kein trockenes Lexikon, kein langweiliges Nachschlagewerk. Stattdessen kurze, knackige Anekdoten, bei denen man ständig denkt: Moment mal, stimmt das wirklich? Und genau dann erwischt man sich dabei, wie man direkt noch die nächste Seite liest.

Perfekt für Zugfahrten, für ein paar Minuten auf dem Sofa oder einfach zwischendurch. Das ist eines dieser Bücher, die man immer wieder zur Hand nimmt, weil irgendwo garantiert noch ein völlig absurder Fakt wartet.

Ein kleines bisschen Wehmut bleibt allerdings. Schade, dass es bis jetzt das letzte Buch aus der Reihe ist. Ehrlich gesagt hätte ich sofort Lust auf noch mehr unnützes Wissen. Von mir aus gern noch mehrere Bände davon. Denn selten hat sich unnütz so unterhaltsam angefühlt. 😬

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein treuer Begleiter auf dem Weg zum Pferdeführerschein

Pferdeführerschein Reiten
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Der Duft von Leder, das leise Schnauben eines Pferdes und die besondere Ruhe, die nur ein Ausritt in der Natur schenken kann. Genau dieses Gefühl begleitet mich beim Lesen von Pferdeführerschein Reiten ...

Der Duft von Leder, das leise Schnauben eines Pferdes und die besondere Ruhe, die nur ein Ausritt in der Natur schenken kann. Genau dieses Gefühl begleitet mich beim Lesen von Pferdeführerschein Reiten und macht das Buch zu einem wunderbaren Begleiter für alle, die sich ernsthaft und mit Herz auf die Prüfung vorbereiten möchten.

Die Inhalte sind klar, verständlich und unglaublich praxisnah aufgebaut. Vom richtigen Sitz im Sattel über die Vorbereitung des Pferdes bis hin zu wichtigen Verhaltensregeln beim Ausreiten wird alles Schritt für Schritt erklärt. Besonders schön finde ich, wie verständlich auch komplexere Themen vermittelt werden, sodass man sich nicht wie beim trockenen Lernen fühlt, sondern eher wie bei einer ruhigen Unterrichtsstunde im Stall.

Sehr hilfreich ist der Wissenscheck mit Fragen und Antworten. Dabei merkt man schnell, wo man sicher ist und wo man noch einmal nachlesen möchte. Das nimmt der Prüfung viel von ihrem Schrecken und sorgt für ein gutes Gefühl beim Lernen.

Besonders schön war für mich zu sehen, wie begeistert meine beiden großen Pferdekinder durch das Buch geblättert haben. Sie fanden es richtig spannend und haben sofort angefangen, sich gegenseitig Fragen aus dem Wissenscheck zu stellen. Genau so macht Lernen Spaß.

Ein rundum gelungener Begleiter für alle, die sich auf den Pferdeführerschein vorbereiten möchten und dabei nicht nur Wissen sammeln, sondern auch ein Stück Pferdeliebe zwischen den Seiten finden wollen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Netzer und die wilden Jahre des deutschen Fußballs

Günter Netzer
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Fußball kann vieles sein. Leidenschaft, Drama, Stammtischstoff. In den Siebzigern konnte er aber auch Stil haben. Genau das zeigt dieses großartige Buch über Günter Netzer, und nach ein paar Seiten wird ...

Fußball kann vieles sein. Leidenschaft, Drama, Stammtischstoff. In den Siebzigern konnte er aber auch Stil haben. Genau das zeigt dieses großartige Buch über Günter Netzer, und nach ein paar Seiten wird schnell klar, warum dieser Mann weit mehr war als nur ein genialer Spielmacher.

Zwischen alten Fotos, starken Momentaufnahmen und sehr persönlichen Einblicken entsteht hier das Bild eines Fußballers, der irgendwie immer ein bisschen größer wirkte als das Spiel selbst. Netzer war kein braver Mitläufer. Der Mann hatte Haltung, Haare, Stil und vor allem einen linken Fuß, der offenbar Dinge konnte, von denen andere Spieler nur träumten. Beim Lesen tauchen sofort Bilder auf von Borussia Mönchengladbach, von eleganten Pässen und von dieser lässigen Art, die Netzer zu einer echten Ikone gemacht hat.

Besonders stark ist, wie nah das Buch an den Menschen hinter der Legende herankommt. Mode, Autos, Zeitgeist, große Spiele und kleine Geschichten aus einer wilden Fußballzeit. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der nicht nur Daten und Fakten sammelt, sondern das Lebensgefühl dieser Ära wirklich versteht.

Das Zeitzeugeninterview bringt zusätzlich richtig Leben in die Seiten. Da spricht kein Denkmal aus Bronze, sondern ein Typ, der Fußball gelebt hat und genau wusste, dass er anders war als viele seiner Kollegen.

Am Ende bleibt ein Buch, das sich anfühlt wie eine Zeitreise in eine Epoche, in der Fußball noch Charakterköpfe hatte. Und ganz ehrlich, während man durch die Seiten blättert, wächst die Erkenntnis: Günter Netzer war nicht nur ein Fußballer. Er war Stil, Haltung und ein Stück Fußballkultur.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Briefe voller Funken und unausgesprochener Gefühle

Feuerfeder - Briefe an den König
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Zwischen funkelnden Worten und leisen Gefühlen entfaltet sich eine Geschichte, die sich anfühlt wie ein geflüsterter Brief bei Kerzenschein. Feuerfeder Briefe an den König beginnt beinahe unscheinbar mit ...

Zwischen funkelnden Worten und leisen Gefühlen entfaltet sich eine Geschichte, die sich anfühlt wie ein geflüsterter Brief bei Kerzenschein. Feuerfeder Briefe an den König beginnt beinahe unscheinbar mit einem gefundenen Mörser auf einem Acker und entwickelt daraus ein zartes, kluges Spiel aus Widerspruch, Stolz und unerwarteter Nähe.

Die Briefe zwischen der Protagonistin und König Laurent tragen die Handlung mit einer Intensität, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Jeder Austausch wirkt wie ein kleines Gefecht aus Worten, voller Ironie, Trotz und unterschwelliger Spannung. Besonders faszinierend ist dabei die Dynamik zwischen beiden Figuren. Laurent ist nicht der klassische Märchenkönig, sondern ein widersprüchlicher Charakter, der zwischen Macht, Sturheit und verletzlicher Neugier schwankt.

Während die Geschichte voranschreitet, wächst nicht nur die politische Spannung, sondern auch eine leise, gefährliche Anziehung. Genau dieses langsame Annähern hat mich besonders berührt. Es knistert zwischen den Zeilen, manchmal zart, manchmal wie ein Funke, der jederzeit ein größeres Feuer entfachen könnte.

Anne Danck schafft eine Atmosphäre, die sich märchenhaft und zugleich erstaunlich menschlich anfühlt. Manche Passagen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tempo vertragen, doch die emotionale Tiefe, der poetische Ton und die ungewöhnliche Erzählform haben mich dennoch verzaubert.

Eine Geschichte über Mut zum Widerspruch, über Stolz, Worte und darüber, dass selbst zwischen Feuer und Papier etwas Wunderschönes entstehen kann.

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