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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2023

Die Geschichte des Champagners

Die Champagnerfürstin
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Die Geschichte der beiden Frauen aus der Champagne berührte mich sehr. Die Autorin hat das Leben der "Grandes Dames"des Champagners sehr gut recherchiert und verknüpft. Hauptsächlich bedient sich Annette ...

Die Geschichte der beiden Frauen aus der Champagne berührte mich sehr. Die Autorin hat das Leben der "Grandes Dames"des Champagners sehr gut recherchiert und verknüpft. Hauptsächlich bedient sich Annette Fabiani aus dem Leben der Madame Clicquot. Hierbei erfahren wir sehr viel über die vielen Umschwünge in der französischen Geschichte und wie sich dies auf das Frauenbild ausgewirkt hat. Der Aufbau der Weltmarke Veuve Clicquot war nicht einfach und die Autorin lässt uns detailliert und interessant an dieser Geschichte teilhaben.
Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe dies in kürzester Zeit durchgelesen. So gut dieses Buch auch ist, wird es nicht Jedem gefallen. Wer Herzschmerz und Romantik sucht, ist hier fehl am Platz. Wer jedoch auf eine sehr gewitzte und kurzweilige Geschichte zweier Frauen in den Wirren des Krieges und dem Aufbau eines Unternehmens teilhaben will, wird in diesem Buch definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Teil 2

Die Rätsel meines Großvaters
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Mit "Die Rätsel meines Großvaters" gelingt Masateru Konishi eine leise, berührende und zugleich spannende Fortsetzung, die weit mehr ist als nur ein klassischer Kriminalroman. Im Zentrum stehen erneut ...

Mit "Die Rätsel meines Großvaters" gelingt Masateru Konishi eine leise, berührende und zugleich spannende Fortsetzung, die weit mehr ist als nur ein klassischer Kriminalroman. Im Zentrum stehen erneut Kaede und ihr an Demenz erkrankter Großvater – ein ungewöhnliches Ermittlerduo, das mit Herz, Verstand und der Kraft von Geschichten selbst die kniffligsten Fälle angeht.

Was dieses Buch besonders macht, ist die feine Balance zwischen Rätselspannung und emotionaler Tiefe. Die einzelnen Fälle – vom verschwundenen Weihnachtsmann bis hin zu einer rätselhaften Suizidserie – sind kreativ konstruiert und bieten genug Spannung, um einen durch die Seiten zu tragen. Doch im Kern geht es um etwas anderes: um Erinnerung, Vergänglichkeit und die verbindende Kraft von Literatur.

Der Großvater, dessen Gedächtnis zunehmend verblasst, wird nicht als tragische Figur reduziert, sondern als jemand dargestellt, der durch Geschichten weiterhin Zugang zur Welt findet. Gerade die Idee, Kriminalliteratur als Werkzeug zur Problemlösung und gleichzeitig als Brücke zwischen den Generationen zu nutzen, ist ein wunderbarer erzählerischer Kniff. Kaede wiederum wächst in ihrer Rolle – nicht nur als Lehrerin, sondern auch als Enkelin, die lernen muss, loszulassen und gleichzeitig festzuhalten.

Konishis Schreibstil ist ruhig, fast poetisch, ohne dabei an Spannung einzubüßen. Die Atmosphäre ist geprägt von einer sanften Melancholie, die sich durch das ganze Buch zieht, aber immer wieder von warmen, hoffnungsvollen Momenten durchbrochen wird. Besonders gelungen ist, wie sich die äußeren Fälle zunehmend mit den persönlichen Geschichten der Figuren verweben – bis die Grenzen zwischen Ermittlungen und eigenem Schicksal verschwimmen.

Die Rätsel meines Großvaters ist ein stiller, kluger Roman, der Krimi-Elemente mit tief berührenden Themen verbindet.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Gefühle

Natsume-san will aufblühen (Natsume-san 02)
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Der zweite Band von "Natsume-san will aufblühen" setzt die humorvolle und zugleich überraschend emotionale Boys-Love-Story rund um den etwas chaotischen Natsume fort. Die Reihe kombiniert romantische Comedy, ...

Der zweite Band von "Natsume-san will aufblühen" setzt die humorvolle und zugleich überraschend emotionale Boys-Love-Story rund um den etwas chaotischen Natsume fort. Die Reihe kombiniert romantische Comedy, persönliche Entwicklung und eine gute Portion Selbstironie – und hebt sich damit angenehm von vielen klassischen BL-Geschichten ab.

Im Mittelpunkt steht weiterhin Natsume, der nach mehreren gescheiterten Beziehungen beschlossen hat, sein Liebesleben endlich in den Griff zu bekommen. Sein ungewöhnlicher Plan: Mit professioneller Hilfe möchte er lernen, ein besserer Partner zu werden. So begegnet er dem Escort Kou – und aus der zunächst rein praktischen Zusammenarbeit entwickelt sich nach und nach eine echte Beziehung.

Im neuen Band merkt Natsume langsam, wie viel ihm Kou tatsächlich bedeutet. Während er versucht, seinem coolen und fürsorglichen Freund gerecht zu werden, zeigt die Geschichte auch seine persönliche Entwicklung: Aus dem unsicheren, etwas überdrehten Protagonisten wird zunehmend jemand, der seine Gefühle ernst nimmt und Verantwortung in der Beziehung übernehmen möchte.

Für zusätzlichen Schwung sorgt das Auftauchen von Natsumes Kindheitsfreund Kurumi, der aus dem Ausland zurückkehrt. Diese Begegnung bringt neue Dynamik in die Handlung und sorgt sowohl für humorvolle als auch für nachdenkliche Momente.

Der Manga überzeugt besonders durch seinen lockeren Ton. Viele Szenen sind sehr witzig geschrieben, gleichzeitig schafft die Geschichte immer wieder kleine emotionale Augenblicke zwischen Natsume und Kou. Auch die Zeichnungen unterstützen diese Mischung gut: Die Figuren wirken lebendig und ausdrucksstark, und die romantischen Szenen sind stilvoll umgesetzt.

Natsume-san will aufblühen bietet eine unterhaltsame Mischung aus romantischer Comedy, persönlichem Wachstum und charmanten Charakteren.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Fast schon zu viele Ängste

Unbegründete Ängste
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Der Roman "Unbegründete Ängste" von Res Sigusch erzählt mit viel Feingefühl, Humor und klarem Blick von einer Angst, die viele Menschen kennen – auch wenn sie oft unausgesprochen bleibt oder für einige ...

Der Roman "Unbegründete Ängste" von Res Sigusch erzählt mit viel Feingefühl, Humor und klarem Blick von einer Angst, die viele Menschen kennen – auch wenn sie oft unausgesprochen bleibt oder für einige unbegründet scheint. Im Mittelpunkt steht Christian Lotz, 30 Jahre alt, queer, Single und wohnhaft in einer sächsischen Kleinstadt. Nach außen wirkt sein Leben ziemlich geordnet: Er arbeitet im Fitnessstudio, ist sportlich, attraktiv und trifft sich jeden Sonntag mit seinen Eltern zum Sektfrühstück. Doch hinter dieser scheinbaren Normalität verbirgt sich ein Kopf, der kaum zur Ruhe kommt.

Christian denkt viel – vielleicht zu viel. Ständig kreisen seine Gedanken darum, wie er auf andere wirkt, warum er noch nicht den richtigen Partner gefunden hat oder was die Zukunft bringen wird. Klimawandel, politische Entwicklungen, Pandemien oder mögliche Krankheiten: Für Christian endet fast jeder Gedanke im schlimmsten denkbaren Szenario. Besonders seine exzessiven Internetrecherchen zu gesundheitlichen Symptomen verstärken diese Spirale aus Sorgen und Selbstzweifeln. Aus anfänglicher Unsicherheit wird mit der Zeit eine allgegenwärtige Angst, die keinen konkreten Auslöser mehr braucht.

Was „Unbegründete Ängste“ so besonders macht, ist die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Res Sigusch gelingt es, ein schweres Thema wie Angststörungen mit einer überraschenden Portion Humor und Selbstironie zu erzählen. Christian ist eine Figur, in der man sich trotz – oder gerade wegen – seiner übertriebenen Sorgen schnell wiedererkennt. Seine Gedankenspiralen sind oft gleichzeitig tragisch und komisch, weil sie so nah an alltäglichen Unsicherheiten liegen.

Der Roman stellt große gesellschaftliche Fragen im Kleinen: Wie lebt man mit ständiger Unsicherheit in einer Welt, die ohnehin voller Krisen scheint? Wie sehr lassen wir uns von Ängsten leiten, die vielleicht gar keinen realen Ursprung haben? Und wie wichtig ist es, über diese Gefühle zu sprechen?

„Unbegründete Ängste“ ist ein kluger, zeitgeistiger und zugleich sehr menschlicher Roman, der zeigt, wie eng Humor und Verletzlichkeit manchmal beieinanderliegen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Eine Reise in die eigene Vergangenheit

Träume aus Salz
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Der Roman "Träume aus Salz" von Anika Landsteiner ist eine leise, atmosphärische Geschichte über Erinnerung, Intuition und die Schwierigkeit, sich der eigenen Wahrheit zu stellen

Im Mittelpunkt steht ...

Der Roman "Träume aus Salz" von Anika Landsteiner ist eine leise, atmosphärische Geschichte über Erinnerung, Intuition und die Schwierigkeit, sich der eigenen Wahrheit zu stellen

Im Mittelpunkt steht Flo, die gemeinsam mit ihrem Freund Matty eine Woche auf einer kleinen griechischen Insel verbringt. Eigentlich könnte alles perfekt sein: das azurblaue Meer, warme Nächte unter dem Mondlicht und das Gefühl, für einen Moment dem Alltag entkommen zu sein. Doch Flo trägt etwas mit sich, das zwischen ihr und dieser scheinbaren Leichtigkeit steht. Ein Geheimnis, das sie Matty nicht erzählen kann – oder vielleicht nicht erzählen will.

Als sie der geheimnisvollen Sofia begegnet und sich von ihr die Karten legen lässt, beginnt sich langsam ein Strudel aus Erinnerungen zu öffnen. Stück für Stück wird deutlich, dass Flo sich nicht nur auf einer Reise durch die sommerliche Inselwelt befindet, sondern vor allem auf einer inneren Reise zu sich selbst. Vergangenheit und Gegenwart beginnen zu verschwimmen, und immer stärker stellt sich die Frage, wie lange man vor der eigenen Wahrheit davonlaufen kann.

Was diesen Roman besonders macht, ist die ruhige, feinfühlige Art, mit der Anika Landsteiner erzählt. Ihre Sprache ist klar und zugleich poetisch, manchmal fast meditativ. Viele Szenen leben weniger von großen dramatischen Momenten als von Stimmungen, Gedanken und kleinen Beobachtungen. Gerade dadurch entfaltet die Geschichte eine besondere Intensität. Man spürt die Hitze des Sommers, das Salz auf der Haut und gleichzeitig die Schwere der unausgesprochenen Gefühle.

„Träume aus Salz“ ist kein schneller Plotroman, sondern ein Buch, das sich langsam entfaltet und Raum für Reflexion lässt. Es geht um Selbsttäuschung, um das Vertrauen in die eigene Intuition und um den Mut, sich den Dingen zu stellen, die man vielleicht lange verdrängt hat.

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