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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

die Glücksformel

Happiness Falls
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Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen ...

Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen abgelenkt, musste mich erst einfinden und herausfiltern, was für den Background an Informationen wichtig ist und was Geplänkel und Lückenfüllerthemen sind. Mit der Zeit wird der Roman allerdings vielschichtiger und tiefgreifender. Nachdem der Vater von einem Spaziergang mit Eugene, dem 14-jährigen autistischen, stummen Sohn, nicht vom Spaziergang zurückkehrt, versucht Mia alle Puzzleteile, die ihr zur Verfügung stehen, zusammenzusetzen und herauszufinden, was geschehen ist. Eugene kann sich nicht verbal ausdrücken, wird von vielen dadurch nicht ernst genommen, vorverurteilt und als unintelligent eingestuft. Gerade Eugene wird hier ein großer Raum für seine Geschichte und für seinen persönlichen Charakter gegeben, das finde ich schön. Aus philosophischer Sicht steht die Frage danach, was wir als Glück empfinden und wie Glück messbar ist im Zentrum. Mia analysiert, erzählt, reflektiert – und wenn man sich erst an ihre Gedanken und ihren Erzählstil angepasst hat, kann man sie sehr gut verstehen und sich mitnehmen lassen auf ihre Gedankenreise von Logik, Wissenschaft, Philosophie bis hin zu ihrer eigenen Familiengeschichte.

Veröffentlicht am 01.04.2026

leider ohne Tiefgang

Die Yacht
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Der Thriller startet mit einer Silvesterparty, die glamourös beginnt und sich durch Alkohol und Drogen schnell hochschaukelt, sodass sie mit einem Albtraum endet. Hannah fühlt sich inmitten der reichen ...

Der Thriller startet mit einer Silvesterparty, die glamourös beginnt und sich durch Alkohol und Drogen schnell hochschaukelt, sodass sie mit einem Albtraum endet. Hannah fühlt sich inmitten der reichen und überheblichen Partygäste auf der Yacht unwohl, obwohl es eigentlich ihre Freundinnen sein sollten, merkt sie sehr schnell, dass sie mit dem übertriebenen Leben und der Oberflächlichkeit nichts mehr zu tun haben möchte. Gut gelungen finde ich das Setting: Abgeschieden auf der Yacht, vor allem, als diese dann auch noch abdriftet und auf offener See herumdümpelt, ohne Strom, ohne Vorräte und ohne Kontrolle. Hier merkt man auch schön, dass die Stimmung sehr schnell kippt und sich jede/r selbst am nächsten ist. Der Überlebenskampf und die Eskalation der Situation entwickelten sich überraschend schnell und brutal. Gleichzeitig finde ich die Charaktere klischeehaft dargestellt, zu übertrieben und oberflächlich, sodass man als Leserin nahezu zu keinem der Charaktere eine tiefere Beziehung herstellen kann, ausgenommen von Hannah. Mir haben interessante Gespräche, realistische Themen und im Mittelteil die Spannung gefehlt.
Wer unterhaltsame Survival-Thriller mag, ohne auf Tiefgang wertzulegen, wird bestimmt spannende Lesestunden bereitet bekommen.

Veröffentlicht am 18.03.2026

Konkollegen

39 Grad Mord
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Der Kriminalroman ist der zweite Teil der Serie mit der dänischen Autorin mit Schreibblockade und selbsternannte Hobbyermittlerin Hannah. Diesmal wird Hannah von ihrem Verleger nach Sizilien geschickt, ...

Der Kriminalroman ist der zweite Teil der Serie mit der dänischen Autorin mit Schreibblockade und selbsternannte Hobbyermittlerin Hannah. Diesmal wird Hannah von ihrem Verleger nach Sizilien geschickt, um dort ihre Inspiration für ihren Kriminalroman zu finden. Leider bekommt man als Leserin von der Schönheit der Landschaft und der Kultur des Landes nicht viel geboten, dafür werden sämtliche Klischees von korrupter Polizei bis Mafia bedient.
Hannah hat ein Händchen dafür, dass sie sich schon am zweiten Tag wieder in einer Mordermittlung befindet, sogar als eine der Hauptverdächtigen. Als Charakter ist Hannah chaotisch, spontan und neugierig und sie lässt kein Fettnäpfchen aus, sodass sie eher oberflächlich wahrgenommen wird. Ihre Liebesbeziehung oder geplante Beziehung zu Margret nehme ich ihr nicht ganz ab, sie wirkt für mich weder verliebt noch authentisch.
Die Streitereien und der Konkurrenzkampf zwischen Hannah und Jorn waren im ersten Teil ein Ansporn und lustig, diesmal wirkt es allerdings schon abgeflacht und nicht mehr neu. Sie bezeichnen sich selbst als „Konkollegen“, was ein Wortspiel aus Konkurrenten und Kollegen ist.
Die Grundstimmung des Kriminalromanes soll eher locker, leicht, witzig sein und auch die Mordermittlungen verlaufen nach einem vorhersehbaren Schema und die Verdächtigen sind als Leser
in bald enttarnt und somit am Ende keine große Überraschung mehr. Der zweite Teil konnte leider mit dem ersten Teil nicht konkurrieren, vielleicht hat auch das altbekannte Schema beim zweiten Mal nicht mehr so gut funktioniert? Mir war das Buch zeitweise zu langatmig und zu oberflächlich.

Veröffentlicht am 10.03.2026

es fehlt die Leichtigkeit

Zorn – Die Akte Heinlein
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Der Thriller ist bereits der 15. Teil der Serie, obwohl ich diesen Teil nicht als Thriller bezeichnen würde, sondern eher als Kriminalroman. Nachdem ich die vorigen Teile auch gelesen habe, war ich mit ...

Der Thriller ist bereits der 15. Teil der Serie, obwohl ich diesen Teil nicht als Thriller bezeichnen würde, sondern eher als Kriminalroman. Nachdem ich die vorigen Teile auch gelesen habe, war ich mit den Hauptakteurinnen wie Zorn, Schröder, Frida schon vertraut, auch Heinlein, der in diesem Teil einen Hauptpart eingenommen hat, ist schon des Öfteren in den Vorgängern vorgekommen. Für Neueinsteigerinnen wird es schwierig die Zusammenhänge und Hintergründe zu durchblicken, vor allem, da dieser Teil auch wirr und sprunghaft wirkt. Als Leser*in ist man zwar schnell mitten im Geschehen drinnen, danach entwickeln sich die Ermittlungsarbeiten und die Kapitel im Delirium etwas unübersichtlich und gewöhnungsbedürftig. Meinen Geschmack hat es diesmal nicht ganz getroffen. Die Wortwitze zwischen Zorn und Schröder waren mir Großteils auch schon bekannt und Frida wirkt diesmal auch verändert und unsympathisch. Die gesamte Grundstimmung ist bedrückend und düster, es fehlt mir im Vergleich zu den vorigen Teilen zumindest an gewissen Stellen die Leichtigkeit, die auch Dackel Dumbo nicht hineinbringen kann, leider. Für den nächsten Teil wünsche ich mir wieder ein paar positive Vibes und etwas Leichtigkeit, neue charmante Wortwitze und Beziehungsarbeit zwischen Frida und Zorn.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Potenzial nicht ausgeschöpft

Zwei in einem Bild
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Die Idee einer Liebesgeschichte in Verbindung mit Kunst, in diesem Fall in einem Bild, finde ich märchenhaft und ich hatte vor dem Lesen eine romantische Vorstellung über den Verlauf der Geschichte. Meine ...

Die Idee einer Liebesgeschichte in Verbindung mit Kunst, in diesem Fall in einem Bild, finde ich märchenhaft und ich hatte vor dem Lesen eine romantische Vorstellung über den Verlauf der Geschichte. Meine Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt, der Beginn war bezaubernd, die Leseatmosphäre angenehm und ruhig, die Beschreibung bildhaft und schön, sodass man sich als Leser*in die Geschichte von Jean und Claire hineinträumen kann. Der Ort des Geschehens, das Museum, hat für mich generell eine gewisse Faszination und die Idee, dass jemand in einem Gemälde lebt und auch mit der realen Welt in Kontakt treten kann, finde ich spannend. Der Aufbau der Beziehung zwischen Jean und Claire war auch sehr spannend zu lesen, danach flacht die Geschichte inhaltlich und emotional leider etwas ab, wird vorhersehbar und bleibt oberflächlich, eine emotionale Tiefe kann ich nicht nachempfinden. Schade, die Geschichte hätte das Potenzial zu einer dramatischen und emotionalen Geschichte, aber das Potenzial wurde hier, vor allem in der zweiten Hälfte, leider nicht ausgeschöpft.