die Glücksformel
Happiness FallsDer Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen ...
Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen abgelenkt, musste mich erst einfinden und herausfiltern, was für den Background an Informationen wichtig ist und was Geplänkel und Lückenfüllerthemen sind. Mit der Zeit wird der Roman allerdings vielschichtiger und tiefgreifender. Nachdem der Vater von einem Spaziergang mit Eugene, dem 14-jährigen autistischen, stummen Sohn, nicht vom Spaziergang zurückkehrt, versucht Mia alle Puzzleteile, die ihr zur Verfügung stehen, zusammenzusetzen und herauszufinden, was geschehen ist. Eugene kann sich nicht verbal ausdrücken, wird von vielen dadurch nicht ernst genommen, vorverurteilt und als unintelligent eingestuft. Gerade Eugene wird hier ein großer Raum für seine Geschichte und für seinen persönlichen Charakter gegeben, das finde ich schön. Aus philosophischer Sicht steht die Frage danach, was wir als Glück empfinden und wie Glück messbar ist im Zentrum. Mia analysiert, erzählt, reflektiert – und wenn man sich erst an ihre Gedanken und ihren Erzählstil angepasst hat, kann man sie sehr gut verstehen und sich mitnehmen lassen auf ihre Gedankenreise von Logik, Wissenschaft, Philosophie bis hin zu ihrer eigenen Familiengeschichte.