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Veröffentlicht am 26.06.2017

Die dunklen Gassen des Himmels

Die dunklen Gassen des Himmels
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Der bekannte Fantasy- Autor Tad Williams hat mit „Die dunklen Gassen des Himmels“ den Auftakt einer Trilogie geschrieben. Im Mittelpunkt dieser Reihe steht der Engel Bobby Dollar, welcher nicht die typischen ...

Der bekannte Fantasy- Autor Tad Williams hat mit „Die dunklen Gassen des Himmels“ den Auftakt einer Trilogie geschrieben. Im Mittelpunkt dieser Reihe steht der Engel Bobby Dollar, welcher nicht die typischen Klischees eines Engels bedient.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Bobby Dollar ist ein Engel – und als Engel weiß er so ziemlich alles über die Sünden der Menschen. Er ist nämlich Anwalt für die jüngst Verstorbenen, um die zwischen Hölle und Himmel erbittert gekämpft wird. Neben seinen Geschäftsreisen zu den Opfern von Autounfällen, zu plötzlich an einer Herzattacke Verstorbenen treibt Bobby Dollar sich viel in himmlischen Bars und Vergnügungslokalen herum. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis eines Tages die Seele eines Toten verschwunden ist. Hat 'die andere Seite' sie gestohlen – der Anwalt der Hölle? Waren es Hintermänner im Himmel? Ein neues Kapitel im Krieg zwischen Himmel und Hölle beginnt, und der Engel Bobby steckt mittendrin …

Die Grundidee zu diesem Buch hat mir ganz gut gefallen und hat sofort mein Interesse geweckt. Die Idee, ein Buch über den Konflikt zwischen Himmel und Hölle oder auch Engeln und Dämonen zu schreiben ist definitiv nicht neu – dennoch verleiht Williams gekonnt dieser Grundidee seinen eigenen Touch. Er hat teilweise recht skurrile Einfälle und allgemein überzeugt dieses Buch durch seinen Ideenreichtum. Der Autor hat hier wirklich seine eigene Art gefunden, mit all diesen Klischees aufzuräumen und etwas ganz eigenes zu erschaffen. So sind seine Engel nicht blond gelockt und unschuldig, nein jeder Engel hat seine Eigenarten und wirkt teilweise etwas überspitzt und dennoch originell. Der Protagonist in „Die dunklen Gassen des Himmels“ ist der Engel Bobby Dollar. Er ist ein Anwaltsengel und kämpft für die Seelen der vor kurzem Verstorbenen, damit ihre Seele in den Himmel und nicht in die Hölle kommt. Er ist kein stereotypischer Engel, Bobby Dollar ist misstrauisch und hinterfragt gerne diverse Sachen, auch hadert er teilweise mit dem Konzept des Himmels. Zu gerne würde er wissen, was er in seinem irdischen Leben erlebt hat, wer er war. Auch hat dieser Engel ein Talent in gefährliche Situationen zu geraten. So auch in diesem Auftakt zu der Reihe rund um Bobby Dollar. Er gelingt ganz zufällig in einige wirklich bedrohliche Situationen und weiß sehr lange eigentlich nicht, worum es genau geht und warum er die Zielscheibe ist. Er hat eine recht lockere Zunge, wodurch er sich nicht selten auch Feinde macht. Das Fantasy- Buch wird aus der Ich- Perspektive des Anwaltsengels erzählt. So bekommt der Leser einen recht guten Einblick in die Gedankengänge des Engels. Man lernt an seiner Seite die Stadt kennen, aber auch einen Einblick in den Himmel nach Williams Vorstellung erhält der Leser. Mir hat diese Darstellung gefallen, sie ist nicht zu romantisiert und zeigt auch die Schattenseiten dieses Konzeptes. Durch den Erzählstil weiß der Leser nur soviel, wie auch der Protagonist weiß. Man bekommt bruchstückhaft Informationen und versucht dessen Zusammenhänge zu entschlüsseln. Dadurch wird der Spannungsbogen hochgehalten, man möchte gerne wissen, in was Bobby Dollar eigentlich hineingeraten ist und was hinter all dem steckt, wie diese Vorfälle zusammen hängen. Innerhalb dieses Abenteuers muss Bobby Dollar einige Abenteuer bestreiten und nicht selten muss er sich aus gefährlichen Situationen heraus manövrieren. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Buch einiges an Action zu bieten hat. Besonders zu Ende des Werkes gibt es einige actionreiche Szenen, die meiner Meinung nach gut umgesetzt wurden sind. Auch der Einstieg in das Buch beginnt bereits actiongeladen. Auf den ersten Seiten kämpft Bobby gegen Dämonen. An der spannendesten Stelle wird jedoch abgebrochen. Nur um in den darauf folgenden Kapiteln zu erzählen, wie er überhaupt in diese beunruhigende Situation gelangt ist. Ich finde, Tad Williams hat diesen Einstieg gut gemeistert. Das Interesse wurde geweckt, man möchte gerne wissen, was es mit diesem Gespräch und der Lage im Allgemeinen auf sich hat.
Leider konnte mich der Schreibstil des Autors diesmal nicht vollkommen überzeugen. Dieser war anders im Vergleich zu den bisherigen Büchern, welche ich bereits von Tad Williams gelesen habe. Besonders zu Beginn des Buches wirkte er auf mich gezwungen sarkastisch. Mir wurden zu oft sarkastische Bemerkungen gemacht. Es wirkte auf mich, als wollte der Autor beweisen, dass er auch lustig schreiben kann. Dies kann Williams auch, aber besonders zu Beginn wäre manchmal weniger Sarkasmus einfach mehr gewesen. Ich mochte die sarkastische Seite des Engels, doch teilweise wirkte es auf mich einfach zu überladen. Ansonsten war der Schreibstil wieder gewohnt flüssig. Man merkt, dass der Autor weiß, wie man mit Worten umgeht - damit eine stimmige Atmosphäre und Bilder erschafft. Ein weiterer negativer Punkt war für mich die eingebundene Liebesgeschichte. Diese ging mir persönlich viel zu plötzlich und teilweise war sie für mich auch unrealistisch.
Die Geschichte ist in sich relativ abgeschlossen. Einige Fragen werden offen gelassen, die wesentlichen Themen werden jedoch geklärt. Die Neugier, wie es wohl mit Bobby Dollar weitergeht, wird ohne einen großen Cliffhanger geweckt.

Insgesamt hat Tad William mit „Die dunklen Gassen des Himmels“ einen interessanten Reihenauftakt geschaffen, wobei mich besonders die Umsetzung der Grundidee überzeugen konnte. Auf Grund ein paar Kritikpunkte meinerseits möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 10.06.2017

Das Herz des Verräters

Das Herz des Verräters
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Der fantastische Jugendroman „Das Herz des Verräters“ von Mary E. Pearson ist der zweite Teil der Trilogie mit dem Titel Die Chroniken der Verbliebenen. Man sollte im Vorfeld bereits den ersten Teil „Der ...

Der fantastische Jugendroman „Das Herz des Verräters“ von Mary E. Pearson ist der zweite Teil der Trilogie mit dem Titel Die Chroniken der Verbliebenen. Man sollte im Vorfeld bereits den ersten Teil „Der Kuss der Lüge“ gelesen haben, da man ansonsten Schwierigkeiten haben wird, der Handlung zu folgen. Auch setzt „Das Herz des Verräters“ nahtlos an den ersten Teil an.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Seit Lia in den feindlichen Palast verschleppt wurde, muss sie um ihr Leben fürchten. Rafe ist zwar an ihrer Seite, aber hier kann auch er sie nicht mehr beschützen. Der Komizar von Venda will Lias Tod - und erst als Kaden ihm verrät, dass Lia die Gabe der Vorsehung besitzt, steigert das in den Augen des Feindes Lias Wert. Sie gewinnt Zeit - doch was sagt ihr der Blick in die Zukunft? Lia muss wichtige Entscheidungen treffen und einen Weg finden, um endlich ihrem Gefängnis zu entfliehen...

Auch beim zweiten Teil konnte mich die Gestaltung wieder in ihren Bann ziehen. Ich finde die Covergestaltung sehr ansprechend, ein gewisser Zusammenhang zum Inhalt des Buches ist erkennbar. Besonders hat mir auch die Karte im Buch gefallen, welche wieder wunderbar gestaltet war.
Der Schreibstil von Mary E. Pearson ist sehr angenehm, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Pearson schafft es gekonnt, mit ihren Worten Bilder zu erschaffen. Ihre Art zu schreiben gefällt mir sehr, sie konnte mich mit Worten in ihren Bann ziehen. Und auch wenn inhaltlich nicht wirklich viel geschehen ist, so hat mich der Erzählstil gefesselt und konnte mich von dem Talent der Autorin überzeugen.
Gut gefallen hat mir auch die Gestaltung von Venda. In dem zweiten Teil werden wir zusammen mit Lia und Rafe in das raue Land Venda entführt, lernen dort ihre Sitten und Bräuche besser kennen und erhalten auch einen guten Einblick in die Bevölkerung. Dieses Land verlangt so einiges von den Bewohnern dieses unwirtschaftlichen Gebietes und so ist es nicht verwunderlich, dass auch dieses Volk rauer ist, aber dennoch in keinster Weise barbarisch, wie man in anderen Ländern dieser fantastischen Welt immer behauptet. Mir hat dieser Einblick in Venda sehr gefallen. Die Art der Darstellung konnte mich ebenfalls überzeugen. Teilweise hat der Leser immer mehr von den Sitten und auch von der Bevölkerung lernen dürfen und hat zusammen mit Lia die neue und fremdartige Umgebung erkundet. Im zweiten Band lernen wir auch mehr über die Geschichte dieser Welt. Der Leser bekommt einen besseren Einblick in Gaudrels Vermächtnis. Mir hat es gefallen, dass die Vergangenheit und das Geheimnis darüber etwas klarer gestaltet werden. In „Der Kuss der Lüge“ war dies alle noch sehr nebulös gehalten, in „Das Herz des Verräters“ wird alles ein bisschen ersichtlicher und detailierter, man bekommt ein bisschen mehr Wissen darüber vermittelt, wobei natürlich noch nicht alles aufgelöst wird, da ich mir gut vorstellen kann, dass diese Passagen auch im dritten Teil beibehalten werden.
Auch der zweite Band ist wieder in unterschiedliche Erzählperspektiven aufgeteilt, wobei der Part von Lia wohl den meisten Raum einnimmt. Schade finde ich es, dass die Perspektive von Pauline so wenig Raum bekommt. Auch diese Geschichte hatte einiges an Spannung zu bieten und hätte mich durchaus interessiert, dennoch wird dieser recht kurz gehalten, sodass manche Ereignisse nur sprunghaft erzählt werden. Der Erzählpart von Lia dagegen ist recht ausgeprägt und von ihrer Sicht erfahren wir recht viel. Man erfährt, wie sie sich in Venda einlebt und sich an ihre Gefangenschaft und die damit einhergehenden Umstände gewöhnt. Im Vergleich zum ersten Teil wirkt Lia hier viel reifer und erwachsener. Sie ist bedachter, überlegt auch mal, bevor sie etwas sagt oder handelt. Sie ist sich bewusst, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben könnten und nicht nur sich selber könnte sie durch ihre Taten in Gefahr bringen. Dennoch ist sie manchmal immer noch recht unbedacht und temperamentvoll. Leider war mir Lia nicht immer sympathisch. Gewisse Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar. Auch fand ich die Art ihrer Gefangenschaft doch recht locker. Dafür, dass Venda keine Gefangenen macht und diese meist sofort hinrichtet, hatte Lia doch recht viele Freiheiten. Besonders haben mir die Szenen gefallen, in denen Lia ihre Andachten hält. Bei denen die Bevölkerung von Venda lauscht und diese Geschichten sie in ihren Bann ziehen. Diese waren immer sehr atmosphärisch geschrieben und haben die Beziehung zwischen Lia und dem einfachen Volk von Venda gut charakterisiert. Gefallen hat mir auch die Entwicklung von Kaden. Wir erfahren so einiges über seine Vergangenheit oder auch über sein Leben und seine Stellung in Venda. Durch diesen Einblick in sein bisheriges Leben ist mir Kaden näher gekommen und ich konnte sein Verhalten besser verstehen. Auch der Gegenpart, welcher durch den Komizar besetzt wurde, hat mir gut gefallen. Dieser ist listig und verfolgt seine eigenen Ziele. Er versucht mit allen Mitteln das Beste für sein Volk zu erreichen und hat dabei einige clevere Pläne, die er verfolgt. Ich fand seinen Part wirklich sehr interessant, mir hat es gefallen, dass er Tiefe hatte und nicht einfach nur als der Bösewicht hingestellt wurde.
Was mich persönlich nicht so ganz überzeugen konnte: der Spannungsaufbau. Die ersten Seiten haben mir wirklich gut gefallen. Venda wird atmosphärisch beschrieben und man bekommt einen Einblick in das Leben dieses Volkes. Doch schnell flacht dieser Spannungsbogen ab und inhaltlich passiert leider nicht wirklich viel. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt. Hier hat mich der wunderbare Erzählstil fesseln können, jedoch nicht die Story an sich. Der Schluss ist wirklich nochmal rasant gehalten und der Cliffhanger ist wirklich fies – man möchte einfach wissen, wie es nun weitergeht. Die Geschichte ist an sich eher ruhig gehalten – wenn man vom Ende des zweiten Bandes absieht. Die meiste Zeit passiert nicht wirklich viel, inhaltlich konnte mich die Geschichte nicht vollständig in seinen Bann ziehen.

Leider konnte mich Mary E. Pearson mit „Das Herz des Verräters – Die Chroniken der Verbliebenen“ nicht vollständig überzeugen, besonders der Mittelteil hatte meiner Meinung nach ein paar Schwächen. Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Daher kann ich leider nur 3,5 Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 10.03.2026

Seelenwächter

Guardian 1. Seelenwächter
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Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse ...

Mit dem Danmei-Light- Novel „Guardian – Seelenwächter“ hat die Autorin Priest ihren Reihenauftakt rund um die Abteilung für Sonderermittlungen geschrieben. Für dieses Buch sind keinerlei Vorkenntnisse relevant.

Klappentext:
Der junge Ermittler Zhao Yunlan leitet eine verdeckte Abteilung des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, die sich mit dem Übernatürlichen befasst. Gemeinsam mit seinem Team und seiner sprechenden Katze Daqing muss Yunlan die Grenzen zwischen der Welt der Sterblichen und der Unterwelt häufig überschreiten. Hinter Yunlans großspuriger, lässiger Art verbergen sich ein scharfer Verstand und ein Arsenal an arkanem Wissen, die er einsetzt, um seine Fälle zu lösen. Bei der Untersuchung eines furchtbaren Todesfalls an einer Universität trifft Zhao Yunlan auf den mysteriösen Professor Shen Wei. Zhao Yunlan ist sofort von Shen Weis gutem Aussehen und seiner geheimnisvollen Art fasziniert. Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist unleugbar, auch wenn Shen Wei versucht, auf Distanz zu bleiben. Schon bald stellt Zhao Yunlan fest, dass er das Rätsel um Shen Wei lösen muss, wenn er seinen aktuellen Fall aufklären will – der ihn und den attraktiven Professor tiefer als jemals zuvor in die Unterwelt führen wird.

Bei diesem Buch, welches in China sehr erfolgreich war, hat mich vor allem der Klappentext neugierig gemacht. Eine Abteilung im Ministerium, welche sich mit Fällen im Bereich des Übernatürlichen befasst – hier konnte mich die Grundidee sofort begeistern. Als ich dann noch gesehen habe, dass eine Katze eine wesentliche Rolle spielt, war für mich sofort die Entscheidung klar, dass ich dieses Werk nur zu gerne lesen möchte.
Schon die Gestaltung konnte mich auf den ersten Blick überzeugen, sie ist sehr liebevoll gestaltet. Es gibt ansprechende Illustrationen, welche dem Leser gewisse Szenen und auch Charaktere verdeutlicht. Sehr hilfreich ist aber vor allem das ausführliche Glossar. Im anhang befindet sich ein umfangreiches Personenregister, aber auch eine Einführung in die übernatürlichen Wesen und Orte. Sehr hilfreich ist auch der Einblick in die Mythologie und Volkskunde Chinas. Dies hilft dem Leser, dass man gewisse Szenen besser verstehen und einordnen kann. Zusätzlich ist auch ein Leitfaden zur Aussprache der Wörter beigefügt worden, welcher ebenfalls zum umfangreichen Bonusmaterial gehört.
Leider hatte ich ein paar Schwierigkeiten, in dieses Buch hineinzukommen. Als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen geworfen, es geht auf jeden Fall bereits auf den ersten Seiten zur Sache. Dabei lernt man die Protagonisten etwas kennen und bekommt einen Einblick in ihren Aufgabenbereich. „Guardian – Seelenwächter“ wird aus der dritten Person erzählt. Dies hat zur Folge, dass einem die Charaktere unnahbar bleiben. Man bekommt keinen direkten Einblick in ihre Gedanken und Probleme. Aber dies war für mich nicht das größte Problem. Ich empfand den Erzählstil als recht gewöhnungsbedürftig. Es gab einige sprunghafte Wechsel, sowohl in der Story an sich als auch bei der Erzählperspektive. Oftmals hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass ich etwas überlesen habe. Manchmal habe ich zurückgeblättert und die letzten Seiten erneut gelesen. Jedoch hat sich herausgestellt, dass es einfach einen unvorhersehbaren Sprung in der Geschichte gab. Diese Gedankensprünge waren stellenweise echt verwirrend, weil sie von einem Satz auf den nächsten erfolgten. Dies alles führt dazu, dass man sich während des Lesens ganz schön auf die Story konzentrieren muss. Im Verlauf des Buches habe ich mich auch einfach an das Gefühl gewöhnt, etwas überlesen zu haben. Es hat mich irgendwann nicht mehr weiter gestört, ich habe es einfach hingenommen. Dies ist eigentlich kein gutes Zeichen und spricht nicht unbedingt für den Erzählstil des Buches.
Die Grundidee mit der Abteilung im Ministerium fürs Übernatürliche fand ich recht interessant und auch der Fall, welcher im ersten Band im Mittelpunkt steht, scheint ansprechend zu sein. Man bekommt sehr Fragment artig Informationen zur Welt des Übernatürlichen und versucht als Leser, sich in dieser zurechtzufinden. Doch im Verlauf der Story rückt dieser Kriminalfall immer mehr in den Hintergrund. Andere Themen und Charaktere sind auf einmal wichtig. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, warum auf einmal die Ermittlungen nicht mehr so relevant waren, dafür aber ein altes Volk dafür umso wichtiger. Für mich hat sich der Fokus in die falsche Richtung verschoben. Theoretisch hat sich der zweite Part auch interessant gelesen, jedoch hat für mich dieser Szenenwechsel keinen Sinn ergeben.
Ein Schwachpunkt ist in meinen Augen auch etwas die Charakterdarstellung. Sie sind mir leider nicht wirklich ans Herz gewachsen, stellenweise gingen sie einen eher auf die Nerven. Der junge Ermittler Zhao Yunlan ist mir leider immer noch ein Rätsel, auch sein Charakter habe ich als eher sprunghaft wahrgenommen. Mein persönliches Highlight war hier der Kater Darqing, welche meiner Ansicht nach viel zu wenig Raum bekommen hat. Er hat immer einen passenden Spruch auf Lager und behält oftmals den Überblick.
Die Lovestory, welche sich im Verlauf der Handlung anbahnt, fügt sich gut in die Geschichte ein. Sie ist stellenweise nicht sehr dominant, aber im späteren Verlauf rückt diese immer mehr in den Fokus. Dies fand ich etwas schade, auch wenn dies für die Handlung von Bedeutung ist.

Insgesamt konnte mich der Reihenauftakt „Guardian – Seelenwächter“ aus der Feder von Priest nicht vollständig überzeugen. Es gab ansprechende Ansätze und auch die Grundidee finde ich interessant. Jedoch war die Umsetzung in mehreren Hinsichten mangelhaft. Sowohl der Erzählstil als auch die Charakterbildung zeigten meiner Meinung nach Schwachstellen auf. Daher möchte ich 3 Sterne für diesen Danmei- Roman vergeben.

Veröffentlicht am 24.11.2025

Tiefer Fall

Thousand Autumns. Buch 1
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Mit dem fantastischen Roman mit asiatischem Setting „Tiefer Fall – Thousand Autumns“ hat die Autorin Meng Xi Shi den ersten Band ihrer Reihe geschrieben. Dies ist eher ein Light Novel und die Autorin ist ...

Mit dem fantastischen Roman mit asiatischem Setting „Tiefer Fall – Thousand Autumns“ hat die Autorin Meng Xi Shi den ersten Band ihrer Reihe geschrieben. Dies ist eher ein Light Novel und die Autorin ist im asiatischen Raum eine bekannte Autorin. Für mich war dies das erste Werk aus ihrer Feder. Man kann diesen Reihenauftakt auch gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Yan Wushi, der Anführer der dämonischen Huanyue-Schule, ist ein Meister der Kultivierung, ein brillanter Stratege und ein unverbesserlicher Zyniker. Seiner Ansicht nach wird jedes menschliche Herz von Grausamkeit und Egoismus beherrscht. Wer das Gegenteil behauptet, ist entweder ein Lügner oder ein Narr. Shen Qiao, der Anführer der daoistischen Xuandu-Schule ist bescheiden, gütig, wohltätig und genau die Art Weltverbesserer, die Yan Wushi zutiefst verachtet. Als Shen Qiao in einem Kampf eine folgenschwere Niederlage erfährt und nicht nur seine Sehkraft, sondern auch fast seine gesamte magische Kraft verliert, entwickelt Yan Wushi einen teuflischen Plan, um Shen Qiao die Abgründe der Menschheit zu zeigen. Gegenüber dem nun blinden Shen Qiao gibt er sich als Meister aus und nimmt ihn unter seine Fittiche, um ihn auf den Pfad der dämonischen Künste zu locken … Doch kann ein reines Herz so leicht verdorben werden?

Bei diesem Roman hat zuerst das Cover mein Interesse geweckt. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war meine Neugier gesteigert und nur zu gerne habe ich mich in diesen Reihenauftakt und in dieses Danmei- Abenteuer gewagt. Jedoch wurden meine Hoffnungen und Erwartungen nicht vollständig erfüllt.
Dieses Buch ist mit umfangreichen und ansprechenden Bonusmaterial ausgestattet, welches jedes Leserherz höherschlagen lässt. Es gibt eine farbige Karte und ansprechende Illustrationen. Aber auch ein hilfreiches Personenverzeichnis und ein umfangreiches Glossar. Innerhalb des Fließtextes sind auch einige Fußnoten enthalten. In dieses gibt es einige hilfreiche Erklärungen und Ausführungen, welche dem Leser helfen, die Zusammenhänge und die Einordnung der Geschehnisse besser zu verstehen. Diese hilfreichen Erklärungen und auch die chinesischen Begriffe, welche erläutert werden, waren für mich als Leser sehr nützlich und haben mir sehr geholfen, die Ereignisse besser einordnen zu können.
Meng Xi Shi hat einen leichten und einfachen Erzählstil und der oftmals sarkastische Unterton rundet den Schreibstil noch zusätzlich ab. Dennoch ist dieses Buch keine leichte Kost. In diesem Danmei- Werk musste ich zu Beginn erstmal in die Geschichte reinkommen und dies ist mir leider nicht leichtgefallen. Auf den ersten Seiten ist der Leser an der Seite von Yan Wushi und seinem Lehrling Shengyan. Wushi ist der Leiter einer dämonischen Schule und hat sich mit seiner Position einen Namen gemacht. Auf ihrem gemeinsamen Weg finden sie den gefallenen und verwirrten Shen Qiao. Schon am Anfang erfolgt Info Dumping und man muss diese ganzen Informationen erst einmal sortieren und ich musste mich in dieser längt vergangenen Zeit und zusätzlich noch in dieser Kultur erst einmal orientieren. Es ist relativ komplex und auch die historischen und politischen Rahmenbedingungen spielen in der Geschichte eine wesentliche Rolle. Man muss sich wahrlich konzentrieren, damit man die Zusammenhänge versteht. Dafür bekommt der Leser ein interessantes und vielseitiges Worldbuilding und auch gelungene Einblicke in das Magiesystem. Dies ist definitiv kein Buch für nebenbei. Auch ist die Geschichte stellenweise zäh, die Story tritt zum Teil auf der Stelle. Außerdem gibt es viele Zusammenhänge, welche zum Teil eher nebensächlich thematisiert werden und auch die Zahl der Nebencharaktere sind nicht förderlich, dass man einen leichten Zugang zum Buch findet.
Aber es lohnt sich, dass man diese erste Hürde meistert. Die Geschichte entwickelt sich rasant weiter. Und wenn man erstmal eine grobe Orientierung hat, dann macht es Spaß, die Zusammenhänge zu erkennen und die Story weiter zu verfolgen. Auch die Darstellung der Kämpfe fand ich gelungen. Mein persönliches Highlight waren hier jedoch die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten. Die beiden sind solche Gegensätze und dennoch ziehen sie sich irgendwie magisch an. Es hat Spaß gemacht, ihre Konflikte mitzuerleben.
Positiv ist auch die vielseitige Charakterdarstellung und auch auf die Entwicklung dieser Charaktere wurde hier wert gelegt. Dennoch blieben sie für mich eher blass und unnahbar. Ich habe leider bis zum Ende des Buches keinen Zugang zu den Protagonisten gefunden. Jedoch kann ich nicht genau ausmachen, woran dies gelegen hat. Shen Qiao ist hier der positive Protagonist. Er ist ein Anführer einer Schule mit großem Talent, hat sich bereits einen Namen gemacht. Doch leider hat er sein Gedächtnis und auch seine Sehkraft verloren. Er muss in diesem Reihenauftakt wieder zu sich selbst finden und lernt sich dabei immer besser kennen. Auch ist er ein zuvorkommender und gutaussehender junger Mann, welcher höflich und talentiert ist. Er hat quasi keine Schattenseite und wirkt nahezu perfekt. Durch die Einblicke in seine Gedankenwelt erkennt der Leser jedoch seinen inneren Zwist. Nach außen hin wirkt er ziemlich perfekt, doch tief in seinem Inneren hadert er und muss seine eigenen Dämonen bekämpfen. Der Gegenpart zu Shen Qiao ist Wushi. Auch er ist ein großes Talent, wird jedoch eher mysteriös und mit Schattenseiten dargestellt. Er verfolgt seine eigenen Ziele. Stellenweise ist es mir schwergefallen, seine Beweggründe und auch sein Wesen richtig einzuordnen. Dennoch fand ich, dass sein Charakter am interessantesten war.

Die Autorin Meng Xi Shi hat mit ihrem Danmei- Light Novel „Tiefer Fall – Thousand Autumns“ den Auftakt zu der Reihe rund um Shen Qiao und Yan Wushi geschrieben. Es gab hier einige ineressante Ansätze, aber auch schleppende Passagen. Ich persönlich bin hin und hergerissen, das Worldbuilding und auch die Charakterdarstellung hat definitiv Potential. Doch stellenweise wurde hier viel Info-Dumping betrieben. Ich möchte insgesamt 3 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Ein Spiel auf Liebe und Tod

Immortal Longings
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Die Autorin Chloe Gong hat mit dem Fantasybuch „Immortal Longings – Ein Spiel auf Liebe und Tod“ den Reihenauftakt zu ihrer neuen Trilogie geschrieben. Dieser kann ohne jegliche Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Jedes ...

Die Autorin Chloe Gong hat mit dem Fantasybuch „Immortal Longings – Ein Spiel auf Liebe und Tod“ den Reihenauftakt zu ihrer neuen Trilogie geschrieben. Dieser kann ohne jegliche Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Jedes Jahr strömen Tausende nach San-Er, der gefährlichen, engbesiedelten Hauptstadt des Königreichs von Talin. Dort richtet der Palast jährlich eine Reihe tödlicher Spiele aus. Diejenigen, die sich ihrer magischen Fähigkeit, zwischen Körpern hin- und herzuspringen, sicher genug sind, können dort an einem Kampf auf Leben und Tod teilnehmen – mit der Chance, unvorstellbare Reichtümer zu gewinnen. Prinzessin Calla ist untergetaucht, seit sie ihre Eltern ermordet hat, weil sie das Volk von Talin von der tyrannischen Königsfamilie befreien will. Nur eine Person steht ihr dabei noch im Weg: ihr extrem zurückgezogen lebender Onkel, König Kasa. Wenn sie die Spiele gewinnt, hat sie endlich die Chance, ihm nahe genug zu kommen, um ihn zu töten. Ihr gegenüber steht Anton, ein junger Mann, der sich tief verschuldet hat. Die Spiele zu gewinnen ist seine letzte Chance, seine im Koma liegende Jugendliebe und sich selbst vor seinen Schuldnern zu retten. Als Anton Calla ein unerwartetes Bündnis vorschlägt, entwickelt sich ihre Partnerschaft schnell zu einer leidenschaftlichen, alles verzehrenden Verbindung. Doch bevor die Spiele enden, muss Calla sich entscheiden, wofür sie spielt – für ihren Geliebten oder ihr Königreich. Denn egal was passiert, nur einer von ihnen kann das Spiel lebend verlassen...

Die Autorin hat sich mit Büchern wie „Welch grausame Gnade“ oder „Welch trügerisches Glück“ bereits einen Namen in der Buchszene gemacht. Jedoch habe ich persönlich noch kein Werk aus ihrer Feder gelesen. Daher wollte ich mir gerne einen eigenen Eindruck von Chloe Gong machen und bei „Immortal Longings – Ein Spiel auf Liebe und Tod“ fand ich den Klappentext recht ansprechend, sodass ich mich ohne Erwartungen in dieses Fantasybuch gestürzt habe.
Der Schreibstil von Gong ist angenehm und die Autorin schafft es mit ihrem leichten Stil, den Leser direkt in die Geschichte hinein zu transportieren. Zu Beginn wird man sofort mitten in das Geschehen hineinkatapultiert und muss sich erst einmal orientieren. Der Einstieg ist wirklich recht direkt und rasant, sodass ich zu Beginn ein paar kleine Orientierungsprobleme hatte. Ich musste mir Seite für Seite die Welt erarbeiten und mir die Zusammenhänge zusammenreimen. Am Anfang hatte ich ein paar Fragezeichen vor meinem geistigen Auge, welche sich aber im Verlauf der Geschichte aufgelöst haben. Bei mir hat es ein wenig gedauert, bis ich in diesem Werk angekommen bin. Aber hat man die Grundprinzipien dieser fantastischen Welt erst Mal verstanden, macht es Spaß, immer weitere Facetten kennen zu lernen. Gekonnt schafft es Gong eine düstere bedrohliche Atmosphäre zu schaffen und es hat mir Vergnügen bereitet, immer tiefer in dieses Setting abzutauchen und diese zu erkunden.
Allgemein fand ich die hier skizzierte Welt sehr interessant. Diese ist recht vielseitig und weißt einige interessante Aspekte auf. Auch fand ich den Aspekt mit dem Körpertausch sehr ansprechend. Allein die Vorstellung, dass es Menschen gibt, welche von deinem Körper Besitz ergreifen können, sich wie ein Parasit dort einnisten, finde ich beängstigend. Es werden auch Regeln für dieses Besetzen erwähnt, jedoch finde ich, dass die Autorin dies noch etwas vertiefen söllte. Insgesamt haben mir persönlich ein paar Details und Informationen gefehlt. Diese Welt hat viel Potential, es gibt einige interessante Aspekte. Jedoch wird hier vieles nur angerissen oder kurz erwähnt. Daher hoffe ich, dass im Verlauf der Reihe die Welt noch ein bisschen mit Leben und Informationen gefüllt wird, diese hat wirklich viel mehr zu bieten.
Das Setting mit der Zwillingsstadt San- Er und diese bedrohlichen Spiele, fand ich sehr ansprechend und auch gut in Szene gesetzt. Man spürt als Leser quasi, welche Gefahr diese Stadt ausstrahlt, wie gefährlich diese für die einfache Bevölkerung ist. Auch die große Kluft zwischen Arm und Reich ist greifbar und die katastrophalen Umstände für das Volk. Dies hat die Autorin wirklich gekonnt umgesetzt und man hat hier das Gefühl, mitten in der Geschichte zu sein. Mir persönlich hat es Spaß gemacht, zusammen mit den Protagonisten die Stadt zu erkunden und dabei immer mehr Details von dieser kennen zu lernen.
Im Zentrum der Geschichte stehen hier Calla. Diese ist eine kriegerische Prinzessin, welche untergetaucht ist und ein brisantes Geheimnis hütet. Sie möchte sich an dem Mann rächen, welche ihre Familie gestürzt hat. Daher möchte sie die tödlichen Spiele ausnutzen und ihren Onkel König Kasa ermorden. Eine weitere wichtige Rolle spielt hier Anton, welcher die Spiele gewinnen möchte, damit er die Krankenhausrechnungen seiner Freundin bezahlen kann. Natürlich hat auch er ein Geheimnis, welches ihm hoffentlich zum Sieg verhilft. Ein weiterer männlicher Gegenpart ist der Kronprinz August. Dieser hat seine ganz eigenen Pläne und will die Spiele ebenfalls zu seinem eigenen Vorteil nutzen. Insgesamt fand ich die Protagonisten nicht immer greifbar. Ich konnte zu ihnen keine richtige Verbindung aufbauen, stellenweise fand ich ihr Handeln unlogisch, mir fehlte es zum Teil an Charaktertiefe. Auch hat mich die Lovestory nicht wirklich überzeugen können. Diese hat sich meiner Meinung nach zu schnell entwickelt, es fehlte auch hier an Tiefgang. Die Emotionen waren für mich nicht greifbar, sie wirkte auf mich unnatürlich. Sie hat zwar für zusätzliche Spannung gesorgt und war ein gekonnter Kontrast zu den Actionszenen. Jedoch hätte ich mir manche Szenen anders erhofft.
Der erste Band endet mit einem fiesen Cliffhanger, sodass man am liebsten einfach weiterlesen möchte. Man möchte wirklich schnell erfahren, wie die Geschichte rund um Calla, August und Anton weitergeht. Positiv für mich, dass ich den zweiten Band bereits parat hier liegen habe.

Insgesamt konnte die Autorin Chloe Gong mit ihrem Fantasy- Reihenauftakt „Immortal Longings – Ein Spiel auf Liebe und Tod“ mein Interesse wecken. Es gab hier einige ansprechende Aspekte, das World Building hat einige Facetten zu bieten- Dafür wirkten die Charaktere und die Lovestory eher blass auf mich. Das Buch hat meiner Meinung nach Potential und ich bin auf die Fortsetzung gespannt. Von mir gibt es 3 Sterne.