Zwischen Eis, Blut und Gewissen – eine Tierfantasy, die unbequem ehrlich ist
Indigo AnimalsMit Indigo Animals – Das Netz des Schicksals von Aurin von Aderhold beginnt eine ungewöhnliche und mutige Buchreihe, die sich deutlich von typischen Tierfantasy-Geschichten abhebt. Die Handlung wechselt ...
Mit Indigo Animals – Das Netz des Schicksals von Aurin von Aderhold beginnt eine ungewöhnliche und mutige Buchreihe, die sich deutlich von typischen Tierfantasy-Geschichten abhebt. Die Handlung wechselt zwischen zwei Welten: dem Leben eines Eisbärenvolkes am Polarkreis und den Ereignissen rund um einen Biobauernhof. Dieser Perspektivwechsel macht den Reiz des Buches aus und lässt Leserinnen und Leser Natur, Tiere und Menschen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.
Was dieses Buch besonders macht, ist seine schonungslose Ehrlichkeit. Es romantisiert die Welt der Tiere nicht. Stattdessen zeigt es sehr deutlich, wie brutal das Leben sein kann – vor allem, wenn Menschen Tiere ausnutzen oder töten. Dabei geht es nicht nur um die Realität von Schlachtung und Tierhaltung, sondern auch um Menschen, die Tiere aus Vergnügen jagen. Diese Szenen sind teilweise hart und nichts für sehr junge oder empfindliche Leser. Gerade dadurch entfaltet das Buch aber eine starke Wirkung: Es zwingt einen dazu, über den eigenen Umgang mit Tieren und über unseren Konsum nachzudenken.
Trotz dieser ernsten Themen gelingt dem Autor eine faszinierende Mischung aus Fantasie, Naturbeobachtung und gesellschaftlicher Kritik. Die Tiere wirken lebendig und glaubwürdig, und die Geschichte bleibt spannend, ohne ihre Botschaft zu verlieren. Immer wieder stellt man sich beim Lesen Fragen über Verantwortung, Ethik und darüber, wie selbstverständlich viele Menschen Tierleid akzeptieren.
Auch die Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Das Cover ist wunderschön und atmosphärisch und passt perfekt zur mystischen und zugleich naturverbundenen Stimmung der Geschichte.
Ich habe den Roman in einem Rutsch gelesen, weil mich die Idee und die Perspektiven sofort gefesselt haben. Wer Tiergeschichten mit Tiefgang mag und sich auch mit unbequemen Themen auseinandersetzen kann, wird an diesem Buch viel Freude haben. Wer allerdings sehr zartbesaitet ist, sollte wissen, dass manche Passagen wirklich unter die Haut gehen.
Für mich ist Indigo Animals – Das Netz des Schicksals ein beeindruckender Auftakt einer Reihe, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Diskutieren und Nachdenken anregt. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.