Eine Lese-Empfehlung, nicht nur für die Freunde der Meeressäuger!
Wir WaleDer Schreibstil ist interessante und in dieser Richtung auch ein wenig einzigartig, es wird nicht nur informiert (was auf jeden Fall dazu gehört) sondern auch in einer Perspektive geschildert (aus den ...
Der Schreibstil ist interessante und in dieser Richtung auch ein wenig einzigartig, es wird nicht nur informiert (was auf jeden Fall dazu gehört) sondern auch in einer Perspektive geschildert (aus den Augen eines Wales).
Ein Buch um das ich ein wenig herumgestrichen bin. Ja, Sachbücher sind manchmal eine Spur teurer, allerdings ist die Spanne inzwischen durch gebundene Ausgaben mit Farbschnitt fast eingeholt (das soll keine Kritik sein – aber warum nicht mal zu einem Sachbuch greifen).
Die Welt der Meeressäuger (Wale, Delphine und Haie) hat mich schon als Kind immer fasziniert, gelesen wo ich etwas habhaft werden konnte (geliehen vor allen Dingen, bei einem Verdienst und 3 Kindern war Bücherkauf eher nicht drin), aber es gibt gut sortierte Büchereien – auch heute.
Und ich bin von dem Buch begeistert, nicht nur das es dem Autor, der durch seine jahrelange Tätigkeit sich Wissen anzueignen ist, es ihm gelungen dies gut mit diesem Buch auch zu vermitteln. Und das mit einer neuen und einzigartigen Perspektive, wir begleiten das Leben eines Grönlandwales von ca. 1799 bis in die heutige Zeit. Seine Kindheit, die man sollte, echt staunen die unserer Kinder nicht unähnlich ist. Die Mutter baut Vertrauen auf, ist zärtlich, ja, diese riesigen Lebewesen lieben es gestreichelt zu werden. Und sie spielen! Wie der Wal langsam alles lernt was ihn als Wal ausmacht und sich in seiner Umwelt mit allen Sinnen zu bewegen. Als erwachsener Wal das andere Geschlecht wahrnimmt und damit agiert, nach langen Jahren der Entwicklung. Aber auch die Welt außerhalb des Wassers und im Wasser mit allen Veränderungen der letzten 200 Jahre. Mit dem Walfang und dem fast ausgerottet werden, dem Krach in den Meeren, die Schadstoffe chemische, biologische und vor allem Plastik das Leben aller Meeressäuger und den anderen Arten von Leben im Meer das Leben nicht nur erschwert, sondern es bedroht und zu vielen Toten führt. Ein sehr gutes Beispiel zieht es Kreise weit über unser Land hinaus und in den Medien.
Aufwendig gestaltet und liebevoll ausgestattet mit Zeichnungen und zahlreichen Farbfotografien des Autors. Und es gibt immer unterhaltsame Erklärungen, die uns viel über die Lebewesen darin und das Meer näherbringen.
Für mich überaus ein überaus gelungener Mix aus Sachbuch, das echtes Wissen vermittelt und dazu das Leben eines Wales aus nächster Nähe mit allem aufzeigt, was wichtig ist. Es zeigt uns aber auch was wir als Menschen dem Meer und allen Lebewesen darin antun, mit unserer Masse an Menschen, mit unseren „Bedürfnissen“, wo weniger mehr wäre. Weniger Fleisch und Fisch essen, vielleicht auch weitgehend ganz darauf zu verzichten. Plastik und mehr nicht in den Kreislauf des Meeres zubringen – den es kommt zu uns zurück und das mit Sicherheit.
Denn wenn der letzte Wal und die letzte Biene unsere Welt verlassen hat – was bleibt dann uns noch.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Lese-Empfehlung, ein Buch was im Unterricht Biologie Pflichtlektüre werden sollte.