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Veröffentlicht am 17.03.2026

Biene ermittelt für die Familie

Tote Vettern erben nicht
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„Tote Vettern erben nicht“ von Vera Nentwich ist bereits der neunte Band der unterhaltsamen Cosy-Krimi-Reihe mit Sabine (Biene) Hagen als Privatdetektivin.

Das frisch-fröhlich bunte Cover passt so richtig ...

„Tote Vettern erben nicht“ von Vera Nentwich ist bereits der neunte Band der unterhaltsamen Cosy-Krimi-Reihe mit Sabine (Biene) Hagen als Privatdetektivin.

Das frisch-fröhlich bunte Cover passt so richtig gut zum Genre Wohlfühlkrimi. Zudem passt es auch stilmäßig zu den Vorgängerbänden. Das Buch erschien 2026. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, verfügen weder über Zeit- noch Ortsangaben. Die Handlung spielt in der nicht näher bestimmbaren Gegenwart in Grefrath, Nordrhein-Westfalen. Leider gibt es keinen Ortsplan von Grefrath und Umgebung. Der Schreibstil ist flüssig, dialogreich und humorvoll.

Ich verfolge die Reihe seit Band acht. Somit war mir der relevante Personenkreis bereits vertraut. Quereinsteiger haben sicher kein Problem, in den Fall und Bienes Umfeld hineinzukommen. Um Sabines Entwicklung und Vorgeschichte wirklich nachvollziehen zu können, müsste man mit Band eins beginnen.

Die Spannung liegt, wie bei jedem Whodunit-Krimi primär in der Frage, wer die Tat beging und auch warum. Das Spezielle an diesem Fall ist, dass Biene für die eigene Familie ermittelnd tätig werden muss und ihr somit auch emotionell besonders viel an der Aufklärung liegt.

Ihr Neffe Paul wurde ermordet. Da das Opfer eher ein etwas sonderbarer Einzelgänger war, mit autistischen Wesenszügen, bietet sein Umfeld wenig Ansatzpunkte. Er war Finanzbeamter, sehr pitzelig und unbeliebt; sein einziges Hobby war Puzzles zu legen. Der Kreis der Verdächtigen scheint somit überschaubar. Beharrlich verfolgt Biene jede nur noch so magere Spur. War Paul hinter einem Umsatzsteuerbetrug her? War ein Streit im Puzzle-Klub eskaliert? Manche Recherchen führen in die Irre, doch wie üblich lässt sich Biene nicht bremsen. Sie stürzt sich erst recht mit Energie in die Ermittlungen und gerät durch ihre Spontanität und Alleingänge in einige prekäre Situationen. Und wieder einmal ist es Bienes Beobachtungsgabe zu verdanken, dass der Täter ausgeforscht und nach einem dramatischen Finale festgenommen werden kann.

Biene mag man einfach. Sie ist ein Energiebündel, spontan, herzlich und sympathisch. Sie hat das Herz am rechten Fleck, handelt aber des Öfteren zu unüberlegt, was sie auch immer wieder in unangenehme bis gefährliche Situationen bringt. Sabine steht eindeutig im Mittelpunkt des Romans, es wird ja auch aus ihrer Perspektive in Ich-Form erzählt. Man begleitet sie somit bei ihren Recherchen und erlebt ihre mehr oder weniger von Erfolg gekrönten Aktionen. Amüsant sind nicht nur ihre Hoppalas, sondern auch die Dialoge. Privat würde ich Biene endlich ein Happy-End mit Jochen wünschen. Eigentlich besteht die Detektei aus zwei Personen, doch der attraktive Jago agiert eher im Hintergrund, was ich persönlich etwas schade finde. Vielleicht könnten die beiden in Zukunft als Duo agieren?

„Tote Vettern erben nicht“ hat mich wieder gut unterhalten, war spannend und bot Überraschungen. Ich empfehle diesen Cosy-Krimi gerne weiter.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Frau Merkel auf Mallorca

Mallekatz
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„Mallekatz“ von Kaspar Panizza ist ein humorvoller Wohlfühlkrimi, dieses Mal mit bayerisch-spanischem Flair.

Bereits das Cover versetzt in Urlaubsstimmung auf Mallorca – die Kathedrale im Hintergrund, ...

„Mallekatz“ von Kaspar Panizza ist ein humorvoller Wohlfühlkrimi, dieses Mal mit bayerisch-spanischem Flair.

Bereits das Cover versetzt in Urlaubsstimmung auf Mallorca – die Kathedrale im Hintergrund, Frau Merkel und ein Hummer als Eye-Catcher. Das Buch erschien 2026 und ist bereits der 9. Band dieser Reihe. Der Schreibstil ist flott und flüssig, insbesondere die Wortmeldungen der vorlauten, stets nörgelnden Katze amüsieren mich immer sehr. Die wochentagweise Einteilung der Kapitel macht den Ermittlungsablauf chronologisch sehr übersichtlich. Obwohl jeder Fall für sich abgeschlossen ist, empfiehlt es sich, mit Band 1 zu beginnen. Der Roman verfügt über eine Personenliste, die ich, auch wenn es für mich ein Wiedersehen mit bereits bekannten Protagonisten war, wiederum sehr geschätzt habe. Die Handlung spielt in der Gegenwart auf Mallorca.

Kommissar Steinböck und seine Katze Frau Merkel verbringen eine Auszeit auf Mallorca, wollen sich eigentlich erholen, Sonne und Kulinarik genießen. Doch nicht nur, dass die Katze einen Toten findet, gibt es noch zwei weitere Mordfälle im Hafen. Da es sich bei zwei Opfern um deutsche Staatsbürger handelt, wird Kommissar Steinböck vom spanischen Kollegen um Hilfe gebeten. Steinböck erhält sogar Unterstützung seiner Münchner Mitarbeiterinnen Kommissarin Ilona Hasleitner und der ITlerin Phan Lan Huong, die anreisen. Das deutsch-spanische Ermittlerteam tappt lange im Dunkeln. Etliche Spuren führen ins Nichts, weder entpuppen sich die Verdächtigen als die Täter, noch sind die Zusammenhänge zwischen den Morden bzw die Motive erkennbar. Erst akribische mühsame Sichtung von Filmmaterial und die Spürnase von Huong bringen so nach und nach etwas Licht in den Fall. Im dramatischen Finale spielt natürlich Katze Frau Merkel wieder eine maßgebliche Rolle.

Spannung ist stets gegeben. Vor allem hat man die ganze Zeit über den Prolog im Hinterkopf. Eine Frau sperrt ihren Mann in die Sauna. Einige Tage verfolgt man seine prekäre Lage und stellt sich zwangsläufig die Frage: wird das Opfer überleben und wo ist da der Zusammenhang? Denn vordergründig wird ja in drei Morden ermittelt … unerwartete Wendungen führen letztlich zu einer überraschenden, alle Fäden verknüpfenden Lösung.

Die Stamm-Protagonisten sind durchwegs sympathisch gezeichnet, mit liebenswürdigen Vorlieben und Eigenheiten; vor allem im Team Steinböck herrscht Harmonie und eine familiäre Arbeitsatmosphäre. Nebenfiguren sind ebenfalls gut vorstellbar und mit markanten Merkmalen beschrieben. Aber Mittelpunkt und der Star dieser Reihe ist unbestritten die Katze Frau Merkel mit ihren vorlauten, besserwisserischen, lästernden und amüsanten Kommentaren, ebenso wie ihre unverfrorene Art, sich immer in den Vordergrund zu spielen, die besten Häppchen zu ergattern; ja, ein bisschen verfressen ist sie auch. Die Dialoge von Steinböck mit der Katz sind einfach zum Zerkugeln.

Bei dieser Reihe stehen eindeutig leichte, humorvolle Unterhaltung und liebenswerte Charaktere im Mittelpunkt, nicht Action und prickelnde Spannung, trotz packendem Finale. Mir als begeisterter Fan der Katze Frau Merkel hat dieses Buch wieder höchstes Lesevergnügen beschert. Ich freue mich auf weitere Fälle. Eine Leseempfehlung für jeden, der amüsante Krimis mit tierischer Mitwirkung liebt.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein Serienmörder schlägt wieder zu – ein Pageturner

Kalt wie die Luft
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„Kalt wie die Luft“ von Ørjan Nordhus Karlsson ist ein packender Thriller, der Auftakt zu einer neuen Reihe mit Kriminalkommissar Jakob Weber als leitenden Ermittler.

Bereits das Cover stimmt auf den ...

„Kalt wie die Luft“ von Ørjan Nordhus Karlsson ist ein packender Thriller, der Auftakt zu einer neuen Reihe mit Kriminalkommissar Jakob Weber als leitenden Ermittler.

Bereits das Cover stimmt auf den Schauplatz ein, auf den Norden Norwegens, Inseln, raue Natur und Kälte. Die deutsche Erstausgabe erschien 2026, die Originalausgabe 2022 unter dem Titel „Det siste stykket hjem“ (Das letzte Stück nach Hause). Der Schreibstil ist flüssig, von Beginn an mitreißend. Die Kapitel sind kurz, jeweils mit Überschrift versehen: mit dem Namen desjenigen, aus dessen Sicht erzählt wird. Diese Perspektiven- bzw. Ortswechsel gestalten die Handlung abwechslungs- und temporeich. Die Handlung spielt in der Gegenwart mit Rückblenden aus Sicht des Mörders in kursiver Schrift. Die Atmosphäre im Norden Norwegens ist anschaulich beschrieben, die lichten Nächte, das raue Klima, die unwegsame Landschaft.

Das Buch ist ab der ersten Seite fesselnd. Man wird regelrecht hineingezogen in das Geschehen, in die abscheuungswürdigen Handlungen und Gedanken des Täters einerseits, in die Fortschritte der Ermittlungen andererseits. Vor allem die Komplexität der Ermittlungen macht den Roman so spannend. Ein Cold Case, ein aktueller Leichenfund, und dann Schlag auf Schlag noch zwei Entführungen von jungen Frauen. An verschiedenen Schauplätzen. Zum Mitraten gibt es viel Spielraum, denn es kristallisieren sich stets neue Verdächtige heraus, zwielichtige Gestalten, Menschen, die sich seltsam benehmen, die etwas zu verbergen scheinen. Stets steht die Frage im Raum, welche Zusammenhänge zwischen den aktuellen Fällen als auch zum Jahrzehnte zurückliegenden Fall bestehen. Die Handlung ist actionreich, die Täterperspektive Gänsehaut erzeugend und beklemmend. Körperliche wie psychische Gewalt gegenüber Frauen, brutale frauenverachtende Einstellung, Besitzdenken von Männern an Frauen durchzieht diesen Thriller, wirkt dominierend, und zwar nicht nur, was die Aktivitäten des Mörders anbelangt. Die Spannung ist stets auf hohem Niveau. Man schafft es kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Unerwartete Wendungen überraschen immer wieder. Bis in einem atemraubenden Showdown ein Täter gefasst wird. Doch noch ist nicht alles geklärt, da heißt es auf die Fortsetzung warten.

Das sympathische Ermittlerteam, allen voran Jakob Weber und Noora Yun Sande, arbeitet effektiv und harmonisch zusammen. Alle Personen wirken authentisch und lebendig. Jakob und Noora sind schwierige und verschlossene Menschen, sie verfügen über etliche Ecken und Kanten. So nach und nach erfährt man ihre Vorgeschichte. Ihre weitere persönliche Entwicklung ist für mich im Hinblick auf eine Fortsetzung der Reihe ebenso interessant wie die Klärung der noch offenen Fragen.

Mich hat dieser Thriller vollauf begeistert, hat mich kaum losgelassen, bot alles, was ich mir von diesem Genre erwarte: stetige Spannung, Action, Gänsehautfeeling, Mitfiebern, Ermittler mit speziellem Charakter, überraschende Wendungen und schlüssige Lösungen.

Eine unbedingte Leseempfehlung! 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Die Wahrheit hinter der Fassade

Der unsichtbare Elefant
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„Der unsichtbare Elefant“ von Max A. Edelmann ist ein bewegender, nachdenklich stimmender Roman, der zeigt, wie sehr auch von Vorfahren Erlebtes in den Nachkommen nachwirkt, deren Wesen und Leben bestimmt.

Das ...

„Der unsichtbare Elefant“ von Max A. Edelmann ist ein bewegender, nachdenklich stimmender Roman, der zeigt, wie sehr auch von Vorfahren Erlebtes in den Nachkommen nachwirkt, deren Wesen und Leben bestimmt.

Das schlichte, aber dennoch eindrucksvolle Cover sowie der Klappentext hatten mich neugierig gemacht und der 2024 erschienene Roman hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Die Handlung spielt in der Gegenwart, mit Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonisten. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Causa, Instructions und Conclusio. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend. Die Personen sind facettenreich charakterisiert, zeigen Ecken und Kanten sowie Emotionen.

Bereits durch den Prolog wird man sofort in die Handlung hineingezogen, erlebt die erschütternden letzten Minuten, bevor Thomas Siebenmorgen vom Dach jenes Bürogebäudes in die Tiefe fällt, wo er als Rechtsanwalt gearbeitet hatte.

Die Frage nach dem „Warum“ bzw. die Suche nach einer Antwort auf diese Frage ist der rote Faden durch diesen Roman. Aus der Perspektive von drei Personen wird das Leben von Thomas Siebenmorgen beleuchtet.

Diese drei Personen sind:
Maria, Thomas‘ Kollegin. Sie wurde Zeugin des Sturzes, konnte das Drama aber nicht verhindern.
Viktor, der als Krisenhelfer zum Einsatz kommt und Thomas aus der Kindheit kannte.
Simon, der im Auftrag der Kanzleileitung prüfen soll, ob durch den Vorfall Prestigeschaden für die Kanzlei entstehen könnte.

Die Handlung entwickelt sich recht spannend, da die Drei Schritt für Schritt immer mehr über Thomas‘ Leben, seine Kindheit, das familiäre Klima, seine Tätigkeit in der Kanzlei, seine Arbeitsweise, seinen Charakter, zwischenmenschliche Beziehungen bis zu der Vorgeschichte seiner Familie herausfinden. Seine Lebensgeschichte ist berührend, tragisch. Irgendwie durfte er nie glücklich sein, niemand schenkte ihm Herzenswärme und Liebe. Er war verlässlich, fleißig und wurde nie wirklich anerkannt, nur ausgenützt. Er hat sich nicht gewehrt, konnte sich nicht durchsetzen. Er hatte nie gelernt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Die Perspektivenwechsel gestalten die Erzählung sehr abwechslungsreich. Einerseits geht es um Thomas, andererseits gleichermaßen um Maria, Viktor und Simon. Ihre Erinnerungen betreffen nicht nur Thomas, sondern auch sie selbst. Man erfährt vieles über ihre Lebensumstände bzw. ihre Vergangenheit, Ängste und Sehnsüchte - Details, die viel über ihre facettenreichen Charaktere aussagen. Denn sie sind ebenfalls geprägt von ihrer Herkunft, Erlebnissen ihrer Vorfahren – auch sie schleppen einen unsichtbaren Elefanten mit sich herum, der sie belastet, den sie jedoch zunächst einmal wahrnehmen müssten, um sich von ihm lösen zu können.

Mich hat das Buch von Beginn an gefesselt. Nicht nur die Frage, nach dem Warum, sondern wie sich die Faktensuche entwickelte, welche Geheimnisse aufgedeckt wurden, in interessanten Rückblenden, welche Verbindungen zwischen dem Opfer und den Ermittlern sich auftaten, wie immer mehr Ursache und Wirkung augenscheinlich wurden. Letztlich denkt man auch darüber nach, welcher unsichtbare Elefant sich wohl im eigenen Leben breitgemacht hat …

Ein faszinierender Roman, den ich unbedingt zu lesen empfehle. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Spiel mit dem Feuer

Branderbe
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„Branderbe“ von Lou Sandberg ist bereits der dritte Band mit dem Ermittler-Duo Sebastian Buck und Maike Lange.

Das Cover mit den züngelnden Flammen unterstreicht den Titel und ist ein Eye-Catcher. Das ...

„Branderbe“ von Lou Sandberg ist bereits der dritte Band mit dem Ermittler-Duo Sebastian Buck und Maike Lange.

Das Cover mit den züngelnden Flammen unterstreicht den Titel und ist ein Eye-Catcher. Das Buch erschien 2025, die Handlung spielt in der Gegenwart. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind lediglich nummeriert, es sind weder Zeit- noch Ortsangaben vorhanden. Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend. Der Fall steht für sich alleine. Soweit erforderlich sind Hinweise auf die Vorgeschichte vorhanden.

Bereits durch den Prolog wird man sofort in die Handlung hineingezogen. Nur ein Zufall verhindert ein Unglück größeren Ausmaßes, dennoch kommt ein alter Mann bei dem Wohnungsbrand ums Leben. Für die Polizei stellt sich die Frage, ob es sich um ein reines Unglück handelt oder um einen Mordanschlag. Der Kreis der Verdächtigen scheint überschaubar. Einerseits versucht der Vermieter seit längerem, das alte Ehepaar aus der Wohnung zu vertreiben, andererseits versorgt eine Pflegerin die alten Leute, die sich ihr gegenüber sehr großzügig zeigen. Und last but not least könnte sich auch die alte Frau zu sehr überlastet gefühlt haben, litt der Verstorbene doch stark an Demenz.

Je intensiver Sebastian Buck und Maike Lange die Hintergründe und Lebensumstände der Verdächtigen durchleuchten, desto mehr stoßen sie auf sehr aktuelle gesellschaftliche Probleme, wie Pflegebedürftigkeit, Gewalt in der Ehe sowie Machenschaften skrupelloser Immobilienbesitzer. Dadurch ergeben sich immer wieder überraschende Gesichtspunkte, unvorhersehbare Wendungen, bedrohliche Situationen, aber auch ergreifende Szenen. Die Spannung ergibt sich nicht nur durch die Tätersuche, sondern auch durch die menschlichen Schicksale. Man fiebert mit, leidet mit, bis zum dramatischen Finale.

Die handelnden Personen sind charakterlich gut gezeichnet, zeigen Ecken und Kanten und Emotionen, wirken aus dem Leben gegriffen. Die Art und Weise, wie das alte Ehepaar Alma und Erich miteinander umgeht, ist berührend. Die Pflegerin Marina Novak hat ein gutes Herz, kümmert sich liebevoll um die alten Leute, leider ist sie zu gutgläubig und schwach ihrem brutalen Ehemann gegenüber. Der Vermieter ist ein fieser Geizkragen. Das Ermittler-Duo Buck und Lange ist zwar noch nicht ein Herz und eine Seele, sie sind des Öfteren nicht einer Meinung, arbeiten aber dennoch gut zusammen. Das Privatleben der beiden ist gut dosiert mit verwoben.

„Branderbe“ war mein erstes Buch dieser Autorin, aber sicher nicht mein letztes. Das Buch ist nicht nur sehr spannend, sondern besticht auch durch die zwischenmenschlichen Themen, die Tiefgang in die Handlung bringen. Abgesehen davon, dass ich die Vorgängerbände gerne nachlesen möchte, freue ich mich auf den nächsten Fall. Auch möchte ich gerne wissen, wie es privat mit den Ermittlern weitergeht.

Gerne empfehle ich diesen Krimi weiter und vergebe 5 Punkte.

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