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Alesia

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Der Fund des Neandertalers

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit
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Mit Dusty Diggers geht es ins Neandertal im Jahre 1856. Dort wollen die italienischen Steinhauer Giovanni und Massimo eigentlich Kalk abbauen, stoßen dabei allerdings auf menschliche Knochen. Es wird noch ...

Mit Dusty Diggers geht es ins Neandertal im Jahre 1856. Dort wollen die italienischen Steinhauer Giovanni und Massimo eigentlich Kalk abbauen, stoßen dabei allerdings auf menschliche Knochen. Es wird noch 50 Jahre dauern, bis sich auch in Deutschland die Theorie von Johann Carl Fuhlrott und Hermann Schaaffhausen durchsetzt, dass es sich bei diesem Fund um eine andere Menschenart handelt.

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry und Marie Geissler bringt Kindern ab ca. 8 Jahren Archäologie und insbesondere den Neandertaler näher. Hauptsächlich geht es um den Knochenfund und die Schwierigkeiten bei der Anerkennung dieses Fundes. Dabei wird zum Beispiel auch Darwins Evolutionstheorie kurz erklärt. Im mittleren Teil des Buches wird die Arbeit verschiedener Fachleute vorgestellt: einer Archäogenetikerin, einer Künstlerin, die sich auf das Modellieren ausgestorbener Menschen spezialisiert hat, und eines Studenten der Paläoanthropologie. Auch die Lebensbedingungen der Neandertaler werden kurz dargestellt. Hier hätte das Buch ausführlicher sein dürfen. Im Buch gibt es sehr viel Text und es wird sehr viel Fachwissen vermittelt. Amüsante Illustrationen lockern das Ganze auf. Ich denke, das Buch ist etwa ab der dritten Klasse zum Selbstlesen geeignet. Interesse für das Thema sollte dabei aber auf jeden Fall vorhanden sein, sonst könnte Langeweile aufkommen.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Hausmagie

The House Witch 1
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Finlay Ashowan ist der neue Koch am Hofe des Königreich Daxaria. Niemand soll wissen, dass er eigentlich eine Haushexe ist. Doch durch seine beschützende Art wird er bald in die Angelegenheiten des Hofes ...

Finlay Ashowan ist der neue Koch am Hofe des Königreich Daxaria. Niemand soll wissen, dass er eigentlich eine Haushexe ist. Doch durch seine beschützende Art wird er bald in die Angelegenheiten des Hofes hineingezogen. Besonders zur Adeligen Annika fühlt er sich bald hingezogen.

The House Witch 1 von Delemhach (Emilie Nikota) fällt am ehesten unter den Bereich der cosy Fantasy. Der Verlauf der Geschichte ist trotz seiner sechshundert Seiten eher ruhig und gemütlich. Zwar gibt es immer wieder Bedrohungen und die Drohung eines aufflammenden Krieges mit einem Nachbarland, trotzdem bleiben große Schlachten und Kämpfe aus. Dass sich die Geschichte eher auf die Schlossbewohner und die Geschehnisse rund um Koch Fin konzentriert, hat mir gut gefallen. Fins Charakter ist nicht ganz einfach. Seine Fürsorglichkeit und sein Beschützerinstinkt fand ich toll. Mit seiner Überheblichkeit und Impulsivität bin ich nicht ganz so gut klargekommen. Tatsächlich verhält er sich vielen Figuren gegenüber zunächst abweisend und verweist alle aus seiner Küche, was zulasten des gewollten Cosy-Feelings geht. Die Liebesbeziehung zu Annika ist ein Auf und Ab, auch aufgrund Fins mangelndem Selbstwertgefühl. Ich fand sie recht überzeugend. Was mich gestört hat, ist der hohe Alkoholkonsum, inklusive einiger Besäufnisse, der sich durch das komplette Buch ziehen. Dies scheint der Humor der Autorin zu sein, den ich auch bei dem ein oder anderen anzüglichen Dialog ( zum Beispiel über Namen von Nebenfiguren) nicht teile. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt gut gefallen, und ich kann es als eher leichte, unaufgeregte Fantasy weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Mit dem Tuk-Tuk unterwegs

Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt
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Auf knapp 130 Seiten begleiten wir Tuk-Tuk Fahrer Rahul (Rikscha klang wohl besser), der mit seinem Tuk-Tuk Nanni Fahrgäste durch Neu Delhi fährt und seine Lebensweisheiten zum Thema Glück mit ihnen teilt. ...

Auf knapp 130 Seiten begleiten wir Tuk-Tuk Fahrer Rahul (Rikscha klang wohl besser), der mit seinem Tuk-Tuk Nanni Fahrgäste durch Neu Delhi fährt und seine Lebensweisheiten zum Thema Glück mit ihnen teilt. Ich fand einige Weisheiten sehr schön verpackt. Einiges hat Potenzial dazu, um länger darüber nachzudenken. Gleichzeitig gibt es Aussagen die eher oberflächlich bleiben, und den Charme eines Spruches im Abreißkalender haben. Mit der Aussage am Ende des Buches: " Träume nicht dein Leben- Lebe deinen Traum" konnte ich schon vor über zwanzig Jahren nicht viel anfangen. Leider fühlt sich auch die ein oder andere Begegnung etwas zu belehrend an. Das Buch ist relativ kurz, mit einigen bunten Zeichnungen, die mir gut gefallen haben. Der Schreibstil ist eher leicht und ansprechend gehalten. Sinnsprüche machen deutlich, worauf der Autor in den einzelnen Kapiteln hinaus möchte. An Tiefe fehlt es etwas. Entsprechend schnell bin ich auch durch die Seiten geflogen.

Insgesamt, trotz kleiner Kritikpunkte, ein Buch, das motiviert, zum Nachdenken anregt und vielleicht auch für mehr Achtsamkeit und kleine Glücksmomente sorgen kann.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Marlene findet zu sich selbst

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene, erfolgreiche Managerin, ist dafür vorgesehen, auf der Karriereleiter den nächsten Schritt zu gehen und CEO des Unternehmens zu werden. Leider mangelt es ihr an zwischenmenschlichen Kompetenzen. ...

Marlene, erfolgreiche Managerin, ist dafür vorgesehen, auf der Karriereleiter den nächsten Schritt zu gehen und CEO des Unternehmens zu werden. Leider mangelt es ihr an zwischenmenschlichen Kompetenzen. Diese soll sie in einem zweiwöchigen Achtsamkeitsseminar trainieren. Doch ihr Mental-Healing Coach Alex steckt selbst in einer mentalen Krise und seine luxuriöse Academy befindet sich in akuten finanziellen Schwierigkeiten.

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo war inhaltlich anders als ich erwartet hatte. Die überspitzt dargestellten Figuren und das Aufeinanderprallen von Lebenskonzepten haben auf den ersten Blick großes Potenzial, eine humorvolle Gesellschaftssatire zu sein. Überraschenderweise lässt sich Marlene erstaunlich schnell auf das Coaching zwischen Atemübungen, Gruppentherapie und Ayurveda-Frühstück ein. Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Healing - und Selbstoptimierungskultur bleibt sehr zurückhaltend. Tatsächlich konnte ich mich während des Lesens besser in Marlene als in Alex hineinversetzen. Alex erkennt zwar seine Probleme, die Lösungen dafür, die er anderen teuer verkauft, scheinen aber bei ihm selbst nicht gut zu funktionieren. Es gibt einige skurrile Situationen und im mittleren Teil des Buches wird die Thematik ernster. Einige Aussagen und Denkansätze empfand ich als sehr treffend für unsere gegenwärtige Zeit. Abgerundet und offen zugleich, regt das Ende dazu an, die Zukunft der Protagonisten weiterzudenken. Insgesamt ist Einatmen. Ausatmen. kurzweilig, aktuell und hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Freundschaft und die Suche nach dem Vater

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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Koray ist vor etwa zehn Monaten mit seiner Mutter zurück in den kleinen Ort Rottloch gezogen. Da die Karriere der Mutter als Influencerin klar gescheitert ist, leben beide in der Wohnung der Oma. Geld ...

Koray ist vor etwa zehn Monaten mit seiner Mutter zurück in den kleinen Ort Rottloch gezogen. Da die Karriere der Mutter als Influencerin klar gescheitert ist, leben beide in der Wohnung der Oma. Geld muss her, und Alimente wären die Lösung. Doch Koray kennt seinen Vater nicht, und seine Mutter schweigt dazu verbissen. Gemeinsam mit seiner Clique stellt er Nachforschungen an.

FREI – Bester Anfang von Sarah Welk ist der dritte Teil einer Jugendbuchreihe rund um die Clique von Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh. Diesmal geht es um Koray, der seinen Vater sucht. Das Buch kann problemlos ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile gelesen werden. Schreibstil und Geschichte sind modern, die Sprache wirkt authentisch, was manchmal etwas zu Lasten der Grammatik geht. Die Geschichte wird aus Korays Sicht erzählt, der für seine fünfzehn Jahre schon sehr reflektiert wirkt. Als Charakter hat er mir gut gefallen, genau wie seine Freunde, vielleicht mit Ausnahme von Nico, der eine mehr als fragwürdige Idee hat. FREI – Bester Anfang ist ein Buch, in dem es um Freundschaft, das Finden der eigenen Herkunft, familiäre Probleme und eine erste (queere) Beziehung geht. Insgesamt habe ich die Geschichte gemocht, und kann sie im Jugendbuchbereich weiterempfehlen.

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