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Veröffentlicht am 19.03.2026

Zwischen Chaos und Schicksal – wenn Mythen lebendig werden

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Mit "Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter" entführt Autorin Tracy Wolff ihre Leserinnen und Leser in eine magische Internatswelt voller griechischer Mythologie. Die Geschichte richtet sich an ...

Mit "Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter" entführt Autorin Tracy Wolff ihre Leserinnen und Leser in eine magische Internatswelt voller griechischer Mythologie. Die Geschichte richtet sich an Jugendliche ab etwa 12 Jahren und erzählt aus der Ich-Perspektive der 13-jährigen Penelope Weaver, was mir den Einstieg sehr leicht gemacht hat. Denn man ist ganz nah an ihren Gedanken und Gefühlen.
Penelope hat ihr ganzes Leben davon geträumt, an der geheimnisvollen Anaximander-Akademie aufgenommen zu werden, einer Schule, an der die Mythen der griechischen Götter lebendig werden. Gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Paris reist sie voller Erwartungen an. Für Penelope ist klar, sie gehört ins Haus der Göttin Athena, denn sie ist klug, organisiert und liebt Regeln. Umso spannender fand ich es, dass genau dieser Plan nicht aufgeht und alles ganz anders kommt als gedacht. Gerade dieser Aspekt hat mir fantastisch gefallen. Penelopes Weg ist alles andere als geradlinig. Sie muss sich Herausforderungen stellen, die sie so nie erwartet hätte, und dabei lernen, dass nicht immer alles planbar ist und dass gerade im Chaos manchmal neue Chancen liegen.
Die Mischung aus Internatsgeschichte, Freundschaft und griechischer Mythologie finde ich grundsätzlich sehr gelungen. Ich bin ein großer Fan von Fifi (Serafina) und finde, jeder sollte eine Freundin wie sie haben. Auch die Hauptprotagonistin Ellie (Penelope) ist mir super sympathisch und man kann sich gut mit ihr identifizieren. Gerade, weil sie sich nicht entmutigen lässt wirkt sie sehr stark und tapfer. Besonders für jüngere Leserinnen und Leser bietet das Buch eine fantasievolle Welt mit vielen Ideen und Details. Auch wenn das erste Drittel des Buches sich etwas zog und viele Szenen sehr ausführlich beschrieben sind, konnte ich doch nicht aufhören zu lesen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und kann es kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Sieben Jugendliche, ein Spiel – und viele Geheimnisse.

Darkly
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Der Jugend-Psychothriller "Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich." von Marisha Pessl richtet sich an Leserinnen und Leser ab etwa zwölf Jahren. Ich habe mir die Hörbuchfassung ...

Der Jugend-Psychothriller "Darkly – Nicht du bestimmst das Spiel. Das Spiel bestimmt dich." von Marisha Pessl richtet sich an Leserinnen und Leser ab etwa zwölf Jahren. Ich habe mir die Hörbuchfassung angehört und mich dabei in ein Abenteuer voller Rätsel, Geheimnisse und gefährlicher Spiele entführen lassen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 17-jährige Dia. Sie hat das Glück, einen von nur sieben begehrten Praktikumsplätzen bei der legendären Louisiana Veda Foundation in London zu ergattern. Die inzwischen verstorbene Spieledesignerin Veda hat mit ihren sogenannten Darkly-Spielen Kultstatus erreicht – geheimnisvolle, komplexe Spiele, deren erhaltene Exemplare heute Millionen wert sind. Als die sieben ausgewählten Jugendlichen in London eintreffen, entwickelt sich jedoch alles anders als erwartet. Statt eines gewöhnlichen Praktikums werden sie auf eine abgelegene Insel gebracht – das geheimnisvolle Zentrum von Vedas Imperium. Dort beginnt ein rätselhaftes Spiel voller versteckter Hinweise, psychologischer Prüfungen und gefährlicher Entscheidungen. Schnell wird klar: Hier geht es nicht nur um Rätsel, sondern um Vertrauen, Manipulation und möglicherweise sogar um Leben und Tod. ...
Die Geschichte erinnert stellenweise an den Film Jumanji, da die Figuren selbst Teil eines Spiels werden, dessen Regeln sie zunächst nicht vollständig verstehen. Gleichzeitig entwickelt die Handlung eine ganz eigene, geheimnisvolle Atmosphäre. Besonders spannend ist die Frage, wer im Hintergrund die Fäden zieht – und welche Verbindung Dia selbst zu diesem rätselhaften Spiel haben könnte.
Die Sprecherin Nina Reithmeier verleiht dem Hörbuch eine intensive und dichte Atmosphäre. Sie liest abwechslungsreich und schafft es, die unterschiedlichen Figuren lebendig wirken zu lassen. Dadurch bleibt die Handlung gut nachvollziehbar. Allerdings fiel es mir bei manchen Szenen und Spielmechaniken etwas schwer, mir alles genau vorzustellen – hier hätte ich mir teilweise noch detailliertere Beschreibungen gewünscht. Trotzdem sorgt gerade die Mischung aus geheimnisvollem Setting, kniffligen Rätseln und überraschenden Wendungen dafür, dass das Hörbuch durchgehend spannend bleibt. Die Geschichte entwickelt ein regelrechtes Labyrinth aus Hinweisen und Geheimnissen, das die Hörerinnen und Hörer gemeinsam mit Dia Stück für Stück entschlüsseln.
"Darkly" ist ein spannender Jugendthriller mit vielen Twists und einer originellen Idee rund um gefährliche Spiele. Auch wenn manche Szenen im Hörbuch für mich etwas schwer greifbar waren, hat die dichte Atmosphäre dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie dieses rätselhafte Spiel ausgeht. Für alle, die Rätselgeschichten, geheimnisvolle Schauplätze und psychologische Spannung mögen, ist dieses Hörbuch auf jeden Fall eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Atmosphärische Märchen-Fantasy

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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In „Tochter des Nebelwalds“ von Gry Kappel Jensen, dem ersten Band der Eventyr-Saga, begleiten wir die beiden Schwestern Ava und Linn, die zusammen mit ihrem Vater in großer Armut am Rand eines düsteren ...

In „Tochter des Nebelwalds“ von Gry Kappel Jensen, dem ersten Band der Eventyr-Saga, begleiten wir die beiden Schwestern Ava und Linn, die zusammen mit ihrem Vater in großer Armut am Rand eines düsteren Waldes leben. Das Leben ist hart und oft bestimmt vom Hunger. Als ihr Vater eines Tages verschwindet, sind die Mädchen plötzlich auf sich allein gestellt. Auf der Suche nach Schutz gelangen sie tief in den Wald zur geheimnisvollen Nebula, die mehrere Kinder bei sich aufgenommen hat. Sie sorgt scheinbar gut für alle – doch warum wird Linn von Ava getrennt? Und was verbirgt Nebula wirklich?
Schon zu Beginn hat mich die düstere Atmosphäre der Geschichte gepackt. Die Not der Familie und das Gefühl von Unsicherheit ziehen sich durch die ersten Kapitel und sorgen dafür, dass man sofort mit Ava mitfühlt. Die Geschichte erinnert an bekannte Märchenmotive – besonders an Hänsel und Gretel – entwickelt sich aber nach und nach in eine eigene Richtung. Gerade dieses Spiel mit vertrauten Elementen und neuen Ideen macht den Reiz der Handlung aus.
Besonders spannend ist die Figur der Nebula. Man weiß lange nicht, ob sie eine Beschützerin oder doch eine Gefahr für die Kinder ist. Dieses ständige Zweifeln sorgt für eine unterschwellige Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Auch Ava als Hauptfigur ist sehr gelungen. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte deutlich weiter und muss lernen, mutiger zu sein und ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen.
Als Hörbuch funktioniert die Geschichte ebenfalls sehr gut. Sprecherin Marlene Rauch liest angenehm und schafft es, die märchenhafte, teilweise unheimliche Stimmung des Nebelwalds lebendig werden zu lassen. Besonders die geheimnisvollen Momente und die Begegnungen mit Nebula bekommen durch ihre ruhige, leicht mystische Erzählweise eine intensive Wirkung.
Insgesamt ist „Tochter des Nebelwalds“ ein atmosphärischer Auftakt einer Fantasyreihe für jüngere Hörerinnen und Hörer ab etwa zwölf Jahren, der aber auch Erwachsene gut unterhalten kann. Die Geschichte verbindet Märchenmotive mit einer spannenden, teilweise düsteren Handlung und stellt immer wieder die Frage, was eigentlich gut und was böse ist.
Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung – ich bin jedenfalls gespannt, wie es im nächsten Band der Eventyr-Saga weitergeht.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Wenn Erinnerungen lügen.

The Exes
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Das Hörbuch "The Exes – Nichts ist gefährlicher als das, was du vergessen wolltest" von Leodora Darlington wird gesprochen von Sandrine Mittelstädt, Viola Müller und Benito Bause. Was zunächst wie die ...

Das Hörbuch "The Exes – Nichts ist gefährlicher als das, was du vergessen wolltest" von Leodora Darlington wird gesprochen von Sandrine Mittelstädt, Viola Müller und Benito Bause. Was zunächst wie die Geschichte einer Frau auf der verzweifelten Suche nach der großen Liebe klingt, entpuppt sich schnell zu einem psychologischen Thriller, der mit Wahrnehmung, Erinnerung und Wahrheit spielt.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive, die zwischen den Schwestern und ein paar wenige Kapitel aus James Sicht wechselt. Genau dieses Stilmittel sorgt für eine ganz besondere Dynamik. Zunächst scheint alles klar. Es geht um Natalie und ihre verstorbenen Ex-Freunde. Drei Männer, drei Todesfälle – und immer war sie in der Nähe. Die Erzählweise legt bewusst eine Fährte, die logisch erscheint. Ich habe beim Hören automatisch Erwartungen aufgebaut. Doch genau in dem Moment, in dem sich ein scheinbar stimmiges Bild formt, kippt die Perspektive. Ein neuer Blickwinkel, eine andere Erinnerung, eine zusätzliche Information – und das zuvor so schlüssige Konstrukt bekommt Risse. Ich habe permanent spekuliert, Theorien aufgestellt und sie im nächsten Kapitel wieder verworfen.

Es geht nicht nur um Mord oder Schuld, sondern um Enttäuschung, um Selbstbilder und darum, wie weit man geht, wenn man glaubt, wieder alles zu verlieren, um weibliche Rache. Die Figuren sind vielschichtig und niemals eindeutig gut oder böse. Gerade Natalie bleibt bis zum Schluss schillernd – mal verletzlich, mal kontrolliert, mal erschreckend kalt.

Ein riesiger Pluspunkt des Hörbuchs sind die Sprecherinnen und Sprecher. Sandrine Mittelstädt, Viola Müller und Benito Bause verleihen den wechselnden Perspektiven eine enorme Intensität. Jede Stimme hat ihre eigene Färbung, ihre eigene emotionale Tiefe. Besonders die Passagen, in denen Zweifel und unterschwellige Bedrohung mitschwingen, sind großartig interpretiert. Dadurch wirkt das Geschehen noch unmittelbarer, fast beklemmend nah.
Was mich am meisten fasziniert hat: Immer wenn ich dachte, ich hätte das Spiel durchschaut, kam eine Wendung, die alles in ein neues Licht rückte. Rückblicke, Andeutungen und kleine Details fügen sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild – und selbst dann bleibt ein Rest Unsicherheit. Genau dieses Gefühl macht für mich einen gelungenen Psychothriller aus.
Für ein Debüt ist das erstaunlich souverän geschrieben. Leodora Darlington beweist ein feines Gespür für Spannungsaufbau und psychologische Abgründe. „The Exes“ ist kein lauter Thriller, sondern einer, der sich langsam unter die Haut schiebt – und dort bleibt.

Für mich war dieses Hörbuch intensiv, verstörend und absolut fesselnd. Wer Geschichten liebt, in denen man niemandem ganz trauen kann – nicht einmal der Erzählerin selbst –, sollte hier unbedingt reinhören.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein neuer Fall für Fina Plank.

Böses Licht
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Mit „Böses Licht“, dem zweiten Band der Mordgruppe-Reihe, knüpft Ursula Poznanski an den erfolgreichen Auftakt an und schickt ihre Ermittlerin erneut in einen atmosphärisch dichten Wien-Krimi. Nach "Stille ...

Mit „Böses Licht“, dem zweiten Band der Mordgruppe-Reihe, knüpft Ursula Poznanski an den erfolgreichen Auftakt an und schickt ihre Ermittlerin erneut in einen atmosphärisch dichten Wien-Krimi. Nach "Stille blutet" war ich gespannt, wie sich die Reihe weiterentwickelt – und wurde insgesamt gut unterhalten.
Der Mord am Wiener Burgtheater ist ein spektakulärer Einstieg: Während einer Aufführung von Shakespeares „Richard III.“ wird der Garderobier Ulrich Schreiber tot auf einem Thron sitzend ins Rampenlicht gefahren – zunächst kaum von der Theaterblut-Inszenierung zu unterscheiden. Diese makabre Szene setzt sofort ein starkes Bild und macht neugierig auf die Hintergründe. Dass es nicht bei diesem einen Opfer bleibt und das Ensemble wenig später zu den Salzburger Festspielen weiterzieht, sorgt zusätzlich für Bewegung im Plot.
Wie schon im ersten Band steht Kommissarin Fina Plank im Mittelpunkt – engagiert, ehrgeizig und in der männlich dominierten Mordgruppe nicht immer auf Rosen gebettet. Ihre Konflikte im Team und im Privaten nehmen erneut Raum ein. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Ermittlungsarbeit noch stärker im Fokus steht, denn gerade die klassischen Krimi-Elemente – Spuren, Motive, falsche Fährten – sind es, die mir hier am besten gefallen haben. Besonders in der zweiten Hälfte zieht das Tempo spürbar an, und die Auflösung ist durchdacht sowie nachvollziehbar konstruiert.
Spannend bleibt auch der übergeordnete Handlungsstrang rund um die anonyme, bedrohliche Stimme im Hintergrund. Zwar werden Fragen aufgeworfen, doch nicht alle beantwortet – das weckt Neugier auf den nächsten Band, ohne den aktuellen Fall unbefriedigend wirken zu lassen.
Ein großes Plus des Hörbuchs ist Sprecherin Julia Nachtmann. Mit ihrer klaren, nuancierten Stimme verleiht sie Fina Glaubwürdigkeit und fängt sowohl die Theateratmosphäre als auch die düsteren Untertöne gekonnt ein. Dialoge wirken lebendig, Emotionen authentisch, und selbst ruhigere Passagen behalten durch ihre Interpretation eine gewisse Spannung.
Insgesamt ist „Böses Licht“ ein solider, gut konstruierter Kriminalroman mit starker Kulisse und überzeugender Hörbuch-Umsetzung. Nicht jede Passage erreicht die Intensität des Auftakts, doch insbesondere das letzte Drittel und die stimmige Auflösung haben mich gepackt.

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