Profilbild von Cat83

Cat83

Lesejury Profi
offline

Cat83 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cat83 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2019

Regionaler Krimi mit interessanten Charakteren

Die Alpen sehen und sterben
0

Maria Schlager, Spitzname Mitzi bzw. MörderMitzi, wird während ihres Urlaubs Zeugin eines Mordes. Der ermittelnden Kommissarin Agnes Kirschnagel gegenüber sagt sie aus, sie habe den Täter nicht gut erkennen ...

Maria Schlager, Spitzname Mitzi bzw. MörderMitzi, wird während ihres Urlaubs Zeugin eines Mordes. Der ermittelnden Kommissarin Agnes Kirschnagel gegenüber sagt sie aus, sie habe den Täter nicht gut erkennen können, da dieser einen Cowboyhut getragen habe. Am nächsten Tag erkennt sie den Täter jedoch wieder. Dies behält sie allerdings für sich, ebenso wie die Tatsache, dass sie sich nun häufiger mit ihm trifft. Je mehr Mitzi von Sam und seinen Taten erfährt, desto mehr fühlt sie sich gleichzeitig von ihm angezogen und abgestoßen. Schließlich setzt sie alles daran, weitere Verbrechen zu verhindern.

Dies versucht auch der "beurlaubte" Kommissar Heinz Baldur, der sich neben Agnes Kirschnagel ebenfalls mit dem Fall befasst.

Das Buch ist ein guter Mix aus Spannung, Humor und Tragik und hat mir aus diesem Grund sehr gut gefallen. Die einzelnen Kapitel und Abschnitte werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So lernt man die unterschiedlichen Charaktere und deren Hintergründe sehr gut kennen. Mit einigen Protagonisten bin ich sofort warm geworden, andere haben mich erst im Laufe der Handlung für sich gewinnen können. Aber jeder für sich ist alles andere als normal oder durchschnittlich in seinem Tun und Handeln.

Der Schreibstil von Isabella Archan hat mich ebenfalls sehr überzeugt. Beschreibungen sowie Dialoge lassen sich flüssig lesen und versetzen den Leser ja nach Szene in die richtige Stimmung.

Das Buch fühlt sich ganz nach dem Auftakt einer neuen Reihe an. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band, in dem man sicherlich noch mehr über die einzelnen Protagonisten erfahren wird.

Das Buch würde ich jedem empfehlen, der gern regionale Krimis mit außergewöhnlichen Charakteren und dem gewissen Extra liest.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Bewegender Einblick in die syrische Geschichte

Die Verängstigten
0

Suleima lernt im Wartezimmer ihres Psychologen Kamil den Arzt und Schriftsteller Nassim kennen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine über Jahre andauernde Beziehung, die sich einerseits durch große Distanz ...

Suleima lernt im Wartezimmer ihres Psychologen Kamil den Arzt und Schriftsteller Nassim kennen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine über Jahre andauernde Beziehung, die sich einerseits durch große Distanz und andererseits durch Momente des tiefen Verständnisses auszeichnet. Als Nassim schließlich mit seinem Vater nach Deutschland flieht, bleibt Suleima allein zurück. Sie erhält jedoch ein Manuskript ihres Freundes, dessen Inhalt sie immer mehr an ihre eigene Familiengeschichte erinnert. Parallelen wie der frühe Tod des Vaters oder der vermisste Bruder sind ebenso auffällig wie das schwierige Verhältnis zur Mutter.

Durch die Lektüre des Romans setzt sich Suleima mehr und mehr mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander und will sich schließlich mit Salma, der Frau, die hinter Nassims Protagonistin steckt, treffen.

Das Buch ist in einer klaren, aber dennoch leichten und poetischen Sprache verfasst und lässt sich sehr gut lesen. Ich hatte mich literarisch noch nie mit der Geschichte oder Politik Syriens beschäftigt, und trotzdem gelang der Einstieg in den Roman reibungslos. Wannous schafft es, die Zerrissenheit eines ganzen Landes beispielhaft an der Familie aufzuzeigen. Denn auch innerhalb dieser haben sich durch unterschiedliche Religionszugehörigkeiten der einzelnen Mitglieder tiefe Risse gezogen, die sich auch Jahre später nicht so einfach kitten lassen. Keiner traut dem anderen und die Angst vor Überwachung und Folter durch das Regime sind allgegenwärtig. Diese Themen verarbeitet Wannous jedoch nicht plakativ oder mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern verwebt sie geschickt mit der Geschichte ihrer Protagonisten.

Im Nachwort der Übersetzerin Larissa Bender ist auf sechs Seiten unter anderem ein kurzer Abriss der syrischen Geschichte seit 1946 aufgeführt. Dieser hilft noch einmal dabei, die im Roman erwähnten historischen Ereignisse einzuordnen.

Ich kann das Buch nur empfehlen, da es nicht nur sprachlich ein echter Gewinn ist, sondern ebenso einen Einblick in die syrische Gesellschaft bietet, wie man ihn nur über die Literatur erhalten kann. Emotional, aufwühlend und nachhaltig.

Die volle Punktzahl habe ich nicht vergeben, da mir das Ende etwas zu abrupt kam. Beim Rückblick auf den Roman überwiegen jedoch klar die starken und eindringlichen Bilder. Absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 30.03.2026

Anspruchsvolle Lektüre

Das Tränenhaus. Roman
0

Ich habe in Schule und Studium viele Klassiker gelesen, weshalb ich eigentlich gut mit dieser Art Lektüre zurechtkomme. Das Tränenhaus hat mir den Zugang zur Geschichte allerdings nicht einfach gemacht. ...

Ich habe in Schule und Studium viele Klassiker gelesen, weshalb ich eigentlich gut mit dieser Art Lektüre zurechtkomme. Das Tränenhaus hat mir den Zugang zur Geschichte allerdings nicht einfach gemacht. Ich kann gar nicht genau sagen, ob es die Sprache selbst ist oder eher die immer wiederkehrenden Exkurse ins Innenleben der Ich-Erzählerin. Sobald es in der konkreten Handlung voranging, war ich total drin und dabei. An vielen Stellen habe ich tatsächlich laut gelacht, da die Autorin es versteht, eine gewisse Situationskomik zu erzeugen. Und das, obwohl der Roman im Ganzen natürlich eine prekäre Situation beschreibt. Für eine eingehendere Analyse, beispielsweise im Schulunterricht, würde sich der Roman sowohl aufgrund seiner Sprache als auch seiner Thematik total anbieten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2026

Leider nicht so überzeugend

Zwei in einem Bild
0

Ich hatte mich im Vorfeld außer mithilfe des Klappentextes nicht weiter über das Buch informiert, konkrete Erwartungen hatte ich also nicht. Hätte ich gewusst, was mit "Bis ihr vermeintlich grenzenloses ...

Ich hatte mich im Vorfeld außer mithilfe des Klappentextes nicht weiter über das Buch informiert, konkrete Erwartungen hatte ich also nicht. Hätte ich gewusst, was mit "Bis ihr vermeintlich grenzenloses Glück plötzlich in Gefahr gerät ..." gemeint ist, hätte ich den Roman wahrscheinlich nicht gelesen. Es wird hier ein Thema behandelt, das erstens für mich keine Relevanz für die Geschichte hat, und unter dem man zweitens schon genug leiden musste. Dies hier nochmal lesen zu müssen, fand ich eher anstrengend. Der Anfang hat mir noch sehr gut gefallen, aber irgendwann drehte es sich für mein Empfinden zu sehr im Kreis. Bestimmte Themen wurden teils doppelt erzählt, ohne dass beim zweiten Mal noch eine neue Erkenntnis dazukam. Die Figuren waren mir auch nicht besonders nah oder sympathisch. Alles in allem war der Roman ok, aber leider auch nicht mehr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Leider nicht so meins

Manche Schuld vergeht nie
0

Die Idee, eine Ermittlerin in die Vergangenheit zu befördern, um ungeklärte Mordfälle zu lösen, fand ich extrem spannend. Leider hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt. Für einen Kriminalroman fehlte ...

Die Idee, eine Ermittlerin in die Vergangenheit zu befördern, um ungeklärte Mordfälle zu lösen, fand ich extrem spannend. Leider hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt. Für einen Kriminalroman fehlte mir oft über weite Strecken einfach die Spannung. Oftmals fühlte es sich mehr wie ein Roman an, wobei mir dafür dann wiederum der Tiefgang der Figuren nicht ausgeprägt genug war. Der in der Gegenwart angesiedelte Mordfall war, was die Ermittlungen anging, auch nicht so ganz nachvollziehbar. Insgesamt waren für mich viele Dinge in diesem Buch einfach nicht logisch oder wurden in diesem Band nicht aufgeklärt. Ob ich zum nächsten Band greifen würde, kann ich nicht genau sagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere