Lille - ein Reich, das von Männern regiert und bestimmt wird, in denen diese das Recht haben, Frauen in Ketten zu legen, zu schänden und zu misshandeln, anders denkende, Freigeister, ...
„Cinderella ist tot.“
Lille - ein Reich, das von Männern regiert und bestimmt wird, in denen diese das Recht haben, Frauen in Ketten zu legen, zu schänden und zu misshandeln, anders denkende, Freigeister, öffentlich gedemütigt und hingerichtet, Kinder nach Belieben „aufgegeben“ werden.
König Manford zwingt seine Untertanen nach einer falschen Interpretation des romantischen Klassikers „Cinderella“ in ein Dasein voller Angst …
— Sophia lebt ein Leben im Korsett, an der Leine, bewacht. Und scheint die einzige, die wirklich sieht und versteht:
„Ich will nicht von einem Ritter in strahlender Rüstung gerettet werden. Ich möchte die Rüstung tragen, und ich würde gerne diejenige sein, die rettet.“
Katlynn Bayron brachte, neben den fatalen, blinden Gehorsam, Feminismus, Gleichberechtigung und Diversity, Akzeptanz und Selbstbestimmung in ihren wunderschön anzusehenden Roman. Doch bevor die Menschen in Lille solch ein Leben auch nur erahnen dürfen, müssen 200 Jahre vergehen, körperliche und seelische Wunden ertragen, unzählige Tote betrauert werden. Leider war der Stil, mit dem wir die eigensinnige Sophia bei ihrer gefährlichen Flucht, dem Widerstand begleiten, nicht nur sehr einfach, sondern auch nüchtern und distanziert, sodass Emotionen verloren gingen.
Das erschreckende System, in dem die Bürger unter der Herrschaft des Königs, unter Einfluss eines Märchens leben, kam verständlich und trotz der Oberflächlichkeit ausdrucksvoll zur Geltung.
Vom seichten Verlauf hatte ich mir deutlich mehr Action, Abenteuer und Spannung erhofft, doch viel zu oft wurden interessante Sequenzen nur gestreift, und doch waren dunkle Magie, Intrigen und Wendungen vorhanden.
Sophia und Constance sind stark, mutig, ihr Aufbegehren fand ich beeindrucken, genau wie die breite Auswahl der Themen, die Katlynn Bayron einflocht. Das Geheimnis um die wahre Cinderella und die Tyrannei des überheblichen Königs inszenierte die Autorin wahrlich unerwartet, fühlte man sich doch stellenweise zu sicher.
Doch nur das Ende vermochte es, mich zu berühren – Statements und Wahrheiten, die selbst heute noch nicht überall bekannt sind.
„CINDERELLA IST TOT“ eine Geschichte, die aufzeigt, dass es manchmal reicht, wenn nur ein einziger Mensch den Mut hat, aufzustehen — denn auch ein Waldbrand entsteht aus nur einem einzigen Funken.
„Wir, du und ich gemeinsam, werden den Unterschied machen.“
„Can't stop thinking about you“ ist die neue Romance von Bella Paasch, in der wir in das Showbusiness mit all den Schattenseiten ab- und in eine Liebe, von der niemand wissen darf, eintauchen.
Esthеr ...
„Can't stop thinking about you“ ist die neue Romance von Bella Paasch, in der wir in das Showbusiness mit all den Schattenseiten ab- und in eine Liebe, von der niemand wissen darf, eintauchen.
Esthеr Kenneth ist die rechte Hand, der personifizierte Terminkalender und vielleicht so etwas wie eine Freundin von Sienna Cartwright. Stets an der Seite der berühmten Schauspielerin zu sein, heißt auch, dass Begegnungen mit der Prominenz, mit den Sternchen Hollywoods für sie nichts Neues sind. Doch als Esthеr plötzlich Owen Everson gegenübersteht – dem neuen Fake-Freund ihrer Chefin – reißt ihr sein charmantes Auftreten, seine provokante, flirty Art den Boden unter den Füßen weg. Schnell weckt er Gefühle in der sonst so professionellen Assistentin, die weit über reines Verlangen hinausgehen. Aber Esther weiß, dass sie dieser Anziehung unter keinen Umständen nachgeben sollte, denn eine Schlagzeile à la »Cartwrights treue Angestellte spannt ihr den umtriebigen Mann aus!« wäre aktuell die absolut falsche Publicity für Sienna und ihre Karriere.
Owen Everson hat seinen Ruf als Aufreißer, Frauenheld und Partyhengst längst weg. Dass sein Management ihn nun eine Fake-Frau an die Seite pinnt, passt dem Musiker so gar nicht. Und doch bleibt ihm nichts anderes übrig, als mitzuspielen. Zumindest ist Esther, die fortan immer in der – in seiner – Nähe zu sein scheint, ein Lichtblick, der das zeitintensive Arrangement für den Rockstar mit einer Prise Aufregung und Nervenkitzel bestückt …
Je mehr sie einander kennenlernen, je alltäglicher heimliche Treffen und scheue Blicke, verruchte Lächeln, flüchtige Berührungen in der Öffentlichkeit werden, je häufiger sie ihre Geheimnisse und Sehnsüchte teilen, umso stärker steigt das Risiko, aufzufliegen. Doch weder Esther noch Owen können sich gegen ihre Gefühle, gegen den Reiz wehren …
Positiv vorab: Paasch verzichtet auf Starallüren und abgehobene Egos und bestückt ihre Celebrity-Romance mit realistischen, strategischen Inszenierungen. Von Versuchen, die Schlagzeilen zu beeinflussen und von Skandalen abzulenken, ein Scheinbild zu kreieren, bis zu jenen, dem Trend und den Erwartungen hunderttausender Fremder zu entsprechen. Die LeserInnen spüren den Zwang von Owen und Sienna, das darzustellen und zu leben, was andere fordern, spüren den Druck, die Flüchtigkeit des Ruhms. Die seichte Angst. Tief drinnen der Wunsch: für Talent geliebt zu werden. Mehr zu sein als eine Marke.
Und leider war es das für mich auch schon.
Die romantische Komponente fand ich unspektakulär und lasch. Aufgrund der sofortigen (körperlichen) Reaktionen und beidseitiger Bereitschaft fehlte es mir an Prickeln und einer spannenderen Entwicklung. Bedauerlicherweise gefiel mir auch der Stil nicht, wirkte das Gelesene auf mich doch durch und durch „wie einfach runtergeschrieben“, frei von Raffinesse oder Eleganz. Ohne Authentizität. Unrunde Sätze und Wortwiederholungen gab's obendrauf. Dementsprechend waren die Gefühle für mich nicht greifbar, ebenso wenig wie mich der „Humor“ oder das Geplänkel unterhalten konnten. Im Gegenteil: Die „Neckereien“, das Verhalten und auch die ausschweifenden, sich kreisenden Monologe waren nervig. Einen Pluspunkt gibt es zumindest für Ella und Valentina, die echt cool waren. Hierbei handelt es sich um meine persönliche Meinung.
In „The Love-Life-List: (Un)Wahrheiten über das Leben und die Liebe“ geleitet uns Kira Mohn nicht nur zurück in den gemütlichen Buchladen ,Unicorns, Starships & Bugs' und in die bereits aus „Note to myself: ...
In „The Love-Life-List: (Un)Wahrheiten über das Leben und die Liebe“ geleitet uns Kira Mohn nicht nur zurück in den gemütlichen Buchladen ,Unicorns, Starships & Bugs' und in die bereits aus „Note to myself: Liebe ist keine Option“ bekannte Clique, sondern wirft uns in einen Strudel von Unsicherheiten und existenziellen Fragen …
Ihr Weg zur Selbstfindung führt Rose Turner weg von Zuhause, weg von ihren Eltern, ihrem gebrochenen Herzen und raus aus dem Schatten ihrer Schwester. Statt in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und als Medizinstudentin Karriere zu machen, lektoriert die junge Frau in einer kleinen Wohnung inmitten der Freiheit New Yorks Bücher. Eine Tätigkeit, die Rose zufrieden, aber nicht glücklich macht. Als Freundin Zara ihr einen Minijob in deren Kinderbuchhandlung anbietet, stimmt die Katzenmom sofort zu. Hier trifft sie auf Zane Brooks, den neuen – unwillkommenen – Nachbarn des ,Unicorns, Starships & Bugs'. Denn seine, durchaus wunderschöne, Selbstständigkeit vergrault Zara und Tobey die KundInnen … Rose und Zane jedoch, die kommen sich schnell näher und gemeinsam versuchen die beiden, den Konflikt – Tattoos vs. Kinderbücher – und die Vorurteile der Kundschaft zu beseitigen. Und nebenbei schafft es Zane auch auf ganz andere Weise zu Rose durchzudringen …
Durch den attraktiven und aufmerksamen Tattoo-Artist wird Rose immer häufiger zum Hinterfragen animiert – ihrer Entscheidungen, die vielleicht mehr Rebellion und Wut waren als selbstbestimmt, ihrer Komplexe, sobald es um die perfekte Halley geht, der stillen Unzufriedenheit, die aufkommt, wenn sie den Blick auf ihre nebulöse Zukunft richtet. Wer will sie sein, wohin will sie gehen und wer ist sie jetzt?
Zuerst: Jedes Kapitel wird von einer Aussage, einer Lebens-Liebe-Regel, eingeleitet, die echt schön war. Mohn lässt uns das Geschehen aus Roses Perspektive verfolgen, sodass wir einen guten Einblick in deren Leben und Gedanken bekommen, ihre Reaktionen und Zweifel nachvollziehen können und Gründe finden, sie schütteln zu wollen. Denn die teeliebende Lektorin ist festgefahren – hauptsächlich darin, ihre Schwester auf ein Podest- und ihre Träume hinten anzustellen, sich mit anderen zu vergleichen, während ihre Meinung von sich selbst nicht die beste ist. Dabei konnte ich – als unsicherer und wenig Selbstliebe erübrigender Mensch – ihre verschiedenen Zwiespälte, ihre von Minderwertigkeitsgefühlen ausgelöste Impulsivität verstehen. Ihre Suche nach Identität und einem Platz, jemanden, der die echte Rose, ungefiltert, sieht. Ihren Drang, sich zu beweisen, unabhängig zu sein.
Zugegeben, es gab hier einiges, das ich entweder total lasch inszeniert oder aber absolut drüber fand – bspw. die ausbleibende Kundschaft eines Geschäfts für Kinderbücher, weil nebenan ein Tattoo-Laden eröffnet? Really? Die Klischees, in denen die KünstlerInnen und KundInnen angeblich gesehen werden, waren weit entfernt von zeitgemäß und dass „The Love-Life-List“ in einer bunten Metropole spielt, trägt hierbei auch nicht zur Authentizität bei. Ebenfalls fehlte mir die „romantische Komödie“ – die Geschichte glänzt weder mit skurrilen Szenen noch mit Witz oder humorvollen Schlagabtauschen. Obwohl ich die (neueren) Bücher der Autorin prinzipiell mag, wirkte das Gelesene dieses Mal unpassend distanziert und kühl. Statt mittendrin zu sein, hatte ich den Eindruck, die knapp bemessene Storyline, mehr nüchterne Erzählung als warmherzige Romance, von obendrauf zu verfolgen.
Dass die Drama-Komponente auf den letzten 100 Seiten zunimmt, sich durch Lügen und unerfreuliche Überraschungen, fehlende Kommunikation und Offenheit sowie divenhaftes (und echt undankbares) Verhalten – Letzteres zumindest nicht seitens der Protagonistin – zuspitzt, gab der bis dato gemächlichen Handlung zwar einen Bruch, traf bei mir aber nicht den richtigen Nerv, außer dieser sollte Augenrollen verursachen. Zane bleibt ein blasser Good Guy, der lediglich als Rose' emotionaler Support, als ihr Halt, fungiert. Er ist perfekt und wurde nahezu glatt gezeichnet. Seine durchweg fürsorglichen und verständnisvollen Antworten hinterließen eher einen konstruierten Beigeschmack. Mehr Facetten des Tätowierers und ernstzunehmende Diskussionen hätten der zwischenmenschlichen – insgesamt seichten – Beziehung, die von Anfang an komplikationslos, leider ohne ein wirkliches Kennenlernen und eine stimmige Entwicklung verlief, nicht geschadet. Zara erweist sich hingegen als tolle Freundin und einen tierischen Sidekick samt der Liebe zum geschriebenen Wort und der visuellen Kunst gibt's obendrauf.
Auf den Own Voice Roman „Und alles zerbricht“ hatte ich mich sehr gefreut, denn Maxine Reuker behandelt in ihrem Jugendbuch das unterschätzte Thema Essstörung. Als langjährig Betroffene, die viel Zeit ...
Auf den Own Voice Roman „Und alles zerbricht“ hatte ich mich sehr gefreut, denn Maxine Reuker behandelt in ihrem Jugendbuch das unterschätzte Thema Essstörung. Als langjährig Betroffene, die viel Zeit in Therapien und Kliniken verbracht hat, mehrfach fast ihr Leben verloren hätte und verschiedene Formen der Erkrankung durchlief, andere Erkrankte traf und verabschieden musste, liegt es mir am Herzen, dass diese psychische Krankheit angesprochen, dass auf sie aufmerksam gemacht wird. Und das abseits von Klischees und Stigma.
Mila hat großes Glück, in einem großen Haus mitten in Berlin gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Dackel leben zu können, gleich nebenan und immer dabei ihre beste Freundin Juno und ihre Tante. Doch kurz vor der legendären 16. Geburtstagsparty der Cousinen eröffnet Milas Mutter, leidenschaftliche Architektin und Alleinverdienerin, ihrer Familie, dass sie ein Projekt in der Schweiz übernommen hat und sie in wenigen Tagen nach Zürich ziehen werden. Ohne Juno und Nora.
Herausgerissen aus ihrer vertrauten Umgebung, kilometerweit weg von ihren FreundInnen, ist das Mädchen gezwungen, neu anzufangen. Aber genau wie ihrem bis dato liebevollen Vater fallen Mila die Veränderungen schwer. Dass Juno zu Hause in Berlin ihre erste Liebe findet und Mila darüber hinweg vollkommen vergisst, ihre Mutter in noch mehr Arbeit versinkt, verstärkt die Frustration der Teenagerin von Tag zu Tag mehr. Und so flüchtet sie sich erst ins Essen und dann auf Pro Ana Foren …
„Und alles zerbricht“ beginnt mit einem Eindruck von Mila in der deutschen Hauptstadt. Die Autorin zeichnete das Bild einer aufgeweckten, zugänglichen Person, die ihr privilegiertes Leben, sich und ihre Familie, die enge Bindung zu Juno, schätzt. Mit dem Umzug wandelt sich Milas Stimmung ebenso stark wie jene des Buches, wird bedrückter, unsicherer. Viel zu lange verschließt sie die Augen vor den Problemen in ihrem neuen Haus, verschiebt Gespräche, verschluckt ihre eigenen Bedürfnisse, bis sie gar nichts mehr schluckt. Bis Mila und ihre Eltern die Konsequenzen in Form einschlägiger Ereignisse tragen müssen.
Mila wird in einer idyllisch gelegenen Klinik für essgestörte Menschen aufgenommen, kann sich nicht mehr vor ihrer größten Angst und ihrem wunden Inneren verstecken. Und gerade hier, an ihrem Tiefpunkt, begegnet sie Nicolas. Der fürsorgliche Praktikant ist es, der Mila den Alltag, die Strapazen und Therapien überstehen lässt. Bis er ihr das Herz bricht.
Ich muss sagen, dass ich dieses Buch aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen nicht objektiv bewerten kann, ließ mich dieser Young-Adult-Roman letztlich ernüchtert zurück. Abgesehen davon, dass die Autorin den Krankheitsverlauf samt der körperlichen Auswirkungen und Folgen stark „vorangetrieben“ hat, inkl. der ärztlichen Maßnahmen, und somit weit von authentischen Prozessen entfernt war, fehlte es dem kompletten Mental-Health-Aspekt an der nötigen Tiefe. An Zeit und Entwicklung. Diese einfache und eher lasche Darstellung war für mich eine Enttäuschung.
Ebenfalls undeutlich und eher „als eines“ zusammengefasst, als „ohne dies gibt's das nicht“, wurden Magersucht und Bulimie. Dabei handelt es sich um verschiedene Formen, die zusammen auftreten können, jedoch einander nicht bedingen.
Positiv ist hingegen die Erwähnung der mir nur allzu bekannten Pro Mia/Ana Foren, die mitschwingende Warnung vor diesen gefährlichen Online-Bewegungen. Denn so unglaublich es scheint, sie haben Einfluss und sind leicht zu finden. Erzeugen das Gefühl, gesehen zu werden und zu einer Gemeinschaft zu gehören. Gerade dann, wenn mensch am verletzlichsten ist.
„Gut“ aufgegriffen, wenn auch Milas (romantische) Gefühle deutlich im Fokus standen, empfand ich auch den Klinikalltag samt der häufig gemischten Belegschaft von Essstörungstypen und Geschlechtern wie auch die Rivalität. Zu Milas persönlicher Entwicklung, ob sie Einsicht gewann und wirklich verstand, kann ich leider nicht viel sagen, da diese Probleme und Konflikte recht rasch abgehandelt/behandelt wurden.
Aber Maxine Reuker zeigt in dieser Story ganz klar und deutlich, wie schnell es sich in zwanghaften Gedankenkreisen, in Selbsthass verlieren lässt und wie schleichend und doch rasant eine Essstörung Besitz von Körper und Psyche ergreifen, zu Gewohnheit werden kann. Wie verlockend es scheint, mit (nicht) essen die eigene Realität, Schmerz und Unsicherheit zu kompensieren.
Mein größter Kritikpunkt geht an die Instalove-Romanze, war diese doch komplett drüber und irgendwie unpassend, betrachtet man das Setting und Milas Situation. Nicolas, ein 18-Jähriger, der eine offensichtliche Patientin AUGENBLICKLICH mit „meine Schönste“ und „Liebste“ anspricht und während des zweiten Dates von „Beziehung“ faselt? Ehrlich? Ab diesem Punkt KONNTE ich diese Geschichte einfach nicht weiter ernst nehmen. Haben mir die vorherigen Punkte schon zugesetzt, weil sich kaum Zeit genommen wurde, um die Erkrankung realistisch und ausreichend aufzugreifen, mit Tiefe in die Gedanken und den Struggle der Protagonistin einzutauchen, war es ab diesen Szenen vorbei.
Bereichert wird die Handlung dafür von Milas fürsorglichen, sich ihrer Fehler bewusst werdenden Eltern, Juno, Nora und Larissa. Reukers Stil ist übrigens durchweg verständlich und schnörkellos, dem Alter der Zielgruppe entsprechend einfach.
Gut zu wissen: Es handelt sich um den Auftakt einer mindestens zweiteiligen Buchserie, heißt, der YA-Roman ist nicht abgeschlossen.
Gideon Moreno ist ein angesehener Anwalt in Seattle. Seit Jahren führen er und seine beiden besten Freunde eine Kanzlei, die vorrangig finanziell gut gestellte MandantInnen vertritt. Kontrolle und Struktur ...
Gideon Moreno ist ein angesehener Anwalt in Seattle. Seit Jahren führen er und seine beiden besten Freunde eine Kanzlei, die vorrangig finanziell gut gestellte MandantInnen vertritt. Kontrolle und Struktur sind in einer unbeständigen, selten fairen Welt Gideons Halt. Doch in dem attraktiven Mittdreißiger schlummert eine schwer zu bändigende Wut, mit der er sich als Thunder einen Namen gemacht hat …
Endlich ist Dawn Banks zurück – bei ihrem Bruder, ihrer gemeinsamen Wahlfamilie und in Seattle. Zurück in Freiheit. Dass Nathan ihr nicht nur sein Gästezimmer zur Verfügung stellt, sondern auch schon einen Job für sie parat hat, erleichtert der 20-Jährigen ihren dringend benötigten Neuanfang ungemein. Wenn die Aussicht, bald für ihren Jugendschwarm zu arbeiten, auch ein seltsames Kribbeln in ihr entfacht …
„The Loneliest Hour“ ist Teil eins einer Suspense-Dilogie von June Evans, in der wir in Abgründe geführt und mit verschiedenen Dämonen konfrontiert werden.
Zugegeben, meiner Meinung nach ist das Lektorat nicht einwandfrei gelungen, finden wir doch schon in den ersten Kapiteln Wiederholungen von Informationen/Worten und auch der Stil selbst wirkt eher aufgesetzt und bemüht. Zwischen unnötigen Ausführungen und einem Tempo, das an so mancher Stelle unpassend flott wirkt, rascher Überdramatisierung und zähen Gedankenkreisen steckt dennoch eine im Kern interessante Lovestory, die Dawn und Gideon Überwindung und Geduld abverlangt. Eine Geschichte, in der Verlust und Schmerz enthüllt werden, Mauern fallen. Eine, die ungeahnte Schrecken mit sich bringt. Denn Gideons Geheimnis bedeutet Gefahr – für alle, die ihm nahe stehen, und alles, das ihm wichtig ist. Währenddessen wird aus Dawns Neuanfang viel zu schnell ein nervenaufreibendes Chaos – denn da ist jemand in ihrem Schatten …
Trotz Tropes wie Age Gap, Stalking und Underground Fights, der einen oder anderen spannenden und überraschenden Sequenz sowie greifbaren Einblicken in die Protagonisten konnte mich „The Loneliest Hour“ – vorrangig aufgrund der oben genannten Punkte – nicht für sich gewinnen. Die Romance fand ich zu einfach, rasch und unverhältnismäßig … drüber, die Dialoge viel zu gestellt und insgesamt … ich konnte einfach nicht mitfühlen, nicht mitfiebern. Wenn das Ende auch düster ist, Neugier entfacht, werde ich das Finale der zweiteiligen Serie nicht lesen.