Profilbild von gagiju

gagiju

Lesejury Star
offline

gagiju ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gagiju über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2021

Romantik und Grusel

Sommernacht
0

Ich hatte ein paar Monate zuvor "Neuschnee" von Lucy Foley gelesen und war nun sehr gespannt auf das Nachfolgebuch.

Und - meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Es ist eine superspannende Geschichte, ...

Ich hatte ein paar Monate zuvor "Neuschnee" von Lucy Foley gelesen und war nun sehr gespannt auf das Nachfolgebuch.

Und - meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Es ist eine superspannende Geschichte, von der ersten bis zur letzten Seite. Sehr flüssig geschrieben und wirklich gut zu lesen, ein echter "Pageturner", fast genauso ein Beziehungs- und Freundschaftsdrama wie ein Psychothriller.

Besonders prickelnd ist der Kontrast zwischen der Szenerie einer prachtvollen romantischen Hochzeit mit allen zugehörigen vorstellbaren Details wie Rosenbläätern, Tanz, romantischen Kleidern und feiner Küche - und das vor dem Hintergrund der Abgeschiedenheit einer düsteren sturmumtosten Insel.

Einzelne der Charaktere sind in ihren hellen und dunklen Details sehr gut getroffen, bei anderen hätte ich mir etwas mehr Tiefe in der Beschreibung der Person und etwas mehr Entwicklung in der Handlung gewünscht. Aber das ist fast Jammern auf hohem Niveau.

Mein Fazit: eine superspannende, wunderbar zu lesende Unterhaltungslektüre, gleichermaßen Psychodrama wie Psychokrimi, wunderbar geeignet für lange Wochenenden, Urlaub, den Liegestuhl auf der Terrasse oder perfekte Ablenkung während eines Klinikaufenthaltes.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2026

Flaco der Flapsige

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
0

Ich habe bereits einige Bücher von Eric Berg gelesen, allerdings eher die „nördlicheren“, die sich stilistisch doch etwas von diesem unterschieden. Umso mehr war ich gespannt auf das südliche Flair der ...

Ich habe bereits einige Bücher von Eric Berg gelesen, allerdings eher die „nördlicheren“, die sich stilistisch doch etwas von diesem unterschieden. Umso mehr war ich gespannt auf das südliche Flair der Kanaren in diesem Band. Der flapsige Kommissar Flaco und der lockere, teils ungewohnte Erzählton brauchten bei mir allerdings etwas Eingewöhnung. Der Einstieg ist dennoch spannend und flüssig geschrieben, die Figuren werden sehr plastisch eingeführt, und auch der Humor hat seinen Reiz, wenn ich ihn auch stellenweise etwas überzogen finde.

Mit der Zeit wächst die Neugier auf die Geschichte, auch wenn ich mit Flaco und seinem Umfeld, etwa den besonderen Beziehungen zu Carlos oder seiner Chefin, noch hadere. Auch die undurchsichtigen Diamantenkontakte und die rätselhaften Giftmord halten die Spannung hoch – vieles bleibt bewusst zunächst mehr als unklar. Die Handlung nimmt zunehmend Fahrt auf, ohne dass die Figuren unbedingt sympathischer werden, was aber durchaus zum Stil passt. Der Schluss lässt für mich noch ein paar Fragezeichen offen.

Insgesamt ein spannendes eigenwilliges Buch mit - subjektiv betrachtet - ein paar Mankos.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2026

Interessant, aber nicht hundertprozentig überzeugend

Das letzte Buch von Marceau Miller
0

Natürlich kenne ich den Autor nicht, sein Name ist ja wahrscheinlich ein Pseudonym und Verkaufsgag. Würde mich wirklich interessieren, wer dahinter steckt. Ich hatte vom Stil und der Story her auch Joel ...

Natürlich kenne ich den Autor nicht, sein Name ist ja wahrscheinlich ein Pseudonym und Verkaufsgag. Würde mich wirklich interessieren, wer dahinter steckt. Ich hatte vom Stil und der Story her auch Joel Dicker angedacht, aber im Verlauf des Buches dann doch wieder verworfen.

Der Einstieg hat mich vom Hocker bzw. vom Sofa gerissen- wer hätte sich nicht schon einmal die grausige Szenerie beim Absturz aus den Bergen ausgemalt?

Auch die Party Szenerie danach am Genfer See ist lebendig und packend beschrieben.

Das Unheil lauert zuerst noch verborgen, tritt aber dann recht wuchtig zutage.

Die Erzählung aus den verschiedenen Perspektiven, allem voran aber aus Sicht der Witwe, finde ich interessant. Manche Entwicklungen habe mich jedoch von Logik und Glaubwürdigkeit her nicht so ganz überzeugt. Das Buch liest sich flüssig und durchaus spannend, aber eine hundertprozentige Begeisterung spüre ich nicht. Achtzig Prozent bin ich überzeugt, alleine von der skurrilen Idee.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2026

Auf außergewöhnliche Art packend

Tödliche Freundinnen
0

Die Autorin kannte ich bisher nicht, das Cover mag ich nicht, obwohl oder weil es mich in seinem Rot und Schwarz und den Schattenriss-Figuren an Krimi- Taschenbücher aus dem letzten Jahrhundert erinnert. ...

Die Autorin kannte ich bisher nicht, das Cover mag ich nicht, obwohl oder weil es mich in seinem Rot und Schwarz und den Schattenriss-Figuren an Krimi- Taschenbücher aus dem letzten Jahrhundert erinnert. Was ja nicht schlecht sein muss, ist eben subjektiv.

Aber der Text war super lebendig und spannend, die Szene am Anfang um das abgestürzte Flugzeug und den vermeintlichen und dann ermordeten Retter ist sehr anschaulich geschildert und machte sofort Gänsehaut.

Chloe schien mir sofort suspekt, aber genau mit solchen Elementen weiß die Autorin gekonnt zu spielen .... In Vor- und Rückblenden und unterschiedlichen Perspektiven werden wir als Lesende auf falsche und richtige Fährten gelockt und manchmal einfach völlig verwirrt - zumindest ich. Aber das hat mir gut gefallen, und ich konnte das Buch bis zum Ende kaum aus der Hand legen.

Interessant war für mich, dass es kein "reiner" Krimi ist, sondern dass es an vielen Stellen recht tiefgründig um Freundschaft, Täuschungsmanöver, Vertrauen, um Wahrnehmungen und Beziehungen im weitesten Sinn geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Melancholisch und emotional

Elbland
0

Wunderschön gestaltet ist das Cover, gelbe Blumen, Erde, Wurzeln, steht für mich für Verwurzelung und Aufblühen, und das Symbol wiederholt sich immer wieder als Zeichnung innerhalb des Textes.

Ein Stück ...

Wunderschön gestaltet ist das Cover, gelbe Blumen, Erde, Wurzeln, steht für mich für Verwurzelung und Aufblühen, und das Symbol wiederholt sich immer wieder als Zeichnung innerhalb des Textes.

Ein Stück alte DDR Nostalgie, eine komplizierte Beziehung zwischen Mutter und Tochter und ebenso zwischen den Schwestern, das sind für mich die hauptsächlichen Themen dieses Romans, aber das ist noch nicht alles.

Diese Familiengeschichte liest sich sehr gut und spannend, sie spielt auf drei verschiedenen Zeitebenen, und ich konnte die Protagonist/innen an jeder Stelle mitfühlend begleiten. Die Charaktere sind gut geschildert, die Handlungsstränge sind interessant und gut nachvollziehbar.

Es geht um Heimat und Herkunft, um Schuld und Verzeihen und offene, vielleicht nicht mehr zu klärende Fragen innerhalb einer Familie.

Leichte Melancholie bis Traurigkeit schwingt überall mit, ohne in Kitsch abzugleiten.

Von mir eine überzeugte Lese- und Verschenkempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere