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Veröffentlicht am 29.04.2026

Charmanter Agentenklamauk mit Luft nach oben

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Ich vergebe 3 Sterne für "Die Reise ans Ende der Geschichte", weil das Buch für mich irgendwo zwischen charmantem Agentenklamauk und eher gemächlicher Erzählung hängen bleibt. Die Mischung aus Agentengeschichte ...

Ich vergebe 3 Sterne für "Die Reise ans Ende der Geschichte", weil das Buch für mich irgendwo zwischen charmantem Agentenklamauk und eher gemächlicher Erzählung hängen bleibt. Die Mischung aus Agentengeschichte und komischen Momenten hat mich zwar immer wieder zum Schmunzeln gebracht, aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Es ist nett, unterhaltsam, manchmal sogar charmant absurd – aber nicht so besonders, dass ich das Gefühl hätte, etwas verpasst zu haben, wenn ich es nicht gelesen hätte.

Im Mittelpunkt steht der Doppelagent Dieter Germeshausen, der am Ende seiner Karriere unbedingt noch ein großes Ding drehen will und dafür den Dichter Jakob Dreiser anheuert. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau das hat für mich den größten Reiz ausgemacht. Germeshausen ist mürrisch, pflichtbewusst und fast schon verbohrt, während Dreiser mit seinem Charme, seiner Unbedarftheit und mit einer sehr flexiblen Auslegung von Befehlen eher durch die Handlung stolpert. Ihre Schlagabtausche gehören für mich zu den Momenten, in denen das Buch wirklich auflebt – da sprühen immer wieder kleine, herrlich komödiantische Funken. Dazwischen agiert die Sprachlehrerin Francesca Aquatone, die ebenfalls Spionin ist und die beiden im Auge behalten soll. Überhaupt scheint in diesem Roman jede Figur entweder Spion zu sein, einer zu werden oder zumindest einen zu kennen – völlig absurd, aber irgendwie auch mit dem nostalgischen Charme alter Agentenfilme.

Die Handlung spielt in Rom und Russland kurz nach dem Kalten Krieg, einer Zeit voller Umbrüche. Magnusson beschreibt diese Phase solide, aber ich hatte das Gefühl, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Die Euphorie nach dem Mauerfall und der Zusammenbruch der Sowjetunion werden zwar erwähnt, aber ich habe diese Stimmung beim Lesen nicht wirklich gespürt. Die Geschichte selbst plätschert eher dahin – nicht langweilig, aber auch nicht packend. Trotzdem wollte ich wissen, wie alles ausgeht.

Und dann kommt dieses offene Ende, das mich ziemlich frustriert zurückgelassen hat. Ich habe grundsätzlich nichts gegen offene Enden, aber hier wirkte es für mich eher wie ein abruptes Abbrechen. Zu viele Fragen bleiben offen, zu viele Fäden hängen lose herum. Ich hätte mir einfach einen runderen Abschluss gewünscht, der das Ganze etwas stimmiger zusammenführt.

Fazit: Ein unterhaltsamer, stellenweise charmant‑skurriler Agentenroman, der mich gut begleitet hat, aber erzählerisch nicht ganz das ausschöpft, was möglich gewesen wäre. Humor ja, Atmosphäre teilweise, aber am Ende bleibt ein Gefühl von „schade, da wäre mehr drin gewesen“.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

K-Pop Lovestory geht in die nächste Runde

ASAP – Zweite Chance auf Liebe
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ASAP ist die Fortsetzung von XOXO und behandelt die Beziehung von Sori und Nathaniel. Das Buch hat mich als Leserin mit einem zwiespältigen Eindruck zurückgelassen. Die Geschichte wirkt insgesamt modern ...

ASAP ist die Fortsetzung von XOXO und behandelt die Beziehung von Sori und Nathaniel. Das Buch hat mich als Leserin mit einem zwiespältigen Eindruck zurückgelassen. Die Geschichte wirkt insgesamt modern und einfühlsam, besonders in den Momenten, in denen Axie Oh die emotionalen Unsicherheiten ihrer Figuren in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig bleibt die Darstellung der Beziehung zwischen Nathaniel und Sori unausgewogen – sie steht zwar im Mittelpunkt des Romans, wirkt in ihrer Umsetzung jedoch nicht immer überzeugend.

Die Verbindung zwischen den beiden wirkt oft impulsiv und sprunghaft. Es gibt Momente, in denen sie einander mit echter Offenheit begegnen, nur um im nächsten Kapitel wieder in Missverständnisse oder abrupte Stimmungswechsel zu verfallen. Diese Unbeständigkeit erzeugt zwar Spannung, macht es aber schwer, ihre Entwicklung als wirklich nachvollziehbar zu erleben. Statt eines stetigen emotionalen Bogens entsteht der Eindruck einzelner, lose verbundener Momente, die eher der Dramaturgie folgen als der inneren Logik der Figuren.

Ein wesentlicher Teil dieser Sprunghaftigkeit hängt mit Soris inneren Konflikten zusammen, besonders mit dem Druck, den ihre Eltern auf sie ausüben. Ihr Bedürfnis, Erwartungen zu erfüllen, steht ständig im Widerspruch zu ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung. Dieser familiäre Konflikt ist einer der stärksten Aspekte des Buches, weil er Sori greifbar macht und erklärt, warum sie in ihrer Beziehung zu Nathaniel so zögerlich, widersprüchlich oder impulsiv reagiert. Gleichzeitig bleibt dieser Konflikt manchmal zu oberflächlich angerissen, sodass sein Einfluss auf die Handlung zwar spürbar, aber nicht immer tief genug verankert ist.

Die Beziehung der beiden fügt sich insgesamt eng in die restliche Handlung ein, manchmal fast zu eng. Viele Nebenstränge scheinen nur dazu zu dienen, die nächste emotionale Wendung zwischen Nathaniel und Sori einzuleiten. Dadurch verliert die Geschichte gelegentlich an Substanz, obwohl sie eigentlich interessante Themen wie familiäre Erwartungen, Selbstfindung und berufliche Ambitionen berührt.

Am Ende bleibt für mich ein solides, aber nicht vollkommen überzeugendes Leseerlebnis: ein Roman mit liebenswerten Figuren und starken Momenten, der jedoch erzählerisch nicht immer die Balance zwischen Romantik, persönlichem Konflikt und Handlung findet.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Schwanensee Retelling

Federlicht & Tränenglanz
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„Federlicht und Tränenglanz“ hat mich vor allem wegen der Schwanensee‑Neuinterpretation neugierig gemacht, und dieser Teil der Geschichte hat mir tatsächlich gut gefallen. Die Grundidee ist atmosphärisch ...

„Federlicht und Tränenglanz“ hat mich vor allem wegen der Schwanensee‑Neuinterpretation neugierig gemacht, und dieser Teil der Geschichte hat mir tatsächlich gut gefallen. Die Grundidee ist atmosphärisch und bringt eine schöne Mischung aus Märchenhaftigkeit und Tragik mit, die gut zum Ursprung des Stoffes passt.

Mit Adaliz als Protagonistin bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Für mich bleibt sie über weite Strecken eine eher schwache Figur, die ihrem Vater kaum etwas entgegensetzen kann und sich oft einfach treiben lässt. Ihre Entwicklung wirkt sehr zurückhaltend, und dass sie ihre Kräfte erst gegen Ende eher zufällig entdeckt, hat für mich nicht wie eine echte Charakterentwicklung gewirkt.

Auch Prinz Jaro hätte für meinen Geschmack eine deutlich größere Rolle verdient. Stattdessen bleibt er lange Zeit der hübsche Prinz, der eine Braut sucht – und das war mir zu wenig. In seiner Figur steckt viel Potenzial, das kaum genutzt wurde. Besonders sein Opfer am Ende hat mich gestört. Es fühlte sich unnötig an, eher wie ein zusätzlicher dramatischer Moment für Adaliz und Odette, ohne echten Einfluss auf die Handlung. Dadurch wirkte das Finale insgesamt unausgewogen.

Das Ende selbst konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Zwar bekommen Adaliz und Odette ihr „Happy End“, aber die Auflösung des Konflikts fühlte sich für mich nicht rund an. Einige Entwicklungen kamen zu abrupt, andere waren nicht gut vorbereitet, sodass der Abschluss der Geschichte für mich eher unbefriedigend blieb.

Trotz dieser Kritikpunkte mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre des Romans. Die Schwanensee‑Interpretation ist definitiv der stärkste Teil und verleiht der Geschichte etwas Besonderes. Insgesamt bleibt für mich ein solides, aber nicht vollkommen überzeugendes Leseerlebnis.

Fazit: Eine schöne Idee mit starker Grundstimmung, aber Schwächen in Figurenzeichnung, Entwicklung und Finale. Für Fans märchenhafter Geschichten trotzdem interessant, auch wenn nicht alles ausgeschöpft wurde.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Tolle Idee, wenig Tiefe

Seamere College 1. Strange Familiars
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Schon beim ersten Blick hat mich der Farbschnitt mit der schwarzen Katze in dieser Buntglasfenster‑Optik begeistert. Solche liebevollen Details ziehen mich sofort an, und auch die Grundidee mit den Seelentieren ...

Schon beim ersten Blick hat mich der Farbschnitt mit der schwarzen Katze in dieser Buntglasfenster‑Optik begeistert. Solche liebevollen Details ziehen mich sofort an, und auch die Grundidee mit den Seelentieren und der magischen Tiermedizin klang nach etwas Besonderem. Der Einstieg hat mir dann wirklich gut gefallen: Gwen, die angehende Tierärztin, rettet gleich zu Beginn den alten, mürrischen Kater Percy – ein Seelentier, das schon einiges hinter sich hat. Dass sie dabei bewusst gegen Regeln verstößt, hat sie mir sofort sympathisch gemacht. Sie wirkt ehrgeizig, aber gleichzeitig verletzlich, weil sie so hart arbeitet, um später ihre Familie zu unterstützen, die ständig um ihr kleines Restaurant kämpfen muss.

Harrisford dagegen war für mich von Anfang an ein rotes Tuch. Sein arrogantes Auftreten, sein Status als reicher Sohn und dann diese abwertenden Aussagen über Gwen als „Abschaum aus der Unterschicht“ – das hat ihn für mich als Love Interest komplett disqualifiziert. Auch die Kapitel aus seiner Sicht konnten daran nichts ändern. Seine Erklärungen wirkten eher wie Ausflüchte, und die Art, wie er Gwen behandelt, hat mich emotional komplett rausgeworfen.

Trotzdem wollte ich weiterlesen, weil mich das Magiesystem und die Seelentiere wirklich interessiert haben. Umso enttäuschender war es, dass die magische Welt insgesamt erstaunlich blass bleibt. Die Tiermedizin, die Seelentiere, all das, was eigentlich den Kern der Geschichte ausmachen sollte, bekommt viel zu wenig Raum. Stattdessen gibt es Beschreibungen von London, der Gala oder der Umgebung, die zwar solide sind, aber den Zauber dieser Welt nicht wirklich transportieren. Die Zentauren und ihre Sternendeutungen erinnerten mich zusätzlich stark an Harry Potter, ohne dass daraus etwas Eigenständiges entsteht.

Auch die Romanze hat für mich überhaupt nicht funktioniert. Zwischen Gwen und Harrisford entsteht keine echte Verbindung. Ihr Misstrauen bleibt bestehen, und die körperlichen Momente wirken eher wie ein Fremdkörper in der Handlung. Die Rivalität der beiden bleibt ebenfalls blass – abgesehen von der Punktevergabe am College, die Gwen unbedingt gewinnen wollte, spürt man kaum Reibung. Plötzlich arbeiten sie zusammen, brechen sogar gemeinsam ein, als wäre nie etwas gewesen. Da fehlte mir einfach Intensität: echte Schlagabtausche, Reibung, Funken. Und nur weil eine Sexszene vorkommt, wird daraus noch lange keine spicy Romance.

Erst gegen Ende zieht die Spannung etwas an, aber nach fast 400 Seiten reicht das für mich nicht aus, um die Geschichte noch zu retten. Das offene Ende – typisch für eine Dilogie – hat mich auch nicht neugierig auf Band 2 gemacht. Da der zweite Teil wohl erst 2028 erscheint, werde ich die Reihe nicht weiterverfolgen. Dafür hat mich die Handlung insgesamt zu wenig mitgerissen.

Am Ende bleibt für mich ein Buch mit einer starken Grundidee, einem wunderschönen Farbschnitt und einem gelungenen Einstieg, das sein Potenzial aber nicht ausschöpft. Die Welt hätte größer, magischer und lebendiger sein können, und die Beziehung der Protagonisten hat mich emotional komplett kaltgelassen.

Fazit: Ein atmosphärischer Anfang und eine spannende Idee, die sich leider nicht entfalten. Zu wenig Tiefe, zu wenig Magie, eine Romanze ohne Funken – für mich solide, aber nicht überzeugend.

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