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Veröffentlicht am 21.02.2026

Gaming, Selbstfindung und die ganz große Liebe

Unplayed Love (Unwritten, Bd. 2)
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"Unplayed Love" ist der zweite Teil einer Buchreihe von Teresa Sporrer. Den ersten Band habe ich tatsächlich nicht gelesen, was aber vielleicht empfehlenswert gewesen wäre.

Das Buch erzählt die Geschichte ...

"Unplayed Love" ist der zweite Teil einer Buchreihe von Teresa Sporrer. Den ersten Band habe ich tatsächlich nicht gelesen, was aber vielleicht empfehlenswert gewesen wäre.

Das Buch erzählt die Geschichte von Heidi und Serenity. Heidi ist Schauspielerin und hat mit Gaming nicht viel am Hut. Als sie eine Synchronrolle bei der Verfilmung eines Online-Games bekommt, sucht sie sich professionelle Hilfe bei der Gamerin Serenity. Doch schnell wird klar, dass zwischen den beiden Frauen mehr ist, als eine rein professionelle Beziehung. Beide bringen jedoch ihre Päckchen mit und müssen ihre eigenen Unsicherheiten überwinden, um ihr Glück im Leben zu finden.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass Buch eine wunderschöne Optik hat. Sowohl die Blumen auf dem Cover, als auch der Farbschnitt, sehen ganz toll aus. Sie ergänzen sich ganz hervorragend. Im Nachwort erklärt die Autorin sogar, was sie sich bei dem Cover gedacht hat. Aber das lest ihr am besten selbst.

Ich muss zugeben, dass ich mit Gaming absolut gar nichts am Hut habe. Klar habe ich auch einige Jahre Sims und ein paar andere Computerspiele gespielt, aber Konsolen und so weiter waren nie mein Ding. Ich habe also auch gar keine Ahnung von der Gamersprache. Und dies hat es mir am Anfang tatsächlich echt schwer gemacht, in das Buch hineinzufinden. Der „Nerdanteil“ ist schon relativ hoch. Gerade die relativ langen Kapitelüberschriften habe ich stellenweise eher überflogen, weil ich nicht wirklich verstanden habe, um was es dabei geht. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass die nicht so eine große Relevanz haben und es auch nicht so schlimm ist, wenn man nicht alles versteht. Für Menschen, die sich in dem Segment gut auskennen, ist das sicherlich nochmal etwas anderes. Nach und nach kam ich aber immer besser mit der Thematik klar. Ich habe zwar auch nach dem Ende des Buches immer noch nicht alles verstanden, aber je mehr das Buch voranschritt, desto irrelevanter wurde es für mich auch.

Je mehr ich in der Geschichte drin war, desto besser kam ich voran. Zunächst hatte ich - auch aufgrund des ungewohnten Gaming-Themas - etwas Schwierigkeiten in der Geschichte anzukommen. Vielleicht lag das auch daran, dass ich den Vorgängerband nicht kenne und die Protagonisten so relativ fremd für mich waren. Auf jeden Fall habe ich mich am Anfang etwas schwer getan. Doch nach und nach wurde das besser und die Seiten begannen immer schneller dahinzufliegen. Den Schreibstil fand ich wirklich angenehm locker leicht und sehr gut lesbar.

Die Charaktere fand ich auch alle interessant, auch wenn ich nicht zu allen eine wirkliche Sympathie aufbringen konnte. Ich denke auch diese hätte ich noch besser verstanden, wenn mir der erste Band der Reihe bekannt gewesen wäre. Ansonsten sind die Charaktere sehr vielschichtig und man lernt sie im Verlauf des Buches immer besser kennen. Sowohl Heidi als auch Serenity sind starke Persönlichkeiten.

Die Liebesgeschichte in diesem Buch baut sich eigentlich gar nicht so langsam auf. Man merkt sofort, dass die beiden etwas füreinander übrig haben. Ich muss sagen, dass ich mich an die Anziehung zwischen zwei Frauen erst gewöhnen musste, da es mein erstes Buch mit einer F/F Liebesgeschichte war. Nachdem das aber überwunden war, konnte ich mich immer mehr auf die Geschichte einlassen und fand die Liebesgeschichte wirklich schön erzählt. Stellenweise ging es mir sogar etwas schnell, vor allem im Hinblick darauf, dass Heidi vorher gar keine Erfahrungen mit Frauen hatte. Aber man merkt direkt, dass es zwischen den beiden nicht nur um körperliche Anziehung geht, sondern sich die beiden auch als Menschen sehr schätzen und mögen und das war wirklich sehr schön und glaubwürdig erzählt.

Auch das Ende hat mir dann wirklich gut gefallen. Es gibt sogar noch einen dramatischen Höhepunkt, der sich aber schnell aufklärt und wir dann auch endlich ein ganz wunderbar passendes Ende bekommen. Die Geschichte wird damit perfekt abgerundet und endet so schön, dass ich das Buch zufrieden zugemacht habe.

Zu Beginn hätte ich wirklich nicht gedacht, dass mich das Buch noch so in seinen Bann ziehen und fesseln wird. Ich hatte nicht erwartet, dass ich so schnell durch die Seiten fliege und die Geschichte dann doch so mögen werde. Umso mehr freut es mich, dass es dann eben genauso war. Ich werde mir auf jeden Fall mal noch den ersten Band und auch den dritten Band, den die Autorin in diesem Buch ankündigt anschauen. Denn den Schreibstil mag ich wirklich sehr gerne. Ich wurde hier bestens unterhalten und wünsche dem Buch noch ganz viele Leser, ob aus dem Gamingbereich oder auch fachfremd, so wie ich.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Informativ und unterhaltsam

Guinness World Records Fußball Edition
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"Guinness World Records Fußball Edition" listet die 100 größten Fußballrekorde aller Zeiten auf - ausgewählt von einem Expertenteam. Ob Einzelleistungen als Fußballer oder Mannschaftsleistungen ...

"Guinness World Records Fußball Edition" listet die 100 größten Fußballrekorde aller Zeiten auf - ausgewählt von einem Expertenteam. Ob Einzelleistungen als Fußballer oder Mannschaftsleistungen in den verschiedensten Ligen der Welt oder auf internationaler Bühne. Hier ist ein bunter Mix entstanden, in dem jeder der sich für Fußball interessiert, sicher etwas das findet, das ihn interessiert.

Ich selbst bin sehr fußballinteressiert, sowohl auf Vereins- als auch auf Nationalmannschaftsebene. Ich würde sagen, dass ich mir mittlerweile ein echt gutes und umfangreiches Fußballwissen aufgebaut habe. Natürlich kenne ich nicht alle Fußballer, aber das meiste, was in dem Buch vorkommt, ist mir tatsächlich ein Begriff.

Ich fand es extrem spannend zu schauen, wer auf welcher Platzierung gelandet ist. Zugegeben, ich war etwas enttäuscht, dass so wenige deutsche Fußballer und Vereine, Erwähnung in dem Buch gefunden haben, aber das spiegelt halt auch ein bisschen die fehlende Superlative der Bundesliga wider. Außerdem ist Guinness World Records glaube ich keine deutsche Herstellung, von daher ist das durchaus nachvollziehbar.

Was ich ebenfalls sehr schön finde, ist dass auch der Frauenfußball in diesem Buch einen Platz hat. Ich muss zugeben, dass ich mich damit nicht wirklich auskenne und so auch einiges im Buch mir nicht wirklich etwas gesagt hat, bzw. ich es auch überblättert habe, weil es mich nicht so arg interessiert. Aber die Mischung finde ich trotzdem sehr gelungen.

Jede Platzierung bekommt eine einzelne oder eine Doppelseite. Diese enthalten dann immer noch weiterführende Infos und Statistiken zum jeweiligen Team oder Fußballer und viele Bilder, die dazu passen. Dadurch ist das Buch wirklich kurzweilig. Durch die Inhaltsangabe vorne im Buch, kann man immer zu dem Thema blättern, was einen wirklich interessiert.

Nach den 100 Platzierungen gibt es noch einige Seiten zum Thema Freestyle-Fußball und Fun Facts. Außerdem ganz zum Schluss ein Quiz. Das rundet das Buch super gut ab.

Ich finde das Thema Fußball ist hier super gut und kompakt aufgearbeitet worden. Meine Tochter interessiert sich auch so ein bisschen für Fußball und hat auch schon einige Male in dem Buch geblättert und gelesen. Das mag ich so gerne an Sachbüchern. Man kann immer wieder reinschauen, entdeckt immer wieder neue Dinge und kann noch etwas lernen.

Leider gibt es von meiner Seite auch Kritikpunkte. Zum einen gibt es recht viele Rechtschreibfehler. Es sind immer wieder Kleinigkeiten, wie vergessene Buchstaben oder ähnliches. Aber das ist mir in seiner Häufigkeit schon aufgefallen und hat mich echt gestört. Ich finde das macht immer keinen guten Eindruck, was die Qualität angeht.

Außerdem habe ich auf jeden Fall auch einen echt großen faktischen Fehler entdeckt. Ein Fußballer der bereits 2024 den Verein gewechselt hat, wird noch seinem Exverein zugeordnet (in der Gegenwart). Mir ist schon klar, dass eine Weile vergeht, bis ein Buch in den Druck gehen kann. Aber dass es wirklich so lange gedauert hat, kann ich mir nicht vorstellen und dann finde ich es schon sehr schade, dass es solche Fehler in einem eigentlich wirklich tollen Buch gibt.

Alles in allem ist das Buch aber wirklich gelungen. Reich bebildert, gut strukturiert, spannend und informativ geschrieben. Ich hatte wirklich Spaß in dem Buch noch Dinge über den Fußball zu lernen, die ich vielleicht noch nicht wusste. Und ich werde sicherlich immer wieder darin blättern und mich darüber freuen, wenn ich etwas neues entdecke. Auch meine Tochter wird es sicherlich immer wieder in die Hand nehmen und hat sogar schon gefragt, ob sie es mit in die Schule nehmen und ihren Klassenkameraden zeigen darf.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Einige Hochs, viele Tiefs

Real Americans
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Lily ist das Kind chinesischer Einwanderer in Amerika. Als junge Erwachsene lernt sie den Amerikaner Matthew kennen. Die beiden verlieben sich und beginnen eine Beziehung. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, ...

Lily ist das Kind chinesischer Einwanderer in Amerika. Als junge Erwachsene lernt sie den Amerikaner Matthew kennen. Die beiden verlieben sich und beginnen eine Beziehung. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wird Lily von einem Tag auf den anderen in ein Leben voller Luxus und Geld geworfen. Trotz aller Unterschiede heiraten die beiden und bekommen ein Kind. Doch ihre Wege trennen sich. Jahre später lebt Lily allein mit ihrem Sohn Nick, der nichts über seinen Vater weiß. Als er sich auf die Suche nach diesem macht, stößt er auf Dinge, die er nicht unbedingt wissen wollte und wird nicht nur einmal vor eine Herausforderung gestellt.

Ich muss zugeben, dass ich mit hohen Erwartungen an das Buch gegangen bin. Die Suche nach der eigenen Identität sowohl auf der Seite von Lily, als auch von Nick, klang reizvoll und spannend. Doch zu großen Teilen wurde ich leider enttäuscht. Das Buch konnte mich zunächst zu Beginn absolut nicht abholen. Der Schreibstil war zwar gut und einfach zu lesen, aber die Geschichte strotzte nur so vor Belanglosigkeiten. Eine Aneinanderreihung von Geschehnissen, die die Geschichte für mich nicht vorwärts brachten, sorgte dafür, dass die Geschichte meine Aufmerksamkeit sehr schnell verlor. Es fiel mir extrem schwer, längere Zeit an der Geschichte dran zu bleiben.

Zudem war die Geschichte total unstrukturiert. Manchmal wechselt die Zeit bzw. die Szene innerhalb eines Abschnitts. Bis ich das kapiert habe, hat es eine Weile gedauert. Das sorgte auch dafür, dass mir alles total durcheinander vorkam und mich nicht wirklich fesseln konnte. Mit dem weiteren Verlauf der Geschichte, wurde das etwas besser. Aber eigentlich auch erst nach ca. 400 Seiten. Und das finde ich dann einfach zu lang. Zu diesem Zeitpunkt hatte mich die Geschichte eigentlich schon verloren.

Ich gebe es zu, dass mir das letzte Viertel des Buches deutlich besser, als der Rest der Geschichte gefallen hat. Die Geschichte bekam plötzlich eine unerwartete Tiefe und die politischen Spannungen rund um den Kommunismus fand ich extrem spannend, weil ich mich mit dieser Thematik noch gar nicht beschäftigt hatte. So konnte ich definitiv auch noch etwas lernen und aus dem Buch mitnehmen. Doch das reichte für mich einfach nicht aus, um völlig begeistert zu sein.

Die Charaktere fand ich ebenfalls schwierig. Oft fehlte mir das Verständnis für gewisse Verhaltensweise. Einiges löste sogar eher Unmut bei mir aus. Dies kam sicherlich auch durch die schnellen Szenenwechsel. So hatte man als Leser gar keine Chance, die Charaktere besser und in einer gewissen Tiefe kennenzulernen. Auch dies wurde tatsächlich gegen Ende besser, da man hier Dinge erfährt, die bestimmte Verhaltensweisen erklären und vor allem einen Charakter sehr tief beleuchten.

Ich bin ein bisschen traurig, dass dies erst Richtung Ende der Fall war, denn die Geschichte hatte viel Potential. Der Titel "Real Americans" passt tatsächlich sehr gut zur Geschichte. Lilys Probleme sich einer Kultur zugehörig zu fühlen wurden schön beleuchtet und sehr deutlich gemacht. Da konnte ich auch sehr mitfühlen und fand das wirklich schön beschrieben. Der innere Konflikt und der Wunsch einfach nur akzeptiert zu werden, wurde sehr gut herausgearbeitet.

Trotzdem ist das für mich einfach zu wenig. Ich verstehe nicht ganz, was die Autorin damit bezweckt hat, ganze Seiten mit völlig belanglosen Dingen zu füllen, bei denen ich aufpassen musste, dass ich nicht komplett querlese. Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich es vermutlich sogar abgebrochen und nicht zu Ende gelesen. Die Geschichte hat mich nicht verloren, sie hat mich tatsächlich nie ganz einfangen können. Die Sogwirkung blieb für mich komplett aus. Das Buch hat mich absolut nicht gefesselt.

Warum es dann trotzdem drei Sterne bekommt, liegt vor allem daran, dass der letzte Teil gut gemacht war. Diesen habe ich im Verhältnis zum Rest tatsächlich recht gerne und vor allem zügig gelesen. Das Buch konnte mich zu dem Zeitpunkt dann auch überzeugen und ich wünschte mir, dass die Geschichte die ganze Zeit so gewesen wäre.

Ich wollte das Buch so gerne mögen. Aufgrund des Klappentextes und den vielen positiven Stimmen, hatte ich echt hohe Erwartungen. Vielleicht auch zu hohe Erwartungen, wer weiß. Aber leider bin ich eher enttäuscht als zufrieden und kann dem Buch nicht mehr, als eine mittelmäßige Wertung geben.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Eine Geschichte, die Zeit braucht

Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt
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"Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt" ist ein dritter Teil einer Reihe. Das Buch erzählt von den drei Schwestern Frieda, Ida & Herta, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist Frieda, die als ...

"Der Dorfladen - Wie das Schicksal spielt" ist ein dritter Teil einer Reihe. Das Buch erzählt von den drei Schwestern Frieda, Ida & Herta, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist Frieda, die als Schauspielerin fern ab ihrer Heimat an einem Theater ihr Glück versucht, Ida die einen Freund hat, dessen politische Tendenzen schwierig sind und Herta, die ungeplant und unehelich schwanger geworden ist. Alle drei kämpfen um ihr persönliches Glück in den zwanziger Jahren. Im Mittelpunkt allen Geschehens steht auch der Dorfladen, den ihre Mutter führt. Immer wieder gibt es Rückschläge, doch die Schwestern geben nicht auf.


Meine Meinung in Worte zu fassen, fällt mir nicht ganz so leicht. Ich muss direkt zu Beginn sagen, dass ich die beiden Vorgänger nicht gelesen habe und das jedem empfehlen würde, der sich für diese Reihe interessiert. Dadurch kann ich die Geschichte vermutlich nicht so beurteilen, wie ich es könnte, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Einzig der Hinweis, dass Band 1 & 2 im besten Fall bekannt sein sollten, bevor man diesen dritten Band liest, den kann ich auf jeden Fall geben. Denn ohne die Kenntnis, fehlen einfach einige Zusammenhänge.


Und nicht nur das. Auch die Charaktere waren für mich tatsächlich eine echte Herausforderung. Da gibt es schon ziemlich viele, viele einzelne Charaktere, viele Verbindungen untereinander, einige Paar oder solche, die es gerne wären. Und das hat mich dann stellenweise schon sehr überfordert. Kennt man die ersten beiden Bände, dann ist das vermutlich nicht so ein Problem, da die Charaktere vermutlich langsamer in die Geschichte eingeführt werden. Aber wenn man nur diesen Band liest, dann sind das schon eine Menge. Was hier super gewesen wäre, wäre ein Personenverzeichnis gewesen oder auch ein Stammbaum.


Die Geschichte selbst ist mit 600 Seiten echt umfangreich und hatte für meinen Geschmack doch einige Längen. Es gab Szenen, die waren für mich recht langatmig und gaben mir das Gefühl nicht so richtig vorwärts zu kommen. Bei so vielen Handlungssträngen, wie diese Geschichte hat, ist es glaube ich normal, dass einem der eine mehr zusagt, als der andere. Und so hatte natürlich auch ich meine Favoriten, die ich sehr gerne und schnell gelesen habe und die, die mich etwas weniger interessiert haben. Auch bei den drei Schwestern hatte es mir vor allem die Geschichte von Frieda angetan, die eine junge Frau ist, die ihren eigenen Weg gehen möchte und dabei doch vor die ein oder andere Herausforderung gestellt wird. Andere Nebenschauplätze konnten mich nicht ganz so erreichen.


Ich glaube sprachlich war das einfach auch nicht ganz meine Geschichte. Das heißt keinesfalls, dass die Geschichte schlecht geschrieben ist. Nein, lediglich, dass der Schreibstil nicht so ganz meiner war. Auch damit musste ich nämlich hin und wieder kämpfen. Es gibt immer wieder Stellen in denen Dialekt gesprochen wird, bzw. Redewendungen, die ich so nicht kenne. Der Schreibstil war daher für mich einfach nicht so flüssig zu lesen, was es mir zusätzlich relativ schwer machte, konzentriert an der Geschichte dran zu bleiben.


Gegen Ende, bzw. auf den letzten 200 Seiten, nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf. Und das in so gut wie allen Handlungssträngen, was sie sehr dicht macht und natürlich auch das Tempo erhöht. Für meinen Geschmack hätte das schon etwas früher der Fall sein dürfen, denn genau dann habe ich anfangen zu merken, wie die Geschichte mich packt und ich gerne wissen möchte, wie sie ausgeht. Wie es mich reizt zu erfahren, was mit den Charakteren passiert und ob alle das Ende bekommen, was ich mir vorstelle bzw. wünsche. Denn über so viele Seiten, wachsen einem die Charaktere natürlich ans Herz.


Das Buch und ich sind vielleicht einfach zu einem falschen Zeitpunkt aufeinander getroffen. Vielleicht gebe ich Band 1 noch eine Chance, einfach um die Charaktere richtig kennenlernen zu können und auch mehr über die Hintergründe zu erfahren, die zu den Geschehnissen in Band 3 führen. Leider blieb für mich die Sogwirkung hier aus, aber das Buch bietet auf jeden Fall den ein oder anderen Handlungsstrang, den ich sehr lesenswert fand. Auch die meisten Charaktere sind mir dann doch ans Herz gewachsen und mir bricht es ein bisschen das Herz, dass ich nicht voller Begeisterung über die Geschichte sprechen kann. Wer aber Familiengeschichten, mit geschichtlichem Hintergrund, vielen Handlungssträngen und Charakteren mag, der ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Wunderschön, mit ein paar Schwächen

Mathilde und Marie
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"Mathilde und Marie" erzählt - wie der Titel schon verrät - die Geschichte von Mathilde und Marie. Aber nicht nur die Geschichte der beiden Frauen. Viel mehr erzählt das Buch eine Geschichte ...

"Mathilde und Marie" erzählt - wie der Titel schon verrät - die Geschichte von Mathilde und Marie. Aber nicht nur die Geschichte der beiden Frauen. Viel mehr erzählt das Buch eine Geschichte eines Bücherdorfes. Eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Über Verlust und das Leben danach. Und über Literatur, Bücher und das Lesen.

Schon die Beschreibung der Geschichte hat mich absolut überzeugt. Ein Buch, in dem es um Bücher geht? Ich bin auf jeden Fall dabei! Ich liebe es, wenn das Lesen in Geschichten eine große Rolle spielt. Und das ist in diesem Buch definitiv der Fall. Redu ist ein Dorf, das aus vielen Buchhandlungen besteht. Die Einwohner lieben Bücher und das Lesen und zelebrieren dies. Zu Beginn der Geschichte war das für mich noch nicht so gut spürbar, wurde aber über die Zeit immer mehr zum Thema.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, war mir aber stellenweise etwas zu ausführlich. Der Autor kann auf jeden Fall schön schreiben und findet immer wieder Beschreibungen für Natur und Umwelt, die das ganze erlebbar machen und auch zum Nachdenken anregen. Für meinen Geschmack waren es stellenweise allerdings etwas zu viele Naturbeschreibungen. Auch wenn diese dafür sorgen, dass man das Dorf und den Wald drumherum förmlich vor Augen hat, so hätte es doch gerne etwas weniger sein dürfen.

Zudem gab es zwischendurch immer wieder Geschehnisse, die so gar nicht zum restlichen Geschehen passen und deren Erwähnung sich förmlich fehl am Platz anfühlt. Man hätte sie problemlos weglassen können, ohne die Geschichte in ihrer Tiefe oder Aussagekraft zu verändern.

Die Charaktere hingegen haben mir sehr gut gefallen. Die Geschichte konzentriert sich tatsächlich auf relativ wenig Charaktere, was ihr absolut gut tut. So bekommt jeder von ihnen eine gewisse Tiefe und spielt auch eine konkrete Rolle in der Geschichte. Als Leserin fiel es mir dadurch auch leicht, den Überblick zu behalten. Ich konnte sie jederzeit gut zuordnen und kam nie durcheinander.

Die Botschaft der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Von Neuanafängen und wie wichtig diese sind. Von Entschleunigung und wie wichtig es ist, dass wir manchmal einfach auch auf uns selbst hören, nach uns selbst schauen und das Tempo aus unserem Leben nehmen. Und von Freundschaften, die wachsen und eine Tiefe erreichen können, die das eigene Leben bereichert. Der Zusammenhalt im kleinen Dorf Redu ist einmalig und ich wünschte mir, dass das im echten Leben auch so sein könnte.

Manche Dinge im Buch sind vielleicht nicht ganz realistisch. Stellenweise habe ich mich dabei erwischt, wie ich versucht habe, Dinge logisch zu hinterfragen, habe aber schnell gemerkt, dass das bei dieser Geschichte nicht nötig ist und auch nicht so sein sollte. Es muss nicht immer alles logisch sein, wenn man in eine Geschichte abtaucht.

Warum letztendlich 3,5 Sterne? Das hat verschiedene Gründe, die ich bereits teilweise in dieser Rezension erwähnt habe. Da sind zum einen die sehr ausführlichen Beschreibungen der Natur. Zum anderen die Dinge, die einfach nicht zur Geschichte passten und die ich eher als Störfaktor, denn als unterstützend für die Geschichte empfunden habe - um was es hier genau geht, kann ich nicht verraten, da ich sonst spoilern würde. Und dann ist da vielleicht auch noch das gewisse Etwas, das mir gefehlt hat, damit das Buch für mich zu einem Highlight wird. Ich habe immer wieder gemerkt, wie das Buch meine Aufmerksamkeit verliert, weil es eben stellenweise sehr ruhig und ohne Highlights abläuft. Grundsätzlich mag ich das sehr gerne und es passt auch total zur Idee der Geschichte. Aber manchmal wäre ich gerne noch etwas gefesselter von der Geschichte gewesen.

Ein Buch mit einer wunderschönen Idee. Wer von uns würde nicht mal gerne ein Bücherdorf besuchen und dort eine kleine Auszeit vom Alltag erleben? Ein Buch, das mich stellenweise verzaubert hat, das mich mitgenommen hat auf eine Reise voller gewaltiger Naturbeschreibungen. Eine Hommage an Bücher und das Lesen und eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Hätte mich das Buch noch mehr gepackt, dann hätte es sicherlich die volle Punktzahl gegeben. So muss ich aus den genannten Gründen, leider 1,5 Punkte abziehen.

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