Überraschend anders
ZIMMER 706"Zimmer 706" ist ein Roman, den man ganz schwer in ein Genre einordnen kann. Er wird als Liebesgeschichte in einem Thriller beworben - das trifft es für mich nicht ganz.
Darum geht's:
Kate liebt ihre ...
"Zimmer 706" ist ein Roman, den man ganz schwer in ein Genre einordnen kann. Er wird als Liebesgeschichte in einem Thriller beworben - das trifft es für mich nicht ganz.
Darum geht's:
Kate liebt ihre Kinder und ihren Mann, und trotzdem hat sie seit Jahren eine Affäre. Doch bei ihrem jüngsten Date passiert es: das Hotel, indem sie mit ihrer Affäre abgestiegen ist, wird Ziel einer Terrorattacke. Auf unabsehbare Zeit sitzt sie fest. Wie soll sie das nur ihrem Mann erklären?
Meinung:
Das drohende Auffliegen ihrer Affäre und der mögliche Tod lassen Kate ihr Leben reflektieren. Zunächst verfällt sie ganz pragmatisch in Orgakram, schreibt To-Do-Listen und Merkzettel für ihren Mann. Doch schon bald gehen ihre Gedanken tiefer. Ihre inneren Monologe wie auch die Abschiedsbriefe an ihre Kinder haben mich sehr berührt.
Durch Rückblicke in die Vergangenheit bekommt man immer mehr Einblick, wie es um Kates Ehe steht und warum es überhaupt zur Affäre kam. Als Mutter konnte ich Kate an vielen Stellen verstehen, an anderen Stellen handelt sie für mich nicht ganz nachvollziehbar. Dennoch war sie mir - im Gegensatz zu ihrer Affäre James - weitgehend sympathisch. Ab und zu hätte ich mir neben Kates Sichtweise aber auch gerne die Sicht der beiden Männer in ihrem Leben angehört.
Die Terrorismusattacke gibt dem Buch einen gewissen bedrohlichen Rahmen, ansonsten ist es aber eher ein Buch der leisen Töne. Das plötzlich und überraschende Ende hat mich dann ein wenig ratlos zurückgelassen hat. Es stößt auf jeden Fall zum Nachdenken und Spekulieren an.
Fazit: dieses Buch war ganz anders als gedacht, hat mich aber durchaus positiv überrascht!