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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Schöne neue Welt

Ins fahle Herz des Sommers
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Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe (fast) alles von ihm gelesen. Auch seinen neuen Roman „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich gerne gelesen. Worum geht es?
Die Klimaerwärmung ...


Seit „Ausgebrannt“ bin ich ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe (fast) alles von ihm gelesen. Auch seinen neuen Roman „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich gerne gelesen. Worum geht es?
Die Klimaerwärmung hat Europa quasi unbewohnbar gemacht. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Auch von einer Seuche ist die Rede. Aber Fausto hat den Absprung verpasst.
Er lebt in einem kleinen französischen Dorf und kämpft, wie seine wenigen Nachbarn, ums Überleben. In Vollmondnächten ist er mit seinem Rad unterwegs, um Lebensmittel und Werkzeuge in aufgegebenen Häusern zu ergattern.
Eines Tages taucht eine schöne, junge Frau auf, der die Hitze wenig auszumachen scheint. An ihre Kindheit hat sie nur verwaschene Erinnerungen. Fausto verliebt sich in sie. Valérie wird schwanger und der Albtraum beginnt…
Der Autor hat mit „Ins fahle Herz des Sommers“ eine dystopische Zukunftsvision erschaffen. Spannend, philosophisch, eingängig und clever ist ihm dieser Roman gelungen. Andreas Eschbach ist einfach ein großartiger Erzähler. Auch, wenn mir bei den Speck-Konserven etwas schlecht geworden ist.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Fausto hat viel Empathie. Kümmert sich um andere. Ich mag ihn.

Fazit: Beklemmende Dystopie über ein wichtiges Thema. Lesen!

Veröffentlicht am 30.03.2026

Was ist wahr, was ist Fiktion?

Doppelspiel
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„Doppelspiel“ ist der Auftakt einer neuen „True-Fiction-Reihe“ der beiden schwedischen Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Ein spannender, metafiktionaler Krimi, in dem ein renommierter Krimiautor plötzlich ...

„Doppelspiel“ ist der Auftakt einer neuen „True-Fiction-Reihe“ der beiden schwedischen Autoren Arne Dahl und Jonas Moström. Ein spannender, metafiktionaler Krimi, in dem ein renommierter Krimiautor plötzlich selbst des Mordes verdächtigt wird, über den er gerade schreibt.

Statt eines Prologs gibt es eine spannende Spieleröffnung: Nic Castillo, der Held aus „Big Bang Blues“, einem Buch von Tom Borg, „stirbt“ bei den Dreharbeiten auf Gotland. Der Krimiautor hat eine Schreibblockade. Sein neuer Thriller soll die Klimakrise thematisieren.

Auf einer Lesung trifft Tom die geheimnisvolle Nicole, die ihn in einen dubiosen Stockholmer Club mitnimmt. Zu Recherchezwecken? Tatsächlich stirbt Nicole in einem Whirlpool, genau wie Tom es für seinen neuen Thriller vorgesehen hatte. Wurden sie hereingelegt? Tom flieht.

Polizistin Olivia Woolf nimmt die Verfolgung auf. Schon bald gibt es ein zweites Opfer. Und wieder ist Tom live dabei. Auf einmal kann er auch wieder schreiben.

Doch nicht nur die Polizei ist hinter Tom her. Unbekannte Mächte treiben die Handlung voran. Tom ist nur eine (Schach-)Figur in einem tödlichen Spiel, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen.

„Doppelspiel“ ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Ein wirklich surrealistisches, extremes Setting. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Nichts ist, wie es scheint.

Olivia, die ein blaues und ein grünes Auge hat, hat auch eine dunkle Seite. Sie ist MMA-Kämpferin und verübt Selbstjustiz an Männern, die Frauen misshandeln.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Die Auflösung vermochte mich jedoch nicht zu überzeugen. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit: Starker Tobak, den Dahl & Moström ihren Lesenden servieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charatere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.03.2026

Wer ist Freund und wer Feind?

Bachelorette Party
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„Bachelorette Party“ von Camilla Sten hat mir richtig gut gefallen. Bisher kannte ich die Autorin nur als Horror-Queen. Worum geht es?
Der Prolog startet im Jahr 2012. Eine abgelegene schwedische Schäreninsel, ...


„Bachelorette Party“ von Camilla Sten hat mir richtig gut gefallen. Bisher kannte ich die Autorin nur als Horror-Queen. Worum geht es?
Der Prolog startet im Jahr 2012. Eine abgelegene schwedische Schäreninsel, vier Freundinnen, eine Übernachtung, das war seit Jahren ihre Tradition: Matilda, Linnea, Evelina und Anna. Eine von ihnen ist schwanger. Kurz darauf ist die Erste tot. Und dann die Nächste. Nur ihr Boot wird gefunden. Was war geschehen?
Zehn Jahre später reisen sechs Frauen auf die Insel um einen Junggesellinnenabschied zu feiern. Inzwischen gibt es dort ein Yoga-Retreat. Anneliese, die Braut, Trauzeugin Mikaela, Natalie, Caroline, Lena und ihre Schwester, die True-Crime-Podcasterin Tessa. Des Weiteren Irene, die Besitzerin und der Koch Adam.
Geplant sind vier Tage mit Yoga am Strand, lecker Essen und Party. Was als Quality Time mit den besten Freundinnen beginnt, mündet in einen wahren Horrortrip.
Plötzlich treibt das Boot im offenen Meer und die Gruppe ist somit auf der Insel gefangen. Kurz darauf wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden.
Der Mörder ist unter ihnen. Und er wird wieder töten. Wo liegt das Motiv? Die Idee an sich ist ja nicht neu. Aber ich liebe Locked Room Mysterys.
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen: Zehn Jahre zuvor, zwei Jahre zuvor und heute.
„Bachelorette Party“ braucht lange um Fahrt aufzunehmen, aber dann geht echt die Post ab. Die Handlung schlägt in kürzester Zeit von entspannt zu dramatisch um. Ein tolles, klaustrophobisches Setting. Atmosphärisch, blutig und grausam. Natürlich geht es um Rache.
Gefallen hat mir auch, wie die Autorin sich über Yoga lustig macht:
„Menschen, die den Geschmack von grünem Saft und Kombucha mögen, die mit Begeisterung um fünf Uhr morgens aufstehen, um irgendwelche angeblichen Giftstoffe beim Sauna-Work-out rauszuschwitzen. Ich bin überzeugt, dass das Hochgefühl beim Joggen ein Mythos und Sunrise-Yoga ein Schwindel ist…“

Fazit: Packender Thriller. Bekanntes Setting, gute Umsetzung. Gern gelesen.

Veröffentlicht am 20.03.2026

Boisen & Nyborg jagen einen Serienkiller

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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„Nordlicht - Das fremde Gesicht“ von Anette Hinrichs ist bereits der siebte Fall für das deutsch-dänische Ermittlerduo Boisen & Nyborg und die Sondereinheit GZ Padborg. Worum geht es?
2015: Ein mysteriöser ...


„Nordlicht - Das fremde Gesicht“ von Anette Hinrichs ist bereits der siebte Fall für das deutsch-dänische Ermittlerduo Boisen & Nyborg und die Sondereinheit GZ Padborg. Worum geht es?
2015: Ein mysteriöser Prolog.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Vibeke Boisen. Sie wird zu einem Tatort gerufen: Auf einem Gestüt in Süderlügum wurde ein Toter gefunden. Es handelt sich um den jüngsten Sohn der Familie, Falk: Das Gaffer-Tape. Der Taser. Die am Seil aufgehängte Leiche und ein Foto im Mund des Opfers. Was hat das zu bedeuten?
10 Tage später begegnen wir Rasmus Nyborg. Er hat geträumt, erinnert sich an seinen verstorbenen Sohn Anton. Rasmus bekommt es mit einem ähnlichen Todesfall in Tønder, Dänemark, zu tun: Das Opfer heißt Mikkel. Mund und Nase mit Gaffer-Tape verklebt, ein zusammengeknülltes Foto mit dem Gesicht eines fremden Jungen im Mundraum.
Falk und Mikkel: Der gleiche Modus Operandi. Somit ein Fall für die Sondereinheit GZ Padborg. Über das Wiedersehen mit Vibeke, Rasmus, Pernille und Luis Silva habe ich mich gefreut. Das Ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen.
Als es weitere Tote gibt, wird klar, dass die Ermittler es mit einem Serientäter zu tun haben. Aber, wo ist die Verbindung?
„Nordlicht - Das fremde Gesicht“ ist ein Buch, das Mobbing thematisiert. Immer wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut, zehn Jahre zuvor. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Auflösung war für mich keine große Überraschung, denn alle anderen Verdächtigen waren irgendwann tot.
Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der neugierig macht auf die Fortsetzung.

Fazit: Eine tragische Geschichte. Atmosphärisch. Gut, für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 06.03.2026

Work Later, Drink Now!

Heaven's Gate
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„Heaven's Gate: Ein Fall für Caruso“ ist das Krimi-Debüt von Daniel Faßbender, das ich mit Freude gelesen habe. Das Buch hat mich an den Actionfilm „Gefährliche Brandung“ mit Patrick Swayze aus dem Jahr ...


„Heaven's Gate: Ein Fall für Caruso“ ist das Krimi-Debüt von Daniel Faßbender, das ich mit Freude gelesen habe. Das Buch hat mich an den Actionfilm „Gefährliche Brandung“ mit Patrick Swayze aus dem Jahr 1991 erinnert. Worum geht es?
Vor Monaten strandete Caruso auf der philippinischen Insel Surogao. Der ehemalige Surflehrer vertreibt sich die Zeit mit Wellenreiten, Alkohol und Nichtstun. Auch an seinen Diensten als Privatdetektiv scheint niemand interessiert zu sein, bis ihn eines Tages die schöne Spanierin Ángel bittet, ihren verschwundenen Sohn Juan, genannt John John, zu finden. Caruso verbeißt sich in den Fall und gerät mehr als einmal in Lebensgefahr…
„Heaven's Gate“ ist ein sprachlich frischer, frecher Krimi, durchgehend spannend. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich in der Ich-Perspektive aus Sicht von Caruso, dessen wirklichen Namen man nicht erfährt.
Die Mischung aus Sonne, Surfen, Gewalt und Korruption sowie ein lakonischer Ermittler, der sich immer wieder in einem Netz aus Alkohol, schönen Frauen und Gefahren verfängt, hat mir auf Anhieb gefallen: Authentischer Surfer-Sprech und spannende Krimihandlung.
»Wellen, Testosteron, schöne Menschen, wenig Kleidung. Surogao bietet schlechte Bedingungen für vernünftige Entscheidungen.« muss Caruso feststellen, der seine ganz eigene Art von trockenem Humor besitzt: Ich kaufte mir ein Bier, um den Rum in meinem Körper zu verdünnen.

Fazit: Frischer Wind am deutschen Krimi-Himmel. Gerne mehr davon!