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Veröffentlicht am 22.03.2026

Zwischen Intuition und System – ein Lenormand-Kompendium, das neue Räume öffnet

Das Lenormand-Kompendium
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Das Kompendium hat mich auf mehreren Ebenen abgeholt und gleichzeitig gefordert – und genau das macht für mich ein wirklich gutes Fachbuch aus. Man merkt schnell, dass hier nicht einfach nur Bedeutungen ...

Das Kompendium hat mich auf mehreren Ebenen abgeholt und gleichzeitig gefordert – und genau das macht für mich ein wirklich gutes Fachbuch aus. Man merkt schnell, dass hier nicht einfach nur Bedeutungen vermittelt werden, sondern ein ganzheitlicher Zugang zu den Karten geschaffen wird, der über das klassische Deuten hinausgeht.



Besonders angesprochen hat mich die Art und Weise, wie die Karten in ihrer Tiefe dargestellt werden. Die Kombination aus klarer Struktur, fundierter Symbolik und zusätzlichen Deutungsebenen ermöglicht es, die Karten nicht nur „abzulesen“, sondern wirklich mit ihnen zu arbeiten. Es entsteht eine Art Dialog – zwischen Karte, Legesystem und eigener Wahrnehmung. Gerade wenn man schon länger mit Lenormand arbeitet, ist das unglaublich bereichernd, weil man bekannte Karten plötzlich aus neuen Blickwinkeln betrachtet.



Ich selbst arbeite viel intuitiv, aber auch strukturiert, und genau diese Verbindung wird in dem Buch sehr gut unterstützt. Die verschiedenen Ebenen – von klassischen Schlagworten bis hin zu Themen wie Energiearbeit, Spiritualität, Beziehungen oder auch psychische Zustände – greifen ineinander und eröffnen neue Zugänge. Das hat meine eigene Praxis definitiv erweitert und mir nochmal bewusst gemacht, wie viel Tiefe in den Karten tatsächlich steckt.



Besonders spannend fand ich, wie stark die Ursymbolik in den Vordergrund gestellt wird. Das ist für mich ein Schlüsselpunkt, der im Alltag oft untergeht, wenn man viel legt und sich auf Routinen verlässt. Hier wird man wieder daran erinnert, genauer hinzusehen und die Karten nicht nur funktional, sondern auch in ihrer ursprünglichen Bildsprache zu erfassen.



Auch die praxisnahen Beispiele haben mir sehr gefallen, weil sie zeigen, wie sich die Theorie im echten Leben widerspiegelt. Gerade in Themen wie innerer Entwicklung, Selbstwert oder auch beruflichen Prozessen konnte ich viele Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen erkennen. Das macht das Buch nicht nur lehrreich, sondern auch sehr lebendig.



Was ich ebenfalls hervorheben möchte: Die Arbeit mit Tageskarten wird hier auf eine Weise eingebunden, die ich persönlich sehr schätze. Ich nutze Tageskarten regelmäßig, und es war schön zu sehen, wie sich daraus Dynamiken und Entwicklungen ableiten lassen, die über den einzelnen Tag hinausgehen.



Trotz der guten Struktur und Verständlichkeit würde ich das Buch jedoch eher Fortgeschrittenen empfehlen. Wer bereits sicher im Umgang mit dem Lenormand ist und die Grundbedeutungen verinnerlicht hat, wird hier am meisten profitieren. Für Anfänger bietet es zwar ebenfalls eine solide Basis, aber die wahre Stärke entfaltet sich meiner Meinung nach erst dann, wenn man schon eigene Erfahrungen mitbringt und bereit ist, tiefer in die Materie einzutauchen.



Für mich ist es auf jeden Fall ein Werk, zu dem ich immer wieder zurückkehren werde – nicht nur zum Nachschlagen, sondern auch zur Inspiration und Weiterentwicklung der eigenen Praxis.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Fliegende Teppiche, Geheimnisse und ein Chamäleon namens Wasabi – ein magisches Abenteuer für junge Leser

Die geheime Schule der Tempelagenten – Ich, zwischen fliegenden Teppichen und glühenden Schwertern
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Schon auf den ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte drin. Wir lernen zunächst Timur kennen, der mir sofort sympathisch war. Besonders genial ist sein lustiger Sidekick: das Chamäleon Wasabi. ...

Schon auf den ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte drin. Wir lernen zunächst Timur kennen, der mir sofort sympathisch war. Besonders genial ist sein lustiger Sidekick: das Chamäleon Wasabi. Allein die Szenen mit ihm haben mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht – Wasabi ist einfach eine herrlich schräge Figur, die der Geschichte viel Humor verleiht.



Die Welt, die Susann Teoman hier erschafft, ist richtig fantasievoll. Neben geheimnisvollen Tempelagenten gibt es exotische fliegende Teppiche, eine versteckte magische Welt und jede Menge Abenteuer. Besonders spannend fand ich, wie wir nach und nach die geheimnisvolle Welt von Aminto kennenlernen. Man merkt beim Lesen, dass hinter allem noch viel mehr steckt – Geheimnisse, die wahrscheinlich erst in den nächsten Bänden komplett enthüllt werden.



Ein weiteres Highlight ist Timos Tante Melda. Sie ist wirklich der Hit! Ihre Art bringt zusätzliche Energie in die Geschichte und sorgt für einige ziemlich abgefahrene Momente, die das Buch noch unterhaltsamer machen.



Auch wenn es im Buch Monster gibt, fand ich das überhaupt nicht zu gruselig. Es bleibt immer kindgerecht und spannend, ohne zu erschrecken. Genau deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass auch jüngere Kinder – vielleicht sogar schon ab etwa fünf Jahren – Spaß an der Geschichte haben, besonders wenn sie gemeinsam vorgelesen wird.



Die Mischung aus Geheimnissen, Magie, Humor und Abenteuer funktioniert hier richtig gut. Die Handlung ist abwechslungsreich, die Figuren sind liebenswert und die Welt fühlt sich lebendig an. Für Kinder und Jugendliche, die Fantasy mögen, ist dieses Buch definitiv eine tolle Entdeckung.



Mein Fazit: Ein fantasievolles, spannendes und teilweise herrlich verrücktes Abenteuer mit viel Herz. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es mit Timur, Wasabi, Sofia sowie Dala und den anderen in der geheimen Schule der Tempelagenten weitergeht.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Ein Sommer zwischen Seiten – Das Märchen von 2006 neu erlebt

2006. Sommermärchen des Jahrhunderts
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2006 – Sommermärchen des Jahrhunderts ein Buch – und genau in dieser Form entfaltet die Geschichte ihren ganz eigenen, intensiven Zauber. Statt schneller Bilder bekommt man hier Raum zum Eintauchen, Erinnern ...

2006 – Sommermärchen des Jahrhunderts ein Buch – und genau in dieser Form entfaltet die Geschichte ihren ganz eigenen, intensiven Zauber. Statt schneller Bilder bekommt man hier Raum zum Eintauchen, Erinnern und Verweilen. Und das gelingt erstaunlich gut.



Kaum zu glauben, dass dieses legendäre Ereignis bereits 20 Jahre zurückliegt. Beim Lesen fühlt es sich jedoch an, als würde man direkt wieder in diesen besonderen Sommer zurückversetzt werden. Die chronologische Struktur hilft dabei enorm: Schritt für Schritt begleitet man die Ereignisse von damals und kann sich immer tiefer in diese Zeit hineinversetzen.



Besonders gelungen ist, dass das Buch nicht nur den Fußball in den Mittelpunkt stellt. Es geht vielmehr um das gesamte Lebensgefühl des Jahres 2006. Kleine, aber bedeutende Details – wie der Kinoerfolg von Das Leben der Anderen – machen deutlich, was diese Zeit kulturell geprägt hat. Dadurch entsteht ein rundes Gesamtbild, das weit über den Sport hinausgeht.



Auch ikonische Momente fehlen nicht: Etwa Franz Beckenbauer, der bei Wetten, dass..? eine Mandarine schält, während Michael Ballack daneben sitzt. Solche Szenen sind es, die beim Lesen sofort Bilder im Kopf entstehen lassen und ein warmes Gefühl von Nostalgie hervorrufen.



Die Kombination aus reflektierendem Text und eindrucksvollen (teils schwarz-weißen) Bildern macht das Buch zu einer echten Zeitkapsel. Es lädt dazu ein, innezuhalten und sich zu erinnern – an einen Sommer, der Deutschland verändert hat.



Insgesamt ist das Buch eine liebevolle Hommage an das „Sommermärchen“ von 2006. Es macht Spaß, darin zu blättern, sich treiben zu lassen und vergangene Emotionen wieder aufleben zu lassen. Gleichzeitig weckt es auch Vorfreude – etwa auf kommende Turniere wie die WM 2026. Ein nostalgisches Werk, das zeigt, wie stark Erinnerungen sein können.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Zwischen Verschwörung, Vergangenheit und Überleben – ein Thriller mit Gänsehautmomenten

Untergang - Jensen und Sander ermitteln
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Mit Untergang legt Steffen Jacobsen einen Thriller vor, der ein reales historisches Trauma als Ausgangspunkt nutzt: den Untergang der MS Estonia. Schon dieser Hintergrund sorgt dafür, dass die Geschichte ...

Mit Untergang legt Steffen Jacobsen einen Thriller vor, der ein reales historisches Trauma als Ausgangspunkt nutzt: den Untergang der MS Estonia. Schon dieser Hintergrund sorgt dafür, dass die Geschichte eine besondere Schwere und gleichzeitig eine große Faszination ausstrahlt. Das Thema rund um die Estonia und die vielen offenen Fragen, die sich bis heute um das Unglück ranken, fand ich grundsätzlich sehr spannend – im Buch war dieser Aspekt für meinen Geschmack jedoch manchmal etwas zu stark in den Hintergrund gerückt.



Der Roman beginnt mit einer interessanten und komplexen Ausgangssituation. Verschiedene Figuren, politische Verstrickungen und alte Geheimnisse werden nach und nach miteinander verknüpft. Gerade am Anfang muss man sich etwas orientieren, weil viele Perspektiven zusammenlaufen. Sobald man jedoch in der Geschichte angekommen ist, entwickelt der Thriller einen starken Sog.



Typisch für Jacobsen ist der schnelle Rhythmus: kurze Kapitel, häufige Szenenwechsel und immer wieder neue Wendungen treiben die Handlung voran. Manchmal wirkt das fast wie ein filmischer Schnitt – rasant, spannend und sehr dynamisch. Gleichzeitig hatte ich stellenweise das Gefühl, dass das Buch etwas kürzer hätte sein können, weil sich einige Passagen ein wenig in die Länge ziehen.



Besonders gelungen fand ich die Mischung aus Spannung und einer gewissen ironischen Note. Immer wieder tauchen kleine humorvolle oder leicht absurde Momente auf, die die düstere Stimmung kurz auflockern. Dieser Kontrast funktioniert überraschend gut und sorgt dafür, dass die Geschichte trotz der ernsten Thematik lebendig bleibt.



Atmosphärisch gelingt dem Autor einiges: Verfolgungsjagden, Geheimoperationen und abgelegene Schauplätze erzeugen echtes Thriller-Feeling. Vor allem gegen Ende wird das Tempo noch einmal deutlich erhöht und es entsteht echtes Gänsehaut-Feeling.



Auch wenn das Estonia-Thema für mich etwas mehr Raum hätte bekommen dürfen und der Roman insgesamt etwas straffer hätte sein können, bleibt Untergang ein sehr spannender Thriller. Wer Geschichten über politische Geheimnisse, Verschwörungen und dunkle Kapitel der Vergangenheit mag, bekommt hier eine packende und teilweise beklemmende Lektüre, die noch eine Weile nachwirkt.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Zwischen Herkunft, Genen und Identität – Eine Suche nach dem eigenen Platz

Real Americans
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Real Americans von Rachel Khong ist ein Roman, der sich mit großen Fragen beschäftigt: Herkunft, Familie, Identität und der Einfluss von Wissenschaft auf das menschliche Leben. Dabei erzählt das Buch nicht ...

Real Americans von Rachel Khong ist ein Roman, der sich mit großen Fragen beschäftigt: Herkunft, Familie, Identität und der Einfluss von Wissenschaft auf das menschliche Leben. Dabei erzählt das Buch nicht nur eine einzelne Geschichte, sondern verbindet mehrere Perspektiven und Generationen miteinander.



Im Mittelpunkt steht Lilly, die trotz ihres Lebens in den USA nie ganz das Gefühl hat, wirklich dazuzugehören. Ihre Geschichte wird nach und nach mit anderen Handlungssträngen verwoben. Besonders spannend ist, dass der Roman zwischen verschiedenen Zeiten und Erzählern wechselt. Dadurch entstehen immer neue Einblicke in die Vergangenheit und in die Familiengeschichte. Stück für Stück werden Zusammenhänge sichtbar, die zunächst nur angedeutet werden.



Ein weiterer Teil der Handlung folgt einem Jugendlichen, der durch einen DNA-Test überraschende Erkenntnisse über seine Herkunft gewinnt. Seine Suche nach Antworten bringt neue Konflikte, Geheimnisse und Begegnungen mit sich. Gleichzeitig öffnet sich der Blick noch weiter, als die Geschichte von Lillys Mutter erzählt wird. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von politischen Veränderungen, persönlichen Verlusten und schwierigen Entscheidungen, die bis in die nächste Generation nachwirken.



Besonders interessant ist, wie der Roman wissenschaftliche Themen – vor allem genetische Forschung – mit sehr persönlichen Fragen verbindet. Was macht einen Menschen wirklich aus? Sind es Gene, Herkunft oder die Umgebung, in der man aufwächst? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.



Der Roman erzählt eher ruhig und nachdenklich, entwickelt aber trotzdem eine Sogwirkung. Viele Details wirken zunächst wie lose Fäden, die erst nach und nach ein größeres Bild ergeben. Gerade diese Mischung aus Familiengeschichte, Geheimnissen und wissenschaftlichen Themen macht das Buch besonders.



Auch wenn am Ende vieles zusammengeführt wird, bleiben einige Fragen bewusst offen. Genau das regt zum Nachdenken an und lässt einen noch länger über die Figuren und ihre Entscheidungen nachdenken. „Real Americans“ ist damit ein vielschichtiger Roman über Familie, Herkunft und die Suche nach der eigenen Identität – leise erzählt, aber mit großer thematischer Tiefe.

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