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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Pure Langeweile

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Hyoyeong ist auf der Suche nach sich selbst. Das Filmstudium hat sie abgebrochen und ist nach Seoul gezogen. Sie arbeitet nun Teilzeit in einem Letter Shop. Dort werden nicht nur Briefpapier, Stifte und ...

Hyoyeong ist auf der Suche nach sich selbst. Das Filmstudium hat sie abgebrochen und ist nach Seoul gezogen. Sie arbeitet nun Teilzeit in einem Letter Shop. Dort werden nicht nur Briefpapier, Stifte und sonstige Utensilien verkauft, sondern der Laden bietet auch einen Briefservice an. Menschen können im Laden einen Brief verfassen und diesen für einen unbekannten Leser hinterlegen. Im Gegenzug nehmen sie einen der Briefe aus dem Fach, um ihn zu lesen. So teilen die Menschen ihre Gedanken und auch ihre Leben miteinander, ohne sich zu kennen.
Je länger Hyoyeong in dem Letter Shop arbeitet, desto wohler fühlt sie sich in diesem Umfeld. Die entspannte Atmosphäre lässt sie zur Ruhe kommen, eine Ruhe, die ihr hilft wieder zu sich zu finden.


Der Klappentext des Romans „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ las sich sehr vielversprechend. Leider kommt die Geschichte überhaupt nicht von der Stelle. Die Erzählung beschränkt sich auf eine Aneinanderreihung von zusammenhanglosen Begegnungen, die nie zu einer einheitlichen Geschichte verschmelzen. Außer, dass eine Vase umfällt oder Kinder versehentlich auf den Tisch malen, passiert nicht viel. Ebenso bleiben die Inhalte der Briefe belanglos und langweilig. Nach ungefähr des Hälfte des Buches habe ich abgebrochen. Dabei gibt es einen schwelenden Konflikt in Hyoyeongs Familie, auf den kaum eingegangen wird, genauso wenig wie auf den Abbruch ihres Studiums kurz vor dem Abschluss. Vielleicht kommt das alles in der zweiten Hälfte des Romans zur Sprache, aber soweit reicht meine Geduld nicht mehr.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Oberflächlich

Drei Tage im Schnee
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Hannah gönnt sich eine dreitägige Auszeit in einem Ferienhaus an einem See. Die Ruhe tut der gestressten Großstädterin gut. Sie macht die Bekanntschaft von Sophie, einen Mädchen, das anscheinend in der ...

Hannah gönnt sich eine dreitägige Auszeit in einem Ferienhaus an einem See. Die Ruhe tut der gestressten Großstädterin gut. Sie macht die Bekanntschaft von Sophie, einen Mädchen, das anscheinend in der Gegend lebt. Sophie holt Hannah aus ihrem Trott und zeigt ihr, wie man viel Spaß in der verschneiten Landschaft haben kann. Eine Freude, die Hannah verloren gegangen ist.

Meine Erwartungen an den Roman waren hoch, als ich anfing zu lesen. Zu hoch, wie ich nun weiß. Hannah ist Mitte dreißig, ausgelaugt vom Arbeitsalltag und nimmt sich eine Auszeit von Freitag bis Sonntag. Wenn man An- und Abreise abzieht, sind es knapp anderthalb Tage, die sie in dem Ferienhaus verbringt. Und dennoch erkennt sie in der kurzen Zeit, was sie von nun an in ihrem Leben ändern möchte. 
Absolut oberflächlich behandelt dies dünne Büchlein die Unzufriedenheit der Hauptfigur. Alles, was man schon zig Mal in Lebensratgebern oder als guten Ratschlag in Instagram Posts gelesen hat, wird hier verwendet. Tiefgehende Entwicklungen kommen dabei nicht vor. Deshalb bleibt sowohl Hannah als auch Sophie farblos und unbedeutend. Es hat keine Bedeutung, denn Hannah hat in den drei Tagen keine grundlegende Veränderung durchgemacht, sie hat nur ein bisschen an der Oberfläche gekratzt. Sobald sie wieder im Alltagstrott ist, macht sie weiter wie bisher. Denn um sein Leben wirklich dauerhaft zu ändern, bedarf es weitaus mehr. Sehr enttäuschendes Buch.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Schwach

Wenn unsere Welt kippt
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Die Vorfahren der Familie Fall sind die Begründer der kleinen Stadt Paradies Springs in Kalifornien.
Doch auf der Familie liegt ein Fluch, der mit der Rivalität zweier Brüder begann und sich bis in die ...

Die Vorfahren der Familie Fall sind die Begründer der kleinen Stadt Paradies Springs in Kalifornien.
Doch auf der Familie liegt ein Fluch, der mit der Rivalität zweier Brüder begann und sich bis in die heutige Zeit auswirkt. Vor zwölf Jahren verunglückte der Vater von Wynton, Miles und Dizzy schwer. Danach verschwand er und niemand hat seitdem etwas vom ihm gehört. Jeder in der Familie trauert für sich allein. Bis eines Tages eine junge Frau mit Haaren in den Farben des Regenbogens auftaucht und endlich Licht ins Dunkel bringt.


Die Zusammenfassung des Romans klingt vielversprechend. Ein Coming-of-Age Roman ab 14 Jahren, über 600 Seiten stark, der die Geschichte einer kalifornischen Familie erzählt.
Doch schon nach dem ersten Drittel verliert sich der Roman in detailreiche Ausschweifungen. Es geht mehr um das, was in der Vergangenheit liegt, als um die aktive Handlung in der Gegenwart. Immer wieder werden unterschiedliche Stile vermischt. So wird beispielsweise ein Handlungsstrang durch Ausschnitte von E-Mails oder Briefen unterbrochen. Dann wiederum findet sich der Leser in einer Fabel bzw. in einer märchenhaften Erzählung wieder.
Hinzu kommt, dass die gesamte Handlung von Problemen, Drama und Tragik völlig überladen ist. Die Familie Fall lässt nichts aus. Von Mobbing über Vernachlässigung von Kindern, Drogen, Alkoholsucht, Betrug, Missbrauch und Depression, es ist alles dabei. Sehr kritisch sehe ich die Passagen, in denen es um sexuelle Fantasien und Handlungen geht, gerne auch unter Drogen, da der Roman für Heranwachsende sein soll.
Alles in allem fehlt dem Roman der Fokus. Weniger Drama, weniger unnützer Stilmix, dafür mehr aktive Handlung und 300 Seiten weniger, würden die Figuren authentischer machen, der Erzählung mehr Tiefe verleihen und so könnte ein Spannungsbogen entstehen, der den Leser fesselt. Das Buch kann ich keinem Heranwachsenden empfehlen, denn es ist in weiten Teilen langweilig, konfus und vermittelt aus meiner Sicht nichts Positives, weder in Sachen Gemeinschaft oder Freundschaft und schon gar nicht in Sachen Familie.

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Nicht überzeugend

Eine Geschichte, die uns verbindet
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Bisher habe ich die Romane von Guillaume Musso sehr gerne gelesen, doch dieser ist von Beginn an irritierend. Was bei dem Buch „Das Papiermädchen“ noch neu und charmant erschien, ist hier einfach allzu ...

Bisher habe ich die Romane von Guillaume Musso sehr gerne gelesen, doch dieser ist von Beginn an irritierend. Was bei dem Buch „Das Papiermädchen“ noch neu und charmant erschien, ist hier einfach allzu verworren. Die Romanfiguren sind unwirklich, reizlos. Für mich blieb eine erhebliche Distanz zu der Geschichte bestehen, weil sie kaum authentisch wirkt.

Es ist ein Versuch die Beziehung eines Schriftstellers zu seinen Figuren dazustellen, der leider auf ganzer Linie gescheitert ist. Obwohl ich den unterhaltsamen Schreibstil von Musso sehr mag, hat er sich dieses Mal in seiner Geschichte verfranzt. Im Roman gibt es zu viele Figuren, zu viele verschiedene Erzählweisen sowie keinen erkennbaren roten Faden.
Es gibt bessere Romane des Schriftstellers.

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Belanglos

Mühlensommer
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Vor Maria und ihren beiden Töchtern liegt ein langes Wochenende, das sie mit Freunden auf einer Hütte in den Bergen verbringen wollen. Gerade als sie an der Hütte ankommen, erreicht Maria ein Anruf. Ihr ...

Vor Maria und ihren beiden Töchtern liegt ein langes Wochenende, das sie mit Freunden auf einer Hütte in den Bergen verbringen wollen. Gerade als sie an der Hütte ankommen, erreicht Maria ein Anruf. Ihr Vater hatte einen schweren Unfall. Sofort macht sie sich auf den Weg nach Hause.
Seit langer Zeit ist Maria wieder zu Hause, auf dem Bauernhof, den immer noch ihre Eltern mit der Hilfe ihres Bruders Thomas bewirtschaften und sich um die demente Großmutter kümmern. Maria lebt in der Stadt und kommt nur selten zu Besuch. Vor einigen Jahren kam es deshalb zum Zerwürfnis zwischen ihr und Thomas. Auch jetzt scheinen Thomas und seine Frau nicht begeistert über Marias Anwesenheit.


Der Roman beginnt in der Gegenwart, doch erfahren wir in immer wiederkehrenden Rückblicken die Geschichte Marias, wie sie das Aufwachsen auf dem Bauernhof erlebte. Das Leben in den 1980er war geprägt von harter Arbeit, man lebte für den Hof und jeder musste mit anpacken. Es gab keine Urlaube, kaum Freizeit, nicht einmal für mehrere Nachmittage im Freibad reichte die Zeit, trotz Sommerferien. Auch schämt sich Maria für ihre Herkunft.

Da ich selbst auf dem Land groß geworden bin, kann ich einige Dinge nachvollziehen, dennoch ist mir die Erzählung viel zu oberflächlich. Es reiht sich Geschichte an Geschichte, wie Emma, die Sau, geschlachtet wird, wie das Krippenspiel aufgeführt wird, wie Maria zum ersten Mal in der Stadt einkaufen ist. Das alles ist nett, aber bedeutungslos, denn es kommt keinerlei Handlung auf, kein Spannungsbogen. Am Ende des Buches wusste ich nicht, wofür es geschrieben wurde. Eine Kindheit auf dem Lande, wie viele sie erlebt haben. Kaum Handlung, sehr blasse Figuren ohne jeglichen Tiefgang. Ich musste an die Bücher „Oma erzähl mal“ denken, für Familienangehörige ist es sicher interessant, aber als Roman unnütz.

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