Spannend & düster
Tödliche HalligKommissar Theo Krumme und seine Kollegin Pat stehen vor ihrem nächsten Fall. Im Wattenmeer wird eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. Niemand erkennt sie, niemand weiß, wie sie dort hingekommen ist. ...
Kommissar Theo Krumme und seine Kollegin Pat stehen vor ihrem nächsten Fall. Im Wattenmeer wird eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. Niemand erkennt sie, niemand weiß, wie sie dort hingekommen ist. Doch nach und nach ergeben sich Ungereimtheiten. Was wissen die beiden Halligbauern, die auf Süderoog wohnen und die Gruppe von Archäologiestudenten, die ebenfalls vorübergehend auf der Insel sind? Spuren verlieren sich im Sand, Verdächtige tauchen auf und werden wieder entlastet. Theo und Pat stehen vor einem Rätsel, bis sie einen entscheidenden Hinweis erhalten und selbst in große Gefahr geraten.
"Tödlich Hallig" war mein erster Krimi von Kommissar Krumme. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber schon um seinen zwölften Fall. Tatsächlich hatte ich aber keinerlei Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen. Natürlich würde man bestimmt mehr über das Privatleben des Ermittlers wissen, wenn man die vorherigen Bücher gelesen hätte. Aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen fehlen und habe eher Lust bekommen, die Vorgänger auch zu lesen.
Kommissar Krumme war mir von der ersten Seite an sehr sympathisch. Er ist ein Ermittler, der richtig was im Kopf hat und durch seine jahrelange Erfahrung in die verschiedensten Richtungen denkt. Auch seine Kollegin Pat war mir sympathisch, wobei ich sehr gerne noch mehr über sie erfahren hätte. Über Krumme wurde deutlich mehr erzählt, sodass er für mich persönlich nahbarer und greifbarer war. Pat blieb hier eher eine Nebenfigur, auch wenn sie eine echt starke Frau ist. Da die restliche Reihe auf meine Wunschliste wandern wird, bin ich gespannt, ob sie auch eine Geschichte hat, über die man dort mehr erfährt. Das kann ich aber an dieser Stelle nicht beurteilen.
Die Atmosphäre in der Gegend rund um die Nordsee fand ich wirklich gut. Teils bedrückend und düster, was sehr gut zu einem Krimi passt, teilweise auch sehr beeindruckend und schön. Die Gewalt der Natur ist doch immer wieder etwas ganz besonderes. Ebbe und Flut und das Watt spielen hier eine nicht ganz unwichtige Rolle und das fand ich wirklich spannend zu beobachten.
Krimis, die im Norden spielen, transportieren immer etwas ganz besonderes. Ich finde man merkt beim Lesen auch immer, wo man sich befindet. Sei es die Erzählweise oder eben auch die Umgebung. Der raue Norden, der auch auf dem Cover super rüberkommt, ist einfach immer ein klasse Schauplatz für einen Krimi.
Der Schreibstil ist so super zu lesen. Die kurzen Kapitel fand ich ebenfalls klasse. Ich mag es, wenn diese nicht allzu lang sind, weil ich dann immer noch ein Kapitel lesen kann, ohne zu merken, wie spät es eigentlich ist. Für meinen Lesegenuss sind kurze Kapitel deutlich angenehmer, als lange.
Was bei einem Krimi natürlich immer besonders wichtig ist, ist die Spannung. Und die ist hier über die komplette Zeit vorhanden. Schon das erste Kapitel fesselte mich sofort an das Buch. Der Grad der Spannung ist im Verlauf der Geschichte unterschiedlich hoch. Teilweise ist sie nur unterschwellig vorhanden und die Geschichte konzentriert sich auf die Ermittlungen. Dann gibt es wieder einen Paukenschlag oder einen neuen Hinweis und die Geschichte dreht sich in eine andere Richtung. Für mich war es über die komplette Zeit wirklich so, dass ich darauf gewartet habe, was passiert. Ich hatte meine Verdachtsmomente und war stellenweise wirklich unruhig, weil ich nicht einschätzen konnte, wann der nächste Paukenschlag kommt. Ich mag es, wenn man über die ganze Zeit dieses Kribbeln spürt, auch wenn ich mal ein paar Seiten lang nicht so viel passiert.
Und dann habe ich natürlich meine Verdachtsmomente bezüglich des Täters gehabt. Ich hatte schon relativ früh einen Verdacht, auf den ich mich auch festgelegt habe. Tja, was soll ich sagen? Ich lag falsch. Zum Glück. Auch was die Auflösung, den Grund für den Mord angeht, war ich auf einem komplett anderen Dampfer. Für mich muss das bei einem Krimi genauso sein. Dieser Aha-Moment am Ende ist genau das, was ich bei einem Krimi brauche. Und den hatte ich hier, was ich richtig super finde.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Der super zu lesenden Schreibstil, die kurzweiligen kurzen Kapitel, die Spannung, die nordische Atmosphäre und die sympathischen und klugen Ermittler haben das Buch für mich zu einem echten Lesevergnügen gemacht. Ich glaube ich habe eine neue Krimireihe entdeckt, die ich sehr gerne weiterverfolgen möchte.