Tolle Atmosphäre, toller Ermittler, spannend erzählt
Rote Sonne - Mord auf FuerteventuraFlaco Lozano ist der Sicherheitschef einer renommierten Hotelkette. Nachdem er seine Anstellung als Polizist aufgegeben hat, sorgt er nun dort für die Sicherheit der Menschen. Doch das geht gewaltig schief ...
Flaco Lozano ist der Sicherheitschef einer renommierten Hotelkette. Nachdem er seine Anstellung als Polizist aufgegeben hat, sorgt er nun dort für die Sicherheit der Menschen. Doch das geht gewaltig schief und auf einem Fest seiner Chefin geschieht ein Mord. Flaco versucht noch die Person zu retten. Doch vergeblich. Das Gift des Kugelfisches wirkt so schnell, da ist selbst er machtlos. Er beschließt dem ganzen nachzugehen, denn das Ermittlergen wird er nicht so schnell los. Doch schneller als er gucken kann, gibt es den nächsten Giftanschlag und plötzlich sind alle verdächtig, das Motiv völlig unklar und Flaco selbst gerät in eine brenzlige Situation.
Dies war mein erster Krimi des außer Dienst stehenden Polizisten Flaco Lozanos, obwohl es schon einen ersten Fall gibt. Ich habe aber tatsächlich nichts vermisst und konnte dem Geschehen sehr gut folgen. Ich denke, wenn man den ersten Band gelesen hat, dann wird man noch etwas mehr über sein Privatleben wissen, aber für die Handlung spielt es keine Rolle. Trotzdem werde ich mir den ersten Band noch besorgen, da ich diesen zweiten so gut fand.
Ich war sehr schnell in der Geschichte drin, da man als Leser auch sofort ins Geschehen geworfen wird. Vermischt mit schönen Landschaftsbeschreibungen von Fuerteventura, erzählt Eric Berg einen spannenden Krimi, der mich lange Zeit im Dunklen gelassen hat. Den Schreibstil mochte ich sehr gerne. Der Krimi wird aus der Ich-Perspektive aus Flacos Sicht erzählt und das war perfekt. Der Schreibstil bleibt dabei über die komplette Zeit locker leicht und sehr gut zu lesen.
Als Leser bekommt man auch einen schönen Einblick in die Natur und die Umgebung von Fuerteventura. Ich war selbst noch nie da, aber das was beschrieben wird, macht auf jeden Fall Lust, die Insel einmal zu besuchen - außer gewisse Winde, die Staub mit sich bringen.
Flaco ist ein eher unangepasster Typ mit Ecken und Kanten, der dazu noch sehr lustig ist. Er ist schlagfertig, immer wieder recht sarkastisch unterwegs und scheut keinen Nervenkitzel. Und genau das macht ihn zum genau der richtigen Person für diesen Fall. Er hört nicht auf zu fragen und bohrt genau da noch, wo es weh tun könnte. Dazu kommt, dass er ein hervorragender Ermittler ist, der Schlüsse zieht, auf die ich nie gekommen wäre, die aber am Ende total viel Sinn ergeben. Ich mochte ihn sehr und fand auch seine Entwicklung über die Geschichte sehr schön. Dadurch, dass der Krimi aus seiner Sicht erzählt wird, konnte ich als Leserin auch an seiner Gefühlswelt teilnehmen und das machte ihn für mich noch nahbarer.
Der Kriminalfall war von der ersten bis zur letzten Seite extrem spannend. Ich hatte absolut keinen blassen Schimmer von Motiv und Täter. Natürlich hatte auch ich meine Vermutungen und rätselte fleißig mit. Zwischendurch änderte ich diese auch immer wieder. Tja, nur "leider" lag ich mit allen falsch. Leider ist in diesem Fall aber gar nicht leider, weil ich diesen Aha-Moment liebe, wenn am Ende eines Krimis oder Thrillers alles klar wird und ich mir gegen die Stirn hauen könnte, weil ich nicht drauf gekommen bin. Und genau das war hier der Fall. Alles fügt sich nahtlos ineinander und der Fall wird vollständig aufgeklärt. Auch in Flacos Privatleben tut sich nochmal etwas und ich hoffe sehr, dass wir in einem nächsten Band noch mehr davon zu lesen bekommen.
Ein super spannender, mega gut zu lesender Krimi, der mich bestens unterhalten hat. Ich hätte nicht gedacht, dass Flaco mir im Verlauf der Geschichte so sehr ans Herz wachsen wird, aber das hat er auf jeden Fall getan. Irgendwie hat er es mir als Ermittler echt angetan und ich freue mich schon auf weitere Krimis mit ihm als Ermittler.