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Veröffentlicht am 17.09.2020

Ein Sommer in Südfrankreich

Das kleine Château in den Hügeln
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Ein glücklicher Zufall verschafft Emmy einen Job in Südfrankreich. Für ihren Arbeitgeber soll sie dort Wein verkaufen. So findet Emmy sich in einem neu zusammengestellten Team bei Featherstone´s wieder ...

Ein glücklicher Zufall verschafft Emmy einen Job in Südfrankreich. Für ihren Arbeitgeber soll sie dort Wein verkaufen. So findet Emmy sich in einem neu zusammengestellten Team bei Featherstone´s wieder und hat leider keine Ahnung von Wein! Wie will sie das gekonnt verbergen? Ihr Vater ist pleite, die Zwangsversteigerung seines Hauses droht und Emmy steckt in einem Job, den sie eigentlich gar nicht kann und doch so dringend braucht. Dann sind da noch Ihr Chef Charlie und ihr Trainer Isaac, die beide ihr Gefühlsleben ordentlich durcheinander bringen. Wie wird Emmy sich entscheiden?

Mit “Das kleine Chateau in den Hügeln” hat Jo Thomas einen weiteren Roman geschrieben, der im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist. Das Cover zeigt ein ländliches Weinanbaugebiet vor blauem Himmel. Oben rechts ranken ein paar reife, rote Trauben. Der Titel ist mit künstlerischer Schrift in weißen Buchstaben gedruckt: Alles in allem ein Cover, was Ruhe ausstrahlt und Lust auf eine literarische Reise in ein Weinanbaugebiet nach Südfrankreich macht.

Jo Thomas erzählt mit ihrem flüssigen Schreibstil die Geschichte von Emmy: Pleiten, Pech und Pannen begleiten ihren Weg. Sie erzählt die Geschichte von Emmys Familie, die sich trennen muss um sich zu finden. Sie erzählt die Geschichte, von einem Team, dass sich zusammenfinden muss um allen Widrigkeiten zu trotzen. Sie erzählt eine Geschichte vom Bio-Weinanbau ohne die Strapazen, die kleinen und die großen Katastrophen auszulassen. Sie erzählt die Geschichte einer großen Liebe, die wie guter Wein viele kleine Hürden überwinden muss um zu entstehen. Sie erzählt die Geschichte von Emmy, die lernen muss sich zu vertrauen!

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, denn die Gelegenheit einen Sommer auf einem Weingut in Südfrankreich mit Emmy, ihrer Liebe, ihrem Team und ihrer Familie zu verbringen und nebenbei noch etwas über Bio-Weinanbau auf einem kleinen Weingut zu lesen, würde ich mir nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Komplex. Vielschichtig. Spannend!

Solothurn ruft nach Vergeltung
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Christiane_liestvor 34 Minuten
Im Januar 2026 hat der Autor Christof Gasser gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Solothurn ruft nach Vergeltung“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte ...


Christiane_liestvor 34 Minuten
Im Januar 2026 hat der Autor Christof Gasser gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Solothurn ruft nach Vergeltung“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in die Reihe. Es handelt sich um den siebten Band mit dem Ermittler Dominik Dornach. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Von Christof Gasser habe ich schon mehrere Krimis gelesen. Sie sind komplex, vielschichtig und bleiben im Gedächtnis. In diesem Teil traut er sich an ein schwieriges Thema. Den Femizid. Er stellt die Frage, wieviel Schuld der Mensch tragen kann, bis er zerbricht.

In Solothurn tobt das Leben. Es sind Filmtage und der Regisseur Tom Kurti soll für eine umstrittene Doku ausgezeichnet werden, die sich mit dem Thema Frauenhass beschäftigt. Die Verleihung des Preises steht an, doch dann wird Kurti ermordet. Schnell vermutet Dornach, dass der Tod mit dem Film zusammenhängt, für den Kurti ausgezeichnet werden sollte. Zeitgleich erinnert er sich an eine Tat, die ca. 15 Jahre zurück liegt und die mit seiner eigenen Familiengeschichte zusammenhängt. Die Zeit läuft.

Der Schreibstil von Christof Gasser liest sich gut und flüssig. Ich empfinde ihn als unaufgeregt. Eine einfache Wortwahl verdeutlicht die Tiefe der Geschichte. So dauert es nur wenige Zeilen und schon bin ich tief in die Geschichte versunken. Ich empfinde sie als komplex und vielschichtig. Nichts anderes bin ich vom Autor gewohnt. Über ca. 330 Seiten folge ich seinem Ermittler Dominik Dornach durch seinen Fall. An den richtigen Stellen freue ich mich über unerwartete Wendungen. Das zwingt mich zum Nachdenken und nicht nur einmal lege ich das Buch zur Seite, damit ich mein Ermittlungsköpfchen neu sortieren kann. Am Ende ist der Fall sauber gelöst und meine Fragen sind beantwortet.

Alles in allem hat der Autor Christof Gasser mit „Solothurn ruft nach Vergebung“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen vielschichtigen und komplexen Krimi in der Schweiz hat und sich vom Thema Frauenhass nicht abschrecken lässt, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Tödliches, historisches Hamburg!

Der Tote an der Alster
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Im Oktober 2025 hat die Autorin Anja Marschall den historischen Kriminalroman „Der Tote an der Alster“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre, ...

Im Oktober 2025 hat die Autorin Anja Marschall den historischen Kriminalroman „Der Tote an der Alster“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre, es wirkt, als sei es ein verblichenes Farbfoto.
Von Anja Marschall habe ich bereits die ein oder andere Geschichte gelesen und so habe ich mich gefreut, mit „Der Tote an der Alster“ ein neues Werk von ihr zu entdecken. Gleichzeitig interessiere ich mich als Bremerin immer darüber, was in Hamburg so geschehen ist. Zu meiner persönlichen Freude finde ich eine Karte aus Hamburg um 1907 im Buch, bevor ich zu lesen beginne. Die Autorin startet ihre Kapitel mit Textschnipseln aus verschiedenen Zeitungen, die so einmal veröffentlicht worden sind. Mein Lieblingsschnipsel befindet sich auf Seite 158 und ist im Jahr 1907 im Hamburger Fremdenblatt erschienen. Sie stehen nicht im Zusammenhang mit dem Fall.
Im Hamburger Nobelhotel Vier Jahreszeiten wird ein Mann ermordet. Die Polizei geht von einem Raubmord aus, doch Kommissar Hauke Sötje ist nicht überzeugt. Schließlich kennt er den Mann. Er hat ihm bereits früher einmal das Leben schwer gemacht und denkt, dieser Fall könnte auch etwas mit ihm zu tun haben. Die Ermittlungen beginnen und ehe Hauke Sötje sich versieht, steht er in ihrem Kreuzfeuer.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert, da bin ich tief in der Geschichte versunken. Den Schreibstil von Anja Marschall empfinde ich als leicht und locker. Gerne folge ich ihren Worten und kann mir alles gut vorstellen.
Hauke Sötje nimmt als Figur schnell Gestalt an. Dies ist mein erster Fall mit ihm und so muss ich ihn erst einmal kennenlernen. Nach und nach gestaltet sich ein Charakter, der mir durchaus sympathisch ist und ich hoffe, dass diesen Kriminalroman unbeschadet übersteht.
Der Kriminalfall selbst ist sauber aufgebaut und endet abrupt mit einem Cliffhanger, denn das Finale wird in zwei Bänden ausgetragen. Es ist schade, dass ich nicht weiterlesen kann, denn warten ist nicht meine große Stärke.
Alles in allem hat die Autorin Anja Marschall mit „Der Tote an der Alster“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust hat, im Hamburg um 1900 einem spannenden Kriminalfall zu folgen, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Historisch, Unterhaltsam, Lesenswert!

Der Schrein der Könige
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Im März 2026 hat die Autorin Sabine Weiß den historischen Roman „Der Schrein der Könige“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt den kunstvollen Schrein ...

Im März 2026 hat die Autorin Sabine Weiß den historischen Roman „Der Schrein der Könige“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt den kunstvollen Schrein der Könige in der Farbe Gold auf braunem Hintergrund. Dadurch wird der Schrein der Könige umso präsenter. Der Titel des Romans, der Name der Autorin und der Hinweis „Historischer Roman“ sind gut lesbar.
Zu Beginn des Buches finden wir ein hilfreiches Personenverzeichnis, in dem die historischen Persönlichkeiten von den fiktiven unterschieden werden können.
Es ist das Jahr 1162. Reinald von Dassel gelingt es, die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln zu bringen. Pilger überlaufen die Stadt, doch die Gebeine lagern in einer unscheinbaren Kiste. Der Verduner Goldschmied Nicolaus hat den Ruf, der Beste von allen zu sein. Er erhält den Auftrag einen Schrein zu schaffen, der alles überstrahlt. Nicolaus ist in einer schlechten Verfassung. Seine Frau und eines seiner Kinder starben. Seine 14 jährige Tochter schmeißt den Haushalt und egal was Nicolaus macht, sein Sohn Louis ist dagegen. Nicolaus geht mit seiner Familie nach Köln. Verständlicherweise sind die Kölner Goldschmiede nur wenig begeistert. Jeder einzelne von ihnen hat selbst auf den Auftrag gehofft. Da Nicolaus verschiedene Goldschmiede für die Arbeiten am Schrein beauftragen muss, steht er vor einer schwierigen Situation.
Von Sabine Weiß habe ich schon einige historische Romane und viel Krimis gelesen. Meine Erwartungshaltung war hoch. Schnell ist mir der Einstieg in die Geschichte gelungen. Den Schreibstil der Autorin habe ich als flüssig, atmosphärisch und bildhaft empfunden. Die Konzentration zu Beginn liegt auf der fiktiven Geschichte, die sich in erster Linie auf Nicolaus und seine Familie und dann auf die Arbeiten am Schrein konzentriert. Ungefähr in der Mitte ändert sich das und es kommt mehr Geschichte ins Spiel. Auf den letzten ca. 100 Seiten kommt es mir dann so vor, als würde mir die Geschichtsschnipsel nur so um die Ohren fliegen. Wir sind hier in einer ereignisreichen Zeit und es scheint, als müsste nun jedes Ereignis (z. B. die Kinderkreuzzüge) hier seinen Platz finden. Da fehlen mir zwischen 80 bis 100 Seiten.
Die Hauptfigur in diesem Roman ist Nicolaus, der mir am Anfang leid tut. Das Schicksal hat ihn mit dem Verlust von seiner Frau und seinem Kind gestraft. Die Arbeiten am Schrein geben ihm neuen Lebensmut und er tut alles, um seine Familie und die Arbeiten zu schützen. Das ist verständlich, dennoch wünsche ich mir ein paar Schattierungen mehr in den Charakteren. Während Nicolaus mir ein wenig zu gut ist, sind mir andere Charaktere z. B. sein Sohn Louis zu schlecht. Die einzige Person, die ich durch und durch als logisch empfinde ist Elisabeth.
Alles in allem hat Sabine Weiß mit „Der Schrein der Könige“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen Ausflug in das 12. Jahrhundert hat, wird auf den ca. 540 Seiten viele unterhaltsame Lesestunden verbringen können. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Spannend, Historisch, Unterhaltsam!

Mord auf der Klosterinsel
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Im Oktober 2025 hat die Autorin Heidrun Hurst den historischen Roman „Mord auf der Klosterinsel“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Er spielt im Jahr 842 zur Zeit der Karolinger auf der Klosterinsel ...

Im Oktober 2025 hat die Autorin Heidrun Hurst den historischen Roman „Mord auf der Klosterinsel“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Er spielt im Jahr 842 zur Zeit der Karolinger auf der Klosterinsel Reichenau. Das Cover zeigt einen wunderschönen Blick auf die Insel und lädt zum Verweilen ein. Der Schein trügt.

Neben Kriminalromanen lese ich sehr gerne Historisches. Die Autorin Heidrun Hurst kenne ich noch nicht. Da ich immer neugierig auf neue Autoren bin, habe ich gleich zugegriffen, als ich diesen Krimi in der Hand gehalten habe. Die Klosterinsel Reichenau kenne ich selbst aus einem Urlaub und der Abt Walahfrid Strabo ist mir ein Begriff.

Neugierig starte ich in die Geschichte. Als erstes fällt mir der ungewöhnliche Schreibstil der Autorin auf. Sie hat ihre Erzählweise an die Zeit angepasst. Mir ist sofort klar, dass wir weit in der Vergangenheit sind. Genauer gesagt haben wir das Jahr 842. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Ich möchte ihn als atmosphärisch stark bezeichnen.

Auf der Reichenau kommt es zu mehreren Toten. Die Opfer weisen merkwürdige Verletzungen an der Kehle auf und schnell macht das Gerücht die Runde, ein Werwolf treibe sein Unwesen auf der Insel. Walahfrid Strabo und seine Nichte Lindberga begeben sich gemeinsam auf die spannende Suche nach dem Unhold und geraten dabei in eine tödliche Gefahr.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen. Schnell bin ich gedanklich am Bodensee angekommen und habe mich an der Seite des Abtes auf die Suche nach dem mörderischen Werwolf gemacht. Die Autorin hat ihren Krimi so gestaltet, dass er zum Miträtseln einlädt. Zwischenzeitlich kommt er selbst zu Wort. Diese Passagen treiben die Spannung richtig hoch.

Hervorzuheben sind die feinen Zeichnungen der Charaktere, die die Autorin entsprechend ihrer Rollen im Laufe der Geschichte immer weiter verfeinert ohne dabei zu viele Worte zu verlieren.

Alles in allem hat die Autorin Heidrun Hurst mit dem historischen Kriminalroman „Mord auf der Klosterinsel“ ein Werk auf den Büchermarkt gebracht, dass es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen literarischen Ausflug auf die Reichenau in das Jahr 842 hat und gerne spannende Kriminalromane zum Miträtseln liest, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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