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Veröffentlicht am 25.03.2026

Eine lebhafte, interessante Geschichte mit herrlich normalen, netten Figuren

Konstantins Erbe
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Wer hätte es gedacht, dass man so viel Ärger bekommen kann, weil man einfach nur seinen Job macht und jemand beerdigt. Aus Konstantins ersten Nachfragen werden rasch richtige Ermittlungen, die ihn zuerst ...

Wer hätte es gedacht, dass man so viel Ärger bekommen kann, weil man einfach nur seinen Job macht und jemand beerdigt. Aus Konstantins ersten Nachfragen werden rasch richtige Ermittlungen, die ihn zuerst an den Bodensee und dann bis nach Bozen führen. Dass es Reisebeschränkungen wegen Corona gibt und man eigentlich etwas Verbotenes tut, stresst Konstantin zusätzlich. Aber er will es eben einfach wissen und die Polizei kann er nicht fragen. Das ist alles sehr einleuchtend und interessant erzählt. Es gibt immer wieder kleine oder größere Wendungen, die die Geschichte am Laufen halten. Die Charaktere sind mir sehr sympathisch gewesen, vor allem durch ihr Verhältnis zu einander. Man zwiebelt sich, ist auch mal kurz angebunden. Aber das Vertrauen und die Verlässlichkeit zwischen Konstantin und Chrissy bzw. Franz sind deutlich spürbar. Mir gefällt auch, dass es normale Menschen sind, mit denen man sich leicht identifizieren kann. Gut, Konstantin hört und sieht den Geist seiner Großtante Fanny. Aber die wirkt wenig esotherisch und eher so, als wäre sie real. Oft treibt sie Konstantin mit einem Satz an oder warnt ihn, als ob er genau das gerade braucht. Mit ihrem Dialekt ist sie das einzige bayerische Element. Lokalkolorit habe ich so viel nicht gefunden und dann eher noch in Südtirol als München. Damit kann ich aber eh wenig anfangen und bin froh, dass es mir erspart blieb. Die Geschichte ist, wie jeder Band der Reihe, in sich fast geschlossen. Die Figuren werden natürlich älter und es ändert sich manches bei ihnen. Und so war es, nachdem ich bereits spätere Bände gelesen gabe, interessant genauer zu erfahren, woher sich Konstantin und Flora kennen. Die Geschichte war nicht immer unvorhersehbar. Manches dachte ich mir gleich, anderes war erst kurzfristig zu erahnen. Es hat mir trotzdem Spass gemacht, den Krimi zu lesen, und ich gebe ihm trotz einiger Tippfehler 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Keine klassische Liebesgeschichte, eher Coming of Age, interessante, lebensechte Geschichte

Langosch zum Frühstück
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Inhalt: Julian ist Mitte 30, als ihm seine Jugendliebe Isi gesteht, dass sie schwanger ist. Natürlich nicht von Julian, denn es ist lange bereits aus zwischen ihnen. Sie ist schwanger von ihrer Langzeitbeziehung ...

Inhalt: Julian ist Mitte 30, als ihm seine Jugendliebe Isi gesteht, dass sie schwanger ist. Natürlich nicht von Julian, denn es ist lange bereits aus zwischen ihnen. Sie ist schwanger von ihrer Langzeitbeziehung Antonio, den Julian nicht leiden kann. Julian ist von dieser Neuigkeit ein wenig erschüttert, denn Isi ist ihm immer noch wichtig, und er denkt, dass sich jetzt alles für ihn (nicht zum Guten) ändert.

Bewertung: In diesem Roman erlebt man keine klassische Liebesgeschichte mit. Vielmehr blickt Julian an diesem Wendepunkt zurück auf sein Leben und versucht gleichzeitig in der Gegenwart, die Situation zu bewältigen. Man erfährt, wie das denn war und mit der Zeit wurde zwischen Julian und Isi, und welche wichtigen Beziehungen es in Julians Leben überhaupt gab und gibt. Dabei geht es um Frauen, aber auch um Freunde und Familie. Die Geschichte beginnt am ersten Wendepunkt von Julians Leben: dem Tag, als er und seine Mutter nach der Scheidung in die neue Wohnung gezogen sind. An diesem Tag traf er auch Isi, die im selben Haus lebte. Noch im selben Kapitel macht die Geschichte ihren ersten Sprung, zur Gegenwart und dem nächsten Umbruch. Auf diese Weise springt die Handlung immer wieder hin und zurück; in die Vergangenheit, ins Heute, und von einer wichtigen Begegnung zur nächsten. Trotzdem kann man dem Ganzen leicht folgen. Erzählt aus der Ich-Perspektive und aus Julians Augen heraus, ist der Leser stets mitten im Geschehen und hat nie das Gefühl, nicht durchzublicken, obwohl sich Julians Geschichte in allen Details erst mit der Zeit enthüllt. Ich fand den Aufbau der Story sehr geschickt und die Art, wie sich alles schlüssig, verständlich und interessant zusammensetzt, kunstvoll. Auch sprachlich fand ich das Buch schön. Die Sprache ist klar und effizient - mit wenigen Worten werden Situationen und Personen trotzdem lebendig beschrieben. Die Figuren wirken sehr authentisch und lebensecht. Von mir erhält das Buch eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Ideal-Beispiel für Cosy Crime, sehr abwechslungsreich und überraschend

Konstantins Dilemma
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Inhalt: Konstantin Schwarz (Konni) ist Anfang 30 und Bestatter in dem von ihm geführten Münchner Familienunternehmen. Er tut sich ein bißchen schwer mit anderen Menschen und damit, auf sich aufzupassen. ...

Inhalt: Konstantin Schwarz (Konni) ist Anfang 30 und Bestatter in dem von ihm geführten Münchner Familienunternehmen. Er tut sich ein bißchen schwer mit anderen Menschen und damit, auf sich aufzupassen. Zum Glück ist er aber von lieben Menschen umgeben. Einer davon ist der Tatortreiniger Leichen-Franz. Als der Konni am Telefon sagt, er würde in der Scheiße sitzen, und das Gespräch dann abreißt, springt Konni ins Auto, um seinen Freund beizustehen. Daraus entwickelt sich eine Ermittlung über die Familie des zwar jüngst, jedoch betagt und betucht verstorbenen Arthur Grabowski, neben der auch die normale Arbeit und die Belastungen durch Alltag, Liebschaften und neue Familienmitglieder abgewickelt werden müssen.

Bewertung: Ich finde, dieser Roman ist ein perfekter Vertreter des Genre Cosy Crime. Zumindest, wie ich es mir vorstelle. Erzählt in der Ich-Perspektive, begleitet der Leser Konni und erfährt, was für ihn das Wichtigste am Tag war; ungefähr so, als würde man sein Tagebuch lesen. Geschickt hat die Autorin Coco Eberhardt dabei die verschiedenen Aspekte verwoben. Für mich ergaben sich keine Längen und ich hatte immer das Gefühl, dass ich an der richtigen Stelle der Story bin. Alles wird mit einer gewissen Distanz, jedoch nicht unempathisch erzählt. Daher reiben dem Leser weder der kriminalistische Teil noch Konnis Herzensangelegenheiten die Nerven auf. Es passiert viel und die Story hat wirklich Elemente, die sich auch in einem Thriller finden könnten; es gibt viele Überraschungen. Aber die Emotionen ergeben sich eher aus Zwischentönen. Man spürt an mancher Stelle, dass für Konni das Leben schwieriger ist als für andere. Aber man sieht auch, dass sich Freunde und Familie rührend um ihn kümmern, obwohl er das nicht immer zu schätzen weiss. Und dann gibt es ja noch den Geist der Tante Fanny, der mit einem kernigen, bayrischen Spruch in so manchen Moment grätscht und ihm oft eine Wendung gibt. Mir hat auch die Idee gefallen, die Ermittlung auf mehrere Personen zu verteilen. Von den Nebenfiguren mochte ich besonders den Dr. Hackspiel, der irgendwie schräg, aber ein richtiger Macher ist und immer überfallsartig auftaucht. Der Roman ist der zweite Teil einer Reihe. Die Teile können jedoch sehr gut unabhängig von einander gelesen werden. Ich fühlte mich von dieser Geschichte sehr gut unterhalten und gebe ihr 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Cosy-Krimi mit viel Abwechslung und einer Menge Überraschungen

Konstantins Affäre
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Dies ist der zweite Roman, den ich von Coco Eberhardt gelesen habe und mir hat er wieder sehr gut gefallen. Zunächst fielen mir die Parallelen zu Vinzent (aus einer anderen Roman-Reihe) auf: ähnliches ...

Dies ist der zweite Roman, den ich von Coco Eberhardt gelesen habe und mir hat er wieder sehr gut gefallen. Zunächst fielen mir die Parallelen zu Vinzent (aus einer anderen Roman-Reihe) auf: ähnliches Alter, ähnliche Situation. Wohnt noch im Elternhaus, Single, läuft nicht ganz rund, steht aber im Beruf. Doch Konstantin ist schon noch anders. Je länger man liest, desto mehr erkennt man seine Eigenheiten und was ihn von Vinzent unterscheidet. Es kommt sehr gut heraus, dass der Umgang mit Menschen für Konstantin etwas schwierig ist. Er tut aber sein Bestes und das ist anrührend. Eigentlich bleiben die Figuren im Roman sonst etwas blaß. Das sehe ich allerdings als Vorteil. So kann man sich seine eigenen Bilder von ihnen machen. Witzig fand ich den eigentlichen Ermittler Professor Hackspiel, ein Rechtsanwalt und Bekannter von Konstantin, der ständig unvermutet auftaucht, und keiner weiß, wieso und was er da macht. Er zieht Konstatin hinein in den Fall. Sehr geschickt wurde der Krimi mit dem privaten Drumherum verflochten. Wieder ist es der Autorin sehr gut gelungen, die Handlung zu erzählen, und sie hat das Genre Cosy-Krimi voll getroffen. Es gibt im Buch keine Dramatik, die Spannung ist mäßig. Aber es passiert immer etwas und es gibt viele Überraschungen. Der Roman spielt in München, was man fast nur am Dialekt der Kommissarin Dünnbier bemerkt, und an der Côte d'Azur. Es gibt zwar wieder Fehler (Rechtschreibung, Tempi) und unschöne Wiederholungen, jedoch weniger oder es hat mich weniger gestört. Ich gebe diesem Roman 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Leseempfehlung besonders an Erwachsene: über die Ethik der Gesellschaft und die Macht der Sprache

Duplik Jonas 7
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Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Es ist ein Jugendroman und er hat die dafür typische Sprache: eher einfach, sachlich und kurz. Es gibt zwar viele Fremdwörter, vor allem aus der Biologie, die im Grunde ...

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Es ist ein Jugendroman und er hat die dafür typische Sprache: eher einfach, sachlich und kurz. Es gibt zwar viele Fremdwörter, vor allem aus der Biologie, die im Grunde genommen jedoch gängig sind. Zur Not hat es im Anhang ein Wortverzeichnis. Die Schlichtheit der Sprache, die meist geraffte Darstellung der Handlung und die eher blasse Beschreibung der Figuren bewirken Nüchternheit. Das Gefühl des Lesers geht wenig mit, selbst wenn ihm ein Gefühlsausbruch geschildert wird. Ich denke, das ist so beabsichtigt, weil ich Jugendbücher allgemein, über verschiedene Autoren hinweg bisher zwar ausgesprochen interessant, aber kaum spannend fand. Auch diese Geschichte fand ich unaufgeregt fesselnd und habe sie zügig gelesen. Es gab für mich darin wenig, was vorhersehbar war. Ich fand die Geschichte, obwohl sie an die 30 Jahre alt ist, relevant für die Gegenwart mit ihren Themen und Fragen. Was schuldet man dem Staat? Darf die Mehrheit alles bestimmen, weil sie es gut meint? Gruselig fand ich die Macht der Worte. Das haben die Nazis damals ja auch gemacht: Man versuchte, die Schrecklichkeit der Taten hinter Worten wie Endlösung zu verstecken. Im Buch wird die Hauptperson Jonas 7, ihre Familie und ihre gesamte Gesellschaft mit Hilfe der Sprache soweit entmenschlicht, dass sie nur mehr als Sache gelten. Man kann die Geschichte als eine Aufforderung zum eigenständigen Denken verstehen. Einerseits vermittelt die Person des Jonas Helcken (des "Menschen") die Wichtigkeit, eigene Motive zu klären. Andererseits macht die Autorin Birgit Rabisch mit dieser Geschichte darauf aufmerksam, dass man sich die Sprache der Politik und der Medien sehr genau anhören und sich überlegen sollte, ob man sie übernehmen möchte und wie man etwas anders benennen könnte oder müsste. Das sind alles Dinge, die sich Menschen jeden Alters überlegen sollten. Daher 5 Sterne und eine Leseempfehlung besonders an Erwachsene von mir.

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