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Veröffentlicht am 30.03.2026

Bösewichte, Gefühle und viel Chaos

Throne in the Dark
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Damien ist ein Halb-Dämon und Blutmagier mit der klaren Mission, seinen Vater zu befreien und dabei möglichst böse zu sein. Doch sein Plan gerät ins Wanken, als er auf Amma trifft, eine gutherzige, etwas ...

Damien ist ein Halb-Dämon und Blutmagier mit der klaren Mission, seinen Vater zu befreien und dabei möglichst böse zu sein. Doch sein Plan gerät ins Wanken, als er auf Amma trifft, eine gutherzige, etwas zu neugierige junge Frau, die plötzlich magisch an ihn gebunden ist. Statt sie einfach aus dem Weg zu räumen, sieht er sich gezwungen, sie auf seine Reise mitzunehmen und was folgt, ist eine abenteuerliche Quest voller magischer Kreaturen, seltsamer Begegnungen und unerwarteter Wendungen. Während Damien versucht, seine Rolle als skrupelloser Bösewicht aufrechtzuerhalten, bringt Amma mit ihrer optimistischen Art sein Weltbild gehörig ins Wanken und vielleicht auch sein Herz.

Der Roman spielt bewusst mit klassischen Fantasy-Klischees und mischt sie mit einer ordentlichen Portion Humor und RomCom-Vibes. Dabei lebt vor allem die Dynamik zwischen Damien und Amma von ihren Gegensätzen: grumpy trifft auf sunshine und Zynismus auf Freundlichkeit. Der Schlagabtausch zwischen den beiden sorgt dabei immer wieder für unterhaltsame Momente und funktioniert überraschend gut. Der Humor ist dabei allerdings Geschmackssache. Einige Szenen bringen beim Lesen wirklich zum Lachen und gerade die Kapitelüberschriften sowie Dialoge überzeugen, andere Stellen wirken aber etwas überzogen oder sind unpassend für das Setting. Auchu die moderne, teils sehr lockere Sprache innerhalb einer klassischen Fantasywelt irritiert etwas. Damien allerdings überzeugt als mürrischer Antiheld mit weicherem Kern und einer gewissen Entwicklung im Laufe der Geschichte. Amma hingegen bleibt lange schwer greifbar und wirkt stellenweise etwas eindimensional, bevor sie später mehr Tiefe bekommt. Die Handlung selbst braucht etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen, gewinnt aber vor allem gegen Ende an Stärke. Dafür punktet das Buch auf jeden Fall mit seinen kreativen Ideen, vielen magischen Wesen und einer insgesamt unterhaltsamen Grundstimmung.

Ein ungewöhnlicher Fantasy-Auftakt, der mit Humor, Slow-Burn-Romance und einer ordentlichen Portion Chaos punktet. Nicht jeder Witz zündet und die Geschichte hat ihre Längen, doch die originelle Mischung aus RomCom und Fantasy sowie die besondere Dynamik der Hauptfiguren machen das Buch durchaus empfehlenswert für alle, die Lust auf eine weniger ernste, verspielte Fantasygeschichte haben.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Zwischen Spiegeln und Schattenwelten

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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Letty lebt ein Doppelleben, demm tagsüber ist sie eine ganz normale Schülerin in England, nachts jedoch bewegt sie sich als Spionin im geheimnisvollen Nachtreich Annwn. Dort arbeitet sie im Auftrag des ...

Letty lebt ein Doppelleben, demm tagsüber ist sie eine ganz normale Schülerin in England, nachts jedoch bewegt sie sich als Spionin im geheimnisvollen Nachtreich Annwn. Dort arbeitet sie im Auftrag des Erlkönigs und steht an der Seite von Will, dem Prinzen des Reiches. Beide kennen sich seit Kindheitstagen und sind eng miteinander verbunden. Doch ihre Zeit ist begrenzt, denn Lettys Verbindung zur magischen Welt droht zu zerbrechen, besonders, wenn Gefühle ins Spiel kommen. Gleichzeitig stoßen sie auf eine Verschwörung, die sowohl das Nachtreich als auch die Menschenwelt in Gefahr bringt.

Der Auftakt der neuen Reihe von Sandra Regnier punktet vor allem mit seiner spannenden Grundidee, denn man bekommt zwei Welten, verbunden durch Spiegel, und eine Protagonistin, die zwischen Alltag und düsterer Fantasywelt balanciert. Vor allem das Nachtreich Annwn ist dabei schön atmosphärisch dicht beschrieben, ist voller unheimlicher Kreaturen und geprägt von einer faszinierenden, teils düsteren Stimmung. Die Mischung aus moderner Welt und märchenhaften Elementen sorgt dabei für Abwechslung und macht den Reiz der Geschichte aus. Der Schreibstil ist dabei insgesamt flüssig und bildhaft, wodurch sich die Schauplätze gut vorstellen lassen. Auch die Figuren sind grundsätzlich sympathisch angelegt. Letty überzeugt als mutige, wenn auch manchmal etwas naive Protagonistin, während Will als geheimnisvoller und loyaler Begleiter punktet. Allerdings zeigt sich im Verlauf auch, dass die Geschichte nicht durchgehend rund wirkt. Viele Handlungsstränge werden angerissen, ohne wirklich ausgearbeitet zu werden, wodurch einige Fragen offen bleiben. Die Handlung selbst wirkt stellenweise etwas sprunghaft und manche Entwicklungen erscheinen nicht ganz nachvollziehbar. Auch die emotionale Entwicklung zwischen Letty und Will bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück, das angedeutete Knistern will sich nicht immer richtig einstellen und entwickelt sich eher langsam. Das Ende lässt viele Aspekte bewusst offen, was jedoch neugierig auf die Fortsetzung macht.

Ein atmosphärisch dichter Romantasy-Auftakt mit einer starken Grundidee und spannender Welt, der jedoch in der Umsetzung noch Luft nach oben lässt und auf die Beantwortung viele Antworten in der Fortsetzung hoffen lässt.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Wenn Brot lebendig wird und Mut leise wächst

Mehl, Magie und Machenschaften
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Mona ist vierzehn, arbeitet in der Bäckerei ihrer Tante und besitzt eine eher ungewöhnliche Form von Magie: Sie kann mit Teig und Brot zaubern. Ihre Fähigkeiten scheinen zunächst unscheinbar, bis eines ...

Mona ist vierzehn, arbeitet in der Bäckerei ihrer Tante und besitzt eine eher ungewöhnliche Form von Magie: Sie kann mit Teig und Brot zaubern. Ihre Fähigkeiten scheinen zunächst unscheinbar, bis eines Tages eine Leiche in der Bäckerei auftaucht und Mona plötzlich ins Visier gerät. Während in der Stadt die Angst vor Magiebegabten wächst und ein mysteriöser Mörder Jagd auf sie macht, muss Mona fliehen und sich in einer zunehmend gefährlichen Lage behaupten. Was als kleine, persönliche Geschichte beginnt, entwickelt sich zu einem größeren Konflikt, in dem ausgerechnet ein Mädchen mit Backmagie eine entscheidende Rolle spielen muss.

Der Roman überrascht auf mehreren Ebenen. Die Grundidee um Magie rund ums Backen wirkt zunächst verspielt, entfaltet aber schnell eine ganz eigene Mischung aus Humor, Kreativität und unterschwelliger Dunkelheit. Vor allem die lebendig gewordenen Backwaren, allen voran der eigenwillige Sauerteigstarter Bob, sorgen für viele unterhaltsame und skurrile Momente. Die Figuren selbst sind liebevoll gezeichnet und bleiben daher gut im Gedächtnis. Mona hebt sich dabei als eher ungewöhnliche Heldin hervor, ist schüchtern, vorsichtig und keineswegs die typische starke Protagonistin. Genau das macht sie glaubwürdig, aber ihr Wachstum ist leise und zurückhaltend, statt heroisch und kraftvoll. Der Schreibstil ist zugänglich, oft humorvoll, gleichzeitig aber auch in der Lage, ernste Themen anzusprechen. Denn trotz aller Leichtigkeit behandelt die Geschichte auch Aspekte wie Angst, Verantwortung und das Versagen von Erwachsenen, die eigentlich schützen sollten. Diese Mischung aus cozy Elementen und düsteren Untertönen funktioniert größtenteils gut, wirkt stellenweise aber etwas unausgewogen. Der Anfang der Geschichte lebt stark von der intimen, fast gemütlichen Atmosphäre, später weitet sich die Handlung jedoch noch in Richtung größerer Konflikte aus. Das fühlt sich nicht immer ganz stimmig an und kann den ursprünglich charmanten Fokus etwas verwässern.

Eine originelle und unterhaltsame Fantasygeschichte, die mit viel Charme, Humor und ungewöhnlicher Magie punktet. Das Buch zeigt schön, dass selbst kleine Talente große Wirkung haben können.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Leise Magie im Alltag

The House Witch 1
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Finlay Ashowan tritt eine Stelle als königlicher Koch an, doch hinter seiner ruhigen Fassade verbirgt sich mehr, als man zunächst ahnt. Als Haushexe nutzt er seine Magie im Verborgenen und bringt nicht ...

Finlay Ashowan tritt eine Stelle als königlicher Koch an, doch hinter seiner ruhigen Fassade verbirgt sich mehr, als man zunächst ahnt. Als Haushexe nutzt er seine Magie im Verborgenen und bringt nicht nur Ordnung in die Schlossküche, sondern beeinflusst auch die Menschen um sich herum auf subtile Weise. Während er versucht, ein unauffälliges Leben zu führen, gerät er zunehmend in die Dynamiken des Hofes, knüpft Beziehungen und sieht sich schließlich auch mit politischen Spannungen und größeren Entwicklungen konfrontiert, die über die Küche hinausgehen.

Diese Geschichte hebt sich deutlich von klassischer Fantasy ab, denn statt auf große Schlachten oder permanente Spannung setzt sie auf eine ruhige, fast schon gemütliche Erzählweise. Der Fokus liegt auf dem Alltag, zwischenmenschlichen Beziehungen und den kleinen magischen Momenten, was eine besonders warme und einladende Atmosphäre schafft. Die Verbindung von Kochen und Magie wirkt dabei originell und verleiht dem Buch einen ganz eigenen Charme. Viele Figuren wachsen einem schnell ans Herz und besonders die Dynamiken innerhalb des Hofes sorgen für lebendige und oft auch humorvolle Szenen. Der Schreibstil ist dabei leicht zugänglich und angenehm zu lesen, wodurch man schnell in die Geschichte eintauchen kann. Allerdings ist das Tempo stellenweise auch sehr gemächlich und einige Passagen wirken in die Länge gezogen. Auch der Humor trifft nicht immer den richtigen Ton. Finlay selbst bleibt anfangs etwas distanziert, was den Zugang zu ihm erschwert, er entwickelt aber im Verlauf mehr Tiefe, auch wenn nicht alle Facetten seiner Persönlichkeit vollständig überzeugen. Das Ende fühlt sich zudem eher offen an und lässt ein wenig den Abschluss vermissen. Hier deutet sich klar eine Fortsetzung an.

Ein ruhiger, charmanter Auftakt, der weniger durch seine Handlung als durch die Atmosphäre überzeugt und eine schöne entschleunigte, gefühlvolle Geschichte bietet, auch wenn man dafür kleinere Längen in Kauf nehmen muss.

Veröffentlicht am 18.03.2026

Zwischen zwei Welten und uralten Legenden

Der Tengu von Tokio
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Leo fühlt sich weder in Deutschland noch mit seinen japanischen Wurzeln wirklich zuhause. Als er nach Tokio reist, um dort Zeit zu verbringen, wird er nicht nur mit seiner Herkunft konfrontiert, sondern ...

Leo fühlt sich weder in Deutschland noch mit seinen japanischen Wurzeln wirklich zuhause. Als er nach Tokio reist, um dort Zeit zu verbringen, wird er nicht nur mit seiner Herkunft konfrontiert, sondern auch mit einer Welt, die er nie für möglich gehalten hätte. Zwischen moderner Großstadt und alten Traditionen stößt er auf geheimnisvolle Ereignisse rund um einen Tengu, ein Wesen aus der japanischen Mythologie. Gemeinsam mit neuen Bekanntschaften gerät Leo in ein Abenteuer, das ihn zwingt, sich nicht nur äußeren Gefahren, sondern auch sich selbst zu stellen.

Der Tengu von Tokio verbindet Urban Fantasy mit kultureller Tiefe und schafft damit einen atmosphärischen Auftaktand. Vor allem die dichte Darstellung Tokios kann dabei überzeugen. Neben bekannten Eindrücken werden auch viele kleine Alltagsdetails eingeflochten, die die Stadt lebendig wirken lassen. Die Einbindung der japanischen Mythologie gelingt dabei zudem sehr stimmig. Klassische Yōkai wie Tengu, aber auch weniger bekannte Wesen, sorgen für eine spannende und abwechslungsreiche Fantasy-Ebene, die neugierig macht und sich gut in die reale Welt einfügt. Im Zentrum steht jedoch Leos persönliche Entwicklung. Seine innere Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen wird nachvollziehbar dargestellt und verleiht der Geschichte emotionale Tiefe. Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz ziehen sich spürbar durch die Handlung. Der Schreibstil von Nicolas Mueller ist dabei flüssig und zugänglich, wodurch sich das Buch angenehm lesen lässt. Der Einstieg braucht etwas Zeit, entwickelt dann aber eine gute Spannung und ein mitreißendes Tempo. Kleinere Schwächen zeigen sich in der Ausarbeitung der äußeren Konflikte, die teilweise etwas folgenlos wirken. Dennoch steht klar die persönliche Reise im Vordergrund, was gut zur Geschichte passt.

Roman ist ein atmosphärischer Mix aus Urban Fantasy, japanischer Mythologie und einer berührenden Geschichte über Identität und Selbstfindung, der besonders für Japanliebhaber viele eindrucksvolle Einblicke und eine spannende Reise zwischen Realität und Legende bietet. Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.