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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Ein ganz wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt ...

Ein weites Leben
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Wie schon der erste Roman - „Das Licht zwischen den Meeren“ - der australischen Autorin M. L. Stedman hat mich auch ihr neuestes Werk wieder tief berührt. Nach eigener Aussage hat sie lange daran gefeilt ...

Wie schon der erste Roman - „Das Licht zwischen den Meeren“ - der australischen Autorin M. L. Stedman hat mich auch ihr neuestes Werk wieder tief berührt. Nach eigener Aussage hat sie lange daran gefeilt und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach mehr als sehen lassen!

Die Familie MacBride steht im Mittelpunkt dieses kraftvollen Familienepos. Deren Leben – wie schon das vorangegangener Generationen – scheint vorgezeichnet. Die riesige Schaffarm „Meredith Downs“ wird seit ihrer Gründung vom jeweils ältesten Sohn der Familie geführt und so ist auch Sohn Warren für diese Rolle vorgesehen. Doch ein schrecklicher Unfall macht den MacBrides einen grausamen Strich durch diese Rechnung und tötet dabei Warren und seinen Vater Phil. Der überlebende jüngste Spross braucht lange, um sich den Weg zurück ins Leben zu kämpfen und nur die unvoreingenommene Liebe von Mutter Lorna und Schwester Rose lässt ihn langsam genesen. Als sich schließlich endlich wieder eine vorsichtige Normalität einzustellen zu scheint, schlägt das Schicksal erneut mit voller Wucht zu …

Obwohl ich selbst noch nie in Australien war, fiel es mir durch die bildhafte Sprache leicht, mich schnell im Outback auszukennen. Mit einer Wortgewalt, die mich an den Seiten kleben ließ, entführt mich die Autorin in eine Geschichte, die eher ruhig und dennoch so kraftvoll ist, dass sie mich beim Lesen oft zum Nachdenken zwang. Ich bin begeistert von diesem Roman, der einen solch schwierigen Weg aufzeigt, dass es mir oft in der Seele wehtat. Das irgendwie versöhnliche Ende gab mir aber wieder neuen Mut und somit möchte ich von Herzen kommende fünf leuchtende Sterne vergeben. M. L. Stedman hat es geschafft, mir einen tiefen Blick in die Seele ihrer besonderen Charaktere zu gewähren. Von mir gibt es dafür ein uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Es ist bitterkalt im Nachkriegsberlin, in dem ein Mörder sein Unwesen treibt ...

Die weiße Nacht
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Aus heutiger Sicht fällt es oft schwer sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, der so viel Tod und Leid in die Leben zu vieler Menschen gebracht hat. Umso interessanter ...

Aus heutiger Sicht fällt es oft schwer sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, der so viel Tod und Leid in die Leben zu vieler Menschen gebracht hat. Umso interessanter war es für mich, mich von Anne Stern – die übrigens zu meinen Lieblingsautorinnen gehört – in diese Welt entführen zu lassen. So finde ich mich im zerstörten Berlin des Jahres 1946 wieder, in dem nicht nur der Hunger, sondern auch die klirrende Kälte vorherrschend ist. In eben dieser Kälte streicht die Fotografin Lou Faber um die Häuser, immer auf der Suche nach einem neuen Motiv. Diesmal stößt sie dabei auf eine Frauenleiche, die mit gefalteten Händen steifgefroren in den Ruinen liegt. Der eigenwillige Kommissar Alfred König, der immer noch unter den Auswirkungen des Krieges und den Nachwehen des NS-Regimes leidet, beginnt seine Ermittlungen. Bald schon taucht die nächste Leiche auf und ein gemeinsames Schema scheint sich heraus zu kristallisieren …

Anne Stern ist für ihren eindringlichen Schreibstil bekannt und dieser findet sich auch in diesem historischen Kriminalroman wieder. Atmosphärisch dicht und sehr bildhaft lässt sie ihre Leserschaft eintauchen in ein Berlin, das noch immer nazigeprägt ist und in dem jeder Tag auf Neue ein Kampf ums Überleben ist. Doch langsam, aber sicher weckt sie auch wieder Hoffnung und gibt einem beim Lesen stets den Eindruck, dass dieser tägliche Kampf nicht umsonst ist. Das ungleiche Ermittlerpaar bestehend aus Lou Faber und Alfred König ist mir schnell ans Herz gewachsen und so freue ich mich schon heute auf den nächsten Band. Aber erstmal möchte ich hier für Teil eins fünf sehr verdiente Sterne vergeben verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. „Die weiße Nacht“ hat mir eine äußerst spannende Reise in die Vergangenheit geschenkt, vielen lieben Dank dafür.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Es wird eiskalt im hohen Norden ...

Nordlicht - Das kalte Grab
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Die zuständigen Ermittler stoßen auf der dänischen Insel Als auf ein grausames Szenario: zwei Leichen, brutal ermordet, werden blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt in ihrem abgelegenen Haus ...

Die zuständigen Ermittler stoßen auf der dänischen Insel Als auf ein grausames Szenario: zwei Leichen, brutal ermordet, werden blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt in ihrem abgelegenen Haus gefunden. Es handelt sich um das deutsche Ehepaar Konrad Dahlmann und seine Frau, die, wie sich in den folgenden Ermittlungen immer mehr rauskristallisiert, nicht besonders beliebt waren an der jütländischen Küste. Was führte zu ihrer Ermordung, war es ein verunglückter Raubüberfall oder gab es ein anderes Motiv? Als eine weitere Leiche gefunden wird, ändert sich der Blickwinkel der ermittelnden Kommissare Boisen und Nyborg, denn die Morde scheinen mit Vorfällen im Eiswinter 1978/79 zusammenzuhängen. Eine spannende Mörderjagd beginnt …
Zum nun bereits sechsten Mal zieht das ungleiche Ermittlerduo bestehend aus Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg für mich als Leserin in den Kampf gegen das Verbrechen. Auch die persönliche Entwicklung der Beiden nimmt wieder ihren rechtmäßigen Platz in diesem kalten Thriller ein ohne je überbordend zu wirken. Ich liebte auch diesmal mal wieder den wie immer flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil der begabten Autorin Anette Hinrichs, der mich auch die fünf Vorgängerbände verschlingen ließ. Es war mal wie immer ein wenig wie heimkommen - mit dem spröden Ermittlerteam habe ich gerne ein wenig beim Lesen gefroren und gebibbert. Natürlich gibt es von mir mit fünf Sternen die absolute Bestnote verbunden mit einer vorbehaltlosen Leseempfehlung an alle Fans von solider Kriminalliteratur!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Eine brutale Mordserie erschüttert Norddeutschland und Dänemark ...

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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Die Mordopfer, die im deutsch-dänischen Grenzland auftauchen, haben eins gemeinsam … ihre Münder wurden mit Klebeband verschlossen und so bis über den Tod hinaus zum Schweigen verurteilt. Doch was verbindet ...

Die Mordopfer, die im deutsch-dänischen Grenzland auftauchen, haben eins gemeinsam … ihre Münder wurden mit Klebeband verschlossen und so bis über den Tod hinaus zum Schweigen verurteilt. Doch was verbindet sie sonst noch und wer steckt hinter dieser grausamen Mordserie?

Mit Hochdruck arbeitet die Sonderkommission, der auch Rasmus Nyborg und Vibeke Boisen angehören, an der Aufklärung der Fälle, nicht zuletzt aus Angst, dass es weitere Leichen geben wird. Doch der sonst so fokussierte Rasmus ist diesmal abgelenkt, denn ihn beschäftigt seine ganz private Hölle der Gefühle. Wird es ihm endlich gelingen, den Menschen zu stellen, der für den Tod seines geliebten Sohnes verantwortlich ist? Dass er sich hiermit selbst in große Gefahr begibt, ist ihm bewusst, doch die Wut und die Trauer scheinen ihn immun dagegen zu machen …

Ich habe die ganz Reihe rund um Vibeke und Rasmus gelesen und bin immer wieder begeistert, wie gut es Autorin Anette Hinrichs versteht, spannende Kriminalfälle mit viel Menschlichkeit zu verbinden. Ich liebe es, an der persönlichen Weiterentwicklung der immer wieder kehrenden Charaktere teilhaben zu dürfen und freue mich natürlich genauso bei der Aufklärung ihrer Fälle „mitarbeiten“ zu dürfen. Durch den ganzen Roman hindurch stellte ich selbst detektivische Vermutungen an, um dann am Ende doch überrascht zu werden. Ein gut gelungenes Ende, das Hoffnung auf einen weiteren Band der deutsch/dänischen Krimireihe macht, veranlasst mich hier natürlich bedenkenlos mit fünf Sternen die volle Punktzahl zu vergeben. Während ich bei solchen Serien immer empfehle, die Reihenfolge einzuhalten, kann ich mir hier jedoch auch vorstellen, als Quereinsteiger mitzulesen. Anette Hinrichs schafft es nämlich hervorragend, ihre Leserschaft abzuholen – Chapeau!

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Mal wieder ein spannender Fall für Kommissar Leo Wechsler ...

Die Geister von Beelitz
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Was wusste ich bis dato von den Beelitz-Heilstätten? Eigentlich kannte ich sie nur dem Namen nach und so freute es mich natürlich riesig, diese mit Kommissar Leo Wechsler erkunden zu dürfen. Während ich ...

Was wusste ich bis dato von den Beelitz-Heilstätten? Eigentlich kannte ich sie nur dem Namen nach und so freute es mich natürlich riesig, diese mit Kommissar Leo Wechsler erkunden zu dürfen. Während ich es mir zu Hause mit dem Roman „Die Geister von Beelitz“ auf der Couch gemütlich machen kann, beginnt für Leo eine nicht ungefährliche Exkursion in die Welt der Tuberkulosekranken, die dort wieder aufgepäppelt und arbeitsfähig gemacht werden sollen. Die Ansteckungsgefahr dort ist nicht zu unterschätzen und auch sonst geht es nicht ganz mit rechten Dingen zu. Der sympathische Kommissar will die Fälle der vermissten Männer aufklären, die nach einem Aufenthalt in den Heilstätten nie wieder zu Hause ankamen. Unter falschem Namen – lediglich ein Arzt ist eingeweiht – beginnt er seine Undercover Ermittlungen und begibt sich schnell selbst in große Gefahr. Seine Frau Clara ist nicht gerade begeistert von dieser riskanten Aktion und auch Töchterchen Marie macht sich bald mit klopfendem Herzen auf die Suche nach ihrem geliebten Papa …

Seit ich den mir inzwischen so vertrauten Leo Wechsler im Jahr 2012 – man glaubt es kaum – kennenlernen durfte, ist er mir immer mehr ans Herz gewachsen. Neben den spannenden Fällen, die er lösen darf, gefällt mir auch immer wieder die persönliche Entwicklung nicht nur rund um seine Person, sondern auch um die Familie und das Kollegium. Wieder einmal hat die sympathische Autorin Susanne Goga akribisch recherchiert und mir mit ihrem inzwischen zehnten Band dieser historischen Krimireihe eine aufregenden Reise in die Vergangenheit gewährt. Durch die bildhafte Schreibweise konnte ich mich vor lauter Kopfkino kaum erwehren und es war schwer, das Buch zur Seite zu legen. Susanne Goga versteht sich wirklich hervorragend darauf, die damalige Stimmung zwischen ihre Romanseiten zu packen. Ich empfehle diese Reihe uneingeschränkt und verteile gerne mit fünf Sternen mal wieder die Bestnote. Während jeder Fall in sich abgeschlossen ist, empfehle ich dennoch unbedingt die Reihenfolge einzuhalten, um eben auch mit der Entwicklung drumherum Schritt halten zu können. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern viel Spaß und spannende Unterhaltung und der Autorin viel, viel Erfolg mit den Geistern von Beelitz!

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