Was ist „normal“?
Sie wollen uns erzählenOzzy ist neun Jahre alt und anders als andere Kinder. Er hat ADHS und daher läuft es in der Schule nicht so glatt. Nun hat er einen Brief der Lehrerin für seine Mutter in der Tasche, denn es ist etwas ...
Ozzy ist neun Jahre alt und anders als andere Kinder. Er hat ADHS und daher läuft es in der Schule nicht so glatt. Nun hat er einen Brief der Lehrerin für seine Mutter in der Tasche, denn es ist etwas passiert. Oz hofft, das irgendetwas geschieht, das seine Mutter Ann ablenkt. Als er nach Hause kommt, ist wirklich etwas eingetroffen. Seine Oma Zilly ist weg.
Die Autorin Birgit Birnbach erzählt diese Geschichte sehr einfühlsam, aber auch so sprunghaft, wie sich Oz und seine Mutter verhalten. Das macht es authentisch, aber auch nicht ganz leicht beim Lesen. Man muss schon konzentriert bleiben.
Ann liebt ihren Sohn und kann sich in ihn einfühlen, da auch sie betroffen ist. Aber das macht es trotzdem nicht leicht für sie, zumal sie alleinerziehend ist. Sie bekommt das Leben der beiden nur schwer geregelt. Als Ann Kind war, wurden sie und ihre Schwester Nell in dem kleinen Dorf als sonderbar betrachtet. Immer wieder eckte Ann an, doch irgendwann hat sie ihren Weg gefunden, auch wenn sie immer noch mit ihren Problemen kämpft. Oft explodiert sie und Oz weiß damit nicht so recht umzugehen und nun muss er seiner Mutter von dem Schlimmen berichten, was in der Schule passiert.
Es ist schwer, wenn die Menschen auf das Anderssein mit Unverständnis reagieren und wenn das Leben immer wieder chaotisch verläuft. Ann versucht ihren Sohn zu schützen, doch sie ist auch total überfordert. Ich konnte gut mit den beiden mitfühlen.
Mit hat dieser einfühlsam erzählte Roman gut gefallen.