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Veröffentlicht am 26.03.2026

Shiny Happy People

Happy Head
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In Happy Head werden Jugendliche in ein geheimnisvolles Programm aufgenommen, das angeblich nur ein Ziel hat: sie glücklicher zu machen. In einer abgeschotteten Umgebung müssen sie verschiedene Aufgaben ...

In Happy Head werden Jugendliche in ein geheimnisvolles Programm aufgenommen, das angeblich nur ein Ziel hat: sie glücklicher zu machen. In einer abgeschotteten Umgebung müssen sie verschiedene Aufgaben erfüllen und Tests bestehen, die ihr Verhalten, ihre Gefühle und ihre Entscheidungen beeinflussen sollen. Doch während Sebastian versucht, sich anzupassen und alles richtig zu machen, wird immer klarer, dass hinter dem Projekt mehr steckt, als zunächst behauptet wird. Was als Programm zum „Glücklichsein“ beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem undurchsichtigen Machtspiel.

Die Grundidee – Menschen zusammen einzusperren und sie Aufgaben erfüllen zu lassen – ist an sich nicht neu. Trotzdem ist sie hier wirklich gut umgesetzt.

Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil. Er macht es sehr leicht, Sebastians innere Zerrissenheit nachzuvollziehen. Man spürt förmlich, wie er ständig zwischen zwei Gedanken schwankt: Einerseits will er alles richtig machen und dazugehören, andererseits merkt er immer stärker, dass hier irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmt. Das ist überzeugend geschrieben – auch wenn ich ihn zwischendurch am liebsten einmal kräftig geschüttelt und gefragt hätte, ob er eigentlich komplett blind ist. 🙃

Sehr gelungen fand ich auch, dass ein anderer Charakter, Finn, von Anfang an erkennt, dass etwas nicht stimmt. Diese Perspektive bringt eine spannende Dynamik in die Geschichte. Schade ist nur, dass die Handlung nie aus seiner Sicht erzählt wird – das hätte ich wirklich interessant gefunden.

Dafür hat mir die Entwicklung der Beziehung zwischen Seb und Finn sehr gefallen. Besonders schön ist zu sehen, wie Sebastian langsam beginnt, Finn zu vertrauen. Diese Entwicklung wirkt glaubwürdig und gibt der Geschichte zusätzlich emotionale Tiefe.

Zusätzlich verursacht das Buch beim Lesen regelmäßig Ohrwürmer 😂👍🏻

Ein paar kleine Kritikpunkte gibt es trotzdem: Zum einen hätte ich mir – wie erwähnt – gelegentliche Perspektivwechsel gewünscht. Das hätte der Geschichte noch mehr Spannung gegeben.

Zum anderen gibt es stellenweise ein leicht zähes Gefühl, weil sich ein bestimmtes Muster relativ häufig wiederholt: Sebastian zweifelt, vertraut wieder, zweifelt erneut, vertraut wieder… und so weiter.

Und dann wäre da noch das Ende. Es endet mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger. Einerseits sorgt das natürlich für Spannung – andererseits wusste ich vorher nicht, dass es sich um eine Dilogie handelt. Und ja, ich gebe es zu: Diese Art von Ende nervt mich ein bisschen. 😅

Ich persönlich bevorzuge einfach vernünftige, halbwegs abgeschlossene Enden. Wenn mir ein Buch wirklich gefallen hat, lese ich den nächsten Band sowieso – auch ohne dramatischen Cliffhanger.

Trotzdem bleibt Happy Head ein spannender Auftakt mit interessanten Figuren, einem sehr angenehmen Schreibstil und einer Atmosphäre, die einen immer wieder misstrauisch macht. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weitergeht

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Unterhaltsamer Märchenmix mit viel Spannung

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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"Deadly Ever After – Blut und Schnee" von T. S. Orgel hat eine wirklich interessante Grundidee: Es zeigt, was mit Märchenfiguren passiert, nachdem das klassische „Happy End“ vorbei ist. In dieser Welt ...

"Deadly Ever After – Blut und Schnee" von T. S. Orgel hat eine wirklich interessante Grundidee: Es zeigt, was mit Märchenfiguren passiert, nachdem das klassische „Happy End“ vorbei ist. In dieser Welt existieren viele bekannte Märchenfiguren gleichzeitig – und natürlich läuft nicht alles so idyllisch weiter.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Trotz der insgesamt recht düsteren Story schaffen es die Autoren immer wieder, kleine humorvolle Momente einzubauen, die einem zwischendurch ein Schmunzeln entlocken.

Der Plot ist spannend aufgebaut. Besonders gefallen hat mir, dass hier keine klassischen Helden unterwegs sind, sondern eher „normale“ Personen, die manchmal mehr schlecht als recht durch das Abenteuer stolpern.

Der Protagonist Tristan wirkt zu Beginn noch ziemlich naiv und teilweise auch etwas nutzlos. Zum Glück bekommt er Unterstützung von einer ziemlich toughen Begleiterin und einer Wölfin. Im Laufe der Geschichte findet er nicht nur weitere, bunt zusammengewürfelte Gefährten, sondern entwickelt sich auch deutlich weiter und wird zunehmend selbstständiger.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich:

Es tauchen sehr viele unterschiedliche Märchenbezüge auf. Die Idee dahinter ist zwar spannend, aber irgendwann habe ich ehrlich gesagt etwas den Überblick verloren. Dabei wurde mir auch klar, dass mein eigenes Märchenwissen offenbar etwas eingerostet ist.

Trotzdem ist es insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch mit einer originellen Idee und spannender Handlung. Das Lesen hat mir Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Gelungener Auftakt

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Mir war leider nicht bewusst, dass ich hier einen Reihenauftakt lese, ich habe daher lange auf etwas mehr Handlung gewartet und vielleicht erklärt das auch, warum ich am Ende mehr Fragen als Antworten ...

Mir war leider nicht bewusst, dass ich hier einen Reihenauftakt lese, ich habe daher lange auf etwas mehr Handlung gewartet und vielleicht erklärt das auch, warum ich am Ende mehr Fragen als Antworten hatte.

Nichtsdestotrotz: Nizzara ist eine starke, vielschichtige Protagonistin. Ihr innerer Konflikt zwischen Liebe und Hass gegenüber ihrem Vater ist gut dargestellt, ebenso ihr Widerstand trotz drohender Konsequenzen. Gleichzeitig ist sie stellenweise fast schon frustrierend selbstaufopfernd – nach allem, was ihr angetan wird, will sie immer noch alle beschützen.

Dagen mochte ich ebenfalls, nur konnte ich ihn nie wirklich als „böse“ wahrnehmen. Dafür ist er zu reflektiert und zu bemüht, den Menschen seines Königreichs zu helfen. Das Enemies-to-Lovers-Motiv fühlte sich deshalb für mich nicht ganz stimmig an.

Das Konzept mit den Geistern in den Vessels ist spannend und atmosphärisch. Bei den Glo-Steinen und den Dimensionen blieb für mich allerdings einiges unklar. Der Perspektivwechsel zwischen Nizzara und Dagen hat den Figuren dafür spürbar mehr Tiefe gegeben.

Anfang und Ende sind packend, der Mittelteil zieht sich etwas und wiederholt sich stellenweise – ein, zwei Kämpfe weniger hätten gereicht. Zudem ist die Geschichte teils recht brutal und blutig.

Fazit:

Starke Figuren und eine spannende Grundidee, aber mit leicht holprigem Tempo und nicht ganz rundem Worldbuilding. Irgendwie gut – nur nicht komplett überzeugend

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Düstere Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Ein Pakt aus Asche und Blut erzählt eine düstere Geschichte, die gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Besonders gefallen hat mir, wie sich die einzelnen Figuren und ihre Schicksale nach ...

Ein Pakt aus Asche und Blut erzählt eine düstere Geschichte, die gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Besonders gefallen hat mir, wie sich die einzelnen Figuren und ihre Schicksale nach und nach miteinander verknüpfen – dieser langsame Aufbau hat mich gut in die Atmosphäre des Romans hineingezogen.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, die Spannung bleibt über weite Strecken erhalten. Die Erzählung auf zwei Zeitebenen sorgt für Abwechslung, wobei mir der Handlungsstrang in der Vergangenheit etwas besser gefallen hat. Die Charaktere wirken überwiegend authentisch, ihre Entwicklungen sind nachvollziehbar, und auch die Auflösung, wer letztlich "der Böse" ist, fand ich überzeugend umgesetzt.

Ab etwa der Hälfte wurde die Handlung für meinen Geschmack allerdings etwas vorhersehbar, dadurch fehlte mir ein klarer Höhepunkt. Nicht ganz schlüssig war für mich außerdem, woher Friedrich plötzlich sein umfangreiches Wissen über Zauberei / Alchemie bezieht. Außerdem hätte ich gerne noch etwas darüber gelesen, wie es mit Helene weiter ging.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich Ein Pakt aus Asche und Blut gut unterhalten. Die düstere Stimmung, der leichte Gruselfaktor und die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart bleiben im Gedächtnis und machen das Buch lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Zwischen Alltagssorgen und leiser Hoffnung

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu ist ein ruhiges Wohlfühlbuch, das in mehreren Kurzgeschichten von Menschen erzählt, die mit alltäglichen Sorgen und Problemen zu kämpfen haben und dabei ...

Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu ist ein ruhiges Wohlfühlbuch, das in mehreren Kurzgeschichten von Menschen erzählt, die mit alltäglichen Sorgen und Problemen zu kämpfen haben und dabei auf einen geheimnisvollen Laden und seinen Fuchsgeist-Besitzer Kogetsu treffen.

Die einzelnen Kurzgeschichten greifen typische Probleme des Alltags auf – Unsicherheiten, zwischenmenschliche Missverständnisse und Gefühlschaos. Die darin enthaltenen Botschaften sind klar, deutlich und sicherlich auch bewusst belehrend formuliert. Gleichzeitig sind sie aber warmherzig verpackt und vermitteln Hoffnung, dass sich viele Schwierigkeiten durch Vertrauen, Ehrlichkeit und offene Kommunikation lösen lassen.

Besonders positiv hervorzuheben ist die letzte Geschichte, in der erklärt wird, warum der Fuchsgeist den Menschen hilft, die zu ihm finden. Diese Hintergrundgeschichte schafft eine schöne inhaltliche Verbindung zwischen den zuvor eher für sich stehenden Erzählungen.

Kleine Abzüge gibt es für die häufigen Wiederholungen: Der Laden und sein Besitzer Kogetsu werden in fast jeder Geschichte erneut und oft mit sehr ähnlichem Wortlaut beschrieben. Zudem wirkt der Schreibstil an manchen Stellen etwas hölzern, was vermutlich auf die Übersetzung zurückzuführen ist.


Fazit:

Ein emotionales, liebevoll gestaltetes Buch für zwischendurch, das mit klaren Botschaften und einer ruhigen Atmosphäre zum Nachdenken einlädt und sich besonders für kurze Leseauszeiten eignet.

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