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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

toller Plot, eher schwache Figuren

Bachelorette Party
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Vor zehn Jahren verbrachten vier junge Frauen ein Wochenende auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel. Und kehrten nie zurück. Heute verbringt ebenfalls eine Gruppe junger Frauen an eben jenem Ort ...

Vor zehn Jahren verbrachten vier junge Frauen ein Wochenende auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel. Und kehrten nie zurück. Heute verbringt ebenfalls eine Gruppe junger Frauen an eben jenem Ort ein Wochenende im Rahmen eines Junggesellinnenabschieds. Heute steht auf der Insel ein Luxusresort, das demnächst eröffnet werden soll. Die Gruppe darf exklusiv als erste Gäste dort logieren. Aber es wird kein entspanntes Wochenende, sondern die schrecklichen Ereignisse scheinen sich zu wiederholen.
Der Leser wird schon auf der ersten Seite in die Morde von Damals hinein katapultiert und gleich Anfang gefesselt. Im Anschluss geht es im Heute mit dem JGA weiter. Immer wieder werden Passagen aus der Zeit ein paar Tage vor den Morden von vor zehn Jahren eingefügt. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen hat mir sehr gut gefallen, wobei ich das „Damals“ etwas mehr mochte als das „Heute“. Nach und nach tauchen immer mehr Fragen und rätselhafte Details auf, immer überschattet von der Frage: Wem kann man eigentlich vertrauen? Manche Passagen sind so spannend, dass ich regelrecht durch das Buch geflogen bin und die Seiten nur überflogen habe. Andere Passagen jedoch sind ein klein wenig zäh. Da wird mir zu viel erzählt, wie welche Frau aussieht. Das konnte ich mir sowieso nicht merken.
Die heutige Geschichte wird aus den Perspektiven der ehemaligen Podcasterin Tessa erzählt, deren Leben gerade dabei ist den Bach runter zu gehen und die ein dunkles Geheimnis umgibt. Mit dabei sind außerdem ihre Schwester Lena, die zukünftige Braut Anneliese, die Trauzeugin Mikaela, Caroline und Natalie als einzige, die den sogenannten Freundeskreis nicht von früher kennt. Ebenfalls mit auf dem Resort sind Irene, Hotelchefin und Gastgeberin, sowie der undurchsichtige Koch Adam. Ich schreibe der „sogenannte“ Freundeskreis, weil die Atmosphäre zwischen den Frauen nicht wirklich freundschaftlich ist. Vielmehr wirkt die Stimmung unterschwellig aggressiv. Absolut unsympathisch war mir Mikaela mit ihrem hohen Geltungsdrang. Auch Tessa ist nicht gerade eine Protagonistin, die man ins Herz schließt. Die anderen wirken alle relativ ähnlich, stechen für mich aber nicht aus der Masse heraus, was es für mich etwas schwer gemacht hat immer im Kopf zu behalten, wer wer ist und welche Details zu welcher Frau gehören.
Und dann sind da ja auch noch die Frauen von „Damals“. Hier wird die Geschichte aus Matildas Sicht erzählt, die ich von allen am liebsten mochte. Sie ist sympathisch und da aus ihrer Perspektive erzählt wird, konnte ich mich ganz gut in sie hinein versetzen. Tiefgehende Charakterzüge konnte ich bei ihr allerdings auch nicht erkennen, ebenso wenig wie bei ihren drei Freundinnen.
Zunächst scheint es keine Verbindung zwischen den beiden Gruppen zu geben. Nach und nach wird jedoch klar, dass es bei mehr als einer der Frauen von heute einen Zusammenhang zu denen von damals gibt.
Das Setting einer einsamen Insel mit Luxusresort ist jetzt nichts Neues, funktioniert aber gut. Vom Luxus habe ich wenig mitgekriegt. Auch dass die Story auf einer schwedischen Schärensinsel spielt, kommt nicht deutlich zur Geltung. Es hätte jede x-beliebige einsame Insel sein können. Gestört hat mich dieser Umstand jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

eine verfluchte Insel?

Das Retreat
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Cover: Das Cover ziert das titelgebende Retreat auf der einsam gelegenen Insel vor dunklem Himmel. Das sieht recht schön aus. Doch das wirklich unfassbar Schöne ist der besondere Farbschnitt.
Inhalt: ...

Cover: Das Cover ziert das titelgebende Retreat auf der einsam gelegenen Insel vor dunklem Himmel. Das sieht recht schön aus. Doch das wirklich unfassbar Schöne ist der besondere Farbschnitt.
Inhalt: Schon zweimal in ihrer Geschichte wurde die Insel von Verbrechen heimgesucht. Und es soll nicht das letzte Mal bleiben. Hana will mit ihrer Familie eine kleine Auszeit in dem Retreat verbringen. Doch dann gibt es eine Leiche. Und der Mörder ist mitten unter ihnen.
Meine Meinung: Das Buch ist das zweite aus der Reihe um die Kommissarin Elin Warner. Der erste Fall wird immer wieder mal erwähnt. Allerdings kann man „Das Retreat“ problemlos lesen ohne den Vorgängerband zu kennen. Vielmehr machen die Anspielungen Lust darauf den ersten Thriller auch zu lesen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Hana und Elin erzählt. Hierbei erfährt der Leser sowohl einiges über die Sorgen und Nöte, mit denen die Kommissarin zu kämpfen hat, als auch über Hanas Vergangenheit und der Beziehung zu ihrer Familie. Am Anfang wird für meinen Geschmack allerdings etwas viel über die Gedanken und Gefühle der beiden erzählt. Es passiert nicht wirklich viel. Bei Seite hundert gibt es dann die erste überraschende Wendung. Für meinen Geschmack hätte das gern etwas früher sein können. Ab da nimmt der Thriller an Fahrt auf und es folgen noch einige weitere Twists.
Ich liebe es immer an Stories, wenn sie eine Verbindung zur Vergangenheit haben. Und das ist hier gleich in zweifacher Form gegeben. Denn schon zweimal in der Vergangenheit fanden hier mysteriöse Ereignisse statt. Hängen diese zusammen? Wurde der wahre Mörder damals wirklich verhaftet? Oder er ist er nach wie vor auf freiem Fuß und mordet jetzt wieder? Wie Elin die damaligen Ereignisse nach und nach aufdeckt und die Verbindung zu den heutigen Taten herstellt hat mich gefesselt. Der Zusammenhang zwischen den damaligen und heutigen Taten ist von der Autorin einleuchtend gewählt. Allerdings konnte ich Elins zwar durchaus zielführende Gedankengänge nicht immer nachvollziehen. Mehr als einmal dachte ich „Was für ein Zufall, dass die Kommissarin so um die Ecke denkt und somit der Lösung näher kommt.“ Das wirkt mitunter schon arg konstruiert auf mich.
Das Setting auf der einsam gelegenen Insel ist zwar nicht Neues, aber immer wieder spannend. Die zum Teil ungewöhnlichen Ermittlungsorte sorgen für das richtige Maß an Abenteuer und Abwechslung.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Eine Frau sucht ihren Mörder

Noch fünf Tage
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Titel und Cover: Titel und Cover passen auf jeden Fall gut zu der Geschichte. Das Cover mit dem chicen Haus inmitten der Schweizer Berge liefert außerdem schon mal einen Vorgeschmack auf das Setting der ...

Titel und Cover: Titel und Cover passen auf jeden Fall gut zu der Geschichte. Das Cover mit dem chicen Haus inmitten der Schweizer Berge liefert außerdem schon mal einen Vorgeschmack auf das Setting der Schönen und Reichen.
Inhalt: Die Spitzenköchin Lis Castorp arbeitet für die superreiche Familie Harman. In der Silvesternacht stirbt die ganze Famile, vergiftet von dem Essen das Lis zubereitete. Auch Lis hat etwas von dem Gift in sich, allerdings weniger. So hat sie noch fünf Tage zu leben. Tage, die sie nutzt um herauszufinden, wer der Mörder ist und um für die Zukunft ihrer zwölfjährigen Tochter Cosima zu sorgen.
Meine Meinung: Der Thriller ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Er ist ein gutes Stück anders als die meisten anderen. Der Erzählstrang wechselt zwischen Lis´ jetziger Situation im Krankenhaus und Szenen aus der Vergangenheit. Die Krankenhausszenen sind zwar gut und emotional geschrieben, aber ich mochte sie nicht so sehr. Lis bleibt trotz ihres bevorstehenden Todes eine starke Persönlichkeit, die vor allem eines will: Ihre Tochter auch in Zukunft in Sicherheit zu wissen. Das ist absolut nachvollziehbar. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Alles in allem war mir das Thema Tod hier jedoch zu präsent. Natürlich ist das bei jedem Krimi so, aber für gewöhnlich identifiziert der Leser sich nicht mit dem zukünftigen Mordopfer. Die Kapitel aus der Vergangenheit haben mir viel besser gefallen. Hier geht die Autorin nach einem klaren Schema vor: Lis handelt ein Familienmitglied nach dem anderen ab und überlegt, wer der Harmans das eigentliche Ziel des Mords gewesen sein könnte. Tatsächlich liefert sie für jeden Harman einen möglichen Mörder nebst Motiv. Am Ende kommt es wie ich es gern mag zu einer überraschenden Wendung.
Das Setting in der Welt der Superreichen bringt sein ganz eigenens Flair mit. Es werden auch immer wieder köstliche Gerichte erwähnt, die die Spitzenköchin zubereitet. Dabei ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

absolut köstlicher Schreibstil

39 Grad Mord
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Titel und Cover: Sowohl der Titel „Neundundreißig Grad Mord“ als auch das wunderschöne Cover mit einer sizilianischen Landschaft im Sonnenuntergang versprechen eine spannende Urlaubslektüre.
Inhalt: Die ...

Titel und Cover: Sowohl der Titel „Neundundreißig Grad Mord“ als auch das wunderschöne Cover mit einer sizilianischen Landschaft im Sonnenuntergang versprechen eine spannende Urlaubslektüre.
Inhalt: Die dänische Schriftstellerin Hannah wird von ihrem Lektor in einer chicen Villa auf Sizilien einquartiert um endlich den versprochenen Krimi zu schreiben. Doch der Plan geht nicht auf. Anstatt sich auf das Schreiben zu konzentrieren, stolpert Hannah bereits an ihrem zweiten Tag über die Leiche einer Frau, die sie tags zuvor kennenlernte.
Meine Meinung: Es wird durchgängig aus der Sicht von Hannah erzählt. Der Schreibstil ist angenehm. Hannahs ironische, fast schon sarkastische Denkweise über ihre Mitmenschen ist herrlich erfrischend und verleiht dem Buch etwas Einzigartiges. Ständig betitelt sie die Personen in ihrem Umfeld mit neuen, leicht abfälligen Wortschöpfungen. Da gibt es beispielsweise die „Fingernagelfrau“ oder die „Kinderpolizistin“. Während der gesamten Lektüre musste ich eigentlich ständig schmunzeln.
Vor allem zu Anfang des Buches wird das Setting auf Sizilien besonders herausgearbeitet und es wird eine super Atmosphäre geschaffen. Auch Island und Kopenhagen spielen eine Rolle. Ich war an beiden Orten schon und fühlte mich direkt dorthin zurück katapultiert. Die Orte werden nicht einfach nur genannt, sondern anschaulich beschrieben ohne dass es zu viel Raum einnimmt.
Die Story an sich ist grundsolide. Gegen Ende gibt es immer mal wieder ein paar rasante Szenen, die mich richtig gefesselt haben. Ich liebe es bei einem Krimi mitzurätseln. In diesem sind mir dafür zu wenige Fragen, die man als Leser beantwortet haben möchte und die einen zum Weiterlesen animieren. Insgesamt fehlt es mir vor allem im Mittelteil etwas an Spannung. Das hat die witzige Schreibweise dann aber immer wettgemacht.
Mein Fazit: Ein unterhaltsamer, witziger Krimi ohne all zuviel kriminellen Tiefgang

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Verbindung zum Cold Case

Todesflut
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Titel und Cover
Der Titel klingt auf jeden Fall spannend, macht Lust auf das Buch. Er weckt einen Hauch von Sehnsucht nach dem Meer. Ob er jetzt hundertprozentig passt ist, darüber lässt sich sicher unterschiedlicher ...

Titel und Cover
Der Titel klingt auf jeden Fall spannend, macht Lust auf das Buch. Er weckt einen Hauch von Sehnsucht nach dem Meer. Ob er jetzt hundertprozentig passt ist, darüber lässt sich sicher unterschiedlicher Meinung sein. Denn bis auf die Tatsache, dass die Morde in Städten in Küstennähe geschehen, hat die Handlung nichts mit dem Meer oder gar der Flut zu tun. Ich vermute, dass sich ein Krimi mit Assoziation zum Meer schlicht besser verkauft. Aber schaden tut der Titel schließlich auch nicht. Dasselbe gilt für das Cover, das die wilde Brandung und ein Boot am Ufer zeigt. Es ist wunderschön, weckt bei mir die Lust auf Urlaub, hat aber nicht viel mit der Story zu tun.
Inhalt
Privatdetektivin Emma Klar bekommt den Auftrag nach der aus der JVA entflohenen Karina Pohl zu suchen. Karina soll ihren Ex-Freund getötet haben. Emma findet eine Verbindung zu einem Cold Case: Karinas Freundin wurde vor Jahren ermordet aufgefunden. Doch damit nicht genug. Nach und nach kommt Emma eine Reihe von Verbrechen an obdachlosen Frauen auf die Spur.
Meine Meinung:
Bei dem Krimi handelt es sich um den zehnten Band einer Reihe. Die Anzahl der ermittelnden Personen ist vielleicht ein bisschen hoch. In zehn Bänden bildet sich natürlich mit der Zeit ein Ermittler- Netzwerk, das zu überschauen für den Neu-Leser mitunter etwas unübersichtlich sein kann. Dennoch bin ich auch ohne die anderen Bände zu kennen zügig ins Buch hineingekommen. Emma ist eine sympathische Ermittlerin, mit der ich mich schnell identifizieren konnte.
Ich mag Krimis, die einen Bezug zur Vergangenheit haben. Mit dem Mord an Karinas Freundin ist dies hier gegeben. Gemeinsam mit Emma lässt die Autorin den Leser nach und nach die Zusammenhänge herausarbeiten. Überraschende Wendungen und einen Täter, mit dem man nicht rechnet sind für mich wichtig bei einem Krimi. Beides ist hier ebenfalls gegeben.
Durch den roten Faden und dass der Leser gut mit raten kann, ist auf jeden Fall viel Spannung gegeben. Allerdings wird diese meiner Meinung nach mitunter durch Längen wie ausführliches Beschreiben der Ermittlerarbeit geschmälert. Auch das Beschreiben der Gedanken der Ermittler ist einerseits echt lustig, da dies mit einem Augenzwinkern geschieht und ich Emmas humorvolle Gedankengänge mochte. Andererseits wurde es mir manchmal auch etwas zu viel. Die ständigen Anspielungen auf Corona hätte ich ebenfalls nicht gebraucht.
Der Bezug zum Obdachlosenmilieu und speziell zu obdachlosen Frauen ist zweifellos ein heftiges Thema. Was in der Story geschieht stimmt nachdenklich, eben weil ich mir gut vorstellen kann, dass das zum Teil in der Realität ebenso passieren könnte oder vielleicht auch passiert. Wer vermisst schon obdachlose Frauen? Dann sind sie eben weiter gezogen. Traurig.
Mein Fazit
Ein sauber konstruierter Krimi mit einem interessanten Setting, aber auch mit einigen Längen.

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