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Veröffentlicht am 03.04.2026

Hase und Elefant auf der magischen Suche nach ihren besten Freunden

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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Inhaltsangabe Verlag:
Wo ist Hokus van Pokus?
Herwig, ein Hase, der jahrelang vom Zauberer Hokus van Pokus in den Hut hinein- und wieder herausgezaubert wurde, findet sich eines Tages alleine wieder. Der ...

Inhaltsangabe Verlag:
Wo ist Hokus van Pokus?
Herwig, ein Hase, der jahrelang vom Zauberer Hokus van Pokus in den Hut hinein- und wieder herausgezaubert wurde, findet sich eines Tages alleine wieder. Der wichtigste Mensch in seinem Leben hat ihm eine magische Brille (damit können Tiere lesen), einen Zauberstab, seinen Hut und einen Brief hinterlassen. Natürlich macht sich Herwig auf die Suche nach Hokus und trifft dabei auf Elsie, die Elefantendame. Elsie sucht ebenfalls ihren besten Freund, der wurde nämlich an einen anderen Zoo abgegeben. Die beiden beschließen, erst einmal aus der Not heraus, gemeinsame Sache zu machen und finden auf ihrem Weg viele Abenteuer und eine tiefe Freundschaft …

Meine Inhaltsangabe:
Hase Herwig ist ein kleiner Hasenfuß und fühlt sich eigentlich nur daheim, bei seinem besten Freund dem Zauberer Hokus van Pokus wohl und sicher. Doch der ist plötzlich weg und hinterlässt seine Zauberbrille, mit der Tiere lesen können, sein Zauberbuch, seinen Zauberhut und seinen Zauberstab. Herwig ist verzweifelt und möchte seinen besten Freund wieder herbeizaubern. Sollte doch mit Brille, Buch und Stab zu schaffen sein, oder? Doch statt Hokus erscheint nach dem Aufsagen des Zauberspruchs ein riesengroßer Elefant, pardon, eine Elefantin im Zimmer: Elsie. Auch sie vermisst ihren besten Freund, Elefant Emil. Und so tun sich der ängstliche und unsichere Herwig mit der mutigen, forschen Elsie zusammen, um ihre jeweiligen besten Freunde zu finden. Ihr gemeinsames Abenteuer beginnt und damit gleichzeitig eine tiefe Freundschaft.

Erster Satz: »Eines Tages erwachte Herwig, und alles war anders.«

Mein Eindruck:
Als ich gehört habe, dass Ute Krause ein neues Buch geschrieben hat war klar: muss ich haben! Ich liebe ihre Muskeltiere-Reihe nämlich über alles. Und so ist das auch mit Herwig & Elsie. Was für eine zauberhafte Geschichte! Wie immer bei der Autorin mit wichtigen Botschaften verbunden, hier nun geht es um Freundschaft, Selbstvertrauen, Akzeptanz, aber auch Trauer ist ein Thema. All das wird mit so viel Humor und Liebenswürdigkeit verpackt, dass einem das Herz aufgeht. Die unglaublich süßen Illustrationen, von denen es eine ganze Menge gibt (nämlich auf jeder Doppelseite mindestens eine, mal groß, mal klein, aber immer bunt und so herzallerliebst und ausdrucksstark) lassen mich das Abenteuer noch intensiver erleben. Allein Herwigs Gesichtsausdrücke, so passend zum Geschriebenen, dass ich jedes Mal kichern muss. In Herwig und Elsie habe ich mich von der ersten Begegnung an schockverliebt! Eine Geschichte so liebenswert, voller Herz, Witz und einem bisschen Magie. Kindgerecht, perfekt zum Vorlesen, gemeinsam Lesen oder auch für Erstleser und bis ins hohe Alter. Einfach für jeden. Große Klasse und eine von Herzen kommende Empfehlung von mir. Was für ein zuckersüßes, wunderbares Herzens-Buch! 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Excel, Bofrost, Marathon – Familie ist, wenn man trotzdem lacht

Pleiten, Pech und Papa
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Inhaltsangabe Verlag:
Achtung, Papa im Anmarsch: von Tiefkühlkost, Jogginghosen und zweiten Chancen
Was tun, wenn der 83-jährige Vater bei einem einzieht – mitsamt seinen Excel-Dateien, Bofrost-Katalogen ...

Inhaltsangabe Verlag:
Achtung, Papa im Anmarsch: von Tiefkühlkost, Jogginghosen und zweiten Chancen
Was tun, wenn der 83-jährige Vater bei einem einzieht – mitsamt seinen Excel-Dateien, Bofrost-Katalogen und jeder Menge skurriler Angewohnheiten? Genau das fragt sich Apothekerin Carmen, als ihr Vater Heinz nach einer Hochwasserkatastrophe bei ihr und ihrem Partner Frank vor der Tür steht. Prompt wirbelt Heinz ihren Alltag durcheinander und findet per Zufall seine erste Liebe wieder. Hilde, ihr Zwergpudel Sherry und Heinz vertreiben nicht nur Frank, sie haben auch ganz genaue Pläne für die Zukunft. Während Heinz sich für einen Marathon anmeldet, versucht Carmen herauszufinden, was sie eigentlich vom Leben will. Bis ein Klassentreffen ungeahnte Überraschungen bringt, auch in Sachen Liebe …

Meine Inhaltsangabe:
Heinz, 83, muss kurzfristig raus aus seinem Haus, dass vom Hochwasser im Ahrtal betroffen ist. Während die jüngste Tochter Paloma sich um das Trockenlegen des Hauses kümmert, zieht Heinz bei seiner ältesten Tochter Carmen und deren Lebensgefährte Frank ein. Und mit ihm seine vielen Excel-Listen, diverse BoFrost-Tiefkühlgerichte, Medikamente und die eine oder andere nervige Angewohnheit. Als dann auch noch Heinz erste Jugendliebe Hilde samt Zwergpudeldame Sherry auf der Matte steht, ist das Chaos perfekt. Während Carmen, befeuert durch Wechseljahresbeschwerden, in einer Sinnkriese steckt und ihr Leben hinterfragt, heckt Heinz einen Plan aus, mit dem er die finanziell sehr desolate Situation rund um sein Haus lösen möchte und in dem Kochvideos und ein Halbmarathon eine Rolle spielen.

Erster Satz: »Jetzt saufe ich ab!«

Mein Eindruck:
Mir gefällt ja schon das farbenfrohe Cover sehr gut und auch die Tatsache, dass es wirklich perfekt zu diesem humorvollen Familienroman passt. Ich musste so oft lachen, schmunzeln und mit dem Kopf nicken, weil mich die beschriebenen Szenen und Verhaltensweisen doch arg an mein eigenes Leben denken ließen (meine Eltern, 84 und 87, leben bei uns im Haus). Wie Heinz (und Hilde mit Sherry) so nach und nach das Leben von Carmen entern, es auf links drehen und komplett auf den Kopf stellen ist mit so viel Witz, aber auch Liebe geschrieben, dass ich einfach nur so durch die Seiten geflogen bin. Das ist nicht einfach nur Klamauk, sondern es steckt auch viel Tiefsinn dahinter. Eine Ode an die Familie, die man sich nun mal nicht aussuchen kann, mit der einen aber bei allem Chaos immer dieses ganz spezielle Band verbindet. Mir gefällt auch, wie Carmen sich selbst, ihr Leben hinterfragt, privat und beruflich und sich selbst die Frage stellt, was sie selbst eigentlich will und braucht, um glücklich zu sein. Richtig gut geschrieben, sehr kurzweilig und unterhaltsam und mit dem einen oder anderen Wiedererkennungs-Moment. Liebenswerte Figuren, herrlich komische Szenen, bildhaftes Setting. 5/5 Sterne und eine Empfehlung an alle, die humorvolle Familienromane mögen.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Traurig, schön, bittersüß, humorvoll, berührend und wunderbar illustriert

Ein Hund namens Katze
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Inhaltsangabe Verlag:
Ein Hund namens Katze erzählt die Geschichte eines kleinen Welpen, der von seiner Mutter Katze genannt wurde, denn Katzen sind unabhängig und selbstständig. Doch der Hund namens Katze ...

Inhaltsangabe Verlag:
Ein Hund namens Katze erzählt die Geschichte eines kleinen Welpen, der von seiner Mutter Katze genannt wurde, denn Katzen sind unabhängig und selbstständig. Doch der Hund namens Katze fühlt sich nicht unabhängig, sondern einfach nur einsam – bis er einem Mann namens Marder begegnet.

Dieses moderne finnische Märchen ist zugleich zart und stark, poetisch und ehrlich. Das erste Buch der fünfbändigen Reihe zeigt das Leben in all seinen Facetten – bittersüß und voller Humor. Es erzählt von großen Themen wie Identität, Mut und Freundschaft auf eine Weise, die Kinder wie Erwachsene mitten ins Herz trifft.

Meine Inhaltsangabe:
Ein kleiner Hund überlebt als einziger in seinem Wurf und erhält von seiner Mama den Namen Katze. Denn Katzen sind unabhängig und das wünscht sie sich für ihren Sohn, weil der nun allein durchs Leben gehen muss. Sie gibt ihm auch noch auf den Weg, niemandem zu trauen. Aber Katze fühlt sich gar nicht unabhängig, sondern einsam. Und wenn er keinem trauen darf, wird das wohl auch so bleiben. Eines Tages gelangt er in die große Stadt, doch auch dort bleibt er einsam, die anderen (Rasse-)Hunde schimpfen ihn einen räudigen Köter. Doch dann trifft er auf den alten Mann Marder. Der lebt auf der Straße, ist schmutzig und stinkt und trinkt. Dennoch fühlt Katze sich zu ihm hingezogen. Und Marder zeigt Katze was es heißt, anderen zu trauen.

Erster Satz: »Ich heiße Katze, aber ich bin ein Hund.«

Mein Eindruck:
Mein Mann hat die ersten ein, zwei Seiten gelesen und meinte dann, das wäre viel zu traurig, er könne das jetzt nicht lesen. Und ja, ich kann ihn verstehen. Das ist kein kunterbuntes, fröhliches Kinderbuch, sondern ein modernes, finnisches Märchen, teils poetisch, teils lustig, dann wieder tieftraurig und nachdenklich machend. Dennoch lohnt es sich, dranzubleiben und das Buch zu lesen. Denn es geht um nichts weniger als um Vertrauen, Akzeptanz, Toleranz, um das Ablegen von Vorurteilen, das Finden der eigenen Identität, um Selbstbewusstsein, Freundschaft, Glück und Liebe. Nicht mehr, nicht weniger. Ganz schön viel für ein Kinderbuch und ich bin auch nicht wirklich bei der Altersempfehlung des Verlags. Letztlich müssen Eltern aber natürlich selber wissen, ab wann sie ihrem Kind das Buch zum Lesen geben möchten. Auf jeden Fall sollte es danach bzw. währenddessen aber thematisiert, besprochen werden. Es einem Kind hinzulegen und fertig ist hier der absolut falsche Weg. Lässt man sich darauf ein, bekommt man ein wichtiges Buch mit wunderbaren Werten, das zum Denken anregt und den Horizont erweitert. Das Leben ist nunmal nicht immer rosarot und schön, sondern hat auch seine dunkleren Seiten. Was du daraus machst, ist das Entscheidende. Ich mag den Schreibstil, der zwischen Poesie und Humor wunderbar ausbalanciert ist und die Illustrationen sind der Knaller! Da gibt es so viel zu entdecken. Für mich ein kleiner Schatz und einfach nur schön! 5/5 Sterne. Ich hoffe, dass die anderen vier Bücher dieser Reihe auch veröffentlicht werden.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Was für ein Buch! Geht direkt ins Herz und wirkt lange nach

Frankie – Unter Menschen
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Inhaltsangabe Verlag:
»Plötzlich war ich wahnsinnig froh, wie die Sterne da am Himmel hingen. So wie immer nämlich, da hatte sich nix geändert. Und ich dachte, so `n Stern hat’s wirklich gut, der weiß ...

Inhaltsangabe Verlag:
»Plötzlich war ich wahnsinnig froh, wie die Sterne da am Himmel hingen. So wie immer nämlich, da hatte sich nix geändert. Und ich dachte, so `n Stern hat’s wirklich gut, der weiß einfach, wo er hingehört.«

Im Grunde hat Frankie alles, was ein Kater braucht: Riesen-Fernseher, Riesen-Bett, Futter mit viel Soße. Nur sein Menschenfreund Gold fehlt ihm, der seit Monaten in der Klapse sitzt. Eines Tages gerät Frankie nach einem nächtlichen Streifzug in ein Müllauto, das mit ihm davonfährt. Weit weg von seinem Zuhause. Von allem, was er kennt.

Verzweifelt sucht Frankie nach einem Weg zurück. Dabei trifft er auf ein Mädchen, die rätselhafte Shattab. Sie ist allein, schmutzig und abgehauen aus der »Kanakensammelstelle«, wie sie sagt. Und so beginnt ein großes Abenteuer und die Reise durch ein Land, in dem beide Fremde sind.

Zusammen begegnen sie den unterschiedlichsten Gestalten, Menschen wie Tieren. Einer alten Frau, die vielleicht mal die Fotografin von John Lennon war, zwei belesenen Aaskrähen, brutalen Jugendlichen ohne Herz. Frankie und Shattab rauben moralisch eine Tankstelle aus, sie fliehen auf eine Hühnermastfarm, sie treiben auf einem Fluss Richtung »Arsch der Welt«. Und die ganze Zeit über ist ein Sheriff auf der Jagd nach dem Mädchen.

Die unvergessliche Geschichte einer zarten Freundschaft. Ein mitreißender Roman darüber, was es bedeutet, sein Zuhause zu verlieren. Witzig, klug und zutiefst bewegend.

Meine Inhaltsangabe:
Frankie vermisst seinen Menschen Gold, der in der »Klapse« sitzt sehr. Da hilft auch das weiche Bett, der große Fernseher und das Futter mit viel Soße nichts, weil allein ist das halt alles irgendwie nichts. Und so verlässt Frankie das Haus, um ein bisschen in seiner alten Badewanne ganz oben auf dem Müllberg zu schlafen. Durch ein paar dumme Fehler gerät er in ein Müllauto und wird irgendwo weit weg von daheim daraus befreit. Stinkend, geschwächt und traurig macht Frankie sich auf den Weg nach Hause, wenn er doch nur wüsste, wo genau das ist. Aus einer brenzligen Situation mit brutalen Jugendlichen wird er von dem fremdartigen Mädchen Shattab gerettet. Sie ist irgendwie wie er: heimatlos und auf der Suche. Also tun sie sich zusammen. Auf ihrem Weg nach Hause (Frankie) bzw. auf der Flucht (Shattab) erfahren beide gleichermaßen viel Ablehnung, aber auch Akzeptanz und Freundlichkeit. Und Frankie verliert sein Herz immer mehr an dieses seltsame Mädchen.

Erster Satz: »Ihr habt wahrscheinlich noch nichts von mir gehört, also stelle ich mich kurz vor.«

Mein Eindruck:
Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe, dass es von Frankie eine Fortsetzung gibt. Denn Band 1 war für mich ein absolutes Highlight und ein ganz außergewöhnliches Buch. Tja, und was soll ich sagen? Band 2 ist wieder ganz genauso! Wieder erzählt von Frankie selbst, der ganz unbedarft durchs Leben latscht und die Welt durch seine Kateraugen sieht, vieles nicht versteht und dabei dennoch unglaublich klug und weise ist. Was er wieder an merkenswerten Dingen raushaut, das Leben und die Menschen erklärt und ihnen einen Spiegel vorhält kann ich nur als absolut grandios beschreiben. Das geht direkt ins Herz und ich musste neben all dem vielen Lachen auch oft einen Kloß runterschlucken, schmunzeln, seufzen. Das ist so eine Geschichte, bei der man gar nicht unberührt sein kann. Schon allein die eher flapsige Ausdrucksweise von Frankie, seine Unschuld, die tief berührt und sein kleines großes Herz, das voller Gefühle ist. Für seinen Menschen, seine tierischen Freunde, für Shattab und irgendwie für das Leben an sich. Ein Buch über Verlust, Trauer, Hoffnung, Liebe, Mitgefühl, Vorurteile. Zum Brüllen komisch, zutiefst traurig, unglaublich berührend und so warmherzig. Ich LIEBS! SO SEHR! 5/5 + Highlight-Sternchen.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Nachschlagewerk für Wissensdurstige

Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?
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Inhaltsangabe Verlag:
Ein Lexikon der Redensarten für alle, die mehr als „Bahnhof verstehen“ wollen
Wir nehmen andere „auf den Arm“ oder führen sie „an der Nase herum“: Redewendungen durchziehen täglich ...

Inhaltsangabe Verlag:
Ein Lexikon der Redensarten für alle, die mehr als „Bahnhof verstehen“ wollen
Wir nehmen andere „auf den Arm“ oder führen sie „an der Nase herum“: Redewendungen durchziehen täglich unsere Sprache. Wir haben sie ganz selbstverständlich im Gebrauch – doch ist uns auch bewusst, woher sie kommen und welche Bedeutung damit verbunden ist? Den meisten unter uns ist wohl die Herkunft dieser idiomatischen Ausdrücke eher unbekannt.
Der Autor und „Redensartenpapst“ Rolf-Bernhard Essig hat für die Neuauflage dieses Duden-Wörterbuchs die Ursprünge bekannter Redewendungen untersucht und ihre Bedeutung verständlich erklärt.
- Redensarten und ihre Bedeutung: Anschauliche Einblicke in ihre Entstehung
- Über 700 Sprichwörter und Redewendungen von A bis Z: sprachliche Ursprünge aus der Bibel, dem Handwerk, dem Militär, der Antike und dem Mittelalter
- Faktencheck – woher kommt der Spruch? Was ist sprachwissenschaftlich belegt – und wo beginnt die schöne Erfindung?
- Für mehr Sprachbewusstsein im Alltag: berühmte Redewendungen unter die Lupe genommen
- Sprichwörter unterhaltsam erklärt: verständlich und fundiert aufgebautes Redensarten-Buch für Sprachinteressierte, Lehrkräfte und Neugierige

Auf den Grund gegangen: bildhafte Redewendungen und ihre Bedeutung
Manche Sätze sollten wir nicht zu wörtlich nehmen. Denn wem „ein Bär aufgebunden wird“, muss nicht befürchten, Meister Petz mit sich herumtragen zu müssen, sondern sollte den Wahrheitsgehalt des Gehörten gründlich überprüfen. Doch warum nutzen wir diese metaphorischen Ausdrücke? Rolf-Bernhard Essig hat recherchiert, woher unsere Sprichwörter kommen, und fasst in diesem kurzweiligen Sachbuch zur deutschen Sprache die Hintergründe zu Herkunft und Bedeutung von mehr als 700 Sprichwörtern und geflügelten Worten zusammen.
Mit diesem Lexikon der Redensarten tappen Sie nicht mehr im Dunkeln, wenn es um Sprachwissen geht. Im Gegenteil: Sie können genüsslich damit punkten!

Meine Inhaltsangabe:
Auf 288 Seiten sind hier über 700 Redensarten und deren Ursprung aufgeführt. Zusätzlich gibt es noch Abhandlungen zu zehn Themen (Redensarten antiken Ursprungs, Redensarten aus der Bibel, englische Redensarten, Handwerks-Redenswarten, jiddische Redewendungen, Redensarten aus dem finsteren Mittelalter, Neue Technik, neue Redensart, Rotwelsch, sexistische und rassistische Redensarten, tierische Redensarten).

Erster Satz: »Tägliche verwenden wir sprichwörtliche Redensarten, doch oft, ohne ihren Ursprung zu kennen.«

Mein Eindruck:
Ich habe mich schon oft gefragt, was diese oder jene Redensart wohl bedeutet und war daher gleich Feuer und Flamme, als ich dieses Buch gesehen habe. Kompakt, prall und giftgrün kommt dieses Nachschlagewerk daher uns spricht mich mit Cover und Titel direkt an. Sortiert ist es von A-Z, was das Finden einer bestimmten Redensart einfach macht, ggf. über einen Querverweis. In der unteren rechten Ecke stehen die Buchstaben groß und grün, ein schnelles Blättern zum gewünschten Eintrag ist daher kein Problem. Es sind viele Redensarten, die wirklich nahezu täglich und ganz automatisch genutzt werden (Ach du grüne Neune, da beißt die Maus keinen Faden ab, mein lieber Scholli, Schwein gehabt), aber auch nicht alltägliche (Stante pede, zwischen Skylla und Charybdis sein, mein lieber Freund und Kupferstecher). Alle werden verständlich erklärt, wobei die eigentliche Bedeutung kurz und knapp und grün hinterlegt vermerkt ist und dann die etwas ausführlichere Erklärung des möglichen (oftmals aber auch nicht wirklich erwiesenen) Ursprungs folgt. Wusstest Du z.B., dass der Ausspruch »Otto Normalverbraucher« auf dem Film BERLINER BALLADE aus dem Jahr 1948 beruht? Genauer: auf dem von Gert Fröbe gespielten Durchschnittsbürger Otto? Das Beiwort Normalverbraucher bezieht sich auf die Lebensmittelkarte für Menschen ohne besondere Zulagen. Mir war das neu und zack, schon wieder etwas schlauer geworden! Fazit: für wissbegierige Menschen, die den alltäglichen Dingen gern auf den Grund gehen, eine absolute Empfehlung und 5/5 Sterne.

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