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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2023

Lesenswert

Die Kinder des Don Arrigo
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Dieser Roman wird mir noch einige schlaflose Nächte bereiten, da er mich sehr beschäftigt hat. Ich lese viele Bücher über die Zeit im und nach dem 2. Weltkrieg aber von dieser Thematik wusste ich bisher ...

Dieser Roman wird mir noch einige schlaflose Nächte bereiten, da er mich sehr beschäftigt hat. Ich lese viele Bücher über die Zeit im und nach dem 2. Weltkrieg aber von dieser Thematik wusste ich bisher allerdings noch nichts. Der Autor schreibt flüssig, man kommt sehr gut in die Geschichte rein. Nach der Hälfte wurde es auch noch sehr spannend. Man fiebert einfach mit den Kindern mit in dieser gefährlichen Zeit. Den Protagonisten hab ich sofort ins Herz geschlossen, man kann ihn nur mögen. Er und auch seine Familie sind sehr einfühlsam beschrieben und wirken, wie auch alle anderen, sehr authentisch. Ich mochte hier sehr den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft, die in dem Zusammenhang in dieser Zeit nicht selbstverständlich waren. Alles zusammen ein wirklich toller Roman für alle Leser*innen von historischen Romanen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Süß

Summer Tides
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Scarlett flüchtet aus ihrem Leben in London und will in Cornwall neu anfangen. Dort lebt ihre beste Freundin Emily, die sie schmerzlich vermisst. Mit ihrem Freund Eric läuft es auch nicht so besonders. ...

Scarlett flüchtet aus ihrem Leben in London und will in Cornwall neu anfangen. Dort lebt ihre beste Freundin Emily, die sie schmerzlich vermisst. Mit ihrem Freund Eric läuft es auch nicht so besonders. Er will nichts festes, sie schon. So bekommt Eric jetzt die Chance Scarlett zu vermissen. Sie steckt ihr letztes Geld in die Miete für einen Strandkiosk und will im Urlaubsparadies St. Ives neu durchstarten. Der Start ist ganz schön holprig. Der Vermieter vom Strandkiosk ist abgetaucht und dann ist da auch noch der Rettungschwimmer Jonah, der so anziehend wie auch unnahbar ist.

Eine süße Sommerromanze, die leicht und locker erzählt wird. Der Anfang hat mich richtig begeistert. Der schwierige Start von Scarlett, die Wiedersehensfreude mit Emily, das Urlaubsfeeling, richtig schön. Die Story ist sicher nicht neu. Leicht naives Mädchen wird vom Freund nicht gut behandelt, doch dann kreuzt ein anderer Mann ihren Weg. Aber so what? Komplexe Handlungen und tiefgründige Gedanken darf man nicht erwarten aber genau da liegt auch der Charme des Buches. Eine Feel-Good-Romance mit niedlichem Kleinstadt Setting. Hier kennen sich alle und neue Bewohner werden warmherzig aufgenommen. Dazu Strandfeeling, Urlauber, Hot Dogs und Waffeln. Die Atmosphäre hat mich gedanklich direkt in den nächsten Urlaub katapultiert. Für meinen Geschmack gab es schon ein paar Längen. Das hin und her zwischen Scarlett und Jonah hätte gern kürzer sein dürfen.

Trotz kleiner Schwächen oder genau deswegen eine sanfte und romantische Lektüre, die perfekt für den Urlaub geeignet ist.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Atmosphärisch

Schattenmädchen
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Die Studentin Isabella verschwindet spurlos. Zuletzt wurde sie auf einer Party an der Universität Lund gesehen. Die Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment stoßen schnell auf Ungereimtheiten und finden ...

Die Studentin Isabella verschwindet spurlos. Zuletzt wurde sie auf einer Party an der Universität Lund gesehen. Die Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment stoßen schnell auf Ungereimtheiten und finden Parallelen zu einem alten Mordfall. Schnell wird klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Vermisstenfall handelt. Tiefe Verstrickungen bis hin zu einer Studentenverbindung, decken die Ermittler auf. Dazu kommen viele Lügen und Intrigen, die die Liste der Verdächtigen immer weiter wachsen läßt. Ganz nebenbei läuft das Privatleben der Ermittler auch etwas holprig. Eine anspruchsvolle Zeit für die beiden Ermittler.

Das ist der dritte Brand einer Reihe und Frida Skybäck überzeugt wieder durch atmosphärische Spannung und komplexe Figuren. Die Spannung wird ganz langsam aufgebaut. Es gibt keine actiongeladene Geschichte. Erzählt wird eher klar, flüssig und herrlich unaufgeregt. Die Kapitel sind kurz und durch ein paar Wendungen bleibt die Spannung konstant erhalten. Für erfahrende Krimileser sind die Wendungen wahrscheinlich nicht so überraschend aber für mich hat es so gepasst. Wie bei den beiden Vorgängern konnte mich hier die dichte Atmosphäre und die psychologische Tiefe wieder begeistern. Auch das Privatleben der Ermittler hatte seinen Platz in dem Buch. Das macht für mich die Figuren auch authentischer.

Insgesamt ein atmosphärisch dichter Krimi, der durch seine Charaktere und weniger durch eine actiongeladene Story punktet. Empfehle ich euch gern weiter.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Gesellschaftsroman

Sanditz
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Die Geschichte der fiktiven ostdeutschen Kleinstadt Sanditz und ihren Bewohnern. Über Jahrzehnte beobachten wir Leser das Leben dieser Menschen. Viele politische Veränderungen und Herausforderungen sind ...

Die Geschichte der fiktiven ostdeutschen Kleinstadt Sanditz und ihren Bewohnern. Über Jahrzehnte beobachten wir Leser das Leben dieser Menschen. Viele politische Veränderungen und Herausforderungen sind ihnen begegnet und prägten so ihr Leben. Themen sind unter anderem die Corona Krise, der Ukraine Krieg, die Wende. Aber auch das Leben in der DDR kurz vor dem Mauerfall wird thematisiert, soziale Ungleichheit und Familie.

Es fällt mir schwer hier eine Zusammenfassung zu schreiben, weil einfach so viel passiert. Das Buch ist unglaublich umfangreich. Es kommen viele Menschen zu Wort und das ganze über diverse Zeiträume verteilt. Man muss sehr genau lesen um die Zusammenhänge nicht zu übersehen, da die Geschichte schon sehr komplex ist. Klar, präzise und nüchtern wird erzählt. Von großen Dramen wird Abstand gehalten. Richtig toll schafft Rietzschel es die Geschichten nach und nach zu einem Gesamtwerk zu verweben. Das war für mich sehr beeindruckend. Über Aufbruch, Enttäuschung und Perspektivlosigkeit, Neuordnung und auf der Suche nach dem persönlichen Glück gibt es viele Menschen, deren Geschichte erzählt wird. Meistens mit dem Hintergrund politischer Veränderungen. Für mich persönlich waren die Abschnitte über das Leben in der DDR nach der Wende am interessantesten. Das war schon eine verwirrende und prägende Zeit.

Ein großer Gesellschaftsroman, den ich euch gern empfehle.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Lesenswert

Gelb, auch ein schöner Gedanke
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Georg liegt im sterben und das schon eine ganze Weile. Seine Frau Ruth kümmert sich zu Hause um ihn, pflegt ihn hingebungsvoll. Tochter Lea versucht trotzdem ein normales Teenagerleben zu führen. Das ist ...

Georg liegt im sterben und das schon eine ganze Weile. Seine Frau Ruth kümmert sich zu Hause um ihn, pflegt ihn hingebungsvoll. Tochter Lea versucht trotzdem ein normales Teenagerleben zu führen. Das ist nicht ganz so einfach. Die beiden entfernen sich immer mehr voneinander. Lea fühlt sich alleingelassen von ihrer Mutter. Ruth versteht Lea nicht. Eigentlich brauchen sich beide gerade jetzt so dringend, doch können nicht füreinander da sein.

Ein sehr bewegender Roman über Krankheit und Familie. Wie kann eine Familie so einen Ausnahmezustand eigentlich aushalten? Im Alltag dreht sich alles um den Vater und seine Pflege. Hier denkt niemand an Weihnachten oder Urlaub. Das ist gerade für Lea sehr schwierig. So wünschen sich doch gerade Teenager Stabilität und Normalität. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Kurze und prägnante Sätze, emotional und poetisch. Ließ sich ganz wunderbar lesen. Auch die Story ist gut. Es gab nur eine sehr überraschende Wendung, die ich etwas schräg fand. Allerdings verändert gerade diese Wendung die Sicht der Mutter und der Tochter. Machte also schon Sinn. War nur sehr überraschend.

Insgesamt ein eindringlicher Roman, der sehr zum Nachdenken anregt. Empfehle ich euch gern weiter.

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