Nicht mein Favorit der Bridgerton-Reihe
Bridgerton – Ein hinreißend verruchter GentlemanFrancesca war bis über beide Ohren in ihren Ehemann John verliebt. Als dieser unerwartet stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen. Auch der Vetter ihres Ehemannes Michael hat mit dem Verlust zu kämpfen. ...
Francesca war bis über beide Ohren in ihren Ehemann John verliebt. Als dieser unerwartet stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen. Auch der Vetter ihres Ehemannes Michael hat mit dem Verlust zu kämpfen. Denn plötzlich ist er der Erbe des Titels. Was niemand weiß: Michael hat schon lange vor dem Tod seines Vetters ein Auge auf Francesca geworfen und in ihrer Nähe wird es nur noch schlimmer.
Meine Meinung:
Wie man es von Julia Quinn gewohnt ist, hat der Schreibstil seinen ganz eigenen Charme. Er ist locker, leicht und so mitreißend, dass man ihre Bücher, wenn man sie einmal angefangen hat, nicht mehr aus der Hand legen kann.
Obwohl ich gut in die Geschichte gefunden habe, hatte ich mit diesem Teil der Bridgerton-Reihe Probleme. Die sonst so humorvolle Stimmung aus den vorangegangenen Bänden hat fast komplett gefehlt und im Allgemeinen war die Geschichte eher traurig und bedrückend. Die Trauerbewältigung stand hier stark im Vordergrund, und obwohl es ein großer und wichtiger Bestandteil der Geschichte ist, hat es mir das Lesen etwas erschwert.
Die Gefühle von Francesca und Michael entwickeln sich nur langsam und bis zum letzten Drittel hat man vergeblich auf Spannung gehofft. Die Geschichte plätscherte nur so dahin und für mich war es schwierig an der Handlung dran zu bleiben.
Meine persönlichen Lichtblicke waren die Begegnungen mit alten Bekannten, allen voran natürlich den Bridgertons und anderen liebenswerten Nebencharakteren, die man über die Zeit so lieb gewonnen hat. Die Dynamik der Familie hat nicht nur sehr belebend in dieser Monotonie gewirkt, sie hat die Geschichte auch in großen Schritten vorangetrieben und mir mehr Lust auf die Handlung gemacht.
Verblüffend ist und bleibt jedoch vor allem die gelungene Ausarbeitung der Charaktere. Die Geschwister Bridgerton sind in ihrer Art so unterschiedlich, sodass man sie sehr gut voneinander unterscheiden kann.
Am Ende hat es sich für mich durch ein ewiges Hin und Her und ein zusätzlich künstlich erschaffenes Drama sehr gezogen und ich hätte mir gewünscht, dass der Roman um ein paar Seiten gekürzt worden wäre.
Zusammengefasst ist der sechste Teil der Bridgerton-Reihe nicht der stärkste Band, hat aber dennoch seine Stärken, besonders bei den Gefühlen der Protagonisten. Die Geschichte von Francesca und Michael ist trauriger und einfach anders als die anderen und vielleicht ist sie gerade dadurch etwas Besonderes.