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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2026

Viel Tee, viele Spielfilme und ein Mäuserich, der vieles verändert

Eine Maus namens Merlin
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Das Cover ist einfach zauberhaft und herzerwärmend! Die zierliche Maus, voller Vertrauen, schläft in einem Hausschuh! Und Helen Cartwright, ehemalige Herzchirurgin und Kardiologin in Australien, verliert, ...

Das Cover ist einfach zauberhaft und herzerwärmend! Die zierliche Maus, voller Vertrauen, schläft in einem Hausschuh! Und Helen Cartwright, ehemalige Herzchirurgin und Kardiologin in Australien, verliert, nach sechzig Jahren heimgekehrt nach England, ihr Herz an sie.
Der Klappentext klingt vielversprechend nach einer wunderschönen, bewegenden Geschichte einer alten Dame, die den Kontakt zu ihrer Umwelt wiederfindet. Leider waren meine Erwartungen entweder zu hoch, oder ich fand einfach den Draht zur Geschichte nicht. Helen lebt ihr Leben geordnet mit viel Tee und Spielfilmen im TV, regelt ihren Tag und bricht, bis auf ein einziges Mal, nicht mit ihren Gewohnheiten. Simon van Booy legt Geduld an den Tag, er schreibt ruhig, gelassen und sehr detailreich. Stets habe ich erwartet, dass ein Wandel geschieht oder wenigstens etwas passiert. Aber es braucht Geduld und einen langen Atem, bis Helen aus sich herausgeht, um der kleinen Maus zu Hilfe zu eilen. Dann allerdings überschlagen sich die Geschehnisse doch auf überraschende Weise.
Ich war wirklich gebannt von der wunderbar warmherzigen Art, mit der Frauke Poolman dieses Buch liest. Sie hat eine wohltönende Stimme, die sie perfekt einsetzt, und sie war auch der Grund, warum ich bis zum Ende durchgehalten habe. Die Geschichte ist nett, ganz sicher, konnte mich aber leider nicht wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Eine Flutkatastrophe und ihre Folgen

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Unfassbare Unwetter mit Starkregen ziehen über das bayerische Voralpenland und sorgen für blitzartiges, unvorhergesehenes Hochwasser, das Mensch und Tier in tödliche Gefahr bringt. Oberkommissarin Alexa ...

Unfassbare Unwetter mit Starkregen ziehen über das bayerische Voralpenland und sorgen für blitzartiges, unvorhergesehenes Hochwasser, das Mensch und Tier in tödliche Gefahr bringt. Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Huber sind im Dauereinsatz, vermisste Personen geben Rätsel auf. Und die Suche nach ihnen gestaltet sich gefährlich.

Das Cover zeigt reißendes Wasser in einer Klamm, der Text passt wieder hervorragend zu den Vorgängerbänden, und man erkennt sofort: Es gibt endlich wieder einen neuen Grenzfall!
Ich bin ein großer Fan von Anna Schneider und ihrem lebendigen und bildreichen Schreibstil, der bei mir immer großes Kopfkino auslöst. Und auch ihre Protagonisten konnten mich in den fünf erschienenen Bänden durch ihre Echtheit intensiv begeistern. Leider ist für mich der sechste Fall eine große Enttäuschung. Gefühlte zwei Drittel des Buches drehen sich um die Flutkatastrophe, verschiedene Erzählstränge sorgen zwar für ein kleines bisschen Spannung, verlieren sich dann aber wieder und konnten mich nicht fesseln. Das Szenario der Notlage im Oberland ist beeindruckend geschildert, ich war selbst am 23.08.2023 Augenzeuge bei dem alles zerstörenden Unwetter mit Monsterhagel in Benediktbeuern und habe ein Gefühl dafür, wie absolut machtlos man der Natur ausgeliefert ist. Aber ein fesselnder Kriminalfall wie in den Vorgängerbänden ist für mich leider nicht daraus geworden und auch ihr Grab in den Fluten ist mir irgendwie entgangen.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Irmi Mangold im (Un-)Ruhestand

Verdammte Weiber
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Das Cover zeigt ein Wintergewitter über dem See und passt ganz hervorragend zum Inhalt. Von dem ich mir, gemäß Einbandtext, wieder einen spannenden Krimi erwartet hatte.
Irmi Mangold ist im verdienten ...


Das Cover zeigt ein Wintergewitter über dem See und passt ganz hervorragend zum Inhalt. Von dem ich mir, gemäß Einbandtext, wieder einen spannenden Krimi erwartet hatte.
Irmi Mangold ist im verdienten Ruhestand, kann das Ermitteln allerdings nicht ganz lassen und anstatt einen Ski-Kurs zu genießen, schlittert sie in einen seltsamen Fall, der immer mysteriöser zu werden scheint.
Es dauert ganze neunzig Seiten, die mit zugegeben wichtigen Themen des Lebens gefüllt sind und von Umweltbelastung und Tierwohl bis zur Emanzipation der Frauen im vergangenen Jahrhundert bis heute reichen, ehe es etwas spannend wird. Es sind ja immer brisante Anliegen, die Nicola Förg in ihren Krimis verarbeitet und ihrer Leserschaft näherbringt. Für mich war es dieses Mal allerdings zu viel. Ich hätte mir mehr Krimi als Vergangenheitsforschung gewünscht, etwas mehr Spannung anstatt Aufarbeitung. Dass das Ende auch noch eine gewisse Unzufriedenheit hervorruft, hat mich enttäuscht und mir dann endgültig klargemacht, Irmi ist im Ruhestand und die wunderbaren Irmi-Kathi-Krimis wird es so wohl nicht mehr geben.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Fachlich unbestritten erstklassig, aber die Umsetzung nicht so recht alltagstauglich

Frauen, Essen, und Hormone
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Man betrachtet das schöne, schlicht gehaltene Cover und das strahlende Foto der Autorin und das Interesse ist sofort groß. Sara Gottfried ist Expertin und beweist dies deutlich in ihrem Buch. Zunächst ...

Man betrachtet das schöne, schlicht gehaltene Cover und das strahlende Foto der Autorin und das Interesse ist sofort groß. Sara Gottfried ist Expertin und beweist dies deutlich in ihrem Buch. Zunächst wird man umfassend eingestimmt auf die Auswirkung der Hormone auf den weiblichen Körper, die jede Menge Vorgänge im Körper, wie auch Appetit und Fettverbrennung regulieren und erfährt insgesamt sehr viel über die Abläufe im Körper. Mir war trotz ausreichend vorhandener Lektüre doch einiges nicht im Detail bekannt und ich war sehr gespannt auf das angekündigte Vier-Wochen-Programm.
Hierfür gibt es jede Menge Tipps zur Einstimmung, sowie eine Vorbereitungs-, Umsetzungs- und Umstellungsphase.
Die sich für mich allerdings leider nicht so recht in den Alltag integrieren lassen. Hätte man jede Zeit der Welt, dazu diverse, sensationell bestückte Supermärkte in der Nähe, könnte es schon etwas werden. Mir erscheinen die empfohlenen Gerichte trotz der dargestellten Einfachheit leider in der Zubereitung als schwierig, denn allein schon der Einkauf der Zutaten würde meinen Zeitrahmen sprengen.
Es ist ein Buch mit sehr konkreten Empfehlungen, welches auch für viele Aha-Momente sorgt, aber doch sehr medizinisch verfasst ist. Allein der Nachweis der Bezugsquellen, die Referenzen und Anmerkungen umfassen 67 Seiten, die einen interessierten Laien natürlich völlig überfordern.
Ich hätte mir nach dem Studium der Lektüre einen etwas schlichteren, alltagstauglichen und vielleicht etwas europäischeren Menüplan gewünscht.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Ein eher deprimierender Frauenroman mit einem kleinen, spannenden Kick

Wenn die Tage länger werden
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Lisa ist alleinerziehende Mutter und hat mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Beruf reichlich zu tun. Zeit ist stets Mangelware und nur durch perfekte Organisation kommt Lisa klar. Aber natürlich lässt sich ...

Lisa ist alleinerziehende Mutter und hat mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Beruf reichlich zu tun. Zeit ist stets Mangelware und nur durch perfekte Organisation kommt Lisa klar. Aber natürlich lässt sich nicht alles planen und so beschließt sie, nachdem Pauls Vater den Jungen mit zu den Großeltern in den Urlaub nimmt, ihre Auszeit ungehemmt zu genießen.

Das Cover zeigt Entspannung pur, eine junge Frau in einem Apfelgarten, gemütlich im Gras liegend, träumend.
Nur leider beschreibt Anne Stern, sehr flüssig und angenehm detailreich zu lesend, eine ganz andere Lisa. Deren Umstände sind zwar wirklich aus dem Leben gegriffen, fast jeder kennt ähnliche Situationen, aber man hat schnell den Eindruck, dass es nur um Selbstzweifel, Bindungs-, Zukunfts- und Versagensängste geht. Lisas Kontakt zu ihrer strengen und korrekten Mutter ist schwierig, deren Erwartungen an die Tochter zu hoch und diese verstärken Lisas Gefühl der Unzulänglichkeit zusätzlich. Auch die Frauen in Lisas Umgebung haben Probleme, unbefriedigende Beziehungen oder leiden an einem Mangel an Selbstbewusstsein. Wüsste ich nicht, dass es auch Beispiele für positive, funktionierende und glückliche Frauenleben gibt, würde ich an dieser Geschichte verzweifeln, so negativ und deprimierend kommt sie mir überwiegend vor.
Ja, es gibt kleine Lichtblicke und auch Lisas Leben gestaltet sich zunehmend positiver. Und die liebenswerte und tragische Geschichte um Lisas alte Geige sorgt für etwas Abwechslung und sogar Spannung. Aber insgesamt ist hier das Bild der Frauen so negativ dargestellt, dass es sich beinahe unangenehm anfühlt.
Jana Kozewa liest super angenehm, akzentuiert und eindringlich, was dieses Gefühl dann durchaus noch verstärkt.
(Hörbuchrezension)

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