Profilbild von reading-lina

reading-lina

Lesejury Profi
offline

reading-lina ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit reading-lina über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2025

Ohne Verurteilungen

Kinder von fern
0

Kinder bekommen von der aktuellen Flüchtlingskrise oft nur Bruchstücke mit – Bilder im Fernsehen oder Gespräche der Erwachsenen. Doch was bedeutet es eigentlich, fliehen zu müssen? Dieses Buch gibt kindgerecht, ...

Kinder bekommen von der aktuellen Flüchtlingskrise oft nur Bruchstücke mit – Bilder im Fernsehen oder Gespräche der Erwachsenen. Doch was bedeutet es eigentlich, fliehen zu müssen? Dieses Buch gibt kindgerecht, aber ehrlich einen Einblick in die Realität von Kindern, die ihre Heimat verlassen müssen.

Statt abstrakter Berichte oder distanzierter Fakten schildert Martine Letterie die Geschichte aus der Perspektive von vier betroffenen Kindern. Jedes von ihnen erzählt von einer anderen Etappe der Flucht: vom ersten Moment der Angst, über die schwere Entscheidung der Familie, alles hinter sich zu lassen, bis hin zu den Strapazen der Reise.

Besonders eindrucksvoll ist, wie das Buch die emotionale Seite sichtbar macht: die Unsicherheit, die Wut, die Sehnsucht nach Normalität – aber auch die Hoffnung auf ein besseres Leben in Sicherheit. Die Begegnung mit Schleppern, das tagelange Laufen oder die gefährliche Bootsfahrt über das Meer werden so beschrieben, dass Kinder sie verstehen können, ohne von den Details überwältigt zu werden.

Unterstützt wird der Text durch die sensiblen Illustrationen von Elena Cavion. Sie ergänzen die Erzählung auf eine Weise, die Mitgefühl weckt, ohne die jungen Leser*innen zu überfordern.

Was besonders positiv auffällt: Die Autorin urteilt nicht. Sie gibt den Kindern eine eigene Stimme und lässt ihre Gefühle für sich sprechen – ohne politische Belehrung oder moralischen Zeigefinger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Spannend

Darkly
0


Rezension zu „Darkly“

„Darkly“ überzeugt zunächst mit einer wirklich originellen und ungewöhnlichen Grundidee, die sofort neugierig macht. Schon nach wenigen Seiten zieht einen die geheimnisvolle Atmosphäre ...


Rezension zu „Darkly“

„Darkly“ überzeugt zunächst mit einer wirklich originellen und ungewöhnlichen Grundidee, die sofort neugierig macht. Schon nach wenigen Seiten zieht einen die geheimnisvolle Atmosphäre in ihren Bann. Die Mischung aus Rätseln, unterschwelliger Spannung und vielen kleinen Hinweisen sorgt dafür, dass man ständig miträtseln möchte und unbedingt herausfinden will, was wirklich hinter dem Spiel steckt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 17-jährige Dia, die unbedingt einen Platz bei einer geheimnisvollen Stiftung ergattern möchte. Diese verwaltet das Vermächtnis der legendären Spieleentwicklerin Veda, die für ihre düsteren und komplexen Spiele berühmt war. Schon früh wird jedoch klar, dass es sich bei diesem vermeintlichen Praktikum um weit mehr als eine gewöhnliche Chance handelt. Dia und einige andere Jugendliche geraten zunehmend in eine Situation, die selbst wie eines dieser rätselhaften Spiele wirkt.

Die Handlung entwickelt sich dabei weniger wie ein klassischer Thriller, sondern vielmehr wie ein vielschichtiges Rätsel. Stück für Stück werden Hinweise, Geheimnisse und mögliche Wahrheiten enthüllt, nur um kurz darauf wieder infrage gestellt zu werden. Als Leser wird man immer wieder dazu eingeladen, mitzudenken und sich zu fragen, was wirklich passiert und wem man trauen kann.

Besonders gut gelungen ist die leicht unheimliche Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Das Setting mit der geheimnisvollen Insel, verlassenen Orten, einer düsteren Fabrik und einer mysteriösen Villa passt perfekt zur Geschichte und verstärkt das Gefühl, selbst Teil dieses Spiels zu sein. Auch die vielen Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung über weite Strecken erhalten bleibt und man selten vorhersagen kann, wie es weitergeht.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Gestaltung des Buches. Immer wieder finden sich zusätzliche Elemente wie Zeitungsausschnitte, Briefe, Bilder oder Skizzen im Text. Diese machen die Geschichte lebendiger und laden dazu ein, selbst nach Hinweisen zu suchen. Besonders spannend ist es, im Laufe der Handlung nach und nach die Bedeutung der verschiedenen Symbole zu erkennen. Auch das Cover und der Farbschnitt sind sehr gelungen und vermitteln bereits optisch eine geheimnisvolle, leicht düstere Stimmung.

Der Schreibstil ist insgesamt angenehm, flüssig und gut lesbar. Durch die eher kurzen Kapitel kommt man schnell voran und die Geschichte bleibt durchgehend spannend. An einigen Stellen wirkt der Stil allerdings etwas stockend, was den Lesefluss gelegentlich unterbricht.

Mit der Hauptfigur Dia konnte ich gut mitfühlen. Sie wirkt sympathisch, klug, mutig und hinterfragt vieles, anstatt alles einfach hinzunehmen. Dadurch hebt sie sich positiv von manchen typischen Figuren des Genres ab. Die Nebenfiguren hingegen bleiben teilweise etwas oberflächlich und lange sehr undurchschaubar. Einerseits passt das gut zur Atmosphäre des Misstrauens, andererseits fällt es dadurch manchmal schwer, eine stärkere Verbindung zu ihnen aufzubauen. Auch die angedeuteten romantischen Elemente wirken nicht besonders ausgearbeitet und tragen nur wenig zur Geschichte bei.

Ein kleiner Kritikpunkt ist außerdem, dass die Handlung zwischendurch recht komplex und teilweise etwas verwirrend wird. Gerade wenn neue Hintergründe oder Elemente eingeführt werden, hätte ich mir stellenweise klarere Erklärungen gewünscht. Manchmal wirkt die Geschichte dadurch etwas überladen und es erfordert Aufmerksamkeit, um den Überblick zu behalten.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte jedoch noch einmal deutlich an Fahrt auf. Die Spannung steigt, viele Ereignisse spitzen sich zu und das Finale sorgt noch einmal für einige überraschende Wendungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Spannender Psychothriller

Happy Head
0


Happy Head ist ein spannender Psychothriller, der ein wichtiges Thema aufgreift… Mental Health im Jugendbereich. Die gesellschaftskritische Grundidee hinter dem Camp und dem gesamten Konzept hat mich ...


Happy Head ist ein spannender Psychothriller, der ein wichtiges Thema aufgreift… Mental Health im Jugendbereich. Die gesellschaftskritische Grundidee hinter dem Camp und dem gesamten Konzept hat mich sofort überzeugt. Das Setting wirkt modern, durchdacht und bietet enormes Potenzial.

Im Mittelpunkt steht der 17-jährige Sebastian, der 13 Tage bei „Happy Head“ verbringt. Als Leser erlebt man hautnah mit, was dort passiert, was er denkt und fühlt und wie sehr ihn die Situation innerlich zerreißt. Besonders Seb als Protagonist hat mir sehr gut gefallen. Seine Zweifel, seine Ängste und seine emotionale Zerrissenheit werden authentisch dargestellt, sodass man sich gut in ihn hineinversetzen kann.

Mir hat der Einstieg in die Geschichte gut gefallen, doch besonders spannend wurde es dann in der zweiten Hälfte des Buches. Mehrere Ereignisse überschlagen sich, es wird rasant, überraschend und richtig fesselnd. Ab diesem Punkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Besonders stark ist der Cliffhanger am Ende, der definitiv Lust auf Band 2 macht.

Auch der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Das Buch ist leicht verständlich, flüssig geschrieben und man kommt sehr gut durch die Seiten. Die Atmosphäre wird greifbar vermittelt, ohne unnötig kompliziert zu wirken.

Die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Seb und Finn ist ein weiterer Pluspunkt. Ihre Dynamik wirkt glaubwürdig und ergänzt die düstere Grundstimmung auf eine sehr stimmige Weise. Allerdings bleiben einige Nebencharaktere eher oberflächlich, wodurch etwas Potenzial verschenkt wird.

Optisch ist das Buch ebenfalls ein Highlight. Sowohl das Cover als auch die Innengestaltung (Schilder, Nachrichten, etc) sind wunderschön und machen direkt neugierig auf die Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2026

Empfehlung

Football Royalty
0

Ich habe dieses Buch geliebt!
Wie das Buch gestartet hat, wie es geendet ist… Die Dynamik zwischen Peyton und Levi war durch Tension geprägt. Eine absolute Empfehlung!

Ich habe dieses Buch geliebt!
Wie das Buch gestartet hat, wie es geendet ist… Die Dynamik zwischen Peyton und Levi war durch Tension geprägt. Eine absolute Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2026

Klare Empfehlung

Bring Down the Stars
0

Emma Scott schafft es mit Bring Down the Stars, eine zutiefst emotionale Geschichte zu erzählen, die voller Poesie, Sehnsucht und unerfüllter Wünsche steckt. Die Love Triangle Dynamik zwischen Weston, ...

Emma Scott schafft es mit Bring Down the Stars, eine zutiefst emotionale Geschichte zu erzählen, die voller Poesie, Sehnsucht und unerfüllter Wünsche steckt. Die Love Triangle Dynamik zwischen Weston, Autumn und Connor wird bietet großes Potenzial für Herzschmerz und Gänsehautmomente.

Kurze Zusammenfassung: Weston Turner und Connor Drake könnten nicht unterschiedlicher sein – Weston ist intelligent, wortgewandt und tiefgründig, während Connor der strahlende Sonnyboy ist. Doch die beiden sind beste Freunde. Als sie auf Autumn treffen, ist Weston sofort von ihr fasziniert. Doch Autumn interessiert sich für Connor – ohne zu wissen, dass tiefgründigen Gedichte, die sie entdeckt und irgendwann von Connor zugeschickt bekommt, nicht von ihm stammen, sondern von Weston. Während Weston seine Gefühle für Autumn hinter einem schmerzhaften Schweigen verbirgt und seinem besten Freund den Vortritt lässt, entfaltet sich eine Geschichte über Freundschaft, Opferbereitschaft und unerwiderte Liebe.

Besonders Weston konnte mich als Charakter überzeugen… I mean: „Gott, ein heißer der Typ, der Lyrik las? Ich war auch nur ein Mensch.“ Autumn herself hat es auf den Punkt gebracht. Weston hat definitiv Bookboyfriend Potenzial. Besonders beeindruckt hat mich, wie Emma Scott mit Worten spielt. Die Sehnsucht, die Weston empfindet, ist greifbar – sein Schmerz, sein Verlangen und seine stille Hingabe haben mich komplett mitgerissen. Es war herzzerreißend zu sehen, wie ein so wundervoller Mensch immer wieder zurückstecken muss, nur um die Menschen, die er liebt, glücklich zu sehen. Die Gedichte, die sich durch die Geschichte ziehen, verstärken die Emotionalität und geben dem Buch eine besondere Note. Auch Autumn ist ein super liebenswerter Charakter und gehört definitiv zu einer meiner neuen Lieblingscharaktere.

Was mir gefehlt hat, war das richtige Kribbeln zwischen Weston und Autumn, denn letztendlich hat sich das gesamte Buch mehr um Connor und Autumn gedreht und was sie füreinander (bzw die Person, die Connor durch die Gedichts teilweise vorgibt zu sein) empfinden, als über den wirklichen Love Interest (oder der sich noch zu einem entwickeln wird) Weston. Das Buch hatte definitiv 5-Sterne-Potenzial, konnte es aber durch diesen Mangel an Szenen zwischen den beiden Protagonisten nicht ganz ausschöpfen.

Trotzdem ist Bring Down the Stars eine wunderschöne Geschichte, die mit ihren Emotionen mitten in mein Herz getroffen hat. Eine klare Empfehlung für alle, die poetische Liebesgeschichten mit viel Herz mögen! ⭐⭐⭐⭐ (3,75 Sterne)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere