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Veröffentlicht am 13.04.2026

Auf wen hatte der Täter es abgesehen?

Noch fünf Tage
0

Köchin Lis Castrop hat das Silvestermenu für die Familie Harman zubereitet. Während das Ehepaar Harman und die Kinder starben, liegt Lis vergiftet im Krankenhaus. Man gibt ihr noch fünf Tage. Diese wenigen ...

Köchin Lis Castrop hat das Silvestermenu für die Familie Harman zubereitet. Während das Ehepaar Harman und die Kinder starben, liegt Lis vergiftet im Krankenhaus. Man gibt ihr noch fünf Tage. Diese wenigen Tage will Lis dazu nutzen, den Mord aufzuklären, denn die Polizei hält sie für die Mörderin. Außerdem will sie die Zeit mit ihrer 12-jährigen Tochter Cosima verbringen und ihre Zukunft sichern.

Lis erzählt ihre eigene Geschichte, die in fünf Abschnitte unterteilt ist – für jeden Tag ein Abschnitt. Urzeiten über schreiben die Kapitel, so dass man nachverfolgen kann, wie viel Zeit Lis noch bleibt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen.

Lis ist im Krankenhaus natürlich auf Hilfe angewiesen. Krankenschwester Esme kümmert sich um sie. Lis erinnert sich zurück und beschreibt die einzelnen Personen und versucht ihre Motivation für den Mordanschlag herauszufinden. Dadurch lernen wir die Personen gut kennen. Mir war niemand wirklich sympathisch und jeder schien ein Motiv zu haben. Nur für Cosima hatte ich Mitgefühl. Anfangs tat mir zwar auch Lis leid, doch je mehr ich über sie erfuhr, umso unsympathischer wurde sie mir, obwohl sie sicherlich eine liebende Mutter ist.

Dadurch dass eigentlich alle verdächtig waren, war es natürlich spannend zu erfahren, wer aus welchen Gründen dahintersteckt. Die Spannung ging aber leider durch viele zu detaillierte Beschreibungen und Nebensächliches verloren. Auch erschien mir einiges nicht ganz logisch konstruiert.

Am Ende sorgen dann der Täter und sein perfider Plan noch für eine Überraschung.

Auch wenn ich nicht ganz überzeugt bin, habe ich diesen Thriller doch ganz gerne gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Wo sind die verschwundenen Frauen?

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
6

Gynäkologin Dr. Eva Mares hat die Ereignisse von vor einem Jahr noch lange nicht verarbeitet, was sich auch auf das Familienleben ausgewirkt hat. Da steht eines Nachts eine Hochschwangere mit ihrem Vater ...

Gynäkologin Dr. Eva Mares hat die Ereignisse von vor einem Jahr noch lange nicht verarbeitet, was sich auch auf das Familienleben ausgewirkt hat. Da steht eines Nachts eine Hochschwangere mit ihrem Vater vor der Tür. Trotz Bedenken öffnet Eva und kümmert sich um die junge Frau. Da aber keine ernsthaften Probleme vorliegen, soll Nina am nächsten Tag in die Klinik zu einer genaueren Untersuchung kommen. Später findet Eva einen Hilferuf auf dem Spiegel im Gästebad. Doch dann sind die beiden verschwunden und Eva wendet sich an die Polizei. Die ist mit einem Vermisstenfall beschäftigt und Eva versucht auf eigene Faust etwas herauszufinden.
Dieses Buch ist der zweite Band aus der Reihe um die Gynäkologin Dr. Eva Mares. Auch wenn dieser Fall in sich abgeschlossen ist, wäre es sinnvoll, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Da ich den Vorgängerband nicht gelesen habe, fehlten mir doch einige Informationen, die für ein besseres Verständnis gesorgt hätten.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, die kurzen Kapitel sind entsprechend betitelt. Die Kapitel der geheimnisvollen „Sie“ waren ziemlich bewegend.
Die Gynäkologin Eva ist total ausgelaugt, aber sie ist auch eine engagierte und mitfühlende Ärztin. Daher öffnet sie auch die Tür für die hochschwangere Nina und ihren Vater. Eva war mir sehr sympathisch, aber alle anderen Personen blieben für mich ein wenig blass.
Es geht in diesem Buch um häusliche Gewalt. Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass manche Männer sich nur stark fühlen, wenn sie Gewalt anwenden, und dass Frauen dafür immer wieder Entschuldigungen finden. Es muss erschreckend sein, nicht zu wissen, wann der nächste Ausbruch kommt und immer Angst zu haben. Die Emotionen, die bei diesem Thema eigentlich aufkommen müssten, konnte ich beim Lesen aber nicht fühlen.
Mit der Zeit verknüpfen sich die unterschiedlichen Handlungsstränge und alles löst sich schlüssig auf.
Eine spannende Geschichte zu einem wichtigen Thema. Allerdings ist bei der Umsetzung noch Luft nach oben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 12.03.2026

Auf der Suche nach den Wurzeln

Niemands Töchter
0

Dieses Buch beleuchtet das Leben von vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell. Wie sie miteinander verbinden sind, erschließt sich erst nach einiger Zeit.
Marie verlässt ihre Mutter, die nur sich ...

Dieses Buch beleuchtet das Leben von vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell. Wie sie miteinander verbinden sind, erschließt sich erst nach einiger Zeit.
Marie verlässt ihre Mutter, die nur sich selbst im Blick hat, und will in Berlin auf eigenen Füßen stehen. Gabriele leidet unter dem Verlust ihres Kindes, woran ihre Ehe zerbricht. Alma wächst wohlbehütet in der Eifel auf. Sie ist hochbegabt und übernimmt frühzeitig viel Verantwortung, fühlt sich aber fremd in ihrer Familie. Isabell, inzwischen selbst Mutter, hat als Kind ihre Mutter verloren und vermisst diese in ihrem Leben. Erst als Isabell und Alma aufeinandertreffen, können Wunden der Vergangenheit geheilt werden.
Der Einstieg in dieses Buch ist nicht ganz einfach, denn die Perspektiven und Zeiten wechseln sehr häufig, so dass man nur punktuelle Eindrücke erhält. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die Verbindungen der Frauen entschlüsselt hatte.
Jede dieser Frauen hat ihr Päckchen zu tragen. Ich konnte ihre Situation nachempfinden und doch ist mir keine von Ihnen wirklich nahegekommen.
Die Geschichte verläuft eher ruhig. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Das Ende ist stimmig und beantwortet alle Fragen, die sich beim Lesen ergeben haben.
Es geht um das Muttersein, Schweigen, Identität und seinen Platz im Leben finden. Wer ist man, wenn es in der Biografie Leerstellen gibt?
Ein intensiver Roman, der mich leider nicht so gepackt hat, wie ich mir das gewünscht hätte, aber einiges stimmt doch nachdenklich.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2026

Was geschah 1995?

Fünf Fremde
3

Im Jahr 1995 verschwinden zwei Jugendliche aus dem Schullandheim auf der Insel Neuwerk. Während Isa nach ein paar Tagen sprachlos wieder gefunden wird, bleibt Janosch verschwunden. Nun sind bei rauem Wetter ...

Im Jahr 1995 verschwinden zwei Jugendliche aus dem Schullandheim auf der Insel Neuwerk. Während Isa nach ein paar Tagen sprachlos wieder gefunden wird, bleibt Janosch verschwunden. Nun sind bei rauem Wetter fünf Menschen auf der Fähre nach Neuwerk. Für einige von ihnen weckt das Erinnerungen an den Vorfall von damals. Was ist seinerzeit geschehen? Während ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, gibt es merkwürdige Begebenheiten auf Neuwerk. Wer hat da noch eine Rechnung offen?

Wieder einmal ist es der Autorin Romy Fölck gelungen, einen spannenden Krimi zu schreiben. Allerdings hat mich die Reihe um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn mehr überzeugt. Die Handlung spielt hauptsächlich in der Gegenwart, aber es gibt Rückblenden in das Jahr 1995. Auch die Perspektiven wechseln immer wieder. Die Atmosphäre auf Neuwerk wirkt nicht nur aufgrund der Wetterverhältnisse ziemlich bedrohlich, sondern auch durch das Auftauchen der Personen, die 1995 ebenfalls auf der Insel waren.

Die Charaktere sind gut dargestellt. Fast alle scheinen ein Geheimnis haben. Die Kommissarin Annika Lundt kehrt für eine Weile nach Neuwerk zurück, um nach ihrer dementen Mutter Hedda zu sehen und ihrer Ehe zu entfliehen. Hedda gelingt es immer wieder auszubüxen. Charlotte will Hedda besuchen; sie plagt das schlechte Gewissen. Mats wird seit einiger Zeit bedroht, wie auch Sinje, die als Journalistin auch gerne rücksichtslos auf Informationsjagd geht.

Neben Isa, Janosch und Mats war damals auch Bea mit im Schullandheim. Was ist dort damals geschehen?

Es ist schwierig, Zusammenhänge zu erkennen, da es auch noch weitere Personen gibt, die in dieser Geschichte auftauchen. Kaum hat man eine Idee, wer hinter allem stecken könnte, gibt es wieder eine Wendung, die Zweifel aufkommen lässt. So bleibt es spannend.

Am Ende löst sich alles auf, wobei mir manches aber nicht so ganz logisch erschien.

Es ist ein spannender und atmosphärischer Thriller.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.09.2025

Drei Frauen und ein Hummer

Die Hummerfrauen
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Als Kind verbrachte Mina Sommer voller Freiheit mit ihrer Familie in dem kleinen Fischerdorf Stone Harbour auf Eagle Island in Maine. Nun, fast zwanzig Jahre später, kehrt sie zurück an den Ort, wo sie ...

Als Kind verbrachte Mina Sommer voller Freiheit mit ihrer Familie in dem kleinen Fischerdorf Stone Harbour auf Eagle Island in Maine. Nun, fast zwanzig Jahre später, kehrt sie zurück an den Ort, wo sie immer so glücklich war. Sie wird von den Hummerfischerinnen Ann und Julie aufgenommen und fährt mit ihnen hinaus aufs Meer.
Mir ist es nicht leichtgefallen, mich in diese Geschichte einzufinden. Es ist ein leiser Roman, in dem die Zeiten immer wieder wechseln. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Aber besonders atmosphärisch dargestellt ist die Landschaft dort in Maine und das Leben der Menschen, wenn die Touristen wieder abgereist sind.
Die Fischerei ist ein Beruf für Männer. Doch Ann und Julie haben sich davon nicht beirren lassen und werden nun toleriert.
Die 72-jährige Ann lebt alleine; nur der blaue Hummer Mr. Darcy leistet ihr Gesellschaft. Die 54-jährige Julie hatte einen Unfall und ist dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie ist geradeheraus, anpackend und hilfsbereit. Sie mag den Fischer Nat, macht es sich aber selbst schwer. Mina muss sich selbst wiederfinden, nachdem ihr Bruder plötzlich verstorben ist und sie sich mit der Mutter zerstritten hat. Auch möchte sie herausfinden, warum die Familie damals nie mehr dorthin zurückkehrte. Sie begegnet auch Sam, dem Freund aus Kindertagen, wieder und erfährt, dass auch er seinen Bruder verloren hat. Ann, Julie und Mina verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie sind starke Frauen, die sich trotz mancher Widrigkeiten nicht unterkriegen lassen. Leider muss ich sagen, dass mir keine der Figuren wirklich nahekam.
Ein ruhig verlaufender Roman über Freundschaft und Zusammenhalt wie auch über Verlust, Trauer und Neuanfänge. Mir hat diese nachdenklich stimmende Geschichte gefallen.

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