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Veröffentlicht am 30.03.2026

Eine Tasse Tee oder mehr

Eine Maus namens Merlin
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Es gibt sie, die Bücher, die mich zum Lachen und Weinen bringen, weil sie so gefühlvoll geschrieben sind. "Eine Maus namens Merlin" ist genau so ein Buch. Ich habe es sehr gern gelesen und es wird noch ...

Es gibt sie, die Bücher, die mich zum Lachen und Weinen bringen, weil sie so gefühlvoll geschrieben sind. "Eine Maus namens Merlin" ist genau so ein Buch. Ich habe es sehr gern gelesen und es wird noch lange in meinem Kopf und in meinem Herz bleiben.

Doch alles der Reihe nach.
Hier war es zuerst der Titel, der mich aufmerksam gemacht hat. Merlin, der legendäre Zauberer, der beim jungen Prinzen Arthur am königlichen Hof von Camelot lebte. Merlin, mein wunderbarer und viel zu früh verstorbener Sheltie.
Und nun eine Maus, die gern in Pantoffeln schläft.

Das Buch handelt von der 83jährigen Helen Cartwright, die nach 60 Jahren in Australien wieder in die Nähe von Oxford wohnt, dem Ort, in dem sie geboren worden ist.
Hier verläuft jeder Tag sehr ähnlich. Sie wartet zurückgezogen auf den Tod, auch um dann wieder mit ihrem Mann Len und ihrem Sohn David zusammen zu sein.

Doch dann tritt zufällig eine Maus in ihr Leben. Die Versuche, diese wieder los zu werden, scheitern und so bekommt Merlin einen Namen und Helens Tage werden lebhafter.

Der Schreibstil von Simon Van Booy ist ruhig und gefühlvoll. Manche Sätze sind so schön, dass ich sie einige Male gelesen habe.
Die Figuren auch neben Helen und Merlin sind charmant und sympathisch. Selbst Cecil Park, der Eisenwarenhändler, der anfangs Klebefallen gegen die Maus empfiehlt, wird schon bald sehr freundlich und empathisch.

Zu gern würde ich einmal vor der senfgelben Tür von Helens Haus stehen und die beiden auf eine Tasse Tee oder mehr besuchen.

Ich gebe diesem wunderbaren, warmherzigen Buch gerne mindestens 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Touch & Feel

Restsommer
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Als erstes fällt bei dem Buch natürlich das Cover auf. Sommerlich, warm, gefühlvoll. Und damit passt es zum Titel und zur Geschichte.

Es ist Sommer 2003. Wir befinden uns in dem kleinen Ort Schönacker ...

Als erstes fällt bei dem Buch natürlich das Cover auf. Sommerlich, warm, gefühlvoll. Und damit passt es zum Titel und zur Geschichte.

Es ist Sommer 2003. Wir befinden uns in dem kleinen Ort Schönacker in Niedersachsen und lernen den 16 jährigen Dominik (Nick / Domi) kennen. Er lebt, nachdem seine Eltern sich getrennt haben und die Mutter zu ihrem neuen Freund Stefan gezogen ist, mit seinem Vater zusammen. Dieser betreibt ein Bestattungsinstitut und hofft, sein Sohn übernimmt es eines Tages.
Noch aber wird Dominiks Alltag von Schule, Bandproben und Freibädern geprägt. Und dann tritt Benjamin Nowak, alias Biff, in sein Leben.

Kea von Garnier schreibt in einem flüssigen und stimmungsvollen Stil, der mir gut gefällt. Dadurch wird die Geschichte real, emotional und stellenweise auch humorvoll. Und sie hat Tiefgang.
Die Charaktere sind ausgesprochen einfühlsam und taktvoll beschrieben, das lässt sie sehr greifbar und echt erscheinen.

Thematisiert werden das Erwachsenwerden, die Suche nach der eigenen Identität, die Auseinandersetzung mit der Schule, die Erwartungshaltung der Familie und auch die ersten großen und besonderen Gefühle.

Als Nebenschauplatz spielt auch das Bestattungsinstitut eine Rolle und dabei habe ich einiges lernen können. Zuerst mutet das möglicherweise schwermütig oder falsch am Platz an, ist es aber ganz und gar nicht.

Mich hat "Restsommer" beeindruckt und es wird auch noch einige Zeit im Kopf bleiben. Dafür vergebe ich überaus gern die volle Sternenzahl.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Im Gehen kann man am besten Nachdenken

Lebensbande
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Ich kann gar nicht mehr genau sagen, was mich als erstes an dem Buch interessiert hat. Das Cover? Der Titel? Die Inhaltsbeschreibung? Oder ganz einfach der Name der Autorin?

Ich habe bereits zwei Bücher ...

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, was mich als erstes an dem Buch interessiert hat. Das Cover? Der Titel? Die Inhaltsbeschreibung? Oder ganz einfach der Name der Autorin?

Ich habe bereits zwei Bücher von Mechthild Borrmann gelesen und bin von ihnen absolut beeindruckt. Und jetzt könnte ich es mir sehr einfach machen und lediglich kund tun, dass dieses das Dritte ist, welches ich so bewerten würde.

Der aktuelle zeitgeschichtliche Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert, stellt uns drei Frauen vor: Magdalene (meist nur Lene genannt), Nora und Lieselotte (Lotte). Ihr Schicksal verwebt sich in der Zeit zwischen Zweiten Weltkrieg und dem Mauerfall.

Erzählt wird die Geschichte der Protagonistinnen in zwei Zeit- und Raumebenen. Zum einen in Kühlungsborn um 1991, zum anderen am Niederrhein und in Ratingen, ab 1931. Ich finde alle drei Frauen auf ihre Art herzgewinnend und ihr Schicksal heftig.

Anfangs war ich ein wenig durcheinander, denn von der Frau, die im Herbst in Kühlungsborn lebt, erfährt man zunächst keinen Namen und ich dachte, es wäre die selbe, über die dann im 2.Kapitel im Rückblick auf den September 1931 geschrieben wird. Aber dieses Missverständnis hat sich schnell aufgelöst und danach konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen. Das liegt an dem einfühlsamen und doch spannenden Schreibstil der Autorin. Achtzig Jahre nach Kriegsende schreibt Mechthild Borrmann immer noch von den grauhaften, teilweise kaum vorstellbaren Ereignissen. Und das ist leider richtig so, in der momentanen Zeit, wo Fremdenfeindlichkeit und rechter Populismus wächst, während die innere Haltung wackelt.

Das Buch ist eine packende Geschichtsstunde, die jedoch teilweise Trigger- Warnung benötigt, wobei die Autorin versucht, einige Szenen nur anzudeuten.

Ich empfehle "Lebensbande" mit fünf Sternen und mir wird dieser Roman noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Von Himmelblau bis Rabenschwarz

Was du siehst
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1967 wird Ruth Winkler ungewollt schwanger, ihr Vater quartiert sie in einem Mecklenburger Dorf nahe Westdeutschland bei seinem Bruder ein. Dort wird Juliane, genannt Jule, geboren. Und Ruths neue Freundin ...

1967 wird Ruth Winkler ungewollt schwanger, ihr Vater quartiert sie in einem Mecklenburger Dorf nahe Westdeutschland bei seinem Bruder ein. Dort wird Juliane, genannt Jule, geboren. Und Ruths neue Freundin Hannah Schönberg bekommt kurz darauf Andreas, der meist Andi gerufen wird. Jule und Andi wachsen zusammen auf und verlieben sich ineinander. Doch Jule treibt es in die Welt, während Andi daheim auf seine große Liebe wartet...

Das Cover finde ich sehr gelungen und es passt ausgesprochen gut zu der Geschichte.

Laura Maaß schreibt in einem angenehmen, flüssigen Stil, der einen Sog auf mich ausgeübt hat. Ich musste einfach immer weiter lesen, es war zum Teil richtig spannend und zum Teil besonders berührend. Der Roman, dessen einzelne Kapitel immer mit einer Farbe beginnen, hat eine gewisse Leichtigkeit und ist doch so berührend, dass ich zum Ende hin schon Tränen in den Augen hatte. Es geht dabei nicht nur um Freundschaft und Liebe, sondern auch um Ost und West, Festhalten und Loslassen, Warten und Suchen. Manchmal wird es poetisch, manchmal auch heiter, aber niemals kitschig.

Die Autorin beschreibt eine Zeit zwischen den 1970er Jahren bis in den April 2010. Dabei trifft sie die jeweilige Stimmung hervorragend, wie ein roter Faden begleitet dabei das Spiel "Ich sehe was, was du nicht siehst". So ist ihr ein Debütroman gelungen, den ich gerne mit allen 5 Sternen weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Reise in die Vergangenheit

Die Verlorene
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Das Cover ist interessant gestaltet und passt zur Thematik des Buches. Eine Sanduhr, die anzeigt, wie schnell doch die Zeit vergeht. Nicht nur damals, auch heutzutage.

Geschrieben ist das Buch in zwei ...

Das Cover ist interessant gestaltet und passt zur Thematik des Buches. Eine Sanduhr, die anzeigt, wie schnell doch die Zeit vergeht. Nicht nur damals, auch heutzutage.

Geschrieben ist das Buch in zwei Zeitebenen. Zum einen befinden wir uns im Jahr 2019. Änne ist mit 93 Jahren nach einem Sturz gestorben und ihre Enkelin Laura und deren Mutter Ellen finden im Nachlass einen Karton mit Bildern und Aufzeichnungen. Und so beginnen sie eine buchstäbliche Reise in Ännes Vergangenheit.
Und die wird ab dem Jahr 1943 geschildert. Änne lebt in Schlesien auf einem Gutshof und der 2. Weltkrieg tobt...

Es ist ein sehr persönliches und auch außergewöhnliches Buch von Miriam George, welches sie ihrem Großvater widmet. Sie schreibt in einem leidenschaftlichen gefühlvollen, empathischen, intensiven und auch lebendigen Stil. Ich wurde nach wenigen Seiten tief und wuchtig in die Geschichte hinein gezogen. Ich habe mit gefiebert, mit gelitten und mit gehofft. Ich habe gelächelt und ich habe geweint. Es ist ein Buch mit sehr viel Tiefgang, und ich finde kaum die richtigen Worte dafür, wie besonders das Lesen gewesen ist. Teilweise unerträglich, teilweise tröstend.

Thematisiert werden sehr viele persönliche Erfahrungen, wie Kriegstraumata unter anderem mit Flucht, Vertreibung und Gefangenschaft. Auch zwischenmenschliche Beziehungen werden angesprochen.

Das Buch hat mich sehr berührt und wird lange nachhallen. Ich empfehle es auf jeden Fall mit 5 Sternen weiter.

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