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Veröffentlicht am 02.04.2026

Gemeinsam statt einsam

Pina fällt aus
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Auf das Buch war ich total gespannt und tatsächlich hat es mich von der ersten Seite an gepackt und berührt.
Pina Luxen ist alleinerziehende Mutter des 20-jährigen Leo, die mit ihm in einem Mehrfamilienhaus ...

Auf das Buch war ich total gespannt und tatsächlich hat es mich von der ersten Seite an gepackt und berührt.
Pina Luxen ist alleinerziehende Mutter des 20-jährigen Leo, die mit ihm in einem Mehrfamilienhaus in Wuppertal lebt. Leo ist Autist und nimmt die Welt auf seine ganz eigene Weise wahr. Sein Alltag folgt klaren Strukturen und Ritualen, vom richtigen Moment aufzustehen bis hin zu festen Abläufen beim Treppensteigen. Pina ist dabei sein Anker, sie hält seine Welt zusammen.
Doch dann ändert sich alles schlagartig: Pina landet im Krankenhaus und ist plötzlich nicht mehr da. Nun sind es die Nachbarn, die für Pina einspringen müssen. Eine ungewöhnliche, bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft: die 86-jährige Inge, die seit Ewigkeiten ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat, die rebellische 16-jährige Zola und Wojtek, der sich komplett zurückgezogen hat und in seiner eigenen Welt lebt. Menschen, die auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet und die doch gemeinsam zu genau dem werden, was Leo jetzt braucht: Aus Nachbarn wird ein Team für Leo und schnell merken sie, dass sie ihn genauso brauchen wie er sie. Aus einsam wird gemeinsam.
Die Liebe von Pina zu ihrem Sohn ist spürbar, aber genauso auch die enorme Belastung, die sie tagtäglich trägt. Nichts wird beschönigt. Das Buch zeigt ehrlich, was es bedeutet, ein Kind mit besonderen Bedürfnissen zu begleiten und wie viel Kraft es kosten kann, auch Hilfe anzunehmen. Außerdem wird einem beim Lesen bewusst, wie wichtig es ist, alle Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren und nicht einzelne auszugrenzen, weil sie nicht der sogenannten Norm entsprechen.
Trotz des ernsten Themas schafft es Vera Zischke, eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren, denn der Ton ist humorvoll und zugänglich.
„Pina fällt aus“ ist ein berührender und ehrlicher Roman über Zusammenhalt, Verantwortung und Inklusion. Ein Plädoyer dafür, genauer hinzusehen und füreinander da zu sein. Ein Buch, das berührt und nachwirkt, deshalb 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung! 💛

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Toller Einblick und Mutmacher zum Thema Hochsensibilität

How We Feel - Hochsensible fühlen anders
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Mit „how we feel — Hochsensible fühlen anders“ widmet sich Chris Gust einem Thema, das oft unterschätzt wird und gleichzeitig so viele Menschen betrifft: Hochsensibilität.

Doch was bedeutet es eigentlich, ...

Mit „how we feel — Hochsensible fühlen anders“ widmet sich Chris Gust einem Thema, das oft unterschätzt wird und gleichzeitig so viele Menschen betrifft: Hochsensibilität.

Doch was bedeutet es eigentlich, hochsensibel zu sein? Genau dieser Frage geht die Autorin auf sehr persönliche und gleichzeitig verständliche Weise nach. Sie verbindet eigene Erfahrungen mit fundierten Erklärungen und schafft so einen Zugang, der sowohl Betroffene als auch Außenstehende abholt.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Zunächst wird erklärt, was Hochsensibilität überhaupt ist und vor allem, dass es hier kein klares Schwarz-Weiß gibt. Im zweiten Teil geht es um die verschiedenen Lebensphasen: von der Kindheit bis hin zu späteren Lebensabschnitten wie den Wechseljahren. Besonders spannen fand ich, wie man hochsensible Kinder erkennt und begleitet. Im letzten Teil liegt der Fokus darauf, Hochsensibilität nicht als Schwäche zu sehen, sondern als Stärke. Ergänzt wird das Ganze durch praktische Tipps, Denkanstöße und Mutmacher für den Alltag.

Dieses Buch ist mehr als nur ein Ratgeber. Es ist ein echtes Verstanden-Werden. Beim Lesen hatte ich mehrfach das Gefühl, dass Dinge in Worte gefasst werden, die ich selbst lange nicht greifen konnte. Prozesse kommen ins Rollen, Gedanken ordnen sich neu. Es ist dieses Gefühl von „endlich ergibt alles Sinn“.

Gerade als hochsensibler Mensch kennt man oft dieses diffuse Gefühl, irgendwie „anders“ zu sein. Mehr zu fühlen, intensiver wahrzunehmen und sich damit manchmal fehl am Platz zu fühlen.
Dieses Buch nimmt genau dieses Gefühl ernst und gibt ihm Raum, ohne es zu problematisieren.

Fazit: „How we feel“ ist ein unglaublich wertvolles Buch, das aufklärt, Verständnis schafft und gleichzeitig Mut macht. Für Betroffene ist es ein echter Augenöffner und für alle anderen eine große Chance, Hochsensibilität besser zu verstehen. Für mich ein kleines Herzensbuch, das lange nachwirkt. 💛

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Zusammenhänge im Körper endlich verstehen

Die 3 Säulen der Gesundheit
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Vielleicht kennst du das: Man hangelt sich von Arzttermin zu Arzttermin, lässt alles Mögliche abklären und am Ende heißt es trotzdem: „Es ist alles in Ordnung.“ Nur fühlt es sich eben nicht so an. Genau ...

Vielleicht kennst du das: Man hangelt sich von Arzttermin zu Arzttermin, lässt alles Mögliche abklären und am Ende heißt es trotzdem: „Es ist alles in Ordnung.“ Nur fühlt es sich eben nicht so an. Genau deshalb hat mich „Die 3 Säulen der Gesundheit“ sofort neugierig gemacht.

Im Buch geht es unter anderem um drei zentrale biologische Faktoren, die unsere körperliche und mentale Gesundheit maßgeblich beeinflussen. Der Fokus liegt dabei auf der Zelle, also genau dort, wo im Körper unglaublich viel passiert.

Besonders interessant fand ich die Rolle der Mitochondrien, unserer kleinen „Kraftwerke“, die für die Energieproduktion zuständig sind. Davon braucht unser Körper übrigens eine ganze Menge. Problematisch wird es allerdings, wenn bei diesem Prozess zu viele Oxidantien entstehen, die im Übermaß schädlich wirken können.

Dazu kommen sogenannte stille Entzündungen, die oft unbemerkt bleiben, aber langfristig großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Genau hier setzt das Buch an: Es zeigt, wie diese drei Faktoren zusammenhängen und im schlimmsten Fall eine regelrechte Abwärtsspirale in Gang setzen.

In weiteren Kapiteln werden Themen wie die Herzfrequenzvariabilität, die Macht des Atems, die Bedeutung von Magnesium und Vitamin D und der richtigen Ernährung behandelt, um einige zu nennen. Auch die mentale Gesundheit spielt eine wichtige Rolle: „Werde du krank“, sagt die Seele zum Körper. „Auf mich hört er nicht.“

Am Ende jedes Kapitels gibt es eine kompakte Zusammenfassung, die „Essenz für Eilige“, perfekt, um die wichtigsten Punkte nochmal schnell auf einen Blick zu haben. Zusätzlich sind an vielen Stellen QR-Codes eingebaut, die zu weiterführenden Infos führen, zum Beispiel zu Anbietern, Ärzten, Apotheken, Apps oder auch Listen mit Möglichkeiten für bestimmte Tests.

Das Buch basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, schafft es aber gleichzeitig, diese verständlich und alltagstauglich zu erklären. Statt sich nur mit der Bekämpfung von Symptomen aufzuhalten, geht es hier klar darum, die Ursachen zu verstehen und genau dort anzusetzen.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der die Zusammenhänge im Körper besser verstehen möchte, um gesundheitliche Themen nicht nur oberflächlich, sondern ganzheitlich anzugehen. Mir persönlich hat das Buch sehr geholfen, deshalb ganz klar 5/5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Absolut lesenswert

Die Akte Schneeweiß
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Mit „Die Akte Schneeweiß“ hat Felicitas Fuchs mich wieder einmal komplett abgeholt. Nachdem ich bereits ihre Minna-Trilogie verschlungen habe, war meine Erwartung hoch und ich wurde kein Stück enttäuscht. ...

Mit „Die Akte Schneeweiß“ hat Felicitas Fuchs mich wieder einmal komplett abgeholt. Nachdem ich bereits ihre Minna-Trilogie verschlungen habe, war meine Erwartung hoch und ich wurde kein Stück enttäuscht.
Das Buch spielt in Bielefeld zu zwei unterschiedlichen Zeiträumen, von 1936 bis 1946 und 1963 bis 1977, und erzählen die Geschichte von Mathilde und Katja, zwei Frauen, deren Lebenswege durch ein altes Familiengeheimnis miteinander verbunden sind.
Schonungslos ehrlich zeigt die Autorin die Stellung der Frau in beiden Zeiten. Rechte, die uns heute selbstverständlich erscheinen, waren damals hart umkämpft oder schlicht nicht vorhanden. Katjas Kampfgeist in den 60er- und 70er-Jahren hat mich tief beeindruckt. Zu wissen, dass Frauen damals ohne Zustimmung ihres Ehemanns nicht einmal arbeiten durften, ist aus heutiger Sicht kaum zu fassen und es ist noch gar nicht so lange her!
Mathildes Geschichte ging mir besonders unter die Haut. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen einen Kloß im Hals. Ich war wütend, fassungslos, traurig und gleichzeitig so dankbar, dass diese Geschichte erzählt wird. Gerade weil sie auf wahren Begebenheiten beruht, entfaltet sie eine enorme Wucht. Manche Szenen sind schwer auszuhalten, aber genau das ist wichtig. Diese Kapitel deutscher Geschichte dürfen nicht verblassen. Sie müssen erzählt, gelesen und erinnert werden.
Besonders eindringlich ist die Auseinandersetzung mit dem Thema ungewollte Schwangerschaft und der Frage, wie häufig Frauen – damals wie heute – mit den Konsequenzen allein gelassen werden. Während Männer sich entziehen können, tragen Frauen Verantwortung, Scham und gesellschaftliche Verurteilung. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und macht ihn erschreckend aktuell.
Felicitas Fuchs verwendet eine greifbare Sprache und lässt die Geschichte so im Kopf Wirklichkeit werden. Auch das von ihr selbst eingelesene Hörbuch ist sehr hörenswert!
Die Message der Geschichte ist absolut wichtig: Nie wieder dürfen sich gesellschaftliche Entwicklungen wiederholen, die Ausgrenzung, Entrechtung und Diskriminierung ermöglichen. Wir alle sind gefragt, wachsam zu bleiben!
„Die Akte Schneeweiß“ ist ein intensiver und bewegender Roman über Frauenrechte, gesellschaftliche Zwänge und die Kraft, für sich selbst einzustehen. Hochaktuell, erschütternd und absolut lesenswert. Für mich ganz klar: 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

So muss ein Thriller sein!

Dorn. Ruf der Toten
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Nachdem mich das erste Buch der Reihe noch nicht restlos überzeugen konnte, war ich zwar neugierig, aber auch ein kleines bisschen skeptisch auf den zweiten Teil. Völlig unbegründet, denn „Zimmer 203“ ...

Nachdem mich das erste Buch der Reihe noch nicht restlos überzeugen konnte, war ich zwar neugierig, aber auch ein kleines bisschen skeptisch auf den zweiten Teil. Völlig unbegründet, denn „Zimmer 203“ der Dorn-Reihe hat mich komplett umgehauen, so muss ein Thriller sein!
Wir sind wieder mit Ex-Kriminalpsychologe Simon Dorn und der Wiener BKA-Ermittlerin Lea Wagner unterwegs und diesmal ist der Fall nicht nur spannend und beklemmend, sondern auch hochaktuell, denn es geht um moderne Themen wie künstliche Intelligenz.
Das heruntergekommene Hotel Dornwald in Bad Gastein, wo Simon Dorn dieses Mal das Zimmer 203 aufschließt, ist einfach eine tolle Kulisse. Ich liebe dieses Setting! Wir lernen in diesem Buch auch mehr über die Familien und Vergangenheit der beiden Ermittler kennen.
Die kurzen Kapitel, die Perspektivwechsel, die Cliffhanger am Ende fast jeder Szene — ich hatte keine Chance gegen die Sogwirkung des Buchs und bin nur so durch die Seiten geflogen. Schlaf wird definitiv überbewertet.
Das Ende kam dann doch zu schnell, gerne hätte das Buch noch ein paar Seiten mehr haben können! Für mich ist „Zimmer 203“ ein absolutes Thriller-Highlight! Eine riesige Steigerung zum ersten Band und ganz klar eine fette Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen modernen und packenden Thriller mit interessanten Figuren haben! 5/5 Sternen

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