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Veröffentlicht am 14.04.2026

Gefühle jenseits der Abmachung

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Mit "The Knockout Contract" legt Autorin Stefanie Santer den ersten Teil der neuen Terms of Attraction-Reihe vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Medizinstudentin Lainey und Boxer Parker, die sich in der Notaufnahme, ...

Mit "The Knockout Contract" legt Autorin Stefanie Santer den ersten Teil der neuen Terms of Attraction-Reihe vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Medizinstudentin Lainey und Boxer Parker, die sich in der Notaufnahme, in der Lainey arbeitet, kennen lernen. Obwohl Lainey Parker zwar süß findet, aus diversen Gründen aber meiden möchte, bittet sie ihn, für die Hochzeit ihrer verhassten Stiefschwester ihr Fake-Date zu sein. Insbesondere, weil sie den unliebsamen Verkupplungen ihrer Mutter mit Typen in Bootsschuhen entgehen möchte. Doch aus einem lockeren Arrangement entstehen schnell echte Gefühle...

Mir hat die Geschichte rund um Lainey und Parker wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich schnell in einen Lesefluss gekommen bin. Besonders gelungen fand ich dabei die wechselnden Perspektiven zwischen den beiden Hauptfiguren, die zusätzliche Einblicke in beide Figuren ermöglichten.

Lainey ist eine Protagonistin, mit der ich leicht mitfühlen konnte. Ihre familiäre Situation empfand ich als herausfordernd-belastend und auch, wenn ich, insbesondere zu Beginn, nicht jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen konnte, wirkte sie auf mich insgesamt authentisch und vielschichtig. Parker blieb für meinen Geschmack zu Beginn noch etwas distanziert, gewann im Verlauf jedoch zunehmend an Kontur und entpuppte sich als wandelnde Green Flag. Seine humorvolle, lockere Art brachte Leichtigkeit in die Handlung, während nach und nach auch tiefere Facetten seiner Persönlichkeit sichtbar wurden.

Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren wurde wirklich unterhaltsam gestaltet. Die Dialoge waren pointiert und trugen wesentlich zum Lesespaß bei. Besonders die Szenen rund um die Hochzeit stachen dabei hervor – sie verbanden Humor mit emotionalen Momenten und sorgten für eine gelungene Balance innerhalb der Geschichte. Zu gerne wäre ich noch länger mit Parker und Lainey auf der Hochzeit verweilt, der Grat zwischen Humor und knisternder Anziehung hat richtig süchtig gemacht!

Das Buch bediente sich klassischer Elemente des Rom-Com-Genres, schaffte es jedoch, diese stellenweise leicht zu variieren. Dadurch blieb die Handlung trotz bekannter Motive interessant. Ich dachte (oder befürchtete) oft, ich weiß, was kommt, und dann kam es doch ein bisschen anders. Das hat mir wirklich gut gefallen. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass die Figuren differenziert mit ihrer Vergangenheit umgingen und nicht ausschließlich in einfachen Gegensätzen dargestellt wurden. Zudem blieben unnötig aufgebauschte "Aneinander vorbei reden"-Situationen aus, was mich sehr erleichterte.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war das Setting. Denn obwohl die Geschichte in den USA spielt, wirkte die Darstellung stellenweise eher wie ein touristisch-oberflächlicher Blick als wirklich authentisch. Außerdem hätte ich mir im letzten Abschnitt mehr „Show“ statt „Tell“ gewünscht – einige Entwicklungen wurden mir doch zu schnell abgehandelt und komprimiert, da wäre emotional noch mehr drin gewesen. Auch Laineys Schwierigkeiten mit Familienmitgliedern wurden zwar angesprochen und bearbeitet, ich hätte mir dennoch (mehr) direkte Konfrontationen gewünscht, um besser erkennen zu können, dass Lainey zukünftig tatsächlich mehr für sich einsteht. So spricht Lainey immer wieder über das Verhältnis zu ihrem Vater, dieser taucht jedoch kein einziges Mal auf.

Fazit: Insgesamt ist "The Knockout Contract" trotz kleiner Kritikpunkte eine unterhaltsame, kurzweilige und humorvolle Geschichte mit liebenswerten Figuren und einer schönen Entwicklung. Besonders rund um die Hochzeit konnte ich das Buch wirklich kaum aus der Hand legen. ich freue mich schon auf den nächsten Teil, in dem es um Laineys schlagfertige beste Freundin Jemma gehen wird!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Rätselhaft und magisch

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Mit „Aftermyth“ startet Tracy Wolff eine neue Fantasy-Reihe rund um griechische Mythologie – und das mit einer Jugendlichen Protagonistin, die mich schnell überrascht hat.

Penelope ist ein Mädchen, das ...

Mit „Aftermyth“ startet Tracy Wolff eine neue Fantasy-Reihe rund um griechische Mythologie – und das mit einer Jugendlichen Protagonistin, die mich schnell überrascht hat.

Penelope ist ein Mädchen, das Kontrolle liebt: strukturiert, diszipliniert und absolut regelkonform. Fehler oder Pausen? Für sie eigentlich undenkbar. Umso spannender ist es, ihre Entwicklung an der Anaximander-Akademie mitzuerleben. Denn obwohl sie fest davon überzeugt ist, ins Haus der Athene zu gehören, landet sie ausgerechnet im Aphrodite-Haus – ein Ort voller Emotionen, Leichtigkeit und Chaos. Genau dort beginnt sie nach und nach, sich selbst neu kennenzulernen und auch mal Gefühle zuzulassen.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre im Aphrodite-Haus. Es ist lebendig, humorvoll und steckt voller Charme. Die vielen kreativen Ideen, Rätsel und der Unterricht haben richtig Spaß gemacht – genauso wie die zahlreichen Anspielungen auf die griechische Mythologie, die liebevoll eingebaut sind.

Penelope selbst ist nicht immer leicht nachzuvollziehen. Oft hätte ich anders gehandelt als sie, aber genau das hat sie für mich interessant gemacht. Ihre Entwicklung steht klar im Mittelpunkt und ist nachvollziehbar und schön umgesetzt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings das Erzähltempo: Es dauert recht lange, bis man mehr über die mysteriösen Ereignisse erfährt – etwa warum Penelope plötzlich an anderen Orten auftaucht, Dinge sieht, die andere nicht sehen, oder immer wieder von Schlangen umgeben ist. Auch, wenn es verständlich ist, dass zum Ende noch Dinge offen bleiben, weil es ein Reihenauftakt ist, hat mich diese Unklarheit zwischenzeitlich etwas ungeduldig gemacht.

Auch die Nebenfiguren sind gelungen: Fifi, Penelopes Mitbewohnerin, ist einfach liebenswert und wuchs mir sofort ans Herz. Im Kontrast dazu ist Penelopes Zwillingsbruder Paris im Athene-Haus, der mit seiner überheblichen Art eher unsympathisch auf mich wirkte – was aber gut zur Dynamik der Geschichte passte.

Obwohl Penelope erst 13 Jahre alt ist, wirkt sie durch ihr Verhalten oft deutlich älter, was die Geschichte auch für mich als Erwachsene gut zugänglich macht.

Insgesamt ist Aftermyth ein fantasievoller, atmosphärischer Reihenauftakt mit tollen Ideen und einer spannenden Charakterentwicklung, auch wenn man an manchen Stellen etwas Geduld braucht. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Miträtseln garantiert!

Missing Page - Tödliche Worte
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Die angehende Schriftstellerin Toni möchte am Workshop eines bekannten Autors teilnehmen und endlich ihre Schreibblockade überwinden. Hierfür reist sie in dessen Herrenhaus nach Schottland. Als der Schriftsteller ...

Die angehende Schriftstellerin Toni möchte am Workshop eines bekannten Autors teilnehmen und endlich ihre Schreibblockade überwinden. Hierfür reist sie in dessen Herrenhaus nach Schottland. Als der Schriftsteller ihr und den 5 weiteren Kandidaten dort offenbart, dass sie nicht nur um seine Gunst miteinander konkurrieren, sondern auch um dessen Vermächtnis, sind alle gleichermaßen verwundert wie begierig. Doch schon bald kommt es zu merkwürdigen Ereignissen, Diebstählen und auch das misstrauische Personal des Schriftstellers verhält sich äußerst ungewöhnlich. Als nachfolgend auch noch jemand zu Tode kommt, wird Toni schnell klar, dass sie ermitteln muss - denn sie selbst steht als Verursacherin im Verdacht...

Der Roman "Missing Page" von Katie Kento hat mich vor allem durch seinen Schreibstil und die vielen Anspielungen auf klassische Krimis begeistert. Fans von Cluedo, Inspector Barnaby oder Agatha Christie kommen hier definitiv auf ihre Kosten!

Besonders gut gefallen haben mir auch die Figuren: Sie sind klar voneinander abgegrenzt und ließen sich sehr gut auseinanderhalten, was bei der Vielzahl an Charakteren wirklich wichtig ist. Neben der Hauptfigur Toni war mein persönlicher Favorit definitiv George. Er ist einfach eine Figur, die ich wider besseren Wissens (, denn es war ja schließlich jeder verdächtig, ) sofort ins Herz geschlossen habe. Andere Charaktere wiederum sind bewusst unsympathisch gezeichnet, was die Dynamik wirklich spannend machte. Zugleich konnte ich beim Lesen gefühlt niemandem wirklich vertrauen, was den Rätselfaktor in die Höhe trieb. Als Agatha Christie Fan liebe ich ja den "Jede/r könnte es gewesen sein"-Aspekt.

Das Setting empfand ich als atmosphärisch dicht und sie sorgte für genau die richtige Spannung. Auch die kleinen gestalterischen Elemente im Buch, wie z.B. eingestreute Grundrisse oder auch Schreibwettbewerbs-Beiträge, fand ich richtig gelungen und passend zur Geschichte.

Was mir ebenfalls sehr gefallen hat: Man wurde als LeserIn ständig zum Miträtseln angeregt. Es gab viele offene Fragen und unterschiedliche Spuren, sodass man immer wieder eigene Theorien entwickeln konnte. Genau das macht für mich den Reiz eines solchen Buches aus!

Allerdings hatte die Geschichte für mich auch kleinere Schwächen. Einige Elemente hätten für meinen Geschmack etwas straffer erzählt werden können. So hat mich zum Beispiel das Schlafwandeln der Protagonistin Toni auf Dauer eher genervt als begeistert. Außerdem wirkte die Handlung stellenweise etwas überladen, da sehr viele Entwicklungen und Enthüllungen gleichzeitig passierten. Das hat es mir manchmal schwer gemacht, komplett dranzubleiben und mir fehlte bei den vielen Ideen und Richtungen manchmal etwas Klarheit und ein roter Faden.

Das Ende fand ich sehr stimmig und rund, obwohl mir die Auflösung zuvor insgesamt zu konstruiert vorkam.

Fazit: Ein spannender YA-Thriller mit tollen Figuren, vielen cleveren Ideen und großem Miträtsel-Faktor. Auch wenn die Handlung zwischendurch für meinen Geschmack etwas zu viel auf einmal wollte, konnte mich das Buch insgesamt wirklich gut unterhalten. Die Autorin hat wahnsinnig viel Fantasie und Ideen und ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher von Katie Kento!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Zwischen Kamelien, Kulturen und Gefühlen

Wiedersehen im Kamelienhaus
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"Wiedersehen im Kamelienhaus" ist Band 2 der Kamelienhaus-Reihe von Tabea Bach und setzt nahtlos an den vorhergehenden Band an. Die Geschichte wird wieder überwiegend aus Lucys Perspektive erzählt, die ...

"Wiedersehen im Kamelienhaus" ist Band 2 der Kamelienhaus-Reihe von Tabea Bach und setzt nahtlos an den vorhergehenden Band an. Die Geschichte wird wieder überwiegend aus Lucys Perspektive erzählt, die nun als Geschäftsführerin die Kamelienölmanufaktur auf der Insel Soshima nahe Tokio übernommen hat und sich dort bewähren muss. Ergänzt wird das Ganze – wie schon im ersten Band – durch Tagebucheinträge ihrer Mutter Sylvia, die in der Bretagne lebt und dort eine Kosmetikfirma führt, die ebenfalls turbulenten Zeiten entgegenblickt.

Auch Band 2 hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Die Geschichte war über weite Strecken sehr spannend - teilweise so sehr, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Gleichzeitig gab es zwischendurch ein paar kleinere Längen, vor allem rund um Lucys Arbeit, einige die Arbeit betreffende sehr ausführliche Dialoge und detaillierte Beschreibungen dieser. Auch die Vielzahl an Namen empfand ich stellenweise als etwas herausfordernd. Zum Glück befand sich ein Personenregister im Einband, auf das ich trotz frisch gelesenen ersten Bandes öfter zurückgreifen musste.

Besonders begeistert hat mich erneut, wie die Autorin die Traditionen und Lebensweisen zweier Kulturen miteinander verwebt – die Bretagne in Frankreich und die fiktive Insel Soshima in Japan. Vor allem die japanischen Gepflogenheiten, Sagen und Lebensweisheiten als auch die Kulinarik waren wieder unglaublich faszinierend bzw. bildlich dargestellt. Sehr gelungen fand ich auch die inneren Konflikte der Hauptfigur Lucy: Dieses Spannungsfeld zwischen europäischem Denken und dem bewussten Einhalten japanischer Konventionen wurde richtig feinfühlig und nachvollziehbar ausgearbeitet. Auch emotional sehr gefesselt hat mich Lucys Verbindung zu Finn. Hier habe ich richtig mitgefiebert, dass die beiden endlich die Kurve kriegen. Und auch Lucys beste Freundin Lilli sorgte in Liebesdingen für Furore.

Der Schreibstil ist melodisch und schön, manchmal vielleicht etwas betulich, wobei mir das im zweiten Band deutlich weniger aufgefallen ist als im ersten. Insgesamt erzeugt das Buch eine angenehme Wohlfühlatmosphäre, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Gerade gegen Ende, als sich ein Taifun der Insel Soshima näherte, wurde die Handlung richtig fesselnd und teilweise sogar dramatisch.

Auch wenn einige Entwicklungen vorhersehbar waren, hat mich die Umsetzung dennoch in den Bann gezogen. Die Autorin zeigt ein feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen und schafft es, Emotionen und Stimmungen sehr atmosphärisch einzufangen. Auch die Naturbeschreibungen haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich, dass Finns Vater, der bereits in Band 1 "der Feind" war, nie direkt auftrat, sondern nur indirekt erwähnt wurde. Hier hätte ich mir mehr gewünscht, da diese Figur durchaus Potenzial gehabt hätte.

Überrascht hat mich zudem, dass die Hauptgeschichte bereits mit diesem zweiten Band endet, obwohl ein dritter angekündigt ist. Offenbar handelt es sich dabei eher um ein kürzeres Sequel. Das Ende von Band 2 fühlt sich aber stimmig und versöhnlich an, auch wenn ich damit so nicht gerechnet hatte.

Insgesamt ist "Wiedersehen im Kamelienhaus" ein gefühlvoller, spannender Feelgood-Roman mit angenehmer Tiefe, der vor allem durch seine kulturellen Einblicke und seine atmosphärische Erzählweise überzeugt.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Zwischen Achtsamkeit und Absurdität

Einatmen. Ausatmen.
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Um CEO ihres Unternehmens zu werden, wird Marlene von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitstraining geschickt. Grund hierfür ist, dass sie zu sehr einem emotionslosen Roboter ähnele - das müsse dringend geändert ...

Um CEO ihres Unternehmens zu werden, wird Marlene von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitstraining geschickt. Grund hierfür ist, dass sie zu sehr einem emotionslosen Roboter ähnele - das müsse dringend geändert werden, um die Führungsetage überzeugen zu können. An der Akademie leidet Inhaber und Coach Alex Grow jedoch an einer Sinnkrise und hat aus finanziellen Gesichtspunkten riesiges Interesse dran, die beratungsresistente Marlene zum Erfolg zu coachen... ein kompliziertes Miteinander steht bevor!

Der Einstieg in den Roman hat mich direkt überzeugt. Der Ton war leicht, humorvoll und angenehm zu lesen, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir die wechselnde Perspektive zwischen Marlene und Alex, die für Abwechslung sorgte und den Figuren Raum gab.

Im weiteren Verlauf wurde die Geschichte spürbar ernster. Das brachte zwar interessante Aspekte mit sich, wirkte auf mich stellenweise aber etwas zäher, da es der Handlung an manchen Punkten an Tiefe fehlte. Hier hat mich das Buch kurzzeitig etwas weniger gefesselt und nicht sein volles Potential entfaltet.

Marlene habe ich im Verlauf der Geschichte immer differenzierter wahrgenommen. Anfangs wirkte sie auf mich eher kühl und fast roboterhaft, doch schnell wurde deutlich, welche Prägung für ihre Abkapselung von Gefühlen gesorgt hatte. Gerade diese Entwicklung, ihr langsames Öffnen und erste emotionale Annäherungen, fand ich sehr gelungen und teilweise wirklich berührend. Einige Szenen gingen mir spürbar nahe, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen.

Alex hingegen blieb für mich insgesamt schwer greifbar. Zwar wurde er im Verlauf etwas konturierter, dennoch wirkte er oft zu glatt und wenig authentisch in seiner Entwicklung. Er predigte Achtsamkeit, handelte aber selbst nicht immer danach, was ihn für mich widersprüchlich und weniger sympathisch machte. Gerade bei ihm hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe und Entwicklung gewünscht.

Ein echtes Highlight war für mich die Nebenfigur Hausmeister Mattissen, der mit trockenem Humor und pointierten Aussagen für viele unterhaltsame Momente sorgte. Seine Sprüche waren einfach großartig und haben mich mehrfach zum Lachen gebracht. Durch ihn gewann die Geschichte jedoch nicht nur deutlich an Leichtigkeit, sondern auch Tiefe, was mir sehr gut gefallen hat.

Generell arbeitete der Roman stark mit Klischees und Überzeichnungen, was ich sonst eher kritisch sehe. Hier hat es für mich aber überraschend gut funktioniert. Es passte zum Ton der Geschichte und trug sehr zur Unterhaltung bei. Viele Figuren und Situationen hatten einen hohen Wiedererkennungswert und luden auch dazu ein, über bekannte Verhaltensweisen zu schmunzeln.

Besonders gelungen fand ich die Balance zwischen humorvollen und ernsteren Momenten. Gerade in den späteren Abschnitten schaffte es der Autor, emotionalere Themen einzubringen, ohne dass es zu schwer oder kitschig wurde. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass manches Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Einige Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell, während andere Handlungsstränge für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt wurden.

Das Ende hat mir insgesamt gut gefallen. Dass nicht alle Fragen vollständig aufgelöst wurden und manche Beziehungen offen bleiben, empfand ich stimmig.

Insgesamt ist "Einatmen. Ausatmen." für mich ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Roman mit vielen humorvollen und berührenden Momenten. Auch wenn er sein volles Potenzial nicht ganz ausschöpft und für mich nicht an "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" heranreicht, habe ich das Buch gerne gelesen – perfekt für Zwischendurch, wenn man sich kurzweilig unterhalten lassen möchte.

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