Faszinierend
Ein Ort, der bleibtMit „Ein Ort, der bleibt“ hat Sandra Lüpkes einen Generationen-Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an fasziniert hat.
Im Mittelpunkt steht Imke, die in der Gegenwart lebt und sich auf Spurensuche ...
Mit „Ein Ort, der bleibt“ hat Sandra Lüpkes einen Generationen-Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an fasziniert hat.
Im Mittelpunkt steht Imke, die in der Gegenwart lebt und sich auf Spurensuche in Istanbul begibt. Was zunächst wie ein persönlicher Tapetenwechsel wirkt, entwickelt sich schnell zu einer Reise in die Vergangenheit, und zwar zu drei Frauen, deren Leben auf ganz unterschiedliche Weise miteinander verbunden sind.
Jede von ihnen lebt in einer anderen Zeit, geprägt von den jeweiligen Umständen, und doch ziehen sich bestimmte Themen wie Verlust, Identität und Zugehörigkeit durch alle Ebenen.
Ein großer Teil der Geschichte spielt in Istanbul, zwischen kulturellen Gegensätzen, politischen Umbrüchen und persönlichen Entscheidungen entfaltet sich eine Geschichte, die auch ein dunkles Kapitel der Geschichte berührt.
Die Verknüpfung der Zeitebenen finde ich dabei besonders gelungen: Nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen, bis ein Gesamtbild entsteht, das sowohl berührt als auch nachdenklich macht.
Ich mag Sandra Lüpkes Schreibstil: sie schreibt total atmosphärisch und spannend. Die historischen Hintergründe wirken authentisch und sind so in die Handlung eingebunden, dass sie nie trocken oder belehrend wirken.
Fazit:
Für mich ist „Ein Ort, der bleibt“ ein richtig starker Generationenroman, der zeigt, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen, und wie Geschichten über Jahrzehnte hinweg weiterleben. Die Mischung aus Frauenschicksalen, historischer Tiefe und der faszinierenden Kulisse Istanbuls hat mich komplett abgeholt.